Leider war das Buch für mich ziemlich enttäuschend. War die beschriebene Stimmung am Anfang noch recht gut getroffen. Prenzlauer Berg Mitte der 80er, das Bunte im Grauen, war die beschriebene Reise nicht besonders stimmungsvoll beschrieben. Meine Erwartungen waren, dass mehr von dem "Verbotenem" und der "Faszination" aus der DDR auszubrechen, nicht nur illegal in die Sowjetunion, sondern weiter in die Mongolei und nach China beschrieben werden würde. Es war mehr eine Aneinanderreihung von Erlebnisse, keine Innehalten in dem Erlebtem. Wie muss es auf einem Menschen der 80er gewesen sein in die Mongolei zu reisen, eine Welt die so ganz anders ist als die hiesige (West oder Ost), was für ein Nervenaufreiben muss es gewesen sein sich illegal im Land aufzuhalten. Wie hält man das aus? Das fehlte mir in dem Buch. Die reichhaltigen Fotosammlung von Jens wird nur ganz knapp gezeigt und die Bildunterschriften passen manchmal einfach nicht dazu bzw. sind einfach lieblos aus dem Text kopiert.
3.5 Punkte Grundsätzlich fand ich die Erzählung sehr interessant. Etliche Länder / Gegenden, die Peter Wensierski beschrieben hat, die die beiden StudentenJens und Marie bereist haben, kenne ich tatsächlich auch. Daher reizte mich das Buch sehr. Von den Reisen hätte ich mir mehr Reisebericht, mehr Emotionen aus den Tagebüchern gewünscht. Im Buch handelt es sich um eine Aneinanderreihung der Ereignisse des Reiseverlaufs. Natürlich kann der Autor die Emotionen nicht weitergeben, die Jens und Marie empfunden haben, während der Reise. Nichtsdestotrotz weiß ich, wie schwer es war, der DDR und von dort aus der Enge zu entfliehen. Jens und Marie ist es gelungen in die Weite der Mongolei zu gelangen und in China einzureisen. Später ist Jens über Hongkong nach Deutschland gekommen.
Ich möchte kurz aus dem Buch zitieren Seite 144 …. Jens: Viele Leute bei uns zu Hause sind so eng in ihrem Denken, nicht nur in Leipzig. Darum bin ich gern jetzt so gern hier. Galsan (in Ulan Bator) Lebendig sein heißt, in Bewegung zu sein, und wenn deine Welt eingezäunt ist, dann liegt es nahe, dass du diese Grenzen überwinden willst. Galsan erzählte von der Zeit, als er mit 18 Jahren am Berliner Ostbahnhof angekommen war. Was mir zuerst auffiel, alles wahr genormt und geregelt. Die Bäume waren geschnitten, die Straßen und Plätze, die Häuser, alles, was ich mit den Augen sah, hatte geometrische Form. Mir fehlte das Runde, das Fließende. Und so schien mir auch das Leben vorgeformt, ausgeschildert und gestempelt. Die ersten Vokabeln, die ich lernte, standen groß auf den Schildern, sie hießen „nicht“ und „verboten“ … Auf Seite 152 auch gab Galsan Jens und Marie folgende Worte mit auf den Weg. …. Ich wollte auch immer das Ende der Welt sehen und ritt mit dem Pferd bis zu ihrem Rand, der die Erde vom Himmel trennt. Aber jedes Mal, wenn ich dort angekommen war, sah ich, dass es einen anderen Rand der Erde, einen neuen Horizont gab, den ich erreichen wollte. Im Laufe der Zeit merkte ich, in jedem von uns liegt, gleichzeitig eine große, innere Welt brach, genau wie die äußere, die uns umgibt. So lebt diese Sehnsucht, weiter und weiter zu kommen, immer in mir. Darum verstehe ich euch gut. Ich wünsche euch Glück auf all euren Wegen.
Von Ulan Bator und Galsan und seiner Familie sind sie weiter gereist.
Zum Schluss war auch noch ein Satz, den ich sehr berührend fand. Marie sitzt zu Hause nach der langen Reise in Berlin und fand ein Buch von Stefan Zweig Sie erinnerte sich an seine Zeilen und schrieb an. Jens… Er hat recht. In den langen Tagen, den langen Nächten der Reise habe ich im Umgang mit dieser anderen Art von Menschen mehr gelernt, von den Kräften und Spannungen, die unsere Welt bewegen, als aus 100 Büchern. Die Distanz von der Heimat verändert das Innere Maß . Manches, dass mich früher über Gebühr beschäftigt hat, beginnt sich mit meiner Rückkehr klein an zu fühlen, und unser Land, ja Europa, sehe ich längst nicht mehr als die ewige Achse unserer Erde.
Diese Zitate sind Zeilen aus den Tagebüchern von den beiden, die mich mehr bewegt haben als die Reise-Erzählung selber.
Fazit: Dennoch finde ich, das Buch hat vier Punkte verdient, weil es einfach noch mal die Sicht öffnet von vor, nunmehr über 30 Jahren. DDR Zeiten, geschlossene Welten, Eiserner Vorhang m! Man darf den Mut nicht verlieren, muss zuversichtlich bleiben, offen für die Welt, für die bunten Menschen.
Ich stand mit den beiden auf der chinesischen Mauer war in Peking, tanzte im Park Tai Chi. Gut nachvollziehen konnte ich, was Jens empfand, als er die bunte, enge und laute Stadt Hongkong das erste Mal erreicht hat. Ein inspirierendes Buch die Welt zu entdecken und sich einlassen und mutig zu sein seine Wünsche und Träume zu erfüllen.
eine wahre Geschichte, Jens und Marie lernen sich in Ost-Berlin kennen. Jens ist Biologe und möchte in die Mongolei um das Land kennen zu lernen und Vögel zu beobachten. Marie begeistert sich auch für das Reisen und will mit. Sie suchen lange nach einer Möglichkeit wie sie ein Visum erhalten können. Außerdem macht das DDR System ihr Leben schwer. Am Ende klappt es faszinierender weise. Jens entwickelt noch den Plan nach China zu kommen. Auch das gelingt.
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Eine weitere Innenansicht der DDR, eine Liebesgeschichte, Vogelkunde und vieles mehr. Ich habe viel wiedererkannt und speziell die Lust auf Bewegung und die Freiheit des individuellen Reisens genossen.
Eines nervt aber wie so oft: es geht 1987 nicht um Russland sondern um die Sowjetunion. Das ist nicht kleinlich sondern speziell in diesem Fall essentiell.
In einfacher Sprache fängt der Autor das Lebensgefühl junger Menschen in der DDR ein. Es eignet sich durchaus als Jugendroman da es leicht und flüssig zu lesen ist. Leider bleibt es zu sehr an der Oberfläche.
This book can make you think. Even if to start thinking you have to come through the first 150 pages of the sometimes really dry language. What have I figured out for me after reading this book: 1) Its not a big deal to move away and to start from the beginning (again). Sometimes its a big deal to stay where you are and to do something useful, and to be happy. 2) Only after years we understand, how difficult is it - to find a person, whom you are feeling comfortable and happy with, and how important is it - to keep the relationship, not giving up after some difficulties. Its worth it. Everything you need is easy to get, except this happiness-for-two.
Very interesting account of life and travel in GDR times. With a fearless attitude and lots of chuzpe, a young couple was able to see the world, despite strict prohibition!