Nie hätte Iris geglaubt, dass Lisa und sie wieder richtige Freundinnen werden. Nie hätte sie geglaubt, dass es einen Jungen gibt, der kein Vollidiot ist. Überhaupt … sie hätte niemandem geglaubt, der behauptet, dass alles wieder gut wird. Doch mit der Schimmelstute Bellina kehrt das Helle in ihr Leben zurück, und Iris erkennt, dass sie nicht alleine ist. Präzise und dicht erzählt Katharina Hacker eine Geschichte von Dunkelheit und Licht. Und von Momenten, in denen Unerklärliches passiert.
Die Begegnung der 15-jährigen Iris mit der scheuenden Schimmelstute Bellina klingt wie ein Märchen. Das Pferd scheute, als während eines Martinsumzugs ein Böller explodierte, Iris griff beherzt zu und Andreas, der Besitzer, lädt sie zu einer Gratis-Reitstunde ein – in Gutengermendorf im Löwenberger Land, irgendwo Jotwede im Norden Berlins. Iris kennt sich in der Gegend aus, weil die Familie ihrer Freundin Lisa dort ein Wochenendhaus hat und die Freundinnen die Bahnstrecke schon oft gemeinsam gefahren sind. Beide hatten sich längst ein Pflegepferd suchen wollen. Vielleicht ist es ja ein Zeichen, dass Bellina und Bellinda, der Name von Iris Mutter, sich so stark ähneln.
Seit dem Tod von Iris Mutter herrscht jedoch Funkstille zwischen den Mädels, weil man über den Tod in ihrem Alter einfach nicht redet und auch nicht über Armut und Scham. Beide reagieren gekränkt, keine tut den ersten Schritt. Iris Vater ist mit dem Alltag überfordert und sie selbst kann die peinlichen Situationen allmählich nicht mehr decken, die sich durch die Passivität ihres Vaters ergeben. In Iris Leben fehlt alles: Geld, Verständnis – und natürlich die Freundschaft zu Lisa. Verzweifelt läuft sie von zuhause weg und setzt noch eins drauf, indem sie mit den Hunden von Lisas Familie untertaucht. Werwolf und Waswolf sollen Hals über Kopf ins Tierheim gebracht werden, weil sich angeblich die Tierhaarallergie von Lisas Bruder plötzlich verschlechtert hat.
In dieser absurden Situation findet Iris - für sie überraschend - Hilfe bei Lukas, bei Seteney, deren Oma überzeugt davon ist, dass Essen Leib und Seele zusammenhält, und schließlich bei einer Dorfgemeinschaft, die so klein ist, dass in ihr beim besten Willen niemand untertauchen kann. Katharina Hackers Leser können verfolgen, wie das Bild ihrer Icherzählerin von Freundschaft förmlich Haken schlägt und sie eine vorgefasste Meinung nach der anderen über Bord werfen muss. Offenbar ist Iris doch nicht das bemitleidenswerte Opfer, für das sie sich bisher hielt, und kann aktiv etwas an ihrer Familiensituation verändern. Hunde und Pferde bringen die Leute zum Reden, aber mit Till und mit Hanns mit dem Deerhound treten zugleich tatkräftige Charaktertypen auf, die die Handlung vorantreiben. Das Problemknäuel um Andreas Reiterhof herum wirkt bis zur Auflösung in letzter Minute zwar etwas zu kompliziert gesponnen und die mitlaufende Mahnung, andere Menschen hätten auch Probleme, ist inzwischen schon etwas abgenutzt. Iris jedoch findet, was sie im Moment am nötigsten braucht: Vertrauen in ihre eigenen Stärken und das Gefühl, gebraucht zu werden.
Ein spannendes, leicht märchenhaftes Abenteuer im ländlichen Brandenburg – mit Pferden und Hunden.
Iris und Lisa waren einmal beste Freundinnen, doch nachdem Iris Mutter gestorben war und es bei ihr zu Hause generell schwieriger wurde, entfremdeten sie sich. Iris hat nun die Chance bekommen, wieder mit Lisa befreundet zu sein und nutzt diese Chance auch. Um Lisas Hunde zu retten, stürzen sie sich gemeinsam in ein Abenteuer, bei dem eine weiße Schimmelstute ebenfalls eine große Rolle spielt…
Die Protagonisten:
Irgendwie konnte ich nicht alle Handlungen von Iris nachvollziehen, vielleicht lag es daran, dass ihre Familiensituation zu kurz kam und ich deshalb nicht verstand, was in ihr vorging, aber sie fühlte sich für mich einfach unerreichbar an. Sie war mir zwar nicht unsympathisch, allerdings konnte ich mich einfach kein Stück in sie hineinversetzen. Bei Lisa und allen anderen Charakteren in diesem Buch war es genau dasselbe, ich konnte einfach keine Verbindung zu diesen aufbauen.
Die Umsetzung:
Das Cover und die Aufmachung des Buches gefallen mir echt gut und enthalten auch Elemente, die in dem Buch thematisiert werden, was ich toll finde. Mit dem Schreibstil hatte ich allerdings so ziemlich meine Probleme, da er für mich sehr unpersönlich war. Generell war es durch den Schreibstil für mich eher schwierig, eine Verbindung zu den Charakteren herzustellen, da mich deren Gefühle nicht wirklich erreichten. Ich fand den Klappentext sehr ansprechend. Ein Mädchen, das mit dem Verlust ihrer Mutter klarkommen muss und dann neue Hoffnung schöpft, jedoch hatte ich etwas ganz anderes erwartet. Denn im Grunde ist das Buch eher eine Abenteuergeschichte über vier Freunde. Anfangs wurde zum Beispiel Iris Zusammenleben mit ihrem Vater und dessen Probleme thematisiert, jedoch wurde kein einziges dieser Probleme bis zum Ende aus der Welt geschafft und auch sonst gab es kein richtiges Ende, was ich sehr schade fand. Das Buch konnte mich leider nicht überzeugen.
Mein Fazit:
Ich hatte etwas komplett anderes von der Geschichte erwartet und konnte mit den Charakteren nicht wirklich etwas anfangen und zudem war das Ende kein wirkliches Ende, da Iris ganzen Probleme auch am Schluss noch bestehen. Da das Buch allerdings auch gute Stellen hatte, reicht es gerade so für die 2,5 von 5 Sterne.
Der Tod der Mutter wirft Iris aus der Bahn. Nichts fühlt sich mehr richtig an, nirgendwo gehört sie mehr hin. Dazu kommen die Geldsorgen, die neue Wohnung, die ihr kein Zuhause ist, und der Vater, der in Wortlosigkeit versinkt. Ohne Anker treibt sie der Dunkelheit entgegen. Doch dann hat sie eine zufällige Begegnung mit der Stute Bella, die das Gefühl gibt, etwas Wichtiges wieder gefunden zu haben.
Die Geschichte wird aus Iris' Sicht erzählt und ihre Trauer und Hoffnungslosigkeit geht zu Herzen. Besonders das Gefühl des Fremdseins und der Entfernung von den Freunden wird wahnsinnig gut transportiert. Irgendwann hat sie sich soweit entfernt, dass es keinen Weg mehr zurückzugeben scheint.
Die Begegnung mit Bella bringt dann die Wendung. Und plötzlich scheint alles, was vorher undenkbar war, wieder in den Bereich der Möglichkeiten zu rücken.
Mir gefällt, wie sensible das Thema Trauer und Verlust in der Geschichte aufgegriffen wird, und dass sie nicht einfach durch die äußeren Geschehnisse weggewischt wird. Trotzdem entwickelt die Geschichte Tempo und Spannung und hat gerade durch die beiden Hunde viele lustige Szenen. Die Beziehung zu den Tieren und ihre tragende Rolle ist wunderbar erzählt. Manche Entwicklung ist vielleicht etwas zu optimal verlaufen. Aber man gönnt Iris so sehr, dass das Leben ihr endlich wieder positive Momente beschert, dass man darüber hinwegsehen kann, dass sich manche Probleme im Verlauf sehr schnell in Luft auflösen.
Gut gefallen hat mir das Ende, das Hoffnung macht und Platz für Entwicklung lässt.
Fazit: Eine wärmende Geschichte, die Licht bringt und zeigt, dass das Leben nicht an seinen Tiefpunkten stehen bleibt.
Die 13-jährige Iris zieht sich nach dem Tod ihrer Mutter immer weiter in ihre Trauer zurück. Mit dieser Situation kann ihr Vater nicht umgehen und auch der Umzug in eine kleinere Wohnung belastet Iris sehr. Hinzu kommt auch noch, dass Iris sich mit ihrer besten Freundin Lisa verkracht hat, was ihren Problemen die Krone aufsetzt. Doch dann begegnet Iris der Schimmelstute Bellina, zu der sie schnell eine Verbindung aufbaut, da das Pferd Iris an ihre Mutter erinnert, die Pferde immer geliebt hat. Zudem schafft es Bellinda die Freundinnen Iris und Lisa wieder näher zueinander zu bringen. Als Iris erfährt, dass Lisas Hunde ins Tierheim gebracht werden sollen, schmiedet sie zusammen mit ihren Freunden einen Plan, um die Tiere zu retten. Die Grundidee des Buches hat mir gut gefallen und auch die Umsetzung war okay. Leider gab es besonders zu Beginn der Geschichte einige Längen und insgesamt hat etwas die Spannung gefehlt. Leider hat mir etwas der Tiefgang gefehlt, den ich bei einem Thema wie Trauerbewältigung eigentlich doch erwartet hätte. Auch die Beziehung von Iris zu ihrem Vater hätte meiner Meinung nach noch stärker ausgearbeitet werden können. Das Cover ist sehr schön gestaltet und mit vielen Elementen versehen, die auch eine wichtige Rolle in der Geschichte spielen, was ich sehr gut gemacht fand. Der Schreibstil ist für ein Jugendbuch und die jüngere Zielgruppe angemessen und doch auf eine Weise sehr speziell und einzigartig. Insgesamt ein tolles Buch mit kleinen Schwächen, das man gut zwischendurch lesen kann und das auch für alle Pferfeliebhaber gut geeignet ist.
Iris ist nach dem Tod ihrer Mutter verzweifelt und zieht sich in sich selbst zurück. Erst die Bekanntschaft der Stute Bellina und Lisa, die ihre Hilfe braucht, holen sie aus ihrem Schneckenhaus.
Ein wunderschönes Jugendbuch über Verlust, Freundschaft, Trauer, Vertrauen und Hoffnung. Man erlebt den Heilungsweg von Iris. Dabei werden ihre Gefühle so nahbar und verständlich rübergebracht. Man fühlt sich richtig in dieses Mädchen und ihre Gedankengänge hinein. Dabei bleibt die Darstellung aber angenehm zurückhaltend und unaufgeregt.
Besonders begeistert hat mich der Zusammenhalt der Freunde und ihr Mut für ihre eigenen Ziele einzustehen. Auch die realistische Darstellung der Tierhaltung und sich daraus ergebenden Problemen hat mir gut gefallen. Die Liebe zu Tieren wurde wunderbar vermittelt.
Scheinbar ganz nebenbei, aber trotzdem passend, hat die Autorin wichtige Themen, wie Umweltschutz und Krankheiten mit in den Roman eingebaut. Das Ende ist offen, aber lässt einen doch nicht verloren, sondern voller Hoffnung zurück. Es bleibt, im Laufe der ganzen Geschichte, viel Interpretationsspielraum. Diese Möglichkeit die Geschehnisse selbst zu interpretieren fand ich besonders gut. Gab es eine besondere Verbindung oder etwas übersinnliches? Das kann der Lese für sich selbst entscheiden. An ein oder zwei Stellen, hätte ich mir aber tatsächlich etwas mehr Aufklärung gewünscht.
Ein tolles Jugendbuch, das zum Nachdenken anregt und Hoffnung schenkt.
In dem Buch "Alles, was passieren wird" geht es um die Trauer um einen Angehörigen und die langsame Verarbeitung.
Nachdem Iris Mutter verstorben ist, ist nichts mehr wie es war. Eine Dunkelheit und Traurigkeit hält sie gefangen von der sie sich nur schwer lösen kann. Ihr altbekanntes Leben scheint dazu viel zu weit hinter ihr zu liegen. Erst als sie die Stute Bellina kennen lernt, fasst sie langsam wieder Fuß in ihr neues, altes Leben.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen, da es sehr empathisch mit den Tabu-Themen Tod und Trauer umgeht. Man spürt langsam Iris Erwachen und kann Schritt für Schritt ihre Fortschritte und ihre Verarbeitung des Schicksalsschlags nachverfolgen. Gleichzeitig erfährt man einiges über Pferde und gerade die Interaktionen zwischen Mensch und Tier, finde ich, sind hier sehr gut beschrieben. Man spürt förmlich wie gut ihr Bellina tut.
Insgesamt ist das Buch sehr authentisch und auch das Ende ist kein happy end, sondern viel mehr offen, was in diesem Fall auch sehr gut passt. Iris ist auf ihrem Weg angekommen und muss ihn jetzt alleine weitergehen. Alles andere hätte auch zur übrigen Handlung nicht gepasst.
Ein lesenswertes Jugendbuch das enrst, traurig aber auch voller Hoffnung ist.
Die 13jährige Iris hat es momentan nicht leicht. Ihre herzkranke Mutter ist verstorben, ihr Vater ist mit der Situation und dem Verlust überfordert. Gegen Iris Willen ziehen sie und ihr Vater dann auch noch um in eine günstigere Wohnung. Iris ist am Boden zerstört und zieht sich immer mehr zurück. Auch von ihrer besten Freundin Lisa.
Doch dann begegnet Iris bei einem Festumzug der Schimmelstute Bella. Die beiden haben auf Anhieb eine Verbindung zueinander und für Iris steht fest: sie muss das Pferd unbedingt wiedersehen!
Dank dieser unverhofften Begegnung finden Iris und Lisa wieder zusammen. Und Iris erfährt, dass auch ihre Freundin Sorgen hat: ihre beiden geliebten Hunde sollen ins Tierheim gegeben werden.Gemeinsam mit ihrem Schulkameraden Lukas hecken die beiden Mädels einen Plan aus, wie sie die Hunde retten können und Iris die Schimmelstute Bella noch einmal wiedersehen kann.
Meine Meinung
Mit "Alles, was passieren wird" hat Autorin Katharina Hacker, Gewinnerin des Deutschen Buchpreises 2006, ihren ersten Jugendroman veröffentlicht, in dem neben der Trauerbewältigung vorallem auch das Themen Freundschaft und Tierliebe eine große Rolle spielen.
Das Cover des Buches ist schlicht, aber gelungen. Es enthält viele inhaltliche Elemente und passt dadurch perfekt zum Buch.
Der Schreibstil ist der Zielgruppe angemessen. Trotzdem habe ich mich zu Beginn schwer getan, da die Sätze teilweise sehr lang und Hauptsätze anstatt mit Punkten häufig in Form von Aufzählungen mit Kommatas getrennten sind.
Die Handlung des Buches wird aus Sicht der 13jährigen Iris erzählt, die momentan viele Sorgen und Probleme hat. Der Tod ihrer Mutter hat sie verständlicherweise aus der Bahn geworfen, sie hat sich sehr zurückgezogen und versinkt in ihrer Trauer. Doch mit ihrem Schulkameraden Lukas und Seteney sowie ihrer besten Freundin Lisa hat sie tolle Freunde an ihrer Seite, die sie unterstützen. Mir haben die jugendlichen Charaktere sehr gut gefallen, auch wenn die familiäre Situation von Iris bzw. die Rolle der Erwachsenen etwas zu kurz kam.
Der Plot des Buches hat mir gut gefallen. Besonders das letzte Drittel, in dem die Schimmelstute Bella eine zunehmend große Rolle spielt, ist spannend und fesselnd. Nur die übersinnlich anmutende Beziehung zwischen Iris und Bella, in der Iris ihre Mutter wiederzuerkennen vermag, hätte es für mich nicht gebraucht.
Fazit:
Ein tolles Jugendbuch über Trauerverarbeitung, Freundschaft und die Verbindung zwischen Mensch und Tier, das es sich trotz ein paar kleinerer Schwächen definitiv lohnt zu lesen.
Katharina Hacker, die 2006 den Deutschen Buchpreis gewann, hat jetzt ein hervorragendes Jugendbuch geschrieben. „Alles, was passieren wird“, erschienen bei Fischer Sauerländer. Es zeigt ein Mädchen in Nöten, deren Mutter gestorben ist und deren Vater ihr keinen Halt geben kann. Sie sind finanziell schlecht gestellt und müssen in eine billigere Wohnung umziehen. Man kann Iris Gefühlswelt kennen lernen und ihre Probleme. Iris Liebe gilt den Tieren, besonders der Schimmelstute Bellina und den Hunden Werwolf und Waswolf. So gibt es einige Passagen auf einem Pferdegestüt, in das Iris sich flüchtet. Hier kümmert sie sich intensiv um die Stute und das hilft auch ihr.
Covermäßig fand ich es sehr schön und detailreich. Die Stadt Berlin, eine Familie und die Tiere wie Pferd, Hund und Hasen sind alles Themen in diesen Buch. An den Schreibstil musste ich mich erstmal gewöhnen und es hat eine weile gedauert bis ich mich in das Buch gefunden habe. In dem Buch geht es um die Situationen die Iris (Hauptperson) erlebt hat. Die Gefühle die Iris sehr viel hat ist Wut, Verzweiflung und lange Zeit Einsamkeit. Leider konnte ich mich nicht in ihre Gefühlslage reinversetzen und fand es dadurch schwer in die Geschichte hineinzukommen. Positiv war das die Geschichte viel über Freundschaft und Mut berichtete und die Tierhaltung, die sehr viel, viel zur kurz kommt. Dagegen nicht so positiv war das Hauptthema: das Pferd, zudem sie eine Riesen Bindung hatte. Leider habe ich mega Angst vor Pferden und dadurch war das Thema nicht so greifbar. Ein ok´s Jugendbuch, dass zum Nachdenken auf jeden fall anregt.