Mit einem letzten großen Diebstahl will Likah die Zwillinge, für die sie die Verantwortung übernommen hat, endlich von der Straße holen – stattdessen landet die junge Frau vor Gericht. Dort macht man ihr zu ihrem grenzenlosen Erstaunen ein verlockendes Angebot: Likah soll sich vom Herrscher Arkin in der Magie der Ersten Sprache ausbilden lassen, mit deren Hilfe die sieben sogenannten »Stimmen« den Kontinent Nakita beherrschen. Zwar ist das Leben am Hof von Intrigen und Machtspielen geprägt, aber das kann die Diebin nicht erschüttern. Als sie jedoch herausfindet, warum Arkin sie wirklich zu seiner Schülerin gemacht hat, stellt das alles infrage, woran sie jemals geglaubt hat.
Ich habe das Buch ausgewählt, weil mir die Videos der Autorin bei TikTok eingespült wurden, in denen Sie sehr upset darüber ist, dass ihr Buch schlechte Bewertungen bekommt. Ich habe mir daraufhin auf einigen Plattformen die Rezis angeschaut und fand diese sehr aufschlussreich. Es gibt einige, die das Buch mega gut fanden, andere eben nicht. Da ein Buch kein 100Euro-Schein ist, kann es nicht allen gefallen. So ist das nun mal. Ich wollte es aber genauer wissen.
Ich fühle mich außerdem befähigt, eine Rezi zu schreiben, da ich studiert habe und ein Tweed-Jackett aus echter Englischer Wolle besitze, das ich beim Lesen getragen habe.
Plot Die Autorin hat sich an der Grisha-Reihe kräftig bedient. „Inspiriert“ ist untertrieben. Allerdings gibt es so viele Lücken in der Logik, dass ich oft das Gefühl hatte, die Autorin wolle mich für dumm verkaufen.
Bis 36% reiht sich eine zusammenhanglose Szene an die nächste. Wir lesen von Likahs Verhaftung, dann von ihren Lehrstunden. Unendlich lange Kapitel über Likahs Leben am Hof, ihrer absolut peinlichen Aufnahmeprüfung und einem Ball. Aber richtig Handlung gibt es nicht. Zwischendurch erfahren wir, dass Likahs Tattoo ein Symbol der Dämonin Angriana Grande ist, allerdings wird daraus nicht viel gemacht. Bei 55% geht es erst damit los. Vieles ist einfach an den Haaren herbeigezogen, nicht gut recherchiert oder fiel bei der Vergabe von Logik unter den Tisch. Z.B. erschließt sich mir Likahs Reise kein Stück: warum geht sie allein los, warum geht ihr Meister nicht mit, wir erfahren auch zunächst gar nicht den Sinn und Zweck der Reise oder gar das Ziel. Dass Likah nicht blind drauf los reitet und in 80 Tagen um die Welt reist, ist einem Zufall zu verdanken: Caia fällt ein, dass ihr Vater Kartograf ist und ihnen sagen könnte, wo sich das verschollene Land befindet. Was hätte Likah ohne gemacht? Auch sonst geht es für Likah super einfach: sie erhält eine Karte mit genauem Standort von Atlan… sorry Angriana, sie wird easy aus Gefangenschaft befreit und findet auch sofort einen Verbündeten mit reinem Herzen in Thora. Bei 80% enthüllt der Bösewicht auch noch ellenlang seinen Plan. Wie peinlich einfach. Der Showdown selbst geht in Gelaber unter und mutierte für mich zur Anti-Climax.
Ich habe nicht den Eindruck, dass sich hier viel Gedanken um den Plot gemacht wurde. Daher werden Handlung, Charaktere und Weltenbau nicht nachvollziehbar und driften teilweise ins Absurde ab, wodurch ich es extrem schwer fand, noch am Ball zu bleiben.
Logik Ich hatte so oft das Gefühl, dass die Autorin nur den halben Weg gedacht hat und irgendwann mittendrin aufgehört hat.
Gleich zu Beginn fliehen Likah und die Zwillinge vor Leuten, die sie gerade ausgeraubt haben und … machen dann nur ein paar Meter weiter ein schickes Lagerfeuer, durch das sie quasi sofort gefunden werden. Girl, echt jetzt?
Das Ding mit den Zwillingen ist ein Graus. Die sind nur da, um als Vehikel für Likahs Handlungen zu dienen. Mehr nicht. Sobald alles geklärt ist, tauchen die nur noch am Rande auf und haben keinen Einfluss mehr. Und das obwohl sich Likah zu Beginn als DIE aufopferungsvollste Heldin darstellt, die ALLES für die Zwillinge tun will. Als sie sie am Ende AUS VERSEHEN selbst umbringt, war für mich ein Augenrollen wehrt.
Weiterhin finde ich die Berufswahl von Likah als Diebin sehr bizarr. Gleich zu Beginn erfahren wir nämlich, dass die Prota angeblich eine ausgezeichnete Botanikerin wäre. Auch, wenn wir davon im ganzen Buch über NICHTS merken, hätte sie mit ihren Skills ja auch was anfangen können, z.B. in einer Apotheke oder Gärtnerei arbeiten oder sich mit einem Botanik-Bike selbstständig machen. Damit hätte sie eine kleine Wohnung für sich und die Kinder leisten können und hätte nicht kriminell werden müssen. Das war der Autorin offenbar nicht cool genug? Botanik wird hier übrigens mit Gartenbau gleichgesetzt.
Angeblich hat Likah ihr mysteriöses Tattoo (was aussieht wie die Illuminati-Pyramide) noch nie gesehen. Sie ist in 17 Jahren also noch nie auf die Idee gekommen, sich mal mit einem zweiten Spiegel vor einen anderen zu stellen, um sich das Ding anzusehen, obwohl sie ständig darauf angesprochen wird. Was will mir die Autorin hier eigentlich erzählen? Überhaupt scheint jeder Mensch hier zu wissen, was es mit dem Symbol auf sich hat. Nur an Likah scheint das vollkommen vorbeigegangen zu sein. Selbst nachdem Arkin es einer Dämonin zuordnet, kommen die beiden nicht auf die Idee, das Mal zu verbergen, z.B. durch Magie oder durch simples Theater-Make-up. Sie machen einfach weiter wie bisher – und wundern sich dann, dass es entdeckt wird.
Likah verletzt sich irgendwie ständig, aber selbst eine gebrochene Rippe scheint im Nu verheilt zu sein, denn in der nachfolgenden Szene wird davon nichts mehr erwähnt. Mehrmals stürzt sie ungebremst direkt auf das Gesicht, macht sich aber mehr Sorgen um Holzsplitter, die ihre Wange zerkratzen könnten, als um ausgeschlagene Zähne, einen Kieferbruch oder eine abgebissene Zunge. Auch als sie nach einem ungeschickten Zauber mit Vollgas mitten in einen Handkarren und eine Hütte brettert, ist sie sofort wieder topfit. Dafür bekommen andere Figuren SOFORT Hämatome, wenn Likah sie schlägt, sofort.
Bei ca. 50% kommt die erste und einzige Intrige ans Licht, die total unlogisch präsentiert wird. Ein Freund von Likah verrät sie und ihr Tattoo. Vor versammelter Mannschaft fängt er an, lang und breit seine Beweise auszupacken und hat sogar sowas wie eine PowerPoint-Präsentation vorbereitet. Es war so cringe. Das Drama um das Mal geht dann weiter. An einer Stelle sagt Arkin: „Mein Meister ist wegen dieses Males gestorben“. Eine Seite weiter sagt er „Ich weiß nicht, ob es wegen des Males war oder wegen etwas anderem“, daraus wird der Schluss gezogen: Likah ist wegen des Males in Gefahr. Weil die Autorin es weiß, wissen es auch die Charaktere, aber die Herleitung ist nicht schlüssig, da wir keinerlei Anhaltspunkte zum Tod des Meisters geliefert bekommen (Er wurde tot im Bett gefunden: kann auch ein Herzinfarkt beim Sex gewesen sein).
Weltenbau Es wirkt wahllos zusammengeklaubt. So wird z.B. gesagt, dass die Welt erst 200 Jahre existiert. Ich glaube, der Autorin ist nicht klar, wie wenig Zeit das ist für eine Welt, um sich zu entwickeln und dahin zu kommen, wo sie jetzt sind. In 200 Jahren ist das niemals möglich. Insbesondere wo das normale Volk keinen Zugang zur Magie hat. Der Mensch existiert in der realen Welt seit 2Mio (!) Jahren und die meiste Zeit davon haben wir in Höhlen gelebt.
Die Autorin beschreibt die Welt ein bisschen wie spätes Mittelalter / frühe Renaissance im westeuropäischen Kontext. Ich erkenne an, dass es sehr schwierig ist, eine komplett neue Welt zu erschaffen, weil unendlich viele Faktoren bedacht werden müssen. Hier ist das eben auch nicht vollumfänglich geglückt.
An einer Stelle wird das Modell unseres Sonnensystems komplett beschrieben, mit allen uns bekannten Planeten, auch der Erde. Also existiert die Welt dort anstatt der Erde? Wie soll ich mir das vorstellen? Woher wissen die Leute, wie das Sonnensystem aussieht? Haben die entsprechende Geräte, um das zu überprüfen? Es ist Quatsch!
Den Hinweis möchte ich bezogen auf den gregorianischen Kalender wiederholen: Woher wissen die Leute, was ein September ist oder ein Sonntag, wenn es das römische Reich in dieser Welt gar nicht gibt? Dann folgt ein Vergleich mit einer Spielzeugeisenbahn – obwohl Eisenbahnen in dieser Welt überhaupt nicht existieren. Zwischendrin finden sich immer mal wieder moderne Einschübe, die deplatziert wirken. Z.B. bestellt sich Likah an einer Stelle „Sprudel“. Interessant. Die Leute in einer absolut fiktiven Welt kennen also „Sprudel“, wo man nicht mal in Deutschland überall weiß, was das ist. An einer anderen Stelle zieht sie moderne Pflaster aus der Tasche. Es stimmt hier einfach hinten und vorne nix.
Das Magiesystem wird angepriesen als etwas Neues, aber eigentlich kennt man ein auf Worte basiertes Magiesystem bereits aus zahlreichen anderen Fantasy-Büchern und -Filmen, ganz explizit bei der Witcher-Serie. Als Arkin das Magiesystem erklärt, hat es für mich sehr nach Star Wars geklungen: „Durch jeden Körper fließt diese Energie.“ Oft wird das auch direkt als „Macht“ bezeichnet. Doch Likah hinterfragt nicht einen Moment lang, welchen Körpern sie die Energie klaut (erst bei 85%, als es ihr quasi auf einem Silbertablett serviert wird).
Thora findet bei 55% heraus, dass die Magie aus Menschen gezogen wird, die dann wohl einfach tot umfallen. Allerdings sind nur 3 Leute in 2 Wochen gestorben. Demnach wird extrem wenig gezaubert. Aber das kann nicht sein, weil Likah und Arkin ständig Magie wirken. Also müssten nach grober Hochrechnung ca. 100 Menschen in einer Woche sterben. Das geht hier also auch nicht auf. Das wird mir einfach so vor die Füße geworfen wird, ohne eine nachvollziehbare Herleitung, und ich soll das jetzt einfach glauben?
Schreibstil Es hat mich sehr amüsiert. Da ist kein Kompliment. Die Autorin war sichtlich bemüht sehr eloquent und poetisch zu schreiben, hat darüber hinaus aber vergessen, dass Worte auch Sinn ergeben müssen. Zwischendurch habe ich Lachanfälle erlitten.
1. „der äscherne Atem der Morgendämmerung erhellte das Gemach“ – ja, also wenn ich die Nacht durchgefeiert habe, möchte ich auch nicht die erste Person sein, die ich anhauche … 2. „er/sie schnappte nach Atem“ oder auch „er/sie holte Atem“ – es gibt ja viele Geschichten, wo jemand „kurz mal Atem holen“ gegangen ist und erst 30 Jahre später wieder auftauchte … 3. „in ihrem Kopf brodelte alles“ – dein Gehirn kocht? 4. „sie spürte das Unbehagen in seiner Stimme“ – hören… das Verb heißt hören. 5. „der kratzige Geruch von Waschmittel“ – neu von Lenor: Weichspüler Holzkohleduft 6. „Die Fliesen an der Wand tranken die Farben …“ Nehmt euch in Acht, vor den Fliesen, die an Farbe schnüffeln 7. „Seine selbstsichere Ausstrahlung ließ Nervosität auf ihre Wangen krauchen“ … bitte, was … 8. „seine Präsenz wuchs schlagartig wie die eines Raubvogels, der kurz vor einem Sturzflug die Flügel anlegte“ – WTF 9. „Arkins Stimme hallte klar durch den Saal, trug bis in die letzten Winkel, als würde die Luft sie erheben und an die Ohren des Publikums tragen.“ – Das ergibt keinen Sinn. 10. „Tränen, die sich wie Tropfen eines Dampfbades an ihre Wimpern hefteten“ – ich schreie … 11. „Das Herz preschte hoch bis an ihre Kehle“ … damit würde ich zum Kardiologen gehen
Die Autorin war ohnehin sehr fixiert auf die körperlichen Vorgänge. Insgesamt lassen sich im Buch n = 61 Beschreibungen und Vergleiche mit „Atem“ finden, bei „Blut“ sind es sogar noch mehr.
• „Blut sprudelte [aus der Wunde]“ • „Blut pulsierte in seinem/ihrem Körper“ (mehrfach) • „Blut brandete in seinen Adern“ oder „das Branden des Blutes“ • „Sie hatte […] Donner im Blut“ • „Der Herzschlag als Echo in ihrem Blut“ • „Blut pulsierte wie ein aufgebrachtes Meer“ • „das Blut unter ihrem Gesicht raste“ • „Statt Blut flossen Reißzwecken durch ihre Adern“ (woher kennen die Leute Reißzwecken?) • „der Gedanke hauchte Kälte in ihr Blut“ • „Das Blut kribbelte dort, wo Caia sie berührte“ (Haut, du meinst Haut) • „Blut stand salzig auf der Zunge“ (Blut schmeckt nach Eisen, nicht nach Salz)
Obwohl Autorin hier sehr kreativ mit Worten jongliert, findet sie für andere Dinge einfach immer nur dieselben Begriffe, was zu Wortwiederholungen führt, z.B. „sich bedeckt halten“. Um die „Masken“ so brutal und kaltblütig wie möglich darzustellen, bedient sich die Autorin auch immer dem gleichen Mittel: sie bringen Leute um, insbesondere unschuldige Kinder.
Diversity / Gesellschaftskritik Was soll ich sagen. Ich merke, die Autorin wollte es gut machen, aber es hat nicht wirklich geklappt.
PoC: der offenbar einzige PoC in dieser Welt scheint Thora zu sein. Jedenfalls wird explizit seine „dunkle Haut“ beschrieben, während dies bei anderen nicht wirklich erwähnt wird (weiß als Standard, PoC als Abweichung?). Ich habe auch Bauchschmerzen dabei, dass Thora als PoC von weißen Leuten versklavt wird, um dann eben auch wieder weiße Leute aus der Sklaverei zu befreien. Dass Likah ihn für das große Ritual am Ende einfach opfern will und es Thora wohl auch nichts ausmacht, ist vor diesem Hintergrund verdammt unangenehm. Seine Kapitel sind im Vergleich zu Likahs extrem kurz, trotzdem hat es die Autorin geschafft, den Charakter permanent Motivationsreden schwingen zu lassen a la „wir sind doch alles Menschen“ etc. Er überlebt, es bleibt aber ein ekelhafter Nachgeschmack.
Das Arbeitscamp, in dem Thora landet, stößt mir sauer auf. Versklavung, Arbeitslager, Ghettos ist ein sehr ernstes und großes Thema, das man ordentlich behandeln muss. Nicht nur, weil sowas ein Teil der Geschichte Deutschlands ist, sondern es auch heute noch in einigen Teilen der Welt solche Camps gibt, z.B. in Nordkorea für politische Gefangene. Was ich hier gelesen habe ist aber eher eine romantisierte / weichgespülte Version davon. Ich habe den Eindruck, die Autorin hat irgendwo Fakten gelesen, aber nicht darüber nachgedacht, was das tatsächlich für die Gefangenen bedeutet. Es gibt dort viele Leute, die unterernährt sind, aber außer, dass sie dünn sind, haben sie keine Nebenerscheinungen, wie z.B. schlechte Zähne, Haarausfall oder auch dass die Periode bei heftiger Mangelerscheinung ausbleibt, wird nicht angesprochen. Krankheiten aufgrund von schlechten Hygienebedingungen, Selbstmorde oder erhöhte Gewaltbereitschaft, werden ausgeblendet. Mir kommt es vor, als wollte die Autorin das Thema als besonderen gesellschaftskritischen Faktor in ihrem Buch haben, hat aber irgendwie versäumt, Schlüsse aus den Recherchen zu ziehen.
Dicke Person: Die Schneiderin Caia, in die sich Likah verliebt und mit ihr zusammenkommt ist dick. Es wird gut beschrieben, ohne ekelige Ausdrücke. Das hat mir gefallen. Was mir sauer aufstößt, ist das Verhalten des Charakters: Caia ist die fröhliche, immer gut gelaunte und positiv eingestellte Dicke, die nur da ist, um die Prota zu motivieren. Ich kanns nicht mehr lesen.
Queerness: Wie gesagt, werden Likah und Caia ein Paar. Hab ich jedoch nicht wirklich abgenommen. Alles an dieser Beziehung wirkt konstruiert. Ich kaufe denen nicht mal Freundschaft ab.
Weibliche Rollen: Es gibt zwar, außer Likah, weitere weibliche Personen im Buch, die sind aber ebenfalls nur oberflächlich beschrieben, haben eigentlich nichts zu sagen (nicht mal die Königin) oder könnten theoretisch auch weggelassen werden. Die Geschichte wird von Männern dominiert, die Treiber der Handlung sind. Selbst die Prota ist passiv und lässt den Plot von ihren männlichen Nebencharakteren tragen.
Likah Ich empfinde sie als unangenehm und selbstgerecht. Ständig wird betont, wie badass sie doch wäre, doch eigentlich ist sie nur ein weinerlicher Haufen. Sie heult wegen allem herum und ist die meiste Zeit passiv. Sie existiert, während Dinge zufällig in ihrer Umgebung passieren oder jemand sie an die Hand nimmt und hinführt, sodass sie eigentlich nur noch darauf reagieren braucht. Wenn sie handelt, dann ist es einem fast peinlich zuzusehen, trotzdem wird sie von anderen Charakteren ständig gelobt.
Auch ihr Background ist unlogisch. Ständig heißt es, die Eltern hätten sie „rausgeworfen“, aber es wird von Beginn an suggeriert, dass etwas passiert sein musste: „Lauf und schau nicht zurück“. Vor allem weil Likah ihre Familie als sehr liebevoll beschreibt. Mit dem Tattoo wurde mir auch der Grund geliefert. Trotzdem lässt die Autorin ihre Prota nicht einmal darüber nachdenken und hält bis zur Auflösung bei 45% an der Vorstellung fest, ihre Eltern würden sie hassen. Als dann die Wahrheit rauskommt kapiert es Likah aber immer noch nicht. Stattdessen machen ihre Gedankengänge eine 180°-Wende und plötzlich heißt es, sie wäre „weggelaufen“. Auch als ihr Vater ihr sagt, dass sie sich nie wieder sehen können, denkt sie: „er sagt das, weil ich eine Gefahr für ihn bin“. Wie dumm kann man einen Charakter eigentlich schreiben? Ohnehin ergibt diese „Wir schicken unser Kind ALLEINE weg, weil dunkle Gestalten nach ihm suchen“-Sache überhaupt keinen Sinn. Wenn die Leute nach den Eltern gesucht hätten, wäre das noch nachvollziehbar gewesen, dann das Kind allein wegzuschicken. Aber das Kind ist in Gefahr, da geht man als Eltern mit, um es zu beschützen und schickt es nicht allein los, wo es ungeschützt der Gefahr ausgeliefert ist.
Ähnlich verfährt sie mit Caia. Diese begleitet Likah freiwillig, obwohl sie dafür verhaftet werden könnte. Als dies tatsächlich geschieht, wirft Likah ihr VERRAT vor, obwohl sie einfach nur die Wahrheit gesagt hat, wie es zuvor ausgemacht worden war. Likahs Standpunkt ist ein Fähnchen im Wind, das weht, je nachdem wie die Autorin es gerade braucht, fernab jedweder Logik.
Dass sie die Zwillinge für ihre Diebstähle missbraucht und sie so zu Kriminellen macht, stellt niemand in Frage, sie selbst erst recht nicht. Denn: Nein, sie ist nie wie die anderen Diebe! Auch, dass sie einem unschuldigen Mann den Arm verkrüppelt hat, dieser jetzt für immer damit leben muss, wird zwar erwähnt, aber irgendwie nicht als schlimm empfunden. Selbst als sie vor Gericht steht, sieht sie überhaupt nicht ein: „Sie fühlte sich fehl am Platz: Sie war keine Kriminelle“ – Ähm, ich hab Neuigkeiten für dich. Konsequenzen für Likah bleiben aus, stattdessen wird ihr Mut gelobt (häh? Welcher Mut) und sie zur next best Thronfolgerin erkoren.
Ich würde mir wirklich, wirklich wünschen, dass sich Autor*innen, die Kriminelle schreiben, sich auch mal bewusst sein würden, dass sie Kriminelle schreiben und sich mit den moralischen und ethischen Konsequenzen auseinandersetzen. Stattdessen wird so getan, als wäre die kriminelle Laufbahn die beste Karriere – wir sind hier nicht bei den Sims.
Fazit Mit jedem Kapitel werden Handlung und Charaktere unerträglicher. Logik und Weltenbau sehen aus wie Schweizer Käse und der prätentiöse Schreibstil gibt einem echt den Lachflash. Außerdem habe ich den Eindruck, die Autorin hält mich für dumm. Ich bin sehr enttäuscht. Dabei hätte ich mir sehr gewünscht, auch mal ein gutes Buch einer deutschen Autorin zu lesen. So habe ich stunden-, tage-, wochenlange darüber nicht die Klappe halten können und darüber geredet – allerdings nicht im Positiven.
Ich bin absolut dafür, dass Verlage Debüt-Autor*innen verlegen sollten. Diese müssen aber so weit unterstützt werden, dass ein ordentliches Produkt rauskommt. Immerhin bezahlen Leute Geld dafür. Laut Impressum fand für dieses Buch nicht mal ein Lektorat statt, was ja eigentlich Basic sein sollte. So werden Bücher zu Wegwerfprodukten!
Mit "Die Erbin des Windes" stürzte ich mich in ein neues Fantasyabenteuer. In diesem Buch geht es um Likah, die mit Zwillingen einen letzten großen Diebstahl durchführen müssen. Stattdessen läuft der Plan schief und sie landen vor Gericht. Ausgegangen von einer Strafe, wird Likah über ein Angebot erschüttert: Likah soll sich vom Herrscher Armin in der Magie der ersten Sprache belehrt werden. Sie geht den Deal ein und begibt sich auf den Hof. Trotz vielen Intrigen und Machtspielen bleibt sie dabei. Doch als sie den wahren Grund herausfindet, warum Armin sie wirklich als Schülerin zu sich gebracht hat, stellt sie alles infrage, woran sie jemals geglaubt hat.
In das Buch bin ich aufgrund eines spannenden Einstiegs gut gestartet. Und so hat das Buch gut angefangen. Die Figuren sind alle sehr übersichtlich gestaltet worden, sodass man alle Figuren gut unterscheiden kann. Mit Likah als Protagonistin konnte ich mich schon von Beginn an anfreunden. Der Autorin gelingt es die Figur aus unterschiedlichen Perspektiven zu beleuchten, sodass man Likah gut kennenlernen konnte. Auch wenn man etwas über ihre Vergangenheit erfährt, war mir persönlich es zu wenig. Hier ist noch Luft nach oben. Apropos Tiefgründigkeit: Beim Woldbuilding hätte ich mir an manchen Stellen auch mehr Tiefe gewünscht, um die Rahmenbedingungen etc. besser kennenzulernen. Auch wenn sich dies alles schlecht anhört, ist dies aber nicht so. Es gibt viele Szenen, die mir ein tolles Kopfkino angeregt haben - besonders die Szenen als Likah neue Ortschaften erkundet. Dennoch wird hier, wie erwähnt, das volle Potential nicht ausgeschöpft.
Sonst lässt sich sagen, dass die Geschichte eine gute Spannung aufweist. Ich habe mit viel Spaß die Geschichte verfolgt, um herauszufinden, was es mit Likah auf sich hat. Auch der zweite Handlungsstrang aus der Perspektive einer anderen Figur weist die nötige Spannung auf.
Der Schreibstil ist flüssig und lässt sich super lesen. Zudem weisen die Kapitel die optimale Länge auf - nicht zu kurz, nicht zu langatmig. Auf jeden Fall würde ich mich freuen, wenn ein Folgeband erscheinen würde, da man die Geschichte gut fortführen könnte.
Fazit: "Die Erbin des Windes" ist ein gelungener Fantasy-Roman, der gute Ansätze aufweist. Auch wenn für mich das Woldbuilding sowie die Protagonisten Gestaltung noch Luft nach oben hat, ist die Geschichte trotzdem stark. Fantasy-Fans können hier auf ihre Kosten kommen. Für mich sind es 3,5 Sterne, Tendenz nach oben.
Als Likah für Diebstahl vor Gericht landet, denkt sie, dass das das Ende für sie wird. Doch statt eine Strafe zu verhängen, erkort der Fürst Arkin sie zu seiner Schülerin aus. Zur einer Schülerin der Ersten Sprache, der Magie. Doch bald bemerkt Likah, dass einiges keinen Sinn macht und fängt an, selbst nach der Wahrheit zu suchen.
Die Erbin des Windes ist ein unterhaltsames Fantasy-Abenteuer, dass meiner Meinung besonders in Sachen Worldbuilding und Magiesystem punktet. Wenn auch nicht besonders innovativ, wirkt die Welt, in der das Buch spielt, stimmig. Das Magiesystem, das zunächst wie eine weitere billige Elementarmagie schien, machte dann eine sehr interessante Wendung, die mir gut gefallen hat.
Der Plot selbst, wenn auch nicht schlecht, wirkt teilweise gehetzt, dann wieder langatmig und insgesamt nicht besonders gut abgerundet. Vielen Handlungssträngen, wenn auch mit viel Potential, fehlten oft der Aufbau und hatten unbefriedigende Auflösungen. Die Zwillinge, die im Klappentext erwähnt werden, wurden nur anfangs verwendet, um Likahs Charakter besser aussehen zu lassen, dann aber für den Rest des Buches auf kleine Anekdoten reduziert, da hätte man sie gleich weg lassen können. Die kleine Liebesgeschichte mochte ich wirklich nur, weil sie zwischen zwei Frauen war (and I love me some gay romance), ansonsten spürte ich kaum Chemie zwischen den beiden. Wirklich gut abgerundet fand ich nur den Handlungsstrang mit Thora, einem Jungen, der in Gefangenschaft einige seltsame Entdeckungen über die Welt der Magie macht.
Die Hauptcharaktere waren ok. Ok in dem Sinne, dass sie mich, anders als bei vielen anderen Büchern nicht genervt haben, aber ich sie auch nicht ins Herz geschlossen habe. Likah hat die Geschichte gut getragen und viel Initiative ergriffen, aber bis zum Ende wirkte sie etwas farblos. Thora ist im Grunde genommen Jesus - ein wahrlich guter Mensch mit einem großen Aufopferungsdrang, bei ihm fehlte mir etwas mehr Substanz, aber ok. Zu Arkin, Likahs Meister und Fürst, kann ich einfach nur sagen, dass ich befürchtet hatte, er würde die Love Interest werden, und meine Erleichterung darüber, dass das nicht passiert ist, übertrumpft alles, was ich sonst noch über ihn so sagen haben könnte.
Alles in allem ein gutes Fantasy-Buch, dass man schnell mal an einem Tag durchlesen kann. Solange man keine weltenbewegenden neuen Konzepte erwartet, wird man das Buch genießen können.
“ Die Erbin des Windes” konnte mich leider nicht vollends überzeugen. Man merkt an vielen Stellen, dass sie noch nicht viel Erfahrung beim schreiben hat, was man an der unbeholfenen, beinahe gezwungenen Schreibart merkt. Es wirkte an vielen Stellen zu gehetzt und gab keinen richtigen Raum zur Charakterentwicklung. Auch wenn ich mich sehr gefreut habe mal eine Protagonistin der LGBTQ+ Szene vorzufinden, fand ich es schade, dass auch die Liebesgeschichte ein wenig zu kurz kam. Von mir 2,5 Sterne, denn an sich hatte die Idee sehr viel Potential, bloß bei der Umsetzung hätte sich die Autorin vielleicht etwas mehr Zeit lassen sollen.
Das Buch hat einige interessante Ansätze, vor allem, was das Magiesystem und die Botschaft am Ende anbelangt. Außerdem ist der Schreibstil ganz angenehm. Ansonsten kann ich leider nicht allzu viel Positives sagen. Das Worldbuilding wirkt sehr unausgereift und irgendwie zu … simpel (etwa die Tatsache, dass die gesamte Welt erst seit ca. 200 Jahren existiert). Die Handlung ist an vielen Stellen vorhersehbar, an anderen hingegen völlig unlogisch und konstruiert. Das größte Problem hatte ich allerdings mit den Charakteren, die allesamt blass bleiben und in ihrem Handeln kaum authentisch wirken. Insbesondere die zwischenmenschlichen Beziehungen konnte ich nicht nachempfinden. Die Liebesgeschichte ist gefühlt nur da, damit sie da ist, obwohl die beiden keinerlei Chemie haben und ich ihnen nicht mal ihre Freundschaft abgekauft habe, geschweige denn romantische Gefühle. Die zweite Erzählperspektive fand ich überflüssig, und ich mochte auch nicht, wie die beiden Handlungsstränge am Ende zusammengeführt wurden, weil das für meinen Geschmack zu sehr in Richtung „chosen one“-Trope ging. Insgesamt habe ich mir deutlich mehr erhofft, und das Buch konnte mich leider nicht überzeugen.
Eigentlich ein schöner Fantasyeinteiler, jedoch mit Schwächen. Likah, die sich derzeit mit Zwillingen auf der Straße durchschlagen muss, wird außerwählt, statt hingerichtet zu werden, doch einfach als die nächste Herrscherin des Landes ausgebildet zu werden. Dafür muss sie von ihrem Meister (dem derzeitigen Herrscher des Landes) die erste Sprache lernen. Die erste Sprache kontrolliert jeweils eine Art Element oder physikalische Kraft. In Likahs Fall den Wind und den Sturm. Die Grundstory, die Charaktere und der Weltenaufbau gefielen mir sehr gut. Manche Dinge sind für mich aber nicht ganz schlüssig oder stimmig. Zum Beispiel das die gesetzlose Likah, nun als zukünftige Herrscherin, gar keine Kritik am Staat hat. Der LGBTQ Anteil in der Geschichte fühlte sich aufgezwungen und überflüssig an. Die Seiten hätte man durchaus noch in den Plot stecken können. Das Ende war zwar aufgelöst und sinnvoll, hat mir aber gar nicht gefallen und war zu "einfach" in meinen Augen. Für Zwischendurch in Ordnung, war weder richtig enttäuschend noch konnte es mich begeistern.
Die Erbin des Windes ist der Debütroman von Lucinda Flynn. Es geht um Likah, eine Diebin, die durch verschiedene Zufälle Schülerin ihres Fürsten wird und nach und nach ihre wahre Bestimmung erkennt.
Was mir an dem Buch gefallen hat: - originelles Magiesystem - solides Worldbuilding - romantische Beziehung zwischen zwei Frauen - viele weibliche Charaktäre in Machtpositionen
Was mir nicht so gut gefallen hat: - Storyline (etwas zu voraussehbar, zu klischeehaft) - Wortwahl (teilweise etwas unoriginell, wiederholend, irgendwie ungelenk) - Charakterbildung (viele Charaktäre sind mir nicht mehrdimensional genug, sie wirken irgendwie nicht ganz ausgearbeitet)
Insgesamt glaube ich, dass die Autorin mit diesem Buch einen soliden Grundstein für weitere Werke gelegt hat, in denen sie dann Gelegenheit hat, ihr Werkzeug als Autorin noch weiter zu verfeinern. Deswegen von mir 3,5 von 5 Sternen.
This entire review has been hidden because of spoilers.
Likah lebt mit den Zwillingen Alia und Gem, für die sie die Verantwortung übernommen hat, auf der Straße und ernährt sich und die Kinder von kleineren Diebstählen. Ihr Traum ist es, den Kleinen irgendwann ein gutes Leben zu ermöglichen und ein Zuhause für sie zu schaffen. Als sie eines Nachts eine Kutsche entdeckt, hofft Likah, mit einem letzten großen Diebstahl, genügend Geld zusammenzuhaben, um das Leben auf der Straße endlich zu beenden. Doch sie wird erwischt und vor Gericht gestellt. Anstatt sie aber zum Tode zu verurteilen, macht Fürst Arkin ihr ein Angebot. Er will sie als seine Schülerin ausbilden, in der Magie der Ersten Sprache unterrichten und für die Kinder sorgen. Likah kann das Angebot nicht ablehnen, denn so entkommt nicht nur sie der Todesstrafe, sondern auch die Zwillinge erhalten die Chance auf ein richtiges Zuhause. Doch für die neue Schülerin Arkins stehen schwere Zeiten bevor. Der Fürst ist nicht nur der Herrscher Karthasias, sondern er gehört zum Septimat, das über den ganzen Kontinent herrscht. Zwischen den sieben Herrschern und deren Schülern gibt es viele Intrigen und Geheimnisse. Likah lernt jedoch schnell, sich durchzusetzen. Als sie aber herausfindet, warum Arkin sie als Schülerin gewählt hat, beginnt sie alles, was sie bisher für richtig empfunden hat, anzuzweifeln.
Das wunderschöne Cover ist ein richtiger Blickfang und sorgte dafür, dass ich auf das Buch aufmerksam wurde. Und was soll ich sagen?! Ich habe es nicht bereut. Die Autorin hat einen lebendigen, fesselnden Schreibstil, der sehr angenehm zu lesen ist. Bereits nach wenigen Sätzen bin ich komplett in die Geschichte eingetaucht. Die Kapitel haben eine angenehme Länge. Die meiste Zeit folgen wir Likah auf ihrem Weg, doch es gibt auch viele Abschnitte, in denen wir Thora begleiten. Ich war sehr gespannt darauf, zu erfahren, wie und wann Likah und Thora aufeinandertreffen würden.
Lucinda Flynn beschreibt das Worldbilding bildhaft, jedoch nicht zu ausschweifend und lässt dem Leser Raum für die eigene Fantasie. Auch, oder gerade weil, ebenfalls das Äußere der Protagonisten nicht so ausführlich beschrieben wurde, hatte ich sofort ein eigenes Bild von den Figuren vor Augen. Likah ist eine tolle, starke Protagonistin, die schon früh lernen musste, für sich selbst zu sorgen. Von einem Moment auf den anderen wurde sie von ihren Eltern fortgeschickt mit dem Hinweis, nie zurückzukommen. Sie handelt völlig selbstlos, als sie die Zwillinge unterwegs aufliest und für sie sorgt. Für die Beiden würde Likah sogar ihr Leben opfern. Aber sie hat auch Fehler und handelt manchmal etwas unüberlegt, wenn sie ihre Wut nicht im Griff hat. Doch gerade das macht sie so glaubwürdig und authentisch. Auch Arkin empfand ich als sehr sympathisch und auch wenn er etwas wortkarg ist, habe ich ihn sofort ins Herz geschlossen. Etwas Probleme hatte ich jedoch mit Thora. Zu Beginn, ist er für mich ein kleiner Junge, der von seiner Großmutter die Erlaubnis bekommen hat, Kapitän Ross auf seiner Reise zu begleiten, um ein Abenteuer zu erleben. Doch nach seiner Gefangennahme verhält er sich plötzlich wie ein junger Mann, der mutig, entschlossen und furchtlos ist. Diese Entwicklung ging mir etwas zu schnell vonstatten. Gut gefallen haben mir auch die Nebencharaktere, die die Autorin individuell und facettenreich gestaltet hat.
Sehr schön ist die Liebesgeschichte, die nur eine kleine Rolle im Plot einnimmt und nicht übermäßig viel Platz beansprucht. Sie entwickelt sich völlig anders, als ich zu Beginn erwartet habe, aber sie passt perfekt in die Handlung hinein. Mehr möchte ich Euch jedoch nicht verraten. Die Story hat von Anfang an ein gutes Tempo und der Spannungsbogen steigt im Laufe der Handlung immer mehr an. Es wurde zu keinem Zeitpunkt langweilig. Letztendlich blieben am Ende jedoch ein paar Fragen offen. So wurde der Grund, weshalb Likah ihr Elternhaus verlassen musste, am Ende zwar erklärt, doch mir reichten die Erläuterungen nicht ganz. Auch ist mir nicht richtig klar geworden, welchen Zusammenhang es zwischen der Handlung und dem Tod von Saaid gibt und was Arkin letztendlich damit bezweckt hat, Likah als Schülerin zu nehmen.
Fazit Die Autorin hat mit ihrem Buch, „Die Erbin des Windes“ ein tolles Debüt geschrieben. Auch wenn es ein paar kleine Schwächen gibt und es mir ein wenig an Tiefe gefehlt hat, konnte Lucinda Flynn mich mit der Storyline und ihrer eloquenten Ausdrucksweise überzeugt. Ich hoffe, dass ich noch viel von der Autorin lesen werde! Von mir gibt es 4 Sterne 🌟 🌟 🌟 🌟 und eine Leseempfehlung
Dies ist Lucinda Flynns Debütroman und ich bin der Meinung, dass man es dem Buch nicht anmerkt. Der Schreibstil gefällt mir gut, er ist schön aber nicht zu ausgeschmückt und damit gut verständlich, was ich bei Fantasy immer wichtig finde. Die Geschichte spielt in einer Welt mit sieben Königreichen, die jeweils von einem Fürsten oder einer Fürstin regiert werden, welche widerum jeweils einen Aspekt der Magie der Ersten Sprache beherrschen. Das achte Königreich ist mitsamt seiner Herrscherin untergegangen.
Man startet mitten in der Handlung und das Worldbuilding passiert nach und nach und wird passend in die Geschichte eingebaut, statt einen mit zu vielen Informationen zu überfordern. Man erfährt nicht allzu viel über die Welt, aber es ist ausreichend für das Verständnis, auch wenn ich gerne ein wenig mehr gewusst hätte. Das Magiesystem gefällt mir auch sehr gut und ich fand es richtig spannend mehr darüber zu erfahren. Richtig cool fand ich auch eine Parallele zur Realität, die sich nach und nach hervortut und sehr zeitgemäß ist.
Die Figuren mochte ich sehr. Die Hauptfigur Likah musste schon früh Verantwortung tragen, denn schon als Kind hat sie auf der Straße gelebt und musste sich parallel auch noch um junge Zwillinge kümmern. Sie weiß sich zu behaupten, ist mutig aber handelt nicht leichtsinnig und das mag ich bei einer Protagonistin. Was mich ebenfalls sehr gefreut hat, ist dass sie Menschen an sich heranlässt und Beziehungen aufbaut, statt zu misstrauen. Sie ist zwar nicht naiv, aber doch eher vertrauensvoll und vor allem die sich entwickelnde Beziehung zu Caia fand ich schön mit anzusehen.
Es handelt sich hierbei um einen Einzelband, der mit seinen 444 Seiten auch nur mitteldick ist. Es hat mich überrascht, dass die Autorin es geschafft hat, in diesem Rahmen eine spannende Geschichte zu erzählen, die zwar eher rasant verläuft, aber nicht zu kurz war um Substanz aufzubauen. Lediglich das Ende hätte für mich ein wenig länger sein können, denn die Folgen des Finales sind für mich unklar gewesen.
Fazit:
Ein spannender Einzelband, der mich vor allem mit seinen Figuren und seinem interessanten Magiesystem überzeugen konnte. Obwohl das Buch ruhig etwas länger hätte sein können, eine große Empfehlung!
Die Erbin des Windes ist ein Buch über Elementarmagie und einer Protagonistin die stärker als alle Elemente zusammen sein muss.
Die Grundidee des Buches fand ich richtig gut, Likah die sich mit Diebstähle über Wasser hält, um irgendwann ein schönes Leben haben zu können.
Ihre Reise führt sie zum Meister des Windes und sie wird seine Schülerin. Allerdings ist Likah nicht unbedingt ein einfacher Charakter, hat sie doch schon viel gelitten im Leben. Doch statt dankbar für diesen neuen Lebensabschnitt zu sein ist sie oft dickköpfig und bockig.
Immer wenn die Geschichte Fahrt aufnahm, folgte direkt wieder eine Länge. Der Erzählstil war leider nicht sehr flüssig und auch die Erzählsicht von Thora erschloss sich mir kaum, auch wenn er zum Schluss eine größere Rolle spielte.
Spannend fand ich die Herkunft von Likah's Tattoo, aber auch hier gab es nur kurze Infos bzw. erst zum Schluss die schnelle Abhandlung.
Ich glaube, hätte man daraus eine Reihe gemacht (mindestens Diologie) wäre es ein starkes Buch geworden. So hab ich mich durchgequält und war leider kaum befriedigt nach dem Lesen, was schade ist da die Idee und Die Story ansich großes Potential hat.
Schönes Buch über Natur, Macht, Freundschaft und Verantwortung. Einige überraschende Wendungen haben das Lesen bis zum Ende zu einem Vergnügen gemacht :)
Allgemein Ich habe das Buch bei ca. der Hälfte abgebrochen und kann daher nur auf das Eingehen, was ich bis dahin gelesen habe. Wann immer Autor*innen auf Social Media hervorheben, dass sie sich nicht erklären können, warum ihre Bücher schlecht bewertet werden, bin ich interessiert. Also schauen wir uns »Die Erbin des Windes«, den Debüt-Roman von Lucinda Flynn mal an. Schon im Klapptext steht »ein Fantasy-Roman zum Abtauchen, der nicht nur Fans von Leigh Bardugo begeistern wird.« - ich hätte jedoch nicht erwartet, dass sich so umfangreich an den Grisha Romanen (auch bekannt als die »Shadow and Bone« Serie auf Netflix) von Leigh Bardugo bedient wurde. Da die Bücher alle im gleichen Verlag erschienen sind, stellt sich mir auch die Frage, wie viel da vielleicht vorgegeben wurde.
Figuren Obwohl wir 2 Erzählstränge haben (Likah und Thora) werde ich aus Platzgründen nur auf Likah eingehen. Thora fühlt sich beim Lesen ohnehin wie eine Afterthought an und nimmt kaum Platz in diesem Buch ein. Likah wird als Diebin präsentiert, die schon seit einigen Jahren auf der Straße lebt, weil die Eltern sie rausgeworfen haben. Obwohl sie supergut mit Pflanzen umgehen kann, ist sie Diebin geworden und nicht fahrende Heilerin oder sowas. Sie ist mit Zwillingen unterwegs, die sie beschützen will, doch gleichzeitig werden diese von ihr in die Kriminalität mit hineingezogen. Aber keine Sorge, ihr müsst euch das nicht merken, nichts davon ist wichtig! Weder Likahs Können mit Kräutern, noch ihr Diebesgeschick oder die Zwillinge sind irgendwie relevant. Fast alles, was Likah sagt, wird als sehr intelligent wahrgenommen. Obwohl sie meist nur Basic Dialog hat, bekommt sie Komplimente wie »Sie haben eine scharfe Zunge«. Was die Autorin nicht aus den Grisha Romanen übernommen hat, ist ähnlich wie alles, was man momentan in YA Romanen findet (auch wenn dies kein YA ist). Die Protagonistin ist langweilig, lässt sich von A nach B schubsen, hat keine eigene Agenda, ist selten selbst aktiv und findet keine Wege, etwas an ihrer Situation zu ändern. Das macht Likah als Protagonistin unerträglich und ich möchte sie die ganze Zeit nur anschreien, doch endlich etwas zu tun. So verbringt Likah z.B. mehrere Wochen allein im Schloss, während ihr Meister nicht da ist, sie denkt aber nicht einmal daran, nach den Zwillingen zu suchen. Die Autorin weiß, dass die Zwillinge in Sicherheit außerhalb des Schlosses in der Stadt sind, also macht sich auch die Protagonistin keine Gedanken (klar, sie fragt ihren Meister und der sagt dann »Nö, ich sag dir nicht wo die sind.« und damit geht Likah dann murrend ab). Bei über 40% des Buches hat Likah massenweise Zahlen, Daten, Fakten über ihr Land gelernt, in Schulstunden, die sie als langweilig beschreibt. Alles, was sie bis dahin an Magie gelernt hat, ist wie sie mit Vollspeed in einen Karren reinkracht. Man könnte fast meinen, ihr Lehrmeister Arkin will ihr gar nichts beibringen. Aber auch hier verrät der Klapptext schon mehr (für alle, die den Plottwist nicht schon 20 Meilen gegen den Wind riechen) »Als sie jedoch herausfindet, warum Arkin sie wirklich zu seiner Schülerin gemacht hat, stellt das alles infrage, woran sie jemals geglaubt hat.« Kurz bevor Likah von einem anderen Erben bloßgestellt wird, erzählt die Autorin noch schnell wie nahe Likah und dieser Erbe sich stehen, damit irgendwie Drama aufgebaut wird. Aber wir haben vorher kaum etwas davon mitbekommen, dass die beiden Kontakt hatten. In dem folgenden, semi-gut aufgebauten Whodunit-Mystery-Plot beweist Likah man wieder, dass sie nichts kann. Sie kann sich nicht verteidigen, nicht für dich einstehen, lässt alles über sich ergehen. Arkin macht das schon. Meist lösen Männer so wie so all ihre Probleme (außer, wenn ihre Freundin vorschlägt zu deren Vater zu gehen, weil der das Problem lösen kann).
Schreibstil Das Buch kommt komplett ohne die Beschreibung von Emotionen aus. Egal ob die Held*innen, Angst, Panik, Erleichterung oder Glück verspüren, es wird nicht beschreiben. Dafür ziehen/rollen sich Herzen zusammen, Blut ist mal da und Mal kommt es gerade in irgendeine Extremität zurück, Knie sind ständig am knarzen oder Körper machen sonst irgendwelche Kunststücke. Die fehlende Beschreibung von Emotionen ist der Grund, warum ich keine Bindung zu den Figuren aufbauen konnte. Für mich bleiben sie daher Statist*innen in ihrer eigenen Story. Gerade wenn Likah mir erzählen will, dass sie ja so eine gute Bindung zu ihrem Lehrmeister hat, kann ich nur mit dem Kopf schütteln, denn es gab keine einzige Szene, in der die beiden irgendeine Art von Vertrauen zueinander aufgebaut hätten. »Show, don’t tell« ist ein Rat, der nicht immer zu 100% befolgt werden muss, aber hier wird (wie in vielen anderen Fantasy und/oder YA Büchern) nur erzählt, nie gezeigt! Der Schreibstil ist flüssig. Jedoch übertreibt es die Autorin an vielen Stellen mit den blumigen Umschreibungen, die auch nicht immer Sinn ergeben. Sätze wie »Mein Herz rollte sich zusammen« wirken in einer kritischen Situation einfach fehl am Platz. Die Aufteilung der Kapitel in ist sehr verwirrend. ZB. endet ein Kapitelabschnitt mit einem kleinen Cliffhanger und im nächsten Abschnitt geht es dann nahtlos weiter. Vielleicht waren diese beiden Abschnitte irgendwann mal anders angeordnet oder es hätte etwas dazwischen sein sollen. Aber solche und ähnliche Beispiele gibt es in dem Buch oft. Das lässt die Strukturierung willkürlich erscheinen.
Weltenbau Das Worldbuilding ist genau so lange altmodisch und dann plötzlich modern, wie die Autorin es gerade braucht. Außer vagen Beschreibungen, wie Gebäude aus »Kalkstein und Marmor« bekam ich nicht viel. An anderer Stelle ist von Wattebäuschen, Reißzwecken, Pflastern und Spielzeugeisenbahn die Rede, was impliziert, dass das alles in dieser Welt existiert, aber komplett fehl am Platz wirkt. Auch Monatsnamen wie »September« kommen vor und ich fragte mich während des Lesens, ob das schlechtes Worldbuilding ist, oder ob wir hier eine Version der Erde in der Zukunft haben? Denn wie sonst sollte eine erfundene Fantasy-Welt die Monatsnamen des gregorianischen Kalenders oder Modelle unseres Sonnensystems haben? Diese Fragen haben mich aber nicht davon abgehalten das Buch abzubrechen.
Diversität Likah verliebt sich in eine dicke, immer lustige, super supportiv Schneiderin und Thora wird beschrieben als Mann mit »dunkler Haut«. Sonst wird keine Hautfarbe beschrieben, ich gehe davon aus, dass der Rest der Besetzung weiß ist.
Cover Das Cover ist schön, hat aber mit dem Buch nichts zu tun. Tatsächlich sieht es so aus, als hätte man den Cover-Leuten die ersten Kapitel gegeben, die im Wald stattfinden und in dem ein Schmuckstück gestohlen wird. Diese ersten Kapitel sind aber nicht maßgeblich für den Rest des Buches. Trotzdem ist es ein Cover, das Lust auf mehr macht.
Fazit Die ganze Geschichte funktioniert nur, weil NIEMAND Likah etwas anvertraut und sie selbst keine Motivation hat, irgendwas zu tun. Die wenigen Momente, in denen sie aktiv wird, sind ein Buch in der Bibliothek aufschlagen und relativ schnell genau das finden, was sie braucht (ohne Register, ohne irgendwelche Hilfe). Es ist ein Debüt-Roman und ich wünschte mir, jemand im Verlag hätte die Autorin besser an die Hand genommen, den Text strenger lektoriert, die Story gestrafft und den Figuren Leben eingehaucht. Ich glaube, das hätte alles eine gute Geschichte werden können, aber so ist es einfach nur Grisha auf Wish bestellt, übertüncht mit hochtrabenden Satzkonstruktionen, die zu ⅔ keinen Sinn ergeben.
Och, weiß nicht, ich mochte es insgesamt erstaunlich gerne. Und mal ein Fantasy-Einzelband war sehr nett. Ich mache mal eine Liste.
Was mir nicht gefallen hat:
Die Plotdevice-Zwillinge. Sie spielen nach Kapitel zwei nie wieder einen aktiven Part und ständig vergisst Likah sie in ihrer weiteren Lebensplanung, zum Beispiel, als sie über ein eventuelles Familienleben mit nachdenkt. Dass sie ganz am Ende nochmal auftauchen, .
Actionfilm-Logik. Wiederholt werden Figuren schwerstens verletzt (gebrochene Knochen, Fleischwunden, Verbrühungen, verschüttet unter Ruinen etc.) und / oder haben heftige Schmerzen, aber zwei Minuten später ist das komplett vergessen. So funktioniert das nicht.
Der Untergrund. Ich verstehe die ganze Logistik da nicht. Es ist viel zu einfach, hinter dem Rücken der Wachen
Likahs Gefühlswelt. Sie vergisst nicht nur sporadisch die Zwillinge, sie fühlt sich auch ständig „verraten“ von jedem, der je etwas zu ihrem Nachteil unternommen hat. Obwohl es zum Beispiel bei viel naheliegender ist, dass die verhaftet und ausgequetscht wurde, als dass sie Likah mit böser Absicht hintergangen hat.
Likah fragt nie nach. Sie fragt Arkin nicht (genug) nach den Zwillingen. Sie fragt nicht nach den Verfolgern, die damals hinter ihr her waren. Sie fragt nicht nach etwas mehr Hinweisen als kryptischen Andeutungen. Die Handlung würde wahrscheinlich schneller vorangehen, wenn sie mehr an ihrer Umwelt interessiert wäre. Natürlich macht Arkin ihr die Sache auch nicht leichter, weil er ihr nie was erklärt, selbst wenn das unnütz bis kontraproduktiv ist.
Likah als Arkins Nachfolgerin. Andere Meister und Schüler haben einen deutlichen Altersunterschied, aber Arkin ist Anfang dreißig und bildet eine Siebzehnjährige aus (und die ist sogar schon seine zweite Schülerin!). Was glaubt der denn, wie lange die ihm noch nachfolgen kann, wenn er mal den Löffel abgibt? Es wurde nämlich nie erwähnt, dass er erwartet, jung zu sterben.
Die Nebenfiguren. Likah wirft beim Ball plötzlich so viele Namen in den Raum, dass ich mich gefragt habe, woher sie die kennt – sicher nicht von Arkin, es wäre ja ein glattes Wunder, wenn der ihr mal was erklären würde. Schade fand ich auch, dass diese Figuren später entweder keine Rolle gespielt haben , irgendwie verwirrend waren oder einfach platte Bösewichte waren
Das Kindheitsthema. Likah ist darauf fixiert, dass sie nie eine Kindheit hatte und den Zwillingen unbedingt eine geben will – dabei lebt sie in einer Welt, in der Achtjährige wegen Diebstahls hingerichtet werden können, d.h. in der Kinder offenbar als kleine Erwachsene behandelt werden und diese romantische Verklärung von Kindheit fehl am Platz wirkt.
Schneestirn. Dieses RPG-Pferd spawnt aus dem Nichts, wenn man es braucht, und sobald Likah Himaran betritt, verschwindet es in ihrem Inventar. Beweist mir das Gegenteil!
Was mir gefallen hat:
Meine Herren, hat die Autorin es drauf, Schmerz zu beschreiben. Selten sowas Anschauliches gelesen. Es ist sehr beeindruckend.
Die beiden Geschichtsstränge, die miteinander verwoben sind, waren interessant miteinander verknüpft (besonders hat mir einen netten „Hey, den Typen kennst du doch!“-Moment verschafft).
Das Worldbuilding war nett harmonisch in die Geschichte eingefügt und hat sich … irgendwie richtig angefühlt, anstatt uns im Lexikonstil vor den Latz geknallt zu werden. Ebenso das Zeichen in Likahs Nacken, das buchstäblich seit der ersten Szene erwähnt wird, aber es wurde der Versuchung widerstanden, das Geheimnis zu schnell aufzulösen.
Keine Romanze mit , juhuu!
Ich bin etwas überrascht, dass andere Reviews die Liebesgeschichte so unglaubwürdig fanden. Außerdem haben die beiden cooles Zeug zusammen gemacht und waren schon lange vor dem Kuss so auf Schmusekurs, dass das jetzt wirklich nicht unerwartet kam. Also, ich fand es gut. (Und selbst, wenn nicht – srsly, chill, Hollywood schreibt ständig doofe, unglaubwürdige Heteroromanzen, wenn das jetzt endlich auch für Nicht-Heteros erlaubt ist, sind wir einen großen Schritt weiter.)
Ebenfalls im Gegensatz zu anderen Reviews sehe ich es sehr positiv, dass das hiesige Magiesystem (ausdrücklich nicht die Welt an sich, die ist nen Tacken älter) erst zweihundert Jahre alt ist. Reicht doch. Und macht die ganze Sache irgendwie nett bodenständig.
Likahs Verhältnis zu ihren Eltern fand ich sehr schön ambivalent. Dass sie den beiden zwar grollt, aber eindeutig auch an ihnen hängt, war mal was anderes und hat viele Fragen aufgeworfen.
Insgesamt mochte ich den Twist / Hauptkonflikt am Ende sehr, auch wenn ich es noch schöner gefunden hätte, wenn von vornherein so eine Teufel-Rolle eingenommen hätte und quasi mehr Teil der Alltagskultur gewesen wäre, anstatt dass sie ein relativ akademisches Thema zu sein scheint. Aber das ist sicher Geschmackssache.
Wieso redet eigentlich niemand über Unterwasserstadt? Die ist Liebe. Meine absolute Lieblingsstelle im Buch. Ich mag es, wenn latent beunruhigend Naturgesetze gebrochen werden, und auch Likahs Reaktionen darauf waren absolut passend. Ich brauche mehr verspukte Unterwasserstädte .
Die ständig auftauchenden als Spione mochte ich, so auf einem Foreshadowing-Level.
Die Magiebeschreibungen waren sehr stimmungsvoll und sparkly (im positiven Sinn).
Also, insgesamt fand ich es ganz unterhaltsam und sehe da Luft nach oben.
▪︎Meinung Dies ist der Debütroman von Lucinda Flynn. Das wunderschöne Cover ist ein richtiger Blickfang und sorgte dafür, dass ich auf das Buch aufmerksam wurde. Der Schreibstil ist sehr lebendig, angenehm, bildhaft und fesselnd, sodass man schnell in die Geschichte findet und Lust hat weiter zu lesen. Die Geschichte wird aus zwei Sichten erzählt, doch hauptsächlich begleiten wir die Protagonisten Likah, dennoch gibt es auch einige Abschnitte in denen wir Thora begleiten. Likah ist so eine tolle, starke Protagonistin, die schon früh lernen musste, für sich selbst zu sorgen. Sie handelt völlig selbstlos, als sie die Zwillinge unterwegs aufnimmt und für sie sorgt. Für sie würde Likah sogar ihr Leben opfern. Doch in Momenten wo sie wütend ist handelt sie manchmal etwas unüberlegt. Sie war mir schon zu Beginn der Geschichte sympathisch und sehr authentisch.
Thora, der zweite Protagonist ist freundlich, sympathisch und ein geborener Anführer. Zu Beginn war mir nicht ganz klar was ich von ihm halten sollte, bis die Fäden am Ende zusammen liefen und man seine Bedeutung verstanden hat.
Als kleine Nebenhandlung gibt es eine Liebesgeschichte, welche wenig Platz einnimmt. Sie kam sehr unerwartet und hat dennoch sehr gut zur Geschichte gepasst. Die Geschichte hat ein gutes Tempo und der Spannungsbogen steigt im Laufe der Handlung immer mehr an.
Was mich leider etwas gestört hat waren die Zeitsprünge innerhalb der Geschichte. Manchmal wusste man garnicht, in welchem Rahmen sich dir Geschichte eigentlich bewegt. Die Grundidee mit der Magie der erste Sprache fand ich sehr gut, aber nicht zu hunderprozent gut umgesetzt. Denn es wurden wichtige Aspekte des Systems nicht erklärt. Leider. Likah und Thora gehen beide ihren Weg und fügen sich ihrem Schicksal, stellen nur wenige Fragen. Man bekommt als Leser damit wenig Informationen mit. Mir ist nicht richtig klar geworden, welchen Zusammenhang es zwischen der Handlung und dem Tod von Saaid gibt und was Arkin letztendlich damit bezweckt hat, Likah als Schülerin aufzunehmen.
▪︎Fazit Die Autorin hat mir ihrem Debütroman ein tolles Buch geschrieben. Zwar hat es auch seine Schwächen dennoch hat mich die Idee und der Schreibstil abgeholt.
Die Erbin des Windes von Lucinda Flynn ist ein wunderschönes Buch. Das Cover ist definitiv ein Highlight. Das grüne, waldige gefällt mir sehr gut und macht neugierig auf den Inhalt des Buches. Ich finde dass das Cover definitiv aus der Menge der Bücher heraussticht und die Lesenden auf sich aufmerksam macht. Nach dem Ich nun auf das wunderschöne äußere des Buches eingegangen bin möchte ich auch noch ein paar Worte zu dem mindestens genau so guten Inneren verlieren.
Die Namen der Charakter sind außergewöhnlich, passen für mich aber sehr gut in das gesamte Setting des Buches. Dieses ist aufregend und das Worldbuilding ist originell. Auch die Idee mit der Ersten Sprache als Magiesystem gefällt mir sehr gut. Alle Charaktere sind gut geschrieben und mir sogleich symphytisch gewesen. Auch die Nebencharaktere hatten ihren eigenen unvergleichbaren Charme. Sämtliche Handlungen waren nachvollziehbar.
Die sich entwickelnde Liebesgeschichte ist erfrischend und rundet das ganze ab. Auch das ein Teil der Charaktere Queer sind und dies ganz normal eingeführt wird ist wunderbar. Mir gefiel auch die Beziehung zwischen Likah und den Zwillingen, es war schön zu sehen wie sie trotz ihrer nicht allzu leichten Vergangenheit alles für die beiden aufs Spiel gesetzt hat.
Die Gesellschaftskritik, welche mehr oder weniger offensichtlich in der gesamten Geschichte versteckt war, finde ich wirklich sehr gut dargestellt.
Der Schreibstil der Autorin ist lebendig und sehr angenehm zu lesen. Ich hatte ein sehr flüssiges und angenehmes Lesererlebnis. Die Geschichte ist aus zwei Sichten geschrieben, beide haben mir gut gefallen und einen schönen Einblick gewährt.
Die Geschichte konnte mich mit seiner Geschichte und dem tollen Schreibstil total fesseln. Ich habe einige schöne Lesestunden damit verbracht und kann dieses wahnsinnig gute Fantasy Buch guten Gewissens weiter empfehlen. Abschließend bleibt mir nur noch zu sagen dass mit diesem Buch einige schöne Lesestunden einher gehen.
Nach einem Diebstahl steht die Welt für Likah und ihre zwei Schützlinge Kopf. Denn genau der soll rollen. Aber … Das Glück scheint Likah Laien hold zu sein, denn der Fürst Arkin Minnestra setzt sich für sie ein und nimmt sie zur Schülerin. Überrascht und neugierig nimmt Likah das Angebot an ohne zu ahnen wie groß diese Verantwortung noch auf ihren Schultern lasten könnte. Denn Intrigen und Machtspiele sind am Hof an der Tagesordung.
Meine Meinung
Ich bin ja Coverliebhaber bei sogenannten Eyecatchern und genau dieses hier sprach mich von der Aufmachung und dem Titel sofort an. Hier trifft man auf die 17-jährige Likah Laien, die sich ihren Lebensunterhalt mit Diebstahl verdient und die sich um zwei Zwillinge namens Gem und Alia kümmert. Gemeinsam mit den Kids will sie sich nach einem letzten großen Raub zur Ruhe setzen. Aber genau dieser letzte Raub wird den dreien zum Verhängnis. Sie werden gestellt und dem Richter in Kathasia vorgeführt. Die Strafe ist eindeutig und doch rettet sie ein Entschluss. Und zwar der Entschluss Likah als Schülerin auszubilden für die Nachfolge von Fürst Arkin.
Ich liebe die Idee und auch die Umsetzung. Ich hatte an manchen Stellen Kopfkino, aber nicht komplett durchgehend, was an sich ja nicht schlimm ist. Die Story gefällt mir mit der Schulung die Likah von Arkin erhält, die Geheimnisse die auf sie warten, wie auch die Art wie sie sich verändert. Sie wird taffer und doch hat sie einen ausgeprägten Beschützerinstinkt. Ich fand die Protagonisten sehr interesssant, aber am meisten stachen für mich Likah und Arkin heraus.
Eine Fantasy-Story mit einem Nachklang der zwar gut umgesetzt war, aber mich nicht ganz zufrieden stellen konnte, wobei das an meinem persönlichen Geschmack liegt.
Ich lese ja relativ viel Fantasy und so ein Debüt ist schon irgendwas besonderes. Irgendwie hab ich auch immer das Gefühl, dass gerade Fantasy und High Fantasy wirklich streng bewertet wird, weil man auch oft "große" Konkurrenz im Hinterkopf hat. Es wird großes erwartet, eine fabelhaft Welt mit allem was eben so dazu gehört, am besten wortgewaltig und trotzdem flüssig und einfach erzählt, die perfekte Mischung machts. Fantasy scheint anders zu sein als alle anderen Genres und oft wirkt es, als würde es auch nach anderen Maßstäben bewertet.
Der Schreibstil und die Charaktere von Lucinda Flynn würden in einem anderen Genre deutlicher gelobt werden, da bin ich sicher. Hier, in einer Fantasygeschichte, wirkt tatsächlich alles etwas zu "wenig". Es liest sich stellenweise etwas unrund, man verliert sich in Details, der Lesefluss ist gestört usw usw. Irgendwie ist vorn und hinten alles nicht ganz rund und "präsent". Es hinkt ein bisschen. So würde ich es meiner Meinung nach beschreiben, ja.
Aber ... wie alt ist die Autorin? Sie wirkt sehr jung und das ist ein Debüt. Dafür: Hut ab! Ich habe es dennoch gern gelesen. Man muss sich darauf einlassen (wollen). Und ich möchte oder würde auch weitere Bücher von ihr lesen. Ich denke, gerade bei einem Debüt, sollte man wirklich nicht so streng bewerten.
Was ich dagegen schon eher bedenklich finde ist, dass sie auch Lektorat und Co. anbietet, mit allem was dazu gehört, und anderen Autor:innen Tipps geben will, wobei man nicht weiß, ob sie nicht vielleicht selbst noch Tipps von anderen gebrauchen könnte, aber das ist ein anderer Schuh.
Ich hab mich leider sehr schwer getan mit dem Buch. Im Grunde hat man hier einen Einteiler in der Hand, der locker eine ganze Triologie hätte füllen können. Vorweg, die Grundidee fand ich klasse und auch der Schreibstil hat mir sehr gefallen. Aber hier auch der erste Kritikpunkt: Der Stil war meist poetisch und sehr bildlicht dargestellt, nur leider wirkten dagegen die Dialoge der Charaktere total dünn und fast schon kindlich. Der Kontrast ist mir immer wieder stark aufgefallen und hat meinen Lesefluss gestört. Die Geschichte wirkte extrem gequetscht, die Autor*in hat versucht ihre ganzen Ideen auf 440 Seiten in einem einzelstehenden Band zu verfrachten und hat dabei die Tiefe der Story und Charaktere außer Acht gelassen. Alles wirkte gehetzt, das Worldbuilding ist komplett unvollständig, die Charas sind dünnhäutig und leblos. Wenn die Story für drei Bücher gedacht gewesen wäre, hätte man alle vorhandenen Schwächen und Lücken ausbügeln können und man hätte eine wirklich spannende und teils düstere Fantasystory gehabt. Ich gehe davon aus, dass der Verlag da strenge Auflagen hatte und nur einen Einzelband wollte. Die Romance wirkte erzwungen und das Ende fand ich leider am schlimmsten und muss erschreckenderweise schon sagen, sehr sinnlos und hat für mich keinen tieferen Sinn ergeben.
Kurz gesagt: zwei Sterne für die tolle Grundidee, leider jedoch mit rundherum mangelnder Ausführung. Sehr schade :(
Die junge Likah, hält sich mit Diebstählen über Wasser. Mit diesen versucht sie, für die Zwillinge und sich ein besseres Leben aufzubauen. Leider wird sie bei ihrem letzten Überfall geschnappt und erwartet die Todesstrafe. Allerdings kommt alles anders und sie erhält die Möglichkeit in die obere Klasse des Landes aufzusteigen.
Likah ist eine starke Frau, liebe- und verantwortungsvoll. Sie hat es nicht einfach in ihrem Leben bisher und muss sich mit einer völlig neuen Situation abfinden. Ihre Entwicklung ist sehr wundervoll beschrieben und ich konnte mich gut in sie hineinversetzten.
Sie muss lernen, das nicht jeder ihr freundlich gesinnt ist und das es jede Menge Geheimnisse, rund um die Erste Sprache gibt.
Über die Story erzähle ich nichts weiter, möchte ja nicht spoilern 😉.
Geschrieben ist dieses spannende und an manchen Stellen, grausame Buch in einem wunderbaren bildhaften und flüssigen Schreibstil. Ich konnte mich immer sehr gut in die Situationen hineinversetzten und habe mit Likah gelernt, Freundschaften geschlossen, wurde getäuscht und habe nach der Wahrheit gesucht.
Die Spannung bleibt stets vorhanden, und die Story ist sehr interessant, für mich ging es um Liebe, Vertrauen, Verantwortung und die Frage, wie weit ist man bereit zu gehen, um Macht zu erlangen und zu erhalten.
Ich lese kaum noch deutsche Fantasy, also ist mein Review wahrscheinlich viel zu hart, aber "Die Erbin des Windes" konnte mich aus mehreren Gründen nicht überzeugen: das Erzähltempo ist dermaßen straff sodass alle Figuren, World-Building und auch Handlung stark verkürzt sind. Es fehlt an Tiefgang und für mich an Immersion. Dies zeigt sich auch sprachlich: teilweise wird der betuliche Erzählstil von Mittelalter-Fantasy genutzt, dann ist es wieder ganz salopp. Selbst innerhalb einzelner Dialoge finde ich die sprachlichen Brüche frappierend. Mir fehlt emotionaler Tiefgang, ein überzeugendes Magiesystem und eine überzeugende Welt. Die Protagonistin war flachgestrickt, leichtgläubig und überzeugte mich mit ihrem Hintergrund, ihren Handlungsmotiven und auch ihrem Charakter nicht wirklich. Ich glaube, dass das Buch sehr viel besser gewesen wäre, wenn es hundert Seiten mehr hätte. Insgesamt eine Enttäuschung.
3,5 - Ich habe mich absolut in den Schreibstil der Autorin verliebt. Und auch das Worldbuilding - tolle Ideen, tolle Welt. Woran es lag? Ich glaube die Geschichte hätte mehr Raum gebraucht. Am Anfang ging mir (in beiden Handelssträngen) einiges zu schnell. Da hat mir einfach zu viel Entwicklung bei den Figuren gefehlt, die Figuren taten einfach, was für die Geschichte richtig war - ohne zu hinterfragen oder zu zweifeln. Insbesondere Thora blieb mir dabei durchweg als Figur viel zu blaß. Ihn konnte ich absolut nicht einordnen. Anfangs dachte ich zB er sei 12 oder 13? Aber das wurde irgendwie immer unwahrscheinlicher.
Fazit: Schreibstil und Worlbuilding fand ich so überzeugend, dass ich auf jeden Fall mehr von der Autorin lesen will, auch wenn mich der Rest nicht ganz überzeugt hat.
In diesem Buch dreht es sich um die "erste Sprache", mit der man so ziemlich alles beherrschen kann. Dies hat aber seinen Preis, den die, die die erste Sprache ausüben, augenscheinlich nicht zu kennen scheinen.
Auch Arkin, der die junge Aliah als seine neue Schülerin in Kathasia, dem Reich des Windes, aufnimmt, weiss hierüber nichts genaues, scheint aber gewisse Dinge zu Ahnen, nachdem erst sein eigener Meister & danach bei einem Unfall sein ehemaliger Schüler ums Leben kommt.
Kann dieses Buch jedem empfehlen, der gerne Fantasy liest, aber auch gegen eine kleine Liebesgeschichte und Intrigen der Charaktere untereinander, nichts hat.
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Das Magiekonzept hat mich wirklich sehr begeistert, ich war richtig neugierig darauf. Likah war sympathisch, es war viel Raum zum Miträtseln da und die Spannung ist immer weiter gestiegen. Auch der Handlungsstrang aus der Sicht einer anderen Figur hat mir sehr gut gefallen. Insgesamt, finde ich das Konzept super, leider kam mir die Lösung recht simpel vor, sowie der Weg zur Wahrheit, alles ist recht schnell passiert, meiner Meinung nach, hätte ich mir mehr Tuefe gewünscht, dennoch hat mir das Buch gut gefallen.
An machen stellen fand ich’s bisschen verwirrend aber im Großen und Ganzen war es verdammt gut!!! - Achtung kleiner Spoiler (nichts dramatisches) Ich fand’s total cool das es endlich mal ein queres Pärchen gab ohne das darauß ein großes Ding gemacht wurde, es war einfach so! Das hat Mich so glücklich gemacht da ich das Buch einfach wegen der storyline gekauft hatte und gar keine Ahnung hatte das es ein bisschen queer war. Als es dann soweit war hab ich gequiekt vor Freude!☺️🏳️🌈 - Also mir hat das Buch gefallen👍🏼
Ich weiß es ist ihr erstes Buch und vielleicht tue ich ihr auch Unrecht aber die Geschichte, der Schreibstil, die Charaktere einfach alles war meeh und ich bin so froh durch zu sein 🙏
Leider ein Flop. Zu wenig World building, zu flache Figuren. Tolle Ideen, aber mangelhaft in der Ausführung. Leider hatte ich mit dem Buch keinen Spaß.
Es hat langsam angefangen sich dann sehr interessant entwickelt und gegen Ende wieder etwas nachgelassen. Alles in allem aber eine sehr interessante Geschichte.