Dicke, haarige, queere, alternde Körper, People of Colour, Menschen mit Behinderung: Wer in unserer Gesellschaft nicht der Norm entspricht, wer sich und seinen Körper nicht dem kommerzialisierten Zwang zur Selbstoptimierung unterwirft, wird marginalisiert, gemobbt und ausgegrenzt. Doch wer definiert Schönheit und wem nützt das? Klar ist jedenfalls: Schönheit ist nicht nur ein Geschäft, sie ist vor allem eines: politisch.
Wenn eine Frau wegen unrasierten Beinen Morddrohungen bekommt, wenn Jobbewerbungen nach dem Körpergewicht beurteilt werden, wenn ein dunklerer Teint „in“ ist, aber Schwarze Menschen weiterhin strukturell diskriminiert werden – dann ist ein Umdenken der Mehrheit und ein Aufstand gerade für jene Menschen notwendig, die besonders unter dem Schönheitsdruck in den Medien und an unserem Umgang miteinander leiden. Elisabeth Lechner trifft AktivistInnen, zerlegt gekonnt gängige Vorurteile und legt einen ermutigenden 5-Punkte-Plan vor, wie echte Solidarität aussehen kann und wie wir alle unseren Begriff von Schönheit hinterfragen können.
„Dick, haarig, queer, alt, Schwarz, behindert: Wer in unserer Gesellschaft nicht der Norm entspricht, wer sich und seinen Körper nicht dem kommerzialisierten Zwang zur Selbstoptimierung unterwirft, wird marginalisiert, gemobbt und ausgegrenzt.“ [Lechner, E., 2021, Klappentext]
Elisabeth Lechner geht in sechs Kapiteln auf die Gruppierungen ein, die in der Gesellschaft ganz besonders marginalisiert werden und dies vor allem aufgrund ihres äußeren Erscheinungsbildes. Dabei deckt sie die Zusammenhänge zwischen angeblichen Trends und dem Patriarchat auf, führt Begriffe an und klärt diese (Bsp. Lookismus) und definiert, wie der Kapitalismus mit all diesen Problemen zusammenhängt.
Mir gefällt, wie vielschichtig das Buch ist. Es geht über das binäre Geschlechterdenken hinaus und beleuchtet verschiedenste Aspekte der Diskriminierung rund um das Aussehen. Auf knapp 200 Seiten Fließtext wird aber auch nur ein Anreißen der Themen möglich. So bietet das Buch einen guten Überblick, verfügt aber nicht über einen nötigen Tiefgang. Laura, die mir das Buch schenkte, wies mich noch auf die kritische Rezension von @not_without_my_books hin, welche ich euch an dieser Stelle gerne ebenfalls empfehlen möchte.
Insgesamt gab mir das Buch dennoch viele neue Eindrücke und sorgte für einen Perspektivenwechsel meinerseits. Also wenn ihr Bock auf Hinterfragen und eine Streitschrift hat, seid ihr hier an der richtigen Adresse!
3,5- Sterne Grundsätzlich ein echt tolles Buch ! Besonders die ersten Kapitel haben mir extrem gut gefallen. Es ist ein super wichtiges Thema und Elisabeth hat versucht sich diesem mit einem intersektionalen Blick anzunähern.
In einigen Punkten ist das leider nicht so hit gelungen und man hat gemerkt bei welchen Themen sie wenig Erfahrung hatte.
Es wurde aber super viel Raum für Menschen gelassen die betroffen von gewissen Diskriminierungen waren und ihr eigenes wissen und deren Stimme nutzen konnten. Das fänd ich sehr sehr gut und rechne ich ihr hoch an.
Ich hätte mir teilweise etwas mehr Kontext und Reflexion ihrerseits gewünscht. Trotzdem würde ich es auf jeden Fall weiterempfehlen.
Die erste Hälfte ist sehr stark und dann nimmt das Buch leider immer mehr ab. Vielleicht wäre es besser gewesen sie hätte nur über die ihr vertrauten und gut recherchierten Themen geschrieben. Naja es war ihr erstes Buch und man lernt aus jedem etwas mehr:)
Ein sehr gut recherchiertes Buch, dass das Thema Lookismus intersektional angeht und Betroffenen viel Raum gibt. Dabei bleibt es zugänglich. V.a. empfehlenswert für Menschen, die sich zum ersten Mal mit Themen we Lookismus, Fatphobia, etc. auseinandersetzen. Besonders toll sind auch die Empfehlungen fürs Weiterlesen und -hören, usw.
In diesem Buch von Elisabeth Lechner aka @femsista geht es bei weitem nicht nur um die Akzeptanz dicker Körper. Vielmehr ist es ein Sammelsurium verschiedenster Menschen und Themen die aufgrund ihres “Andersseins” von der Gesellschaft ausgeschlossen, nicht wahrgenommen und nicht akzeptiert werden. Riot Don’t Diet vermittelt wahnsinnig viel Hintergrundwissen und ich wage zu behaupten, dass es bei jedem mindestens einen Punkt geben wird, der so noch nicht gesehen wurde. Besonders herausragend fand ich die Kapitel über Queere Menschen, Rassismus und Menschen mit Behinderung.
Wirklich ein Buch, das jeder gelesen haben sollte!
Zu erwähnen sind auch noch die vielen Literatur und Social Media Empfehlungen auf den letzten paar Seiten. Obwohl ich viele der zitierten Bücher und Personen bereits kannte und verfolge, habe ich hier noch weiteres Material für meine Liste gefunden.
Kann es allen empfehlen, für die die Begriffe "ageism", "ableism" usw. noch unbekannter sind, da die Autorin diese sehr gut erklärt und auch sehr viele Betroffene zu Wort kommen lässt. An manchen Stellen hat mir die Tiefe bzw. eine weitere Einordung der Autorin gefehlt - ich fand es ein wenig komisch zu sagen "weil ich nicht von (z.B.) Ableismus betroffen bin, kann ich nicht darüber sprechen und muss mich auf das Wort anderer verlassen - auch wenn es sich natürlich mit Lechners Forderungen am Ende des Buches erklären lässt.
Gefallen haben mir außerdem die aktuelleren und österreichischen Bezüge und die Inspiration für weitere Beschäftigung mit den Themen.
Ich finde, dass der Titel nicht optimal gewählt ist. Denn tatsächlich ist der Themenkomplex Diet Culture/Body Shaming/Body Neutrality nur ein Aspekt der im Buch behandelten Themen. Konkret geht es um Diskrimierung, um die Strukturen, die Diskriminierung fördern und welche verschiedenen Ausprägungen es gibt. Am Ende kommt auch noch ein kurzer Leitfaden mit Vorschlägen, wie genau eben diese Strukturen aufgebrochen werden können. Abgerundet wird das mit einer sehr umfangreichen Literaturliste. Als Einstieg finde ich das Buch wirklich gut gelungen, auch wenn für mich jetzt nicht sehr viel Neues dabei war, hat es mich doch wieder zur Selbstreflektion angeregt und mir Denkanstöße gegeben - aber leider hatte ich mir eben unter dem Titel dann doch an manchen Stellen etwas mehr Tiefe erwartet. Deswegen gibts von mir insgesamt drei solide Sterne und trotzdem eine Leseempfehlung!
Ein wirklich gut geschriebenes und augenöffnendes Buch, dass einem zeigt, wie „patriarchal, kapitalistisch und leistungsorientiert“ unsere gängigen Schönheitsideale sind. Man mag sich denken, dass es „eh klar“ ist, dass unsere Schönheitsideale toxisch sind, aber wie weitgreifend die Unterdrückung aufgrund von optischen Merkmalen ist und wie blind man für Diskriminierungen ist, denen man nicht selbst ausgesetzt ist, wird einem in diesem Buch aufgezeigt.
Ich fand den Titel etwas irreführend, da es bei Weitem nicht nur um dietculture geht und wohl mehr Leute angesprochen worden wären (besonders Männer), wenn ersichtlich wäre, dass ganz viele Diskriminierungen (Alter, Queerness, Körperbehaarung…) behandelt werden.
Alles in allem sehr empfehlenswert und informativ.
Ingesamt lesenswert, wobei es überraschend war, dass die Autorin zwar auf die Kritik am Titel des Buches eingeht, diesen aber ohne richtige Erklärung beibehält. Es geht nicht nur um Diäten, bzw. um Körperform im engeren Sinne, sondern eben auch um Rassismus, Ableism, Ageism, Transfeindlichkeit, etc. Die einzelnen Kapitel sind so gesehen dann recht knapp, diesen aber als guter Einstieg. Bizarr aber auch irgendwie sympathisch fand ich das unverhohlene Lena-Dunham-Fantum.
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Das Buch umfasst einen intersektionalen Zugang zu Schönheitsnormen und zielt auf die dahinterliegenden Strukturen ab. In der Tiefe gelingt dies mal mehr und mal weniger, tendenziell leider eher weniger. Die Autorin geht sehr selbstrefkletiert mit dem Titel ihres Buches um und macht ihre Gedanken transparent. Leider haben mir das Fazit bzw. die Vorschläge zu konkreten Handlungen am Ende absolut nicht gereicht. Gute Empfehlungen sind die vielen Literatur- und Podcast-Tipps zum Thema.
Tolles Buch, sehr informativ, sehr aufrüttelnd. Es wird Zeit unseren Blick zu erweitern und zu begreifen, dass Schönheit viel mehr ist, als das, was uns von der Industrie eingeredet wird!
Das ist echt ein gutes Buch, besonders für die Menschen, die sich nicht so gut in Diskriminierungsthemen auskennen und möchten damit anfangen, auch sich selbst und eigene Ansichten zu hinterfragen und zu reflektieren.
Das Buch konzentriert sich auf Diskriminierung basierend auf Körpermerkmale, wie Hautfarbe, Gewicht & Grösse, Haare, Alter usw. Es greift besonders die Themen rum um die Medien, Kino, und die Schönheitsindustrie. Ich fand die Themen von Alter und Behinderung nicht genug erklärt, es gab fast keine Literatur und meistens auf persönlichen Erfahrungen oder Medien-Geschichten basiert. Ich denke es wäre wichtig auch über die plastische Chirurgie zu sprechen, über Menschen ohne Körperteile, über Schönheitsideale in verschiedenen Jahrzehnten. Ich möchte aber trotzdem die Wichtigkeit des Buches nicht runterreden, es ist ein lesewertes Buch, und vielleicht wird es eine neue Ausgabe geben, wo die Autorin die anderen Themen tiefer nachgeht.
Für mich persönlich war im Buch nicht viel Neues, ich würde aber das Buch total weiterempfehlen, an die Freunde, die nicht Soziologie und Gender Studies studiert haben.
Eine großartige, absolut relevante Studie. Wir sollten tun, was wir können, um die Aspekte des Lookism, die kulturell und historisch bedingt sind, auszumerzen. Der schwierigere Teil ist der biologische Aspekt: wir finden schön, was erfolgreiche Fortpflanzung verspricht. Wer zu krank, zu alt, zu hormonell unterversorgt, zu behindert ist, um letztere Voraussetzung zu erfüllen, wird die größten Schwierigkeiten haben, als attraktiv bzw. schön gesehen zu werden. Deshalb Plus-Size-Models, Sportler mit Prothese, Schwarze Frauen und reifere Männer als Aushängeschilder, die immer noch eins erfüllen: vom biologischen Standpunkt aus gesehen begehrenswert zu sein. Niemand wird hartnäckiger marginalisiert als die*der, auf die*den _das_ nicht zutrifft. Keine Art von Lookism wird jemals so schwer auszurotten sein wie diese. Unfortunately, we are all suckers for this kind of beauty. We wouldn't be here if we weren't. PS: Ich fühle mich sehr an Ted Chiangs SF-Kurzgeschichte: "Liking What You See" erinnert, für die er eine operativ herstellbare "calliagnosia" (Schönheitsblindheit) erfunden hat.
Riot, Don't Diet fängt stark an. Die These, dass jede Person nur einen "Makel" haben darf, ist mächtig. Die letzten Kapitel wirken dagegen seicht. Vor allem das letzte Kapitel "Alt" hätte meines Erachtens mehr Aufmerksamkeit und Tiefgang vertragen können. Schlagworte sind fett hervorgehoben. Generell erklärt das Buch alle wichtigen Begriffe rund um die angesprochenen Themen. Das hat Elisabeth Lechner sehr gut hinbekommen. Die Frage, die sich mir am Ende des Buches stellt ist: Gibt es Aktionismus rund um widerspenstige Körper abseits von Instagram?
Trotz des Titels geht es nicht nur um dicke/fette Körper, sondern um die Komplexität von Schönheitsidealen und Körpernormen. Die Kapitel behandeln solche Marker des Andersseins: dick, schwarz, haarig, queer, behindert, alt - und die Überschneidungen der Faktoren. Überall berichten Menschen aus eigener Erfahrung, es gibt Beispiele aus Medien und Instagram. Dennoch ist zu merken, in welchen Bereichen die Autorin aus tieferer Auseinandersetzung schöpft als bei anderen. Vor allem als Einstieg gut, mit vielen Anregungen zum Weiterdenken, Informieren und Rebellieren.
Dieses österreichische Sachbuch über die Akzeptanz „widerspenstiger“ Körper, die vom Ideal der Diätkultur abweichen, war ein gut zitierter Überblick über Körperpositivität, den Diät-Industriekomplex und ein notwendiger Blick auf diese Themen im deutschsprachigen Raum, aber es tat es Im Vergleich zu vielen englischsprachigen Büchern, auf die es verweist, trägt es nicht viel zum Gespräch bei.
Guter Start um sich mit dem Thema Diskriminierung auseinander zu setzen. Behandelt unter anderem Rassismus, Gender, usw. wenn man im Thema ist, ist der Aspekt von Social Media als Quelle interessant.