Ich mag intelligente Bücher. Und dieses Buch hier ist unglaublich intelligent. Und dezent verstörend. Künstliche Intelligenz nimmt in unserer Cyberwelt immer mehr Raum ein und sie hat sicherlich ihre Vorteile, aber was ist, wenn sie sich verselbständigt? Oder schlimmer noch - wenn sie von einem völlig gestörten Psychopathen gefüttert wird?
Meike Eggers ist hier ein wirklich packender Thriller gelungen, bei dem man seine Gehirnzellen ordentlich dehnen muss, um dem Geschehen auf der Spur zu bleiben. Gleichzeitig kriecht einem ständig die Gänsehaut über den Rücken, während man sich fragt: Wie viel davon ist schon Realität? Was ist alles möglich? Fragen, auf die ich keine Antwort habe. Die Jagd um die halbe Welt nach einem virtuellen Gegner dreht und wendet sich, sodass aus Jägern gejagte werden.
Etwas überrumpelt hat mich das blutige Ende, damit hatte ich irgendwie nicht gerechnet.
Die einzige Kritik, die ich anbringen könnte, ist die merkwürdige Teilnahmslosigkeit des Ich-Erzählers. Trotz der Perspektive scheint er kaum Emotionen zu besitzen, egal ob er plötzlich eine nackte Frau im Arm hat oder bei einem U-Bahn-Unglück beinahe ums Leben kommt. Das fand ich etwas fragwürdig, aber nicht genug, um einen Stern abzuziehen.
Ich freue mich schon auf die Fortsetzung.