Keine deutsche Insel ist so einsam wie Trischen, zwanzig Kilometer vor Cuxhaven im Wattenmeer der Nordsee ausgeliefert. Denn hier herrscht absolutes Betretungsverbot - nur ein:e Vogelwart:in darf die knapp zwei Quadratkilometer kleine Insel betreten. Anne de Walmont lebt dort sieben Monate allein in einer Holzhütte. Lebensmittel und Trinkwasser bringt ihr einmal in der Woche ein Versorgungsschiff - wenn Wind und Wellen es zulassen. Mit ihr tauchen wir ein in die große Weite über dem Meer und die Ruhe, die das Alleinsein mit sich bringt. Ebenso fesselnd wie persönlich erzählt sie von ihrem Leben im Rhythmus der Natur und davon, wie es ist, wenn einem beim Kochen ein Zilpzalp über die Schulter schaut...
Auch wenn ich grundsätzlich sehr naturverbunden bin, habe ich mit der Nordsee und dem Wattenmeer als Süddeutsche denkbar wenig am Hut und das Thema Vogelbeobachtung? Konnte mich bislang eher selten hinterm Ofen hervorlocken. Doch die Idee, monatelang abgeschieden und alleine auf einer kleinen Nordseeinsel zu sein und Forschungsdaten für den Naturschutz zu sammeln, das stellte ich mir durchaus als aufschlussreiches Selbstexperiment vor. Anne de Walmont hat genau dazu die Möglichkeit, und zwar verbringt sie sieben Monate auf der geschützten Nordseeinsel Trischen als Vogelwartin. Allein ist sie dabei jedoch selten, denn die kleinen und großen gefiederten Freunde sorgen jeden Tag für spannende Begegnungen, mal ganz nah, mal nur von Weitem.
Anne de Walmont schreibt ihre Erfahrungen in kurzweiligen Vignetten auf und gibt somit in drei Teilen Einblick in Frühling, Sommer und Herbst auf Trischen. In vielen feinen Facetten kann sie uns gekonnt näherbringen, wie abwechslungsreich und faszinierend die Vogelwelt ist und wie viel Leben in wenigen Quadratmetern Natur steckt. Auch die Introspektive kommt dabei nicht zu kurz, wobei die Autorin hier nicht allzu persönlich wird, sondern es bei Andeutungen belässt. Damit stiehlt sie den Naturschauspielen kein Rampenlicht, sondern lässt ganz deutlich werden: Die Vögel und die Landschaft, darüber möchte sie berichten. Als i-Tüpfelchen ist das Buch mit beeindruckenden Fotos illustriert, die die Anekdoten in ihrer Faszination untermalen und das Geschriebene noch plastischer werden lassen.
Am Ende der Lektüre geht man mit geschärftem Blick durch die Natur und lässt diesen mehr als sonst nach oben schweifen. Es hat mir die Vogelwelt sehr viel näher gebracht, fast wie eine Parallelwelt, der ich bisher wenig Aufmerksamkeit geschenkt habe. Wer offen ist für Erfahrungsberichte mit Naturbezug, sollte hier unbedingt zugreifen.
Klappentext: „Keine deutsche Insel ist so einsam wie Trischen, 20 Kilometer vor Cuxhaven im Wattenmeer der Nordsee ausgeliefert. Nur ein Vogelwart darf die kleine Insel betreten. Sieben Monate lebt Anne de Walmont dort in einer kleinen Holzhütte. Lebensmittel und Trinkwasser bringt ihr ein Versorgungsschiff. Einzig und allein die unzähligen Vögel leisten ihr auf der Insel Gesellschaft. Mit Anne de Walmont tauchen wir ein in die große Weite über dem Meer, die Ruhe, die das Alleinsein mit sich bringt und den nie enden wollenden Rhythmus von Ebbe und Flut. Ebenso fesselnd wie persönlich erzählt sie von ihrem Leben in der Natur und davon, wie es ist, wenn einem beim Kochen ein Zilpzalp über die Schulter schaut.
Unbekanntes Deutschland: Zu Gast auf einer Insel, deren Betreten strengstens verboten ist....“
Man merkt allein an den bisher herausgebrachten Büchern im Jahr 2021, dass das Thema „Vogelschutz, Umwelt und Naturschutz“ immer mehr an Bedeutung gewinnt und viele Autoren darauf aufmerksam machen wollen - gut so! Anne de Walmont war auf Trischen....eine wunderhübsche kleine Insel kurz vor Cuxhaven, auf denen Betreten strengstens verboten ist und es das Wohnzimmer vieler verschiedener Vögel ist. de Walmont erzählt von ihren Erfahrungen und ihren Beobachtungen die sie dort sammeln durfte. 7 Monate durfte sie die Insel mit den Vögeln teilen und wir erleben so manch lustige aber auch traurige Situation. Anders als auf Memmert ist das Leben hier doch äußerst rustikal aber machbar wenn man sich herunterschraubt und die Ansprüche ganz hinten anstellt. Anne wollte das genau so und wurde nicht enttäuscht. Die Arbeit auf einer einsamen Insel ist dennoch anspruchsvoll und Vögel zählen macht genau so müde wie ein ganzer Tag im Büro, nur das hier die Aussicht weitaus schöner ist. Anne wird demütig und wir erleben sie in allen Lagen ihrer Verfassung, welches nur zeigt, das alles seinen Preis hat. Ein weiteres Highlight sind die Vogelbeobachtungen die sie macht. Da ich in dieser Gegend wohne, ist dies zwar nichts Neues für mich, aber es ist immer wieder ein kleines Wunder zu sehen, welche Vögel hier rasten, leben oder ihre Jungen aufziehen. Durch ihren witzigen Schreibstil, ist die gesamte Geschichte wunderbar aufgelockert und man liest sie herrlich weg. Man klappt dieses Buch zu und ist dankbar, das es solche Flecken Erde bei uns gibt und vor allem solche Menschen wie Anne, die sich auf machen und die Natur beobachten, zählen und uns ihre Geschichte erzählen. Für mich war dieses Buch ein richtiges Geschenk und es zeigt auf, wie zerbrechlich alles um uns herum ist - nichts ist selbstverständlich. 5 von 5 Sterne!
Ich bin Schleswig-Holsteinerin und liebe das Meer. Die Nordsee und das Watt konnten mich ebenfalls schon immer begeistern. "Und an den Rändern nagt das Meer" berichtet vom Leben auf der Nordseeinsel Trischen. Dort ist jedes Jahr, für 7 Monate, eine Person die vom NABU als Vogelwart eingesetzt ist. Anne de Walmont hatte das Glück diese Stelle zu bekommen und berichtet in dem Buch von ihrem Leben mitten in der Nordsee.
Ich habe es sehr genossen mich nach Trischen zu träumen. Alleine die Erzählungen sorgten bei mir für ein Gefühl der Ruhe und Zufriedenheit. Anne schreibt sehr lebhaft von ihren Erlebnissen und konnte die Atmosphäre von Trischen sehr gut einfangen. Sie beschreibt die Tücken und Freuden des Insellebens und man bekommt einen schönen Einblick in ihr Leben.
Dazu kommen Beschreibungen ihrer Vogelbeobachtungen die ich ebenfalls interessant gestaltet fand. So lernt man ganz nebenbei noch etwas über die heimische Vogelwelt.
Fotos machen das Buch noch lebhafter und die kurzen Kapitel tragen zum Lesevergnügen bei. Ich hätte mir noch mehr Fotos und Bildunterschriften gewünscht, da diese immer besonders toll zu sehen waren.
"Und an den Rändern nagt das Meer" bekommt von mir 4/5 Sterne.
Die Autorin beschreibt in kurzen Kapiteln Ihre Zeit als Vogelwartin auf der Insel Trischen. Sie lebt dort 7 Monate vom Fruehling bis Anfang Herbst.
Fuer mich war das kein Buch, dass ich einfach mal so auf die Schnelle durchlesen konnte sondern eher ein Buch fuer das man etwas Ruhe und Zeit braucht. Die Autorin richtet Ihren Blick auf Alltaegliches und die kleinen Dinge. Es hat ein bisschen gedauert bis ich mich an den Stil gewoehnt habe aber dann war es eine wunderbare Lektuere zum entschleunigen und um mal zur Ruhe zu kommen.
Ich haette mir hier und da noch ein bisschen mehr generelle Informationen zu den Tieren gewuenscht (nicht nur, ich sehe gerade Vogel soundso bei mir vor der Haustuer) und auch noch mehr Fotos. Ich habe irgendwann angefangen die Tiere zu googeln weil ich neugierig auf das Aussehen war.
Sehr schöne Fotos. Eine Sammlung von kurzen und längeren Betrachtungen, Assoziationen über das Leben als Vogelwartin auf der Nordseedüne Trischen. Das perfekte Urlaubsbuch, um zur Ruhe zu kommen.