Ausgerechnet als Daphne und Francis den Sonnenaufgang auf der wilden Landzunge Land`s End genießen, klingelt ihr Handy. Der Anruf kommt von Daphnes Kusine Annabelle. Vor ihrer Tür liegt ein Toter, eingewickelt in rotes Geschenkpapier und mit einer hübschen Grußkarte versehen. Der Ermordete ist Annabelles grantiger Nachbar. Als Chief Inspector Vincent am Tatort Daphne antrifft, ist seine Laune sofort im Keller. Außerdem mutmaßt er, dass Annabelle selbst die Mörderin ist. Nur dem energischen Eingreifen von Daphne ist es zu verdanken, dass ihre Kusine nicht festgenommen wird. Während Daphne auf eigene Faust zu ermitteln beginnt, denkt sich der Täter bereits ein neues Mordgeschenk für Annabelle aus. Und es soll nicht das letzte bleiben.
Der dritte Band der Krimiserie um die Postbotin Daphne Penrose im wunderschönen Cornwall war für mich der bisher beste Band. Die Geschichte geht gleich spannend los, schon in den ersten beiden Kapiteln gibt es zwei Morde und die Ermittlung beginnt. So rasant das Buch startet, so zieht es sich doch etwas in der Mitte, um zum Ende wieder richtig spannend zu werden. Die Auflösung hat mich überrascht und war gut gelöst.
Daphne und ihr Mann Francis wollen den Morgen bei einem Sonnenaufgang an Land’s End genießen. Doch die Freude und Ruhe währen nicht lange. Zunächst stößt der Vogelbeobachter Eddie zu ihnen, der sich an dem Picknick gütlich tut. Und dann ruft Daphnes Cousine Annabelle an. Vor ihrer Haustür liegt die Leiche des ungeliebten Nachbarn, der Annabelle und nicht nur ihr das Leben schon seit längerem schwer gemacht hat. Selbstverständlich eilt Daphne sofort zurück nach Fowey, um ihrer Cousine beizustehen. Francis nimmt wieder daheim einen Termin bei Lady Wickelton, um mit ihr über das Hafenmuseum zu sprechen, das möglicherweise in ihrem Landsitz errichtet werden soll.
Bereits zum dritten Mal trägt Daphne Primrose, die ihren Namen der zu Lebzeiten in der Nähe ansässigen Daphne du Maurier verdankt, nicht nur Post aus. Diesmal ist es ihre Cousine Annabelle, die zwar unverschuldet, aber doch logischerweise unter Verdacht gerät und vor der Verhaftung bewahrt werden muss. Und das obwohl DCI Vincent ihr verbietet rumzuschnüffeln. Als ob Daphne eine Aufforderung gebraucht hätte. Selbstverständlich wird sie herausfinden, wie der Tote in Annabelles Garten gelandet ist und das noch als Geschenk verschnürt. Leider hätte Annabelle, die von dem Nachbarn wirklich drangsaliert wurde, damit ein Motiv gehabt.
Die Cornwall-Krimi Reihe von Thomas Chatwin lädt immer zu unterhaltsamen Lesestunden ein. Natürlich hat man die Bilder vor Augen, die man aus TV-Filmen kennt und vielleicht ist man im Geiste auch schon dabei, die Rollen zu besetzen. Schlägt man das Buch auf, ist es schon ein wenig wie nach hause kommen. Daphne ist eine gewitzte Detektivin, die sich als Postbotin natürlich bestens in Fowey auskennt. Im Gegensatz dazu liegt DCI Vincent mit seinen Einschätzungen manchmal oder auch häufiger mal falsch. Diesmal ist der Fall für Daphne nicht so ganz einfach, weil es sie doch auch persönlich betrifft. Jedenfalls ist es regelmäßig ein Vergnügen Daphne und ihren Freunden literarisch zu begegnen, mehr über Cornwall zu erfahren und wenigstens gedanklich in die Ferne zu schweifen.
Bei dem Buch handelt es sich um den dritten Fall für die Postbotin und Hobby-Ermittlerin Daphne Penrose, die mit ihrem Mann in Cornwell lebt, das gar nicht so beschaulich ist, wie man immer denkt. Auch in diesem Teil stolpert sie relativ schnell über eine Leiche - und da ihre Cousine betroffen ist, muss Daphne natürlich ermitteln.
Man kann den Krimi auch ohne Vorkenntnisse lesen, allerdings empfehle ich, die beiden anderen Teile zu kennen. Denn hier stehen Personen im Mittelpunkt, die man schon früher kennengelernt hat und auch die sehr besondere Beziehung zwischen Daphne und dem Chief Inspector kann man dann besser verstehen.
Bei mir lagen über 1,5 Jahre zwischen dem letzten und diesem aktuellen Band, was sich leider bemerkbar gemacht hat. Denn das Anknüpfen ist mir anfangs nicht leicht gefallen. Ich musste mir vielen erst wieder ins Gedächtnis rufen und manchmal hatte ich das Gefühl, irgendetwas nicht mitbekommen zu haben. Das war schade, da hier zu Beginn der Lesegenuss etwas getrübt wurde.
Zum Glück habe ich dieses Gefühl aber schnell überwunden und konnte mich auf die Ermittlungen konzentrieren. Hier ging Daphne gewohnt beherzt an die Sache heran, was mir gut gefallen hat. Als Leser hatte man außerdem genug Raum, um sich seine eigenen Gedanken zu machen und mitzurätseln. Ich hatte eigentlich permanent einen Verdächtigen, der aber auch immer wieder gewechselt hat. Dafür Daumen hoch.
Allerdings habe ich die Leichtigkeit vermisst, die mir in den ersten beiden Teilen so gefallen hat. Gerade wenn ich an die Auflösung denke, war es mir an der ein oder anderen Stelle einfach zu konstruiert und zu gewollt. Auch kamen mir die Bewohner mit ihren liebenswürdigen Eigenheiten zu kurz.
Alles in allem konnte mich dieser Fall nicht ganz überzeugen. Aber ich werde der Reihe treu bleiben, denn sie tut gut und ist eine schöne Urlaubslektüre. Von mir gibt es 3 Sterne.