Unausgearbeitete Dystopie als Ehepsychodrama – eher verstörendes Zeitdokument.
Inhalt: 1/5 Sterne (pointenloses Eifersuchtsdrama)
Form: 1/5 Sterne (verstörend-dissoziativ)
Erzählstimme: 4/5 Sterne (konsequent Ich-erzählt)
Komposition: 1/5 Sterne (nicht vorhanden)
Leseerlebnis: 1-1=0/5 Sterne (unbefriedigend)
--> 7/5 = 1,4 = 1 Stern
Karin Boye, Lyrikerin, lebte von 1900 bis 1941, ist hauptsächlich durch den dystopischen Roman Kallocain (1940) bekannt. In diesem verarbeitet ein sechzigjähriger Chemiker namens Leo Kall sein Leben zwanzig Jahre zuvor, als er ein nach ihm benanntes Wahrheitsserum erfunden und an Menschen in einem totalitären Staat ausprobiert hat. Unter Einfluss der Droge können die Menschen nicht mehr die Maske aufrechterhalten und geben zu, worum es ihnen wirklich in ihrem Leben geht. Als Rahmenhandlung dient nun Leo Kalls eher problematisch, distanzierte, kühle Ehe mit Linda, mit der er drei Kinder hat, und die unter Applizierung der Droge keine so frohen Botschaften für Kall bereithält:
Ich will etwas sagen oder tun, und ich weiß nicht, was es ist. Vielleicht waren es eine Menge Kleinigkeiten, vielleicht Freundlichkeit, Wohlbefinden und Zärtlichkeit, und wenn sie unmöglich waren, dann war das Große und Wichtige auch unmöglich. Nur etwas weiß ich, und das weiß ich sicher: ich möchte dich töten. Wenn ich nur wüßte, daß es nie entdeckt würde, täte ich es. Was macht es übrigens aus, ob es entdeckt wird? Ich tue es trotzdem. Das ist immer noch besser als unser jetziges Leben. Ich hasse dich, weil du mich aus all diesem nicht retten kannst.
Kallocain mischt die Welt, die eines totalitären, alle überwachenden Staates, mit den Fortschritten der Menschheitskontrolle qua Pyschopharmaka und der bedrückenden Bedrohung von außen durch feindliche Mächte. Da der Staat aber gar nicht wirklich in Erscheinung tritt, wie alles in diesem Buch ein Schattendasein fristet, und nur die Eifersuchts-Paranoia Leo Kalls gegenüber seines Chefs inszeniert wird, zerfällt das Projekt in unzusammenhängende Bereiche, die zudem die Droge noch völlig überflüssig werden lassen.
Die Sterne funkelten noch ebenso klar, und ich erinnerte mich dar¬an¬, daß ihr pulsierender Lichtschein eine optische Täuschung war. Aber das bedeutete nichts. Was ich sah und hörte, konnten Täuschungen sein. Ihr Bild war doch nur aus meiner eigenen Vorstellungswelt geformt worden, einer inneren Welt, in der ich gewohnt war, mich selbst als eine trockene, verschrumpfte Schale zu sehen.
Die Wahrheit bedeutet in einer Welt der Lügen gar nichts, und das Wahrheitsserum bewirkt so auch nicht das, was es bewirken soll. Es bringt sogar nur selbstverständliche Dinge zum Vorschein. Kallocain liest sich eher wie ein Veto gegen die verwaltete Welt, gegen Bürokratie und Polizeistaatlichkeit und besitzt große Ähnlichkeiten zu Franz Kafkas Das Schloß und führt ähnlich wirr die Figuren durch die Labyrinthe eines Gemeinwesens, das dem Ich-Erzähler ein Buch mit sieben Siegeln bleibt. Unwissenheit und Unfähigkeit überzeugen jedoch höchstens in überbordenden, intensiven Rahmenbedingungen, die es hier nicht gibt. Der beschriebene Staat ist zahnlos wie die Drogen witzlos, leider, und der hakelige Stil wirkt wenig ausgearbeitet und mag mit den bedrückenden Zuständen des Entstehens des Roman zu tun gehabt haben. Als Zeugnis real-existierender Angst durchaus überzeugend, aber nicht als Erzählung.
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Details – ab hier Spoilergefahr (zur Erinnerung für mich):
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Inhalt:
●Hauptfigur(en): Leo Kall, schreibt als 60jähriger seine Lebenserinnerung ab dem Alter von 40, hat eine Ehefrau, Linda, und drei Kinder, einen ältesten Sohn Ossu, Laila und Maryl. Er arbeitet als Chemiker in der Chemiestadt Nr. 4.
●Zusammenfassung/Inhaltsangabe:
1) Der Ich-Erzähler, Leo Kall (LK), strebt nach sozialen Aufstieg, nach Karriere, danach, sich in den Hierarchien durchzusetzen. Er hat eine neue Droge entwickelt und erhält einen Kontrollchef, der ihm Versuche am Menschen durchzuführen erlaubt. LK ist aufgeregt, berichtet seiner Frau davon, hat aber Angst, dass es sich bei dem Kontrollchef um den ehemaligen Geliebten seiner Frau, Edo Rissen (ER), handelt. Zudem erhält er einen Brief vom 7. Büro des Propagandaministeriums [Grund wird im zweiten Kapitel gegeben].
2) Zwei Monate vor dem Einsetzen des Plots hat LK als Polizeisekretär das Abschiedsfest abkommandierter Mädchen bewacht, auf der er eine missverständliche Rede abgehalten, in der er behauptet, Trauer würde auf ein größeres Opfer hinweisen als Freude, und eine trauernde Mutter sei stolzer auf den Staat als eine glückliche, wenn die Tochter in einen anderen Bezirk abkommandiert wird. Das Propagandaministerium lehnt die Rede ab und befiehlt eine Klarstellung.
3) Linda redet LK zu, will ihn aber vor einer allzu großen Unterwerfungsgeste behüten. Eine Art Begehren flammt zwischen ihn auf, aber die Spionagekameras in der Wohnung lassen dieses rasch verebben.
4) Der Kontrollchef erweist sich tatsächlich als ER. Die Versuchsreihe beginnt mit Nr. 135, der sich unter Drogeneinfluss über den freiwilligen Opferdienst beklagt. ER nicht sicher, ob Lügen nicht auch dem Staat zugutekommen. ER unterstellt LK ein ungewöhnliches gutes Gewissen zu besitzen, obwohl seiner Erfahrung nach keiner über 40 ein reines Gewissen hat. Der Satz hängt LK nach. Die nächste Versuchsreihe mit Ehepaaren, die sich unter Drogeneinfluss verraten sollen, geht schief, da die Ehepaare sich auch ohne Drogen verraten. LK schreibt am Abend die Entschuldigungsrede, die er im Radio zu sprechen vor hat.
5) LK beklagt den Zustand der Versuchspersonen, zu leicht einzuschüchtern, sodass fast keine Droge notwendig erscheint. Eine Ehefrau fühlt sich durch die Preisgabe des (vorgetäuschten) Geheimnisses ihrem Mann wieder stärker verbunden. Der Polizeichef Karrek (K) tritt hinzu. Er kann gerade davon abgebracht werden, die Ehefrau gefangen zu nehmen.
6) Eine Kadidja Kappori will LK besuchen. LK setzt sich dafür ein, dass sich Kadidjas Ehemann Togo Bahara nicht von ihr scheiden lässt, indem er ihn bedroht, ihn als asoziales Element zu entlarven.
7) Ein weiterer Proband erzählt unter Drogen von „ihre Sache“, einer Sekte der Toren. K wittert eine Verschwörung. Die Sekte trifft sich, redet, schweigt miteinander. Ein Ritual besteht darin, ein Messer mitzubringen, das Messer einem fremden zu geben, und neben dem Fremden, der das Messer gezückt hält, einzuschlafen (als Vertrauensbeweis). Es gibt einen Märtyrer namens Reor, der sich aus Gutgläubigkeit umbringen lassen hat.
8) LK und ER werden zum Laboratoriumschef Muili beordert. Sie sollen in die Hauptstadt, um dort die Droge vorzustellen. Sie fliegen in einem fensterlosen Gefährt ab.
9) Audienz beim Polizeipräsidenten Tuareg, der die Forschung im eigenen Hause unterstützt. ER gutmütiger, LK strenger, will den einzelnen als Werkzeug des Staates sehen, redet der totalen Unterdrücken das Wort. K beauftragt LK zum Propagandaministerium zu gehen, um dort die Verabschiedung eines Gesetzes über die Bestrafung von verbrecherischen Gedanken auf den Weg zu bringen, bei einer Lavris, und zwar nebenbei, nicht als direkte Petition.
10) Tuareg überzeugt von der Droge, setzt ihre Herstellung durch. LK geht zu Kalipso Lavris. Sie untersucht seinen Fall, schickt ihn weg. LK übergibt eine Liste mit Befürwortern einem Mann, der ihn auf eine Versammlung schmuggelt, im Filmstudiopalast, meint aber, er sei ein wenig zu spät auf den Zug aufgesprungen.
11) Trotz Zweifels findet er sich im Filmstudiopalast ein. Rede von Djin Kakumita über Filme und deren geistigen Effekt, wie gute Filme motivieren, wie Menschen für den Staat besser eingespannt werden. LK überkommen langsam Zweifel an der vollständigen Funktionalisierung, denkt an den heroischen Moment von Nr. 135, während Kakumita gegen Heroismus spricht. LK will eine Lanze für den einzelnen brechen, hält sich aber zurück, auf dem Weg aus dem Filmstudiopalast begegnet er einem Offizier von hohem Rang, der die Versammlung auflöst, da es keine Zeit mehr für Filme gibt im Krieg.
12) Aus der Hauptstadt zurück, LKs Differenzen mit ER steigern sich, insbesondere über die Sekte der Toren. ER provoziert LK mit der Wüstenstadt der Sekte. LK soll neidisch auf sie sein, auch mit der Ehe mit L geht’s bergab.
13) K gibt LK bekannt, dass das Gesetz über verbrecherische Gedanken durchgesetzt worden ist. K gibt LK die Möglichkeit, ein Todesurteil zu bewirken. LK hat einen Gefallen bei ihm gut.
14) Paranoia von LK steigt, fragt L, ob sie ein Verhältnis mit ER hat, träumt von der Wüstenstadt, dem freien Leben, überlegt, L die Wahrheitsdroge zu verabreichen, um endlich die Wahrheit über ER von ihr zu erfahren.
15) LK überwältigt L im Schlaf und spritzt ihr die Droge. L gibt zu, dass sie enttäuscht ist vom Leben mit LK, so enttäuscht, dass sie ihn töten will, weil das Glück ausbleibt, dass die Liebe eben nicht die Rettung geboten hat. Von einem Verhältnis mit ER ist nicht die Rede. LK denunziert ihn dennoch wegen des auffälligen Verständnisses gegen über der Sekte der Toren, markiert die Denunziation mit seinem Zeichen, auf dass Karrek das Urteil vollstrecken kann.
16) L spricht mit LK über ihr Leben, über ihre Kinder, wie sie von Kind zu Kind mehr die Singularität des Lebens kennengelernt, sich vom Staat entfernt hat, ein Leben für das Leben.
17) LK überkommt Reue, will ER retten, ruft K an
18) Es gab aber noch andere Denunziationen, und seine war auch zu ausgefeilt. ER bereits verklagt. LK besucht Karrek, dieser überträgt LK die Beauftragung vor Gericht die Befragung von ER vorzunehmen. ER vor Gericht redet über den Panzerwagen der Leere, wird zu Tode verurteilt. L verschwindet.
19) Bei einer Pflichtveranstaltung wird LK übel. Er geht auf die Terrasse. Eigenartigerweise ist der Flugzeuglärm verschwunden. Er verlässt das Gebäude, beschließt zu ERs Ehefrau zu gehen, plötzlich landen Fallschirmtruppen vor ihn. Die Stadt wird besetzt, von feindlichen Armeen. Er schließt sich als Chemiker an und arbeitet die nächsten 20 Jahre als Zwangsarbeiter.
●Kurzfassung: Ein Chemiker erfindet eine Wahrheitsdroge in einem totalitären Staat und kämpft gegen eine zugrunde gehende Ehe an. Er verdächtigt seinen Vorgesetzten, ein Verhältnis mit seiner Frau zu haben, spritzt deshalb seiner Frau die Droge, die sich aber nur über das gemeinsame Leben beklagt. Sie verschwindet daraufhin, der Vorgesetzte wird zu Tode verurteilt und der Staat von einer feindlichen Armeen besiegt und besetzt.
●Charaktere: (rund/flach) flach, unausgearbeitet, eher skizzenhaft.
●Überflüssige Szenen/Charaktere: relativ kurz, aber das Ende erscheint völlig überflüssig, der Krieg, die Fallschirmtruppen, das Verschwinden der Ehefrau.
●Besondere Ereignisse/Szenen: keine
●Diskurs:
… der interessanteste Twist erhält der Roman dadurch, dass das Wahrheitsserum nicht wirklich geprüft werden kann. Die Probe, die sich die Wissenschaftler ausdenken, von einem Ehepaar den einen dazu anzustiften, eine Spionagetätigkeit vorzutäuschen, und den anderen dann mittels der Wahrheitsdroge Kallocain zu zwingen, die Wahrheit über den Partner auszusagen, geht schief. Dieser Test führt sogar dazu, dass sich manche Partner wieder näherkommen, weil ein Vertrauen (beim falschen Geständnis) vorgespielt wurde. Das also, was das Wahrheitsserum herausfindet, stellt sich als banal heraus – sowohl als der IE seiner Frau das Serum spritzt, wie als die Versuchspersonen Geständnisse ablegen, oder von dieser harmlosen Sekte der Toren berichten, die sich treffen und stumme Schauspiele veranstalten (mit einem Messer). Der Twist also besteht darin, dass es gar keine Notwendigkeit für diese Droge gegeben hat. Sie erlaubt eine Gesetzgebung, selbst für unangenehme Gedanken verhaftet zu werden, zu einem Zeitpunkt, als der Staat kurz vor der Eroberung steht.
… alle unter Drogen gesetzte Personen zeigen, dass sie zutiefst, als Wahrheitsmoment, in sich, eine staatsferne Romantik tragen, also den Staat, so wie er sich zeigt, nicht im Detail, so gänzlich ablehnen, kritisieren, zurück zur Natur wollen. Ein Rousseauischer Gedanke. Der Plot besitzt keine Dynamik. Die Droge bringt nichts zu Tage, was nicht alle wissen, dass die Menschen in dem Staat unglücklich sind, unglückliche Ehen führen, entfremdet von der Natur, entfremdet von ihren Kindern. Die Selbsterhaltung als Prinzip führt zur Selbstabschaffung. Die Kontrolle führt zur Erstickung. Der Staat wird von innen geschwächt, bis er einfach von einer fremden Armee überrannt werden kann.
… was geben die Leute unter der Droge zu:
-Nr. 135: „Ich dachte, es wäre schön zu sterben. Man könnte mit den Armen schlagen, man könnte röcheln. Ich habe einmal jemanden im Heim sterben sehen – er schlug mit den Armen um sich und röchelte. Es war schrecklich. Aber es war nicht nur schrecklich. Man kann es nicht nachmachen. Aber seither habe ich immer gedacht, daß es wohl schön wäre, sich ein einziges Mal so benehmen zu können.“
-Ehefrau: „Wir werden einander verstehen und zusammen handeln, wenn wir etwas unternehmen. Ich werde ihm zur Seite stehen. Bei ihm brauche ich mich vor nichts mehr zu fürchten. Er hat ja vor mir auch keine Angst gehabt.“
-einer von der Sekte: „»Wir wollen sein – wir wollen werden – etwas anderes …« »So? Und was wollt ihr werden?« Schweigen. Ein tiefer Seufzer. »Wollt ihr einige bestimmte Posten besetzen?« »Nein, nein. Nicht so.«
-Linda: „Nur etwas weiß ich, und das weiß ich sicher: ich möchte dich töten. Wenn ich nur wüßte, daß es nie entdeckt würde, täte ich es. Was macht es übrigens aus, ob es entdeckt wird? Ich tue es trotzdem. Das ist immer noch besser als unser jetziges Leben. Ich hasse dich, weil du mich aus all diesem nicht retten kannst.“
-Edo Rissen: „Ich bin ein Wesen, dem sie das Leben genommen haben … Und trotzdem, gerade jetzt weiß ich, daß dies nicht wahr ist. Das ist natürlich das Kallocain. Es macht mich so unvernünftig hoffnungsvoll, alles wird leicht und klar und ruhig.“
… also macht die Droge sie hoffnungsvoll, sie freuen sich, sie atmen aus, sie wollen sich befreien. Die Droge wirkt nicht wie eine Waffe. So wird sie nicht beschrieben. Es kommt zu Verurteilungen, aber im Hintergrund, und wahrscheinlich ohnehin aus konstruierten Gründen. Der ganze Plot fällt in sich zusammen. Die Eifersucht von Leo Kall fungiert als Symbol für die Paranoia des Staates gegenüber seinen Bürgern – beide haben es mit unglücklichen Gegenübern zu tun, die aber keine Gefahr ausstrahlen, und so wird ihr Leben zur Beute eines anderen. Schlecht gestrickt, unausgegoren.
--> 1 Stern
Form:
●Eindruck: fürchterlicher Schreibstil, unerträglich holprig, hakelig, gestockelt, erinnert mich an Kafka, seltsame Präposition, ins Leere laufende Adversative, völlig unzusammenhängende Sätze und Aussagen, ins Nichts laufende Metaphern, sehr karg, sehr rudimentär
●Fiktionalitätsgrad: (diskursiv/Werk?) kaum, die Sprache bricht unter ihrem eigenen Bedeutungsanspruch in sich zusammen
●Auffälligkeiten: hastig geschrieben
●Innovation: keine
--> 1 Stern
Erzählstimme:
●Eindruck: von Leo Kall, als Ich-Erzähler, in Retrospektive, insgesamt konsquent.
●Erzählinstanz (reflektiert, situiert, perspektiviert?): ja, alles drei
●Erzählverhalten, -stil, -weise: nüchtern, rationalistisch, gar nicht poetisch
●Einschätzung: langweilig, aber zweckgemäß, dennoch zeigt sich die Anlage als narrativ überzeugend, an der Erzählstimme hat es nicht gelesen
--> 4 Sterne
Komposition:
●Eindruck: schlimm, die Setzung der Eifersucht am Anfang darf sein, auch grundlos, dass aber Linda einfach verschwindet, der Staat plötzlich überfallen wird, und Leo als Strafgefangener endet, überzeugt gar nicht. Weshalb schreibt er das überhaupt auf? Nichts wird beendet. Nichts plausibilisiert. Völlig unausgewogen, viel zu kurz, viel zu uferlos allegorisch.
●Signal/Noise-Ratio: so gut wie kein Noise, Erzählskelett
●Operative Geschlossenheit: nein, es gibt keine Logik, außer der, dass der Mensch im Kern gut ist und das Gute will, und keine Maschine darstellt.
●Rahmenstabilisierende Details: nein, der Flugzeuglärm höchstens
●Eindruck (szenisch/deskriptiv/Tempiwechsel): nein
●Extradiegetische Abschnitte: nein
●Lose Versatzstücke: nein
●Reliefbildung: kaum, ein wenig durch die Ortsveränderung
●Einschätzung: Inhalt und Erzählstimme und Form finden nicht zusammen. Das Buch wirkt beliebig und unabgeschlossen. Insbesondere das krasse Ende mit Krieg, die zwanzig darauffolgende Jahre mit der „Droge“ als große Erfindung. Nichts passiert. Gar nichts.
--> 1 Stern
Leseerlebnis:
●Zusammenfassung: enttäuschend, mager, keine Atmosphäre, nicht durchkonstruiert. Konnte mich nirgendwo auch nur ansatzweise überzeugen.
●eigenständig? (Inhalt: ja/nein) na ja … ziemlich trocken
●glaubwürdig? (Erzählinstanz: ja/nein) atmosphärisch vielleicht ansatzweise, aber nicht von den Charakteren
●schön? (Sprache/Form: ja/nein) nein, auf keinen Fall
●stimmig?(Komposition: ja/nein) nicht im Ansatz, keine geschlossene Form
●ein zweites Mal lesen? Bestimmt nicht
--> 1 Stern
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