Ein altes Phantombild – eine düstere Familiengeschichte
Als die Schriftstellerin Eva zufällig auf ein Phantombild in einer Zeitung stößt, gerät ihr Leben plötzlich aus den Fugen. Es ist das Bild einer Frau, die im November 1970 im norwegischen Bergen gewaltsam zu Tode gekommen ist und deren Identität nie aufgedeckt wurde. Doch warum sieht diese Frau ihrer Mutter zum Verwechseln ähnlich? Als Eva die Mutter mit ihrer Entdeckung konfrontiert, weiß sie sofort, dass sie auf ein dunkles Familiengeheimnis gestoßen ist, dem sie auf den Grund gehen muss. Eine Reise nach Norwegen führt Eva Schritt für Schritt in die Vergangenheit einer Fremden voller Rätsel ...
Als Eva morgens beim Bäcker den unvermeidbaren Blick auf die Schlagzeile der BILD wirft, kann sie es kaum glauben: Das Gesicht auf der Titelseite sieht aus wie sie! Das erste Mal in ihrem Leben greift sie sich eine Ausgabe dieser Zeitung und bezahlt sie zusammen mit ihrer Butterbreze.
Zuhause angekommen, vertieft sie sich in die Lektüre – erst die Zeitung, dann die eigentliche Recherche: Im Jahr 1970 wurde im norwegischen Isdal eine halb verbrannte Frauenleiche gefunden. Ihre Identität konnte nie geklärt werden, doch neue DNA-Analysen lässt Wissenschaftler vermuten, dass die unbekannte Frau aus Deutschland stammte.
Eva ist sprachlos. Diese Frau, die sowohl ihr als auch ihrer Mutter wie aus dem Gesicht geschnitten ist, lässt sie nicht los. Doch als sie ihre Mutter mit dem Bild und dem Artikel konfrontiert, stößt sie auf eine Mauer des Schweigens. Und so packt Eva kurzerhand ihre Sachen und macht sich auf nach Norwegen, das seit über 50 Jahren ungelöste Rätsel der Isdal-Frau aufzuklären. ______________
Ich habe das Buch letztes Jahr von meiner Oma zu Weihnachten bekommen und nun im Sommer gelesen und es hat mir wirklich gut gefallen! Der wahre Kriminalfall um die Isdal-Frau interessiert mich eh schon ziemlich lange und die Art, wie sich Anja Jonuleit dem Rätsel fiktiv genähert hat, fand ich super. Tolles Buch!
Vor einigen Jahren habe ich die Romane von Anja Jonuleit total verschlungen, doch dann etwas aus den Augen verloren. Ich bin froh, das ich hier nun zurück zu ihr gefunden habe.
Durch das sehr informative Nachwort habe ich noch das ein oder andere neue über den Fall gelesen, der mir schon vorher bekannt war. Tatsächlich war dieser auch der Grund für mein Interesse an "Das letzte Bild"
Deshalb war ich zugebener Maßen auch etwas skeptisch. Es ist immer so eine Sache, einen Fall selbst weiter zu spinnen. Natürlich ist es dann letztendlich ein Roman, aber für mich spukte der echte Fall schon auch im Kopf herum. Vermutlich hat man da einen Vorteil, weil man sich dann anders auf die Geschichte einlassen kann.
Ich habe schon immer überlegt, wie plausibel die Handlung im Zuge des Hintergrunds ist. Manches fand ich daher zugebener Maßen etwas überzogen. Gleichzeitig war die Handlung innerhalb des Buches schon auch logisch. Die historischen Hintergründe haben mich persönlich dabei genauso interessiert, wie Evas Recherchen in der Gegenwart. Ich mochte Eva als Figur auch mit am liebsten. Sie war mir einfach sympathisch, außerdem konnte ich mich mit ihr am meisten identifizieren. Das ist nicht unbedingt ein wichtiges Kriterium für mich, ein Buch gut zu finden, aber in diesem Fall hat es auf jedenfall den eh schon positiven Eindruck unterstützt..
Ansonsten fand ich auch die historischen Hintergründe total interessant, da mir diese Zusammenhänge zum Teil nicht bekannt waren.
Für mich auf jedenfall eine sehr lohnende Lektüre. Jonuleit werde ich sicher nicht so schnell wieder aus den Augen verlieren.^^
1944 läuft ein kleines Mädchen weg, voller Wut bestraft worden zu sein, und wird dadurch in den Kriegswirren von Mutter und Schwester getrennt. Nach einer unglücklichen Jugend in einer Pflegefamilie zieht die junge Frau 25 Jahre später auf der Suche nach ihren Wurzeln rastlos durch mehrere europäische Länder. Erstaunlich, wie sie sich auf ihrem Weg immer wieder hilfsbereite Menschen zunutze macht. In der Gegenwart verschlägt der deutschen Journalistin Eva eine Zeitungsmeldung die Sprache, in der mithilfe eines Phantombilds Informationen zu einer Toten gesucht werden, deren Fall in Norwegen seit 50 Jahren ungeklärt ist. Eine Zahnschmelzanalyse hat inzwischen ergeben, dass die Unbekannte mit der Fellmütze als Kind bei Nürnberg gelebt haben muss und später in Frankreich.
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Parallel zu Evas Recherche ist auch der norwegische Historiker Laurin mit der Vergangenheit seiner Familie konfrontiert, dem das Schicksal der in Norwegen diskriminierten Lebensborn-Kinder und "Deutschenliebchen" ein besonderes Anliegen ist. Ohne seine Recherche hätte es vermutlich noch immer keine offizielle Entschuldigung bei den Betroffenen gegeben. Schließlich sind es wieder Fotos, die Eva und ihre Informanten auf die richtige Spur führen.
Ein sehr ausführlicher Anhang zur Entstehungsgeschichte des Romans listet Quellen und Ermittlungsergebnisse zum realen Fall der Frau von Isdal auf.
Fazit
Mein Einstieg in Anja Jonuleits Roman, dem ein realer Fall zugrundeliegt, war zunächst steinig. Gleich zu Beginn ließen mich mehrere Figuren bei ihrem ersten Auftritt über ihr sonderbares Verhalten grübeln, das mir keinen Raum ließ, mir selbst ein Bild von ihnen zu machen. Zum Glück fand die befürchtete triviale Schwarz-Weiß-Malerei nicht statt und der Roman entwickelte sich zu einer komplexen Spurensuche mit - vielen - glaubwürdigen Figuren aus drei Generationen. Besonders ans Herz gewachsen sind mir die pfiffige Moen, der einheimische Polizeikommissar – und natürlich hat mich die Rolle der Fotografie bei der Aufklärung des Falls begeistert. Das Schicksal der Schwestern und die Nähe einiger Figuren zu realen Personen sind mir sehr nahegegangen. Anja Jonuleit thematisiert mit ihrer Spurensuche bewusstes und unbewusstes Erinnern, das Schicksal von Kriegskindern, den Umgang mit Kriegsschuld, Gründe für Verdrängung, sowie die Rolle von Sensations-Journalismus.
Wow, was für ein Buch! "Das letzte Bild" beruht auf einer wahren Begebenheit und vereint Fiktion mit Wirklichkeit. Entstanden ist ein spannender Kriminalfall, der durch intensiv recherchierte geschichtliche Tatsachen, bis zu letzten Seite fesselt.
2019 entdeckt Eva das Foto einer Frau in der Zeitung, die 1970 in Norwegen tot aufgefunden wurde. Die erstaunliche Ähnlichkeit zu ihrer Mutter, lässt Eva keine Ruhe, bis sie sich aufmacht um das Rätsel um die Isdal-Frau zu lösen.
Die Verflechtung verschiedener Stränge und Zeitebenen, ist der Autorin meisterhaft gelungen. Immer weiter nähern sich die Geschichten an, um nach und nach Sinn zu ergeben. Evas Ermittlungen wechseln sich ab mit Erzählungen aus dem Leben der Marquerite.
Die geschichtlichen Komponenten, unter anderem auch um die Lebensbornheime des zweiten Weltkriegs, sind sehr erschreckend und tragisch, erzeugen jedoch eine fesselnde und mitreißende Story.
Der packende Schreibstil sorgt für einen sehr guten Lesefluss. Zusammen mit einem tatsächlichen Kriminalfall und einer fiktiven Familiengeschichte, entsteht eine glaubwürdige und nachvollziehbare Handlung.
Mich hat dieses Buch sehr beeindruckt und begeistert. Die Art zu erzählen und dabei wahre geschichtliche Elemente einzubinden, ist Anja Jonuleit unglaublich gut geglückt. Für mich hat alles gepasst und ein stimmiges Gesamtbild ergeben. Großartig und eine klare Leseempfehlung!
Unglaublich spannend, mitreißend und informativ – ein absoluter Pageturner
Worum geht’s? Eva sieht auf dem Titelbild einer Zeitung ein Phantombild, das ihr zum Verwechseln ähnlichsieht. Doch die Frau auf dem Bild ist in den 1970er Jahren tot in Norwegen aufgefunden wurde. Wer ist diese Frau? Ist sie eines natürlichen Todes gestorben? Eva begibt sich auf den Fußspuren der Unbekannten, die sie in die dunkle Vergangenheit ihrer Vorfahren führen.
Meine Meinung: Anja Jonuleit hat mit „Das letzte Bild“ einen wirklich außergewöhnlich intensiven Roman geschrieben. Basierend auf einer wahren Begebenheit, nämlich dem Fall der Isdal-Frau, hat sie recherchiert und einen Roman zu Papier gebracht, der Wahrheit und Fiktion perfekt vereint. Besonders erwähnenswert ist die Herangehensweise, wie die Autorin das Buch aufgebaut hat. Immer wieder bekommen wir Ausschnitte aus der Zeitung Die Zeit aus dem Jahr 2018. Dazwischen begleiten wir einmal Eva in der Gegenwart und zum anderen Margarete/Marguerite in der Vergangenheit. Beide Parts, Gegenwart und Vergangenheit, nähern sich immer mehr an und bilden am Ende für die LeserInnen ein perfektes und rundes Bild.
Die Geschichte selbst ist so faszinierend wie traurig. Margarete wird als kleines Kind von ihrer Zwillingsschwester Ingrid (Evas Mama) und ihrer Mutter getrennt. Sie wächst bei einer Familie auf, die sie aufgenommen hat und macht sich dann als junge Erwachsene auf die Suche nach ihrer vermissten Familie. Mir gefällt die Stärke, die Margarete hat. Andererseits stellt die Autorin auch das Getriebene, das Haltlose perfekt dar. Der fehlende Halt einer Familie scheint Margarete auch im Leben eine gewisse Unruhe gegeben zu haben. Ihre Suche bringt sie durch Belgien und Deutschland nach Rom, wo sie Damiano, den Fotografen kennenlernt. Er scheint fast eine Art Doppelleben zu führen – warum, das erfahrt ihr im Buch. Er nimmt Margarete mit nach Norwegen, wo sie ihrer Familie immer näherkommt.
Auf der anderen Seite haben wir Eva, die ihrer Tante unglaublich ähnlichsieht und mehrmals deswegen erschrockene Blicke erntet von Leuten, die ihre Tante persönlich kannten. Sie reist nach Norwegen. Der Polizist Solberg und die Übersetzerin Moen unterstützen sie bei ihrer Suche, die erschreckende Dinge zu Tage fördert. Aber deren Ergebnis Ingrid, der Mutter von Eva, auch eine große Last nehmen.
Und ich habe in dem Buch so viele neue Dinge erfahren. Lebensbornheime – davon hatte ich noch nie zuvor gehört. Ein erschreckender Einblick in die Zeit des 2. Weltkriegs, den uns die Autorin da gibt. Die Geschichte ist schon fast ein Krimi. Sowohl Margarete als auch Eva kommen der Wahrheit immer näher und am Ende gibt es dann einen so erschreckenden wie unerwarteten Showdown, ein Ergebnis, das die Geschichte ändert! Das Buch hat mich wirklich von Anfang bis Ende gefesselt und ich konnte es nicht aus der Hand legen! Es war mein erstes, aber definitiv nicht letztes Buch von Anja Jonuleit!
Fazit: „Das letzte Bild“ von Anja Jonuleit ist ein Roman, aber zugleich auch ein Krimi und ein Blick in die Schrecken des Dritten Reichs. Basierend auf einer wahren Geschichte erzählt die Autorin mal aus der Vergangenheit aus Sicht von Margarete, mal aus Evas Sicht aus der Gegenwart. Sie führt beide Geschichten immer näher zueinander, eine außergewöhnlich geniale Art, einen Roman aufzubauen. Und auch die Story selbst ist unglaublich! Jedes Detail wurde beachtet, es ist perfekt recherchiert. Es ist mitreißend und fesselnd und das Ende ist absolut unerwartet.
5 Sterne von mir und vielen Dank für diesen mehr als gelungenen Einblick in das Schicksal der Isdal-Frau!
Spannender, historischer Norwegen Krimi, nach einer wahren Begebenheit.
Lasst Euch von dem Cover nicht täuschen. Blumen kann man ja auch auf Gräber legen. Oder? Ich jedenfalls hätte, nur anhand des Bildes, keine so spannende, emotionsgeladene Geschichte erwartet. Die wahre Geschichte der Isdal-Frau hat mich von der ersten Silbe an in ihren Bann gezogen.
Eva konnte mich sehr beeindrucken. Die alleinerziehende Schriftstellerin entdeckt das Bild einer Frau in der Zeitung, die ihrer eigenen Mutter total ähnlich sieht. Auch sie selbst gleicht der Frau sehr, wie ihr Sohn sofort bemerkt. 1970 ist die Frau tot in den norwegischen Bergen von Wanderern entdeckt worden. Der Fall wurde wieder neu aufgerollt. Anhand eines Phantombildes hofft die norwegische Polizei nun endlich die Identität der Frau aufzudecken. Eva wendet sich sofort an ihre Mutter. Die will von dem Ganzen nichts wissen und weigert sich mit ihrer Tochter darüber zu reden. Spontan reist Eva nach Norwegen, um das dunkle Geheimnis zu lüften.
Ich habe angefangen zu lesen und war mitten in einem sehr spannenden Kriminalfall gelandet. Wieder einmal erfahren wir Dinge über den zweiten Weltkrieg und den Machenschaften der Nazis. Wieder einmal gibt es Menschen, die nicht mit dieser grausamen Zeit konfrontiert werden wollen. Sei es weil sie viele tragische Verluste hinnehmen mussten oder mit der NSDAP sympathisiert hatten. So stellte sich mir die Frage, warum die Zwillingsschwester der toten Margarete deren Existenz verschwiegen hatte. Eva wusste nichts von ihrer Tante. Ich habe sie sehr für ihren Mut bewundert. Die Reise nach Norwegen war alles andere als leicht für sie. Von der norwegischen Polizei wurde sie mit offenen Armen empfangen. Endlich kann die die Identität der Isdal-Frau gelüftet werden.
Schon sehr bald dachte ich die Lösung in dem Mordfall zu kennen. Ich wurde eines besseren belehrt. Habe geschichtlich wieder Neues dazugelernt. Ich wusste vorher nicht, dass es *Lebensborn* – Heime gab. Kinder von deutschen Frauen und norwegischen Männern wurden dort abgegeben. Sie galten als Kinder der Schande. Man wollte aus ihnen arische Menschen machen. Ich habe viele Berichte aus dem Internet dazu gelesen. Eine Entschuldigung an die deutschen Frauen (die man als Huren bezeichnete) erfolgte ca. 70 Jahre später.
Fazit
Ein kleines Mädchen, mit einer Puppe im Arm, verliert ihre Familie aus den Augen. 1970 wird ihre Leiche in den Bergen Norwegens entdeckt. Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Eva in der Gegenwart und Margarete in der Vergangenheit erzählt. Gekonnt hat die Autorin Realität und Fiktion zu einem spannenden Roman verwoben. Der Schreibstil kommt nicht rührselig daher. Dennoch erzeugt er beim Lesen viele Emotionen. Mehr wie einmal hatte ich Tränen in den Augen. Ich konnte die Verzweiflung der Isdal – Frau spüren. Hab nicht fassen können, dass sie als kleines Mädchen ihre Mutter und Schwester aus den Augen verlor. Jahrelang nach ihnen gesucht hatte. Ein unstetes Leben führte, welches nur aus Kofferpacken und Reisen bestand.
Ich empfehle den Anhang im Buch zu lesen.
Von mir eine absolute Empfehlung. Vielen Dank Anja Jonuleit. Das war bestimmt nicht mein letztes Buch von ihnen.
Mit großem neugierigem Interesse begegnete die Autorin Anja Jonuleit dem ungelösten Kriminalfall der „Isdal-Frau“ in Norwegen. Moderne Untersuchungsmethoden verwiesen in den letzten Jahren die Herkunft der bereits 1970 ermordeten jungen Unbekannten in Richtung Deutschland. Anja Jonuleit reiste selber nach Norwegen, um die Spuren rund um diesen rätselhaften Kriminalfall zu sammeln.
Sie nahm all die vorhandenen Fäden auf, fügte eine Vielzahl eigener historischer und selbst ersonnener Fäden dazu und webte daraus eine höchst spannende Geschichte um die Isdal-Frau. Die Journalistin und Biographin Eva würde ja nie dieses Boulevardblatt mit den großen fetten reißerischen Überschriften kaufen, wenn nicht auf der Titelseite ein Phantomfoto prangen würde, das ihr und ihrer Mutter wie aus dem Gesicht geschnitten ähnlich sieht. Es ist das mögliche Gesicht der „Isdal-Frau“, deren Fall nach Jahrzehnten gerade wieder in die Schlagzeilen gerutscht ist. Kann es sein, dass ihre Wurzeln in Deutschland liegen?
Kein Wunder, dass sie sich bald hinter diesen Fall klemmt. Von ihrer Mutter, die ihre Vergangenheit schon immer mit dem Tuch des Schweigens verhüllt hat, braucht sie erst mal keine Hilfe oder Aufklärung zu erhoffen. Im Gegenteil, die Mutter blockt alle Fragen vehement ab. Eva begibt sich auf eine Reise, die sie nicht nur nach Norwegen zum Fundort der ermordeten jungen Frau und zu den Spuren, die sie hinterließ, führt. Die Wege leiten sie auch in die Vergangenheit ihrer Familie, von der sie bislang kaum etwas wusste, und in die dunklen Geschichtskapitel, die Norwegen mit Deutschland verbinden.
Auf einer zweiten Ebene lernen wir Leser*innen Margarete kennen, die in den Wirren des zweiten Weltkrieges 1944 Mutter und Schwester verliert, weil die Sechsjährige aus Trotz fortläuft. Sie wird ein Leben lang eine Suchende bleiben. Aber das Leben hat sie gelehrt, sich durchzuschlagen. Ihr Schicksal treibt sie quer durch Europa, bis sie glaubt in Norwegen mehr über ihre Herkunft zu erfahren.
Immer mal wieder begegnen wir auf der aktuellen Zeitebene dem norwegischen Historiker Laurin. Was hat er mit Evas Suche und dem Schicksal der Ermordeten zu tun? Sein Thema sind die Schicksale der norwegischen Frauen, die sich im Zweiten Weltkrieg mit den deutschen Besatzern eingelassen haben und die sogenannten Lebensborn-Heime der Naziregimes. Schritt für Schritt nähern sich Evas Nachforschungen, Margaretes Suche und Laurins Funde im Nachlass seines Vaters an.
Sehr interessant ist der Anhang des Romans, der sich sehr ausführlich mit der ganzen Ermittlungsgeschichte des unaufgeklärten Kriminalfalls der Toten aus dem Isdal befasst. Wie detailliert und kunstvoll die Autorin diese Erkenntnisse in die Handlung ihres Romans einfließen ließ!
Fazit
Es fällt schwer, diesen über 400 Seiten starken Roman einzuordnen, denn er hat so viele Facetten. Die Tatsache, dass die Protagonistin ein Familiengeheimnis aufdeckt, macht es nicht zur simplen Familiengeschichte. Ihre aufwendige Spurensuche in diesem „cold case“, bei der Eva unterstützt von einem norwegischen Kommissar der Lösung immer näher kommt, hat durchaus etwas von einem Kriminalroman. Der Spannungsbogen jedenfalls ist perfekt. Hinzu kommen die geschichtlichen und auch politischen Verweise und Darstellungen, die den Roman enorm bereichern.
Diese Mischung aus Familienroman, Krimi, historischen und politischen Hintergründen macht diesen Roman zu einer abwechslungsreichen Lesefreude.
Die Protagonisten sind durchweg sehr authentisch und glaubwürdig. Mit der Hauptfigur Eva fühlt man sich rasch verbunden. Das Schicksal der Isdal-Frau berührt einen zutiefst, auch wenn man ihre Verhaltensweisen nicht immer gutheißen möchte. Ob Sympathieträger wie der clevere norwegische Polizeikommissar oder auch Protagonisten, denen man weniger zugeneigt ist, alle sind sehr klar, mit nötiger Tiefe und nachvollziehbar charakterisiert.
Durch die verschiedenen Handlungs- und Zeitebenen kann man beim Lesen das Geschehen aus verschiedenen Blickwinkeln verfolgen. Man zittert mit, wenn auf der Suche Schicht um Schicht abgetragen werden muss, bevor das ganze Ausmaß zu erkennen ist. Spannend und intensiv bleibt es bis zuletzt, denn es fehlt noch ein entscheidender Puzzlestein.
Mir hat diese interessante Verflechtung von realem, ungelösten Kriminalfall mit vielen Spuren, offenen Fragen und Verfälschungen durch die Presse mit der sehr einfallsreichen Fiktion sehr gefallen. Die Verflechtung mit geschichtlichen Ereignissen und politischen Strömungen in Norwegen hat die Geschichte wirklich perfekt gemacht. Anja Jonuleit fasst in diesem Roman so viele Themenbereiche auf, ohne dass er an irgendeiner Stelle überladen erscheint.
Ein Lesegenuss, den ich gerne und begeistert weiterempfehlen möchte.
Warum sieht das Phantombild der mysteriösen Toten, die 1970 verkohlt im norwegischen Isdal gefunden wurde und deren Identität bis heute nicht geklärt werden konnte, Evas Mutter Ingrid zum Verwechseln ähnlich? Und weshalb reagiert Ingrid so abweisend auf Evas Nachforschungen? Anja Jonuleit schickt ihre Protagonistin Eva Berghoff, ihres Zeichens Schriftstellerin, auf eine spannende und emotionale Spurensuche, die mit der Trennung der Zwillinge Ingrid und Margarethe in den Wirrnissen des Zweiten Weltkriegs beginnt. Der Leser taucht in zwei unterschiedlichen Zeitebenen in die Geschichte ein – diese Zeitsprünge sind auch deutlich durch Schriftänderungen markiert. Eine Ebene spielt in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts und schildert Margarethes Bestreben, ihre Schwester und Mutter wieder zu finden – unter anderem in Deutschland, Frankreich und Norwegen. Dabei nimmt sie zahllose Strapazen auf sich, macht die unterschiedlichsten (Männer)-Bekanntschaften und klammert sich an jeden noch so kleinen Strohhalm, um nur endlich wieder mit ihrer Familie vereint sein zu können. Auf der zweiten Ebene, die im Jetzt spielt, begleitet der Leser Eva auf der Suche nach der Wahrheit ihrer Familie. Sie reist nach Bergen und versucht die letzten Tage ihrer Tante zu rekonstruieren, besucht all die Orte, an denen sie gesehen wurde und spricht mit den damaligen Augenzeugen. Was hat Margarethe so umgetrieben, sie ein derart rastloses Leben führen lassen? Was hat es mit den seltsamen Codes in ihrem Notizbuch auf sich? Eva entdeckt schließlich ein grauenhaftes Geheimnis ihrer Großmutter, was sie die Art und Weise ihrer Mutter immer besser verstehen lässt… Ich persönlich bin ja ein großer Fan von Romanen, die auf zwei oder mehr Zeitebenen gleichzeitig erzählt werden. Ich liebe es, wenn man nach und nach immer nur gewisse Informationsfetzen erhält, die am Ende ein großes Ganzes ergeben – das lässt Raum für eigene Überlegungen bzw. in diesem Fall „Ermittlungen“. Daher finde ich die Wahl dieser Erzählweise auch für „Das letzte Portrait“ großartig gewählt. Ich habe leider erst nach ungefähr 60 Seiten überrissen, dass es sich bei der sogenannten Isdal-Frau um eine reale Person handelt, die im November 1970 halb verbrannt gefunden wurde und ihre Identität und Herkunft bis heute nicht geklärt werden konnte. Ich hatte Gänsehaut, als ich eines Nachts ihr Phantombild gegoogelt und ihre traurige Geschichte recherchiert habe. Wie ist es möglich, dass ein Mensch von niemanden vermisst wurde, sie niemand gekannt haben will? Welches Schicksal ist dieser Frau damals widerfahren? Dass der Roman auf einer wahren Begebenheit basiert und Anja Jonuleit versucht, dieser Frau eine Geschichte zu geben, hat mich wahnsinnig berührt. Die Verflechtung aus Fakten und Fiktion ist ihr ausgezeichnet gelungen, zeigt aber auch sehr deutlich, welchen Raum für Interpretation es bei Mordfällen gibt, wo man von den Opfern selbst so gut wie nichts weiß. War die Isdal-Frau selbst Opfer? Zur falschen Zeit am falschen Ort? Hat sie sich mit den falschen Leuten angelegt oder sich in den falschen Kreisen bewegt? Die Wahrheit werden wir wohl nie erfahren, aber der Autorin ist es gelungen, eine plausible Geschichte aus diesem Rätsel zu zaubern. Dabei lässt sie jedes Kapitel mit einem kurzen Abschnitt des Artikels beginnen, der am 10. Jänner 2018 in der ZEIT veröffentlicht wurde. Sie erzählt in klarer, aber berührender Sprache die Geschichte einer Familie, die ihre dunkelsten Geheimnisse über die Jahre hinweg zu verbergen versucht – doch die Wahrheit kommt letzten Endes immer ans Licht. Den Titel des Romans finde ich sehr passend, die Umschlagsgestaltung hingegen weniger. Diese ist mir beinah zu kitschig für einen Roman derartigen Kalibers. Auch die Ausgestaltung der Protagonisten ist durchaus gelungen, lediglich für den arroganten Universitätsprofessor konnte ich mich nicht erwärmen. Am Ende des Romans listet Anja Jonuleit noch Fakten zu den Geschehnissen 1970 auf. Absolute Leseempfehlung für diesen True-Crime-Roman!
Eva ist in einer Bäckerei und entdeckt eine Zeitung, die durch ein Foto ihr Interesse weckt. Abgebildet ist eine Frau, die Ähnlichkeit mit ihr und noch mehr mit ihrer Mutter aufweist. Diese sogenannte Isdal Frau war das Opfer eines Gewaltverbrechens in Norwegen vor 40 Jahren. Neue Analysen haben ergeben, dass die Frau auch in Deutschland gelebt hatte. Aufgrund der Ähnlichkeit fragt sie bei ihrer Mutter nach, die jedoch alle Fragen abblockt, was Evas Willen mehr zu erfahren nur noch erhöht. Sie will das Rätsel um die Isdal-Frau und ihre Familie lüften.
Auf den ersten Blick hatte ich bei dem Buch etwas anderes erwartet, eher eine Art Liebesgeschichte, darum habe ich eher zufällig erfahren, dass es um etwas ganz anderes geht. Mal wieder eines der Bücher, dass man nicht nach dem Cover beurteilen sollte. Rosarot ist zwar das Cover, aber inhaltlich ist es alles andere als das und einfach nur extrem spannend sowie unterhaltsam. Von der Isdal-Frau hatte ich vorher noch nie gehört, aber kaum kannte ich nur in Ansätzen die Geschichte und wusste, dass diese in dem Buch den Rahmen bildet, so musste ich einfach zugreifen. Und ich wurde nicht enttäuscht. Hier wird True-Crime mit Fiktion gekonnt verbunden und ich war einfach nur sehr angetan. Dass die Autorin sich an diesen ungeklärten echten Kriminalfall heranwagte und diesen so aufbereitet hat, ist einfach klasse. Man merkt dem Buch die Recherchearbeit im positiven Sinne an und die Verknüpfung mit den fiktiven Elementen fand ich grandios. Genauso könnte es tatsächlich gewesen sein. Die Geschichte bietet auch Einblicke in die Vergangenheit, die ich so im Detail nicht kannte und auch noch einiges mehr…leider kann ich da nicht zu sehr ins Detail gehen, um nicht zu spoilern – jedoch: Es hat sich mancher Abgrund aufgetan.
Die Handlung ist in drei Strängen erzählt, die zunächst keinen Zusammenhang zu bilden scheinen und auch in ihrer Schriftart voneinander abgesetzt sind, sodass man es leichter erkennen kann, wer gerade an der Reihe ist. Zum einen gibt es einen in der Vergangenheit, in dem eine Marguerite von ihrem schwierigen Leben berichtet. Die Nachkriegszeit war alles andere als rosig und irgendwann startete sie die Suche nach ihrer Familie, die sie in den Kriegswirren verloren hatte. Dazu gibt es zwei getrennte Stränge in der Gegenwart. Zum einen gibt es Laurin, einen Professor, dessen Part in der Geschichte sich erst nach und nach offenbart, daher sage ich hier auch nicht mehr. Der eine ist von den Ermittlungen und Recherchen von Eva geprägt, die sich durch Aktenberge kämpft, mit ihrer Familie manchen Krampf durchstehen muss und auch sonst einige Steine in den Weg gelegt bekommt. Manche durch die vergangene Zeit, fehlenden Zeugen, falschen Erinnerungen, andere durch die „Arbeit“ gewisser Medien, deren Methoden sehr gut dargestellt werden. Meist finde ich einen Strang interessanter als einen anderen – hier kann ich eine solche Unterscheidung nicht machen, da mich alle auf ihre Weise interessiert haben und auch spannend waren. Zudem haben die Charaktere Ecken und Kanten, sind authentisch und scheuen sich auch nicht Schwächen zu zeigen.,
Von der Autorin hatte ich bisher noch nichts gelesen, aber der Schreibstil ist flüssig, rund und sehr ansprechend. Es gab einen roten Faden der sich durch das Buch zog und vor allem war die Auflösung schlüssig und gelungen.
Ich habe schon einige Romane von Anja Jonuleit gelesen wie z.B. "Herbstvergessene" oder "Der Apfelsammler", von denen ich genauso begeistert war wie von ihrem neuen Buch jetzt! Die Autorin ist eine der wenigen, bei denen ich "blind" ein Buch kaufen kann, denn bisher hat sie mich noch nie enttäuscht mit ihren Werken!
Dieser Roman wird in zwei Ebenen erzählt, der Leser begleitet in der Gegenwart Eva, die durch Zufall einen Artikel in der BILD-Zeitung mit großem Foto findet, auf dem sie meint ihre Mutter zu sehen. Tatsächlich ist die Ähnlichkeit sehr groß, ihre Mutter möchte aber nicht reden, tut die ganze Sache ab. Eva aber kann sich nicht so einfach davon loseisen und fährt nach Norwegen um mehr über die tote "Isdal-Frau" zu erfahren! Ausserdem fließt immer wieder ein kurzer Erzählstrang über einen Professor an der Universität mit ein, bei dem ich anfangs ziemlich im Nebel getappt bin, wie das ganze zusammen führt.
In der Vergangenheit geht es um ein kleines Mädchen die aus Streit wegläuft und sich in den Wäldern verirrt, sie sieht ihre Familie nicht wieder. Als Erwachsene sucht sie dann nach ihrer Mutter und ihrer Schwester...
Ich liebe den Erzählstil von Anja Jonuleit. Obwohl er relativ ausschweifend ist, wird es dem Leser auf 450 Seiten mit kleiner Schrift dennoch nie langweilig! Sie erzählt sehr lebendig, gibt allen Personen eine Tiefe. Eva war mir hier noch ein Stück symphatischer als die junge Frau aus der Vergangenheit. Auch der Professor wurde ganz eigen von der Autorin gezeichnet, auch wenn ich ihn nicht besonders gemocht habe. Der Fall ist äußerst spannend und erinnert in Teilen an einen Krimi, auch wenn ich das Buch diesem Genre nicht zuordnen würde. Es ist, als wenn man den Fall wie eine Zwiebel auseinander nehmen muss. Mit jeder neuen Schicht erfährt man etwas mehr und Geheimnisse treten ans Licht! Die Autorin verbindet hier perfekt Fiktion mit wahren Begebenheiten, denn die Tote in Norwegen gab es tatsächlich. Hierzu ist auch das Nachwort von Anja Jonuleit sehr lesenswert!
Fazit: Wieder hat es die Autorin geschafft mich mit ihrem Buch zu begeistern! Ein spannender Fall der Fiktion und wahre Begebenheiten verknüpft, dazu eine symphatische Protagonistin und eine sehr interessante Geschichte auf zwei Zeitebenen, die sich immer mehr miteinander verbinden. Ich kann dieses und generell alle Bücher der Autorin empfehlen!
Zum Inhalt: Ein altes Phantombild – eine düstere Familiengeschichte
Als die Schriftstellerin Eva zufällig auf ein Phantombild in einer Zeitung stößt, gerät ihr Leben plötzlich aus den Fugen. Es ist das Bild einer Frau, die im November 1970 im norwegischen Bergen gewaltsam zu Tode gekommen ist und deren Identität nie aufgedeckt wurde. Doch warum sieht diese Frau ihrer Mutter zum Verwechseln ähnlich? Als Eva die Mutter mit ihrer Entdeckung konfrontiert, weiß sie sofort, dass sie auf ein dunkles Familiengeheimnis gestoßen ist, dem sie auf den Grund gehen muss. Eine Reise nach Norwegen führt Eva Schritt für Schritt in die Vergangenheit einer Fremden voller Rätsel ...
Meine Meinung: Angesprochen vom Cover und Klappentext, war ich neugierig und gespannt auf das Buch. Aber ich hätte nicht im Ansatz mit dem gerechnet, was mich erwartet hat. Eine tolle, spannende Story, die sich über 2 Zeitebenen erstreckt. Es geht nicht nur um Eva und ihrer Mühe, mehr über die Frau aus der Zeitung zu erfahren. Es geht genauso um die Frau aus der Zeitung und ihre Mühe ihre Familie wieder zu finden.
Mich hat die Geschichte schnell gefesselt, sie ist spannend und überrascht. Tatsächlich hätte es mich auch nicht gewundert, wenn alles genauso Geschehen wäre und es sich bei "Das letze Bild" nicht um eine zum Teil fiktive Erzählung handelt.
Die Autorin hat einen flüssigen und bildhaften Schreibstil, sie hat definitiv vieles recherchiert und das auch sehr gut. Die Fakten sind unauffällig in die Geschichte eingewoben und machen vieles noch eindrucksvoller, als es ohnehin schon ist. Vor allem, wenn man zwischendurch beim lesen innehält, um in sich zu gehen, weil man einfach das ein oder andere sacken lassen muss.
Die Protagonisten sind facettenreich angelegt, bleiben aber ein wenig fremd. Dies tut dem Lesegenuss allerdings keinen Abbruch, ich hab das Buch innerhalb kürzester Zeit verschlungen, es hat mich neugierig gemacht, betroffen und traurig.
Eine Geschichte die berührt, denn ich kann mir vorstellen, das ähnliche Schicksale mit Sicherheit stattgefunden haben.
Ich bin neugierig auf andere Bücher der Autorin und ob sie es schafft mich mit diesen genauso zu fesseln und begeistern.
Ein Bild in der Zeitung verunsichert Eva, die Frau sieht aus wie ihre Mutter nur jünger. Es ist ein Versuch die Identität der Frau heraus zu finden die 1970 ermordet wurde. Als Eva ihre Mutter darauf anspricht reagiert sie abweisend. Als Journalistin recherchiert Eva und erfährt mit Hilfe ihrer eigenen DNA das es sich um ihre Tante handelt. Nun erst recht, auf den Spuren der damaligen Ermittlungen rekonstruiert Eva das Leben ihrer Tante, Mutter und Großmutter. Was als Familienroman beginnt wird zu einem Krimi und einer Spurensuche über einem der großen Naziverbrechen. 1970 sucht Margaret ihre Familie die sie 1944 verloren hat. 2018 sucht Eva die Gründe warum sie nie wusste das sie eine Tante hatte und warum die ermordet wurde und von wem. Äußerst präzise wird die Suche damals und heute beschrieben. Als Leser erfährt man von jedem kleinsten Detail, die Verwirrung, die Fragen und dann nach und nach die Antworten sind sehr genau beschrieben. Als Leserin stand ich neben den Figuren, habe mit gelebt und war über die Erkenntnisse erschrocken und entsetzt. Es ist zwar ein Roman hätte genauso gut auch ein Tatsachenbericht sein können. Denn mit dem Anhang werden noch einmal alle Schritte und Ergebnisse erklärt. So das es wichtige Informationen und auch Wissen über geschichtliche Hintergründe und die Ermittlungen gab. Für mich und jeden anderen aufmerksamen Leser mit Vorkenntnissen zum Thema Lebensborn ist es gedoppelt. Das Thema war spannend und gut recherchiert, die Figuren haben mich leider nicht berührt. Sie waren mit wenig Emotionen, teilweise fast gefühlskalt und egoistisch dargestellt. Auch das Wissen, das es teilweise schwer traumatisierte Kinder gewesen waren hat mir nicht geholfen. Die Frauen blieben einfach blass und die männliche Hauptfigur war ein Egoist ohne gleichen. Andere Menschen die wichtig waren, bekamen nur eine Nebenrolle um die Hauptfiguren herum. Zuwenig, obwohl sie mehr Farbe und Licht in die Geschichte gebracht hätten. Für mich hat vor allem an jeder Stelle wo es möglich war die menschliche Wärme gefehlt.
Ich höre mir gerne True Crime Podcasts an, wenn es ein ungelöster Fall ist, dann finde ich es oft frustrierend, die Beweggründe des Verbrechens nicht zu kennen. So ähnlich muss sich Anja Jonuleit gefühlt haben, als sie von der sogenannten Isdal Frau gehört hat – eine Frau, die in den 70er Jahren in Norwegen ermordet wurde und deren Identität bis heute unklar ist. Anja Jonuleit gibt der Ermordeten einen Namen und eine Geschichte. Dabei greift sie auf tatsächliche Hinweise und Beweismaterial zurück und baut hierauf ihren Roman auf. Erzählt wird auf zwei Zeitebenen. In der Gegenwart entdeckt Eva in der Zeitung das Bild einer Toten, die das Spiegelbild ihrer Mutter sein könnte. Auf Nachfrage reagiert diese abweisend, doch Eva lässt die Sache keine Ruhe und sie reist nach Norwegen um Nachforschungen anzustellen. In der Vergangenheit begleiten wir Margarete durch die 60er und 70er Jahre. Margarete führt kein glückliches Leben. Sie hat als Kind ihre Schwester und ihre Mutter verloren und die Suche nach ihrer Familie treibt sie kreuz und quer durch Europa. Sie ist eine Protagonistin mit Ecken und Kanten, die man nicht unbedingt als sympathisch beschreiben kann aber man entwickelt Mitgefühl für sie. Sie hat ihre Wurzeln verloren und landet bei ihrer Suche immer wieder in Sackgassen. Man fiebert mit ihr mit und wünscht ihr so sehr, endlich eine Spur zu finden. Ihre Geschichte ist vollgepackt mit vielen verschiedenen Themen, seien es die Lebeborn Heime im zweiten Weltkrieg, norwegische Fremdenlegionäre oder das Leben einer Escortdame in den 70er Jahren. Es kommt zu keiner Zeit Langeweile auf. Auch der Handlungsstrang aus Evas Sicht ist ähnlich spannend. Sie versucht Margaretes letzte Tage zu rekonstruieren und der Leser bekommt noch einmal eine ganz andere Sicht auf die Geschehnisse von damals. Im Gegensatz zum realen Fall der Isdal Frau löst „Das letzte Bild“ das Schicksal der Toten auf. Margarete, die zu Lebzeiten so hart wirkte, weckt im Tod dennoch Emotionen im Leser. Es macht traurig, welchen Preis sie für ihre Antworten bezahlen musste. Abgerundet wird der Roman durch ein ausführliches Nachwort und Information zum wahren Kriminalfall. Mir hat die Vermischung von Fiktion und Realität sehr gut gefallen und für mich war dies ein weiteres gelungenes Buch von Anja Jonuleit, welches ich gerne mit 5 Sternen bewerte.
„Als die Schriftstellerin Eva zufällig auf ein Phantombild in einer Zeitung stößt, gerät ihr Leben plötzlich aus den Fugen. Es ist das Bild einer Frau, die im November 1970 im norwegischen Bergen gewaltsam zu Tode gekommen ist und deren Identität nie aufgedeckt wurde. Doch warum sieht diese Frau ihrer Mutter zum Verwechseln ähnlich? Als Eva die Mutter mit ihrer Entdeckung konfrontiert, weiß sie sofort, dass sie auf ein dunkles Familiengeheimnis gestoßen ist, dem sie auf den Grund gehen muss. Eine Reise nach Norwegen führt Eva Schritt für Schritt in die Vergangenheit einer Fremden voller Rätsel ...“
Autorin Anja Jonuleit hat mit „Das letzte Bild“ einen wahrlich fesselnden Roman verfasst. Hauptprotagonistin Eva wird einem schnell vertraut und das Erscheinen des Phantombildes wird zum roten Faden der Geschichte, die an Schnelligkeit und Drama schnell zunimmt. Jonuleit hat dabei ein sehr gutes Gespür nichts zu übertreiben oder gar unglaubwürdig erscheinen zu lassen, im Gegenteil. Als dann noch Evas Mutter Ingrid ins Spiel kommt, wird sie Spannung enorm und man fiebert mit, rätselt mit und will der Sache selbst auf die Spur kommen. Leider gibt es hier und da ein paar Längen, die nicht hätten sein müssen, aber an sich bleibt man als Leser hier sehr gern am Ball. Dass das alles mit einem wahren Hintergrund zu sehen ist, wirkt teilweise sehr geheimnisvoll und manchmal mystisch. Der flüssige Schreibstil hüllt den Leser ein (unabhängig von den Längen) und lässt einen angenehmen Lesesog entstehen, dem man gerne folgt. Man hat gegenüber der Protagonistin ein wenig Distanz stehen, die der Geschichte aber nur zu Gute kommt, denn wie soll man sonst so einen Fall ruhig nachvollziehen können?! Es ist kein Krimi, kein Thriller und auch kein normaler Roman - da fand ich diese Mischung und die gewisse Distanz sehr gelungen und auch etwas außergewöhnlich.
In diesem Fall vergebe ich sehr gute 4 von 5 Sterne!
Eva ist eine Journalistin, die sachpopuläre Bücher über bekannte Persönlichkeiten schreibt. Als sie eines Tages auf das Phantombild einer 1970 ermordeten Frau stößt, ist sie erschüttert. Diese Frau sieht aus wie sie selbst - oder wie ihre Mutter! Als sie ihrer Mutter Ingrid dieses Bild zeigt, merkt sie sofort, dass sie da auf etwas gestoßen ist. Obwohl Ingrid sich weigert, etwas zu sagen, arbeitet sich Eva durch alles, was sie zu der Frau aus dem Isdal finden kann und stößt auf ein düsteres Familiengeheimnis, das bis in den zweiten Weltkrieg reicht - zurück zu Himmlers Privatprojekt Lebensborn. Eva geht selbst in Norwegen auf Spurensuche und nach und nach trägt sie in Puzzlearbeit die Ereignisse zusammen, und gibt der toten Frau aus dem Eistal einen Namen und eine Persönlichkeit.
Mich hat das Buch schon allein deshalb gereizt, weil der Fall um die unbekannte Frau im Isdal ein realer ist und mich neugierig gemacht hat, wie sich die Autorin diese Geschichte erklärt. Und ich mochte wirklich sehr, was Jonuleit daraus machte, die historischen Abrisse, die sie bis in den zweiten Weltkrieg zurückführt, aber auch die beinahe genauso historischen Ereignisse, die sie Ende der 60iger bis ins Jahr 1970 beschreibt. Womit ich eigentlich fast die ganze Zeit Probleme hatte, war Eva selbst. Ich fand sie wenig sympathisch, und wie sie dauernd ihrer Mutter vorwarf, dass sie ihr nichts erzählt - mit welchem Recht bitte setzt sie die alte Frau unter Druck? Es ist Ingrids Leben gewesen, nicht ihres, aber sie tat so, als hätte sie ein Recht darauf, alles aus Ingrids Leben zu erfahren. Auch fand ich das ewige Hin- und Herfahren in Norwegen nur wenig ergiebig und habe mich zwischendrin tatsächlich ein wenig gelangweilt. Trotzdem ist es alles in allem eine wirklich gelungene Geschichte, die ich gern gelesen habe.
Familiengeheimnisse – aus welchen Gründen verschweigt man jahrelang wichtige Ereignisse in der Familie? Die Wahrheit wird dann meistens durch einen Zufall entdeckt. Und welchen Wert haben eigentlich die Familienfotos, zuerst sorgfältig aufbewahrt und von Zeit zu Zeit angeschaut, bis sie irgendwann in Vergessenheit geraten? Ist es möglich, dass man den nächsten Angehörigen aus eigenen Erinnerungen ausradiert, ihn aufgibt oder sogar vergisst?
Diese und viele anderen Fragen haben mir keine Ruhe gelassen nachdem ich das Buch „Das letzte Bild“ von Anja Jonuleit ausgelesen habe. Die Autorin erzählt in dem Roman die Geschichte einer Frau, deren vollkommen verbrannte Leiche im November 1970 im norwegischen Isdal gefunden wurde. Der Fall wurde bis heute nicht aufgeklärt.
Im Buch entdeckt die deutsche Schriftstellerin Eva Berger das Phantombild der verbrannten Frau in einer Zeitung. Die verblüffende Ähnlichkeit der Isdal-Frau mit ihrer Mutter macht sie stützig und bewegt sie zur genauen Recherche. Da sie von ihrer Mutter nichts Brauchbares erfahren konnte, reist sie sogar nach Norwegen und verfolgt dort jede kleinste Spur der getöteten Frau.
Spannend erzählt Anja Jonuleit diese bewegende, sehr gut recherchierte Geschichte. Gekonnt verbindet sie die realen Fakten mit der literarischen Fiktion. Sie gibt der unbekannten Frau ein Gesicht, haucht ihr das Leben ein.
Die Geschichte spielt abwechselnd auf zwei Zeitebenen: Eva recherchiert im Jahre 2018, die Lebensgeschichte der unbekannten Frau beginnt in den Kriegsjahren. Die literarische Begleitung der beiden Protagonistinnen auf den Seiten dieses Buches hat mir sehr deutlich die ganze Tragik der ungewöhnlichen Geschichte gemacht.
FAZIT: „Das letzte Bild“ ist ein bewegender Roman, der mit seinem tragischen und zugleich mysteriösen Plot fesselt. Emotional und mitreißend! Unbedingt lesen!
Im letzten Jahr bin ich auf Instagram der Autorin Anja Jonuleit begegnet. Meine Neuentdeckung des Jahres. Ihren Roman "Herbstvergessene" habe ich verschlungen. Endlich auf diese Autorin aufmerksam geworden, musste ich natürlich auch ihren 2021 erschienenen Roman "Das letzte Bild" lesen. Ich bereue es keine Sekunde.
"Das letzte Bild" basiert auf einen wahren Kriminalfall, der bis heute noch nicht gelöst ist. Und zwar geht es um die bis heute nicht identifizierte Isdalfrau, die unter mysteriösen Umständen ermordet und ihre Identität noch immer nicht geklärt werden konnte. Jonuleit machte sich diesem Kriminalfall zu Nutze. Sie gibt der unbekannten Frau in ihrem Roman eine Identität, Hinterbliebene und eine Geschichte.
Im Zentrum der Handlung steht die Schriftstellerin Eva, die durch einen Zufall in der Zeitung das Phantombild der Isdal Frau entdeckt, die ihrer Mutter zum Verwechseln ähnlich sieht. An einen Zufall glaubt Eva nicht, sodass sie sich auf eine Reise nach Norwegen macht, um die Geschichte der unbekannten Frau aufzudecken.
Anja Jonuleit gelingt es verschiedene Indizien, Ungereimtheiten und Handlungsschauplätze gekonnt in Verbindung zu setzen. So beruht ihre Handlung auf die Grundlagen der heutigen Ermittlung. Sie strickt eine mögliche Geschichte für die unbekannte Frau. Wer den Fall kennt, beispielsweise aus einigen Podcasts, könnte dieser Roman wirklich interessieren. Die Fakten wurden angenhem aufgegriffen. Mich hat die Handlung in ihren Bann gezogen. Gesponne Fäden wirken realistisch und die NS-Vergangenheit (u.a. die Lebensborn Heime) sind in dem Buch präsent. Eva als Protagonistin ist äußerst sympathisch, da ihre Gedankengänge stehts nachvollziehbar erscheinen. Zum Beginn der Kapitel steht immer ein Ausschnitt aus dem Zeit-Artikeln voran.
📖 „Das letzte Bild" basiert auf einem realen Kriminalfall Norwegens. Bis heute konnte die Identität und die Umstände der toten Frau nicht geklärt werden. Ein schlüssiger Roman, der unterhält und der Unbekannten versucht eine realistische Geschichte zu geben.
Das Cover sprach mich sofort an und ich wurde nicht enttäuscht:
Constanze Neumann erzählt die bewegenden Geschichten zweier Frauen in deren Zeit. Dabei hat Constanze Neumann reale Figuren und historische Ereignisse mit fiktiven Handlungen ausgeschmückt.
Im ersten Teil geht es um Anna Reichenheim, sie hat jüdische Wurzeln und ihr einziges Besterben ist es, sich gut zu verheiraten, den Wohlstand zu erhalten, viele Kinder zu gebären und diese zu selbständigen Erwachsenen zu erziehen, die selber Verantwortung übernehmen können. Doch ihr Erstgeborener Heinrich, der 1881 das Licht der Welt erblickt, macht ihr da ein Strich durch die Rechnung: Ein liebenswerter Junge, der aber nie ernst ist und sich kaum auf wichtige Dinge, wie Schule und Lernen konzentrieren kann, wächst zu einem Lebemann, Draufgänger und Spieler heran...
Im zweiten Teil erzählt Marie ihre Geschichte: Marie kommt aus armen Verhältnissen und hat nicht mal einen Schlafplatz für die Nacht, als sie den reichen, jetzt erwachsenen Heinrich Reichenheim kennenlernt. Vertrieben von dessen Familie, bauen sie ein neues Leben in Amerika auf. Marie kann Heinrich zwar von seiner Spielsucht abhalten, leidet jedoch darunter, dass sie von seiner Familie nicht anerkannt wird. Das Leben in Amerika läuft nicht so, wie sie es sich wünschen: ... Und dann bricht in Deutschland der erste Weltkrieg aus und Heinrich hat die Hoffnung von seiner Familie rehabilitiert zu werden, wenn er für das Vaterland in den Krieg zieht...
Mir hat das Buch unglaublich gut gefallen! 4½ Sterne Eine grosse Leseempfehlung von mir.
Bei einem zufälligen Blick in die Zeitung meint die Schriftstellerin Eva, ein Bild ihrer Mutter Ingrid zu sehen. Doch es handelt sich um das Phantombild der „Isdal-Frau“, der Ingrid erschreckend ähnlich sieht. Die Unbekannte wurde 1970 ermordet in Norwegen aufgefunden, ihre Identität konnte nie geklärt werden. Eva beginnt zu recherchieren und deckt eine unglaubliche Familiengeschichte auf. Lasst euch nicht von dem (ziemlich unglücklich gewählten) Cover des Buchs abschrecken, es handelt sich hier nicht um eine blumige Liebesgeschichte, sondern um einen packenden, mitreißend geschriebenen Kriminalfall. Er spielt in zwei Zeitebenen, im Jetzt hat Jonuleit mit Hilfe der Figur Eva alle Recherche-Ergebnisse zur „Isdal-Frau“ zusammengeführt, in der Vergangenheitsebene erzählt sie die Geschichte der Unbekannten, die sie Margarete genannt hat und führt im Nachwort auf, wo die Fakten enden und ihre Fantasie begonnen hat, die weißen Stellen in der Biografie der nie identifizierten Frau aufzufüllen. Und sie hat wirklich gute Arbeit geleistet, aus dem wenigen, was man über die Frau weiß, hat sie eine komplexe Geschichte gewoben, die sich über ein verlorenes Kind und die Schrecken des NS-Regimes bis in die 70er Jahre erstreckt, in denen Margarete bei ihrer Suche nach ihrer Familie den falschen Menschen vertraut. Für mich nicht nur eine unterhaltsame Lektüre, sondern auch ein faszinierender Einblick in die Arbeit einer Schriftstellerin, die aus einem eher mageren Gerüst an Fakten mit Hilfe ihrer Vorstellungskraft eine vielschichtige, nachvollziehbare Geschichte geschaffen hat.
Spannendes Familiendrama Selten habe ich eine so spannende Familiengeschichte wie "Das letzte Bild“ von Anja Jonuleit gelesen! Mit einem Foto beginnt alles … … Schriftstellerin Eva entdeckt zufällig in einer Zeitung das Foto einer Frau, die ihrer Mutter zu sein scheint. Ist sie nicht , aber ihr zum Verwechseln ähnlich . Wie kommt das ??? Evas Mutter will ihr diese wichtige Frage nicht beantworten. Also muss Eva sich selbst auf die Suche nach der mysteriösen Frau machen , die 1970 unter unklaren Umständen in Norwegen starb. Eine spannende Suche beginnt , auf der wir Eva begleiten und alle Erfolge und Misserfolge während der Suche miterleben und mitfiebern dürfen. erst allmählich lichtet sich der Nebel , der diese frau aus dem Isdal-Tal umgibt. Der Roman beruht auf einer wahren Begebenheit aus dem Jahr 1970 als eine Frau unter ungeklärten Umständen ums Leben gekommen ist – die sogenannte Isdal-Frau- deren Identität nie ganz geklärt werden konnte. Hier setzt der Roman von Anja Jonuleit an und gestaltet aus den realen Hintergrundfakten eine Geschichte mit tollem Spannungsbogen und vielen verschiedenen Fährten Praktisch nebenbei erhält man eine Menge geschichtlicher Informationen über das Norwegen der Kriegs- und Nachkriegszeit. Den Zeitsprüngen kann man gut folgen. Besonders gefallen hat mir auch das exakte recherchieren der Autorin und die Möglichkeit , den historischen Tatsachen im Anhang zu folgen.
Die Autorin greift hier den realen norwegischen Kriminalfall der Isdal-Frau von 1970 auf und umwebt diesen Fall mit einer fiktiven Familiengeschichte. Und das so geschickt, dass ich nach dem Ende des Buches ein bisschen enttäuscht war, dass es eben nur eine fiktive Version war und man bis heute nicht weiß, wer die Isdal-Frau nun wirklich war und warum sie zu Tote gekommen ist.
Die Geschichte spielt auf zwei Zeitebenen. Einmal in der heutigen Zeit mit Eva, die in der Zeitung eine Phantom-Bild der Isdal-Frau sieht und mit Schrecken erkennt, dass die Frau eine frappierende Ähnlichkeit mit ihrer Mutter hat. Dann gibt es einen Erzählstrang in der Vergangenheit, in der wird Marguerite kennenlernen, die während des zweiten Weltkriegs verloren gegangen ist und nun im Erwachsenenalter auf der Suche nach ihrer Mutter und Zwillingsschwester ist.
Gut gelöst fand ich die Trennung der beiden Zeitebenen durch leicht unterschiedliche Schrifttypen. So wusste man immer, bei welcher der beiden Frauen man sich befindet. Dazwischen gibt es noch einen kleinen dritten Erzählstrang, der im späteren Verlauf des Buches noch an Bedeutung gewinnt.
Für mich war es ein gelungenes Zusammenspiel zwischen Realität und Fiktion. Auf Grund der leichten Längen ist es am Ende dann ein vier Sterne Buch für mich geworden.
Das Schwarzweißbild einer schönen Frau mit altrosa Hintergrund auf dem Cover lässt nicht vermuten, welche Spannung in diesem Roman steckt.
Anja Jonuleit arbeitet akribisch einen alten Mordfall in Norwegen auf. Im Jahr 1971 wird eine Frauenleiche gefunden. Das Opfer hatte viele Schlaftabletten zu sich genommen und war stark verbrannt. Da keiner die Frau als vermisst meldet, wird der Fall als Selbstmord zu den Akten gelegt, obwohl es viele Ungereimtheiten gibt.
Moderne Ermittlungsmethoden führen dann dazu, dass man feststellen kann, wo die Frau aufgewachsen ist und es werden Phantombilder auch in Deutschland, Belgien und Frankreich veröffentlicht. Nun meldet sich die Familie der Frau, die in den Wirren des 2. Weltkrieges von ihrer Mutter und ihrer Zwillingsschwester getrennt wurde.
Die Fakten des Falls(, die im Anhang noch einmal detailliert aufgeführt sind) und die Fantasie der Autorin greifen geschickt ineinander. Die Einführung in jedes Kapitel durch ein Zitat aus der ZEIT erhöht die Authentizität der Darstellung.
Auf zweit Zeitebenen begleiten wir Marguerite auf der Suche nach ihrer Familie und Eva auf den Spuren der getöteten Tante. Bis zur letzten Seite ermitteln die Leser*innen mit und werden durch neue Wendungen überrascht.
Trotz des zu Grunde liegenden Kriminalfalls ist es aber kein typischer Krimi, da auch das Familiendrama und der historische Kontext (Lebensbornheime in Norwegen) aufgearbeitet werden.
Ich vergebe 5 Sterne für diesen spannende und gut recherchierten Roman.
Meinung : Ich habe schon einige Bücher der Autorin gelesen und war durchaus begeistert von ihrer leichten und charmanten Art Geschichten zu erzählen, deshalb war ich auf dieses neue Buch auch sehr neugierig. Und auch dieses Mal ist es, wie man es von der Autorin kennt eine ihrer großen Stärken Gefühle und Emotionen der Geschichte zu beschreiben und diese so realistisch abzubilden, dass man sich als Leser komplett in Geschichte hineinversetzen kann. Dennoch muss ich sagen, dass ich zwar mit den Charakteren mitgefiebert habe, dennoch blieb immer eine gewisse Distanz zwischen mir und ihnen die zwar nicht dauerhaft präsent war, sich aber doch das ein oder andere mal bemerkbar machte. Der Plot an sich ist spannend und hat viele geheimnisvolle Momente, die durch den super leichten und schönen Schreibstil der Autorin perfekt zum Ausdruck gebracht werden und man dieses Buch wirklich gerne liest.
Eine schöne, wenn auch nicht ganz perfekte Geschichte.
Die Isdal-Frau war mir bis jetzt kein Begriff. Wer war diese unbekannte Leiche? War es Selbstmord? Mord? Anja Jonuleit beschreibt in ihrem Buch "Das letzte Bild" eine mögliche Erklärung. Und dies gelingt ihr ausgesprochen unterhaltsam und am Ende sagt man, ja, so könnte es gewesen sein.
Die Geschichte spielt in 2 Zeitebenen. Das ist einmal Eva, die durch Zufall ein Foto der Isdal-Frau sieht und die Ähnlichkeit mit ihrer Mutter bemerkt. Und sich auf die Suche nach dieser Frau macht. Und da ist Margarete, die als 6-jährige im 2. Weltkrieg verloren geht.................und ihr ganzes Leben lang ebenfalls auf der Suche ist. Auf der Suche nach ihrer Familie.
Das Buch liest sich kurzweilig und es kommen sehr viele tragische Geheimnisse ans Licht. Ich war mit der Geschichte sehr zufrieden und wurde bestens unterhalten. Am Ende gibt es sehr viele Informationen zu der realen Geschichte, es lohnt sich also unbedingt, auch das Nachwort zu lesen.
Zum Inhalt: Eva stößt in einer Zeitung auf ein Phantombild, dass sie völlig aus der Bahn wirft. Es ist das Bild einer Frau, die 1970 in Norwegen gewaltsam zu Tode gekommen ist und ihrer Mutter wie aus dem Gesicht geschnitten ist. Sie ahnt dass ein dunkles Familiengeheimnis dahinter steckt und will der Sache auf den Grund gehen. Wird sie das Geheimnis in Norwegen lösen können. Meine Meinung: Mir war gar nicht bewusst, dass das Buch auf einer wahren Begebenheit beruht und das machte es im Nachgang nochmal interessanter, da die Autorin im Anhang auch noch sehr viele Informationen dazu liefert. Ich fand das Buch insgesamt total spannend und auch lebhaft erzählt. Gerade der Wechsel zwischen damals und heute brachte sehr viel Leben in die Geschichte. Ich mochte die Protagonisten, insbesondere Eva sehr. Der Schreibstil ist sehr gut und das Buch las sich richtig gut. Fazit: Total interessant
Die verkohlte Leiche einer Frau wird in einem abgelegenen Tal in Norwegen gefunden. Doch fünfzig Jahre lang scheint niemand sie zu vermissen. Jonuleit fädelt ein äusserst vielschichtiges, in sich stimmiges Profil einer Frau, die nirgends wirklich daheim war, sich mit ihrer weltoffenen Art aber dennoch überall zurechtfand, in ein teils undurchsichtiges Netz von Hinweisen, Erkenntnissen, Berichten und Theorien ein, wobei das Schaffen interessanter psychologischer Reliefs nicht auf der Strecke bleibt. Und als ob das noch nicht genug wäre, arbeitet Jonuleit noch grössere geschichtliche Blöcke europäischer Geschichte auf. Eine wunderbar gelungene Komposition psychologischer, geografischer und geschichtlicher Elemente, die zu regelrechtem Verschlingen des Romans anregt.
Die Geschichte ist sehr spannend erzählt und verwebt Vergangenheit und Gegenwart gekonnt miteinander . Anfangs war ich skeptisch, ob realer Mordfall und Fiktion sich gut verbinden lassen, war aber bald gefesselt von der Story. Interessant auch, mal wieder an gern verdrängte Facetten des 3. Reichs erinnert zu werden - und neben dem tatsächlichen Mordfall auch hier eine Einladung, genauer nachzulesen. Sehr gelungen!
Das Cover sieht so unspektakulär aus, aber das täuscht. Eins der besten Bücher, das ich 2022 gehört habe. So vielschichtig, sehr spannend erzählt. Zwei hervorragende Hörbuchsprecher, was will man mehr. Die Autorin kannte ich bisher noch nicht, ähnlicher Erzählstil wie Ellen Sandberg. Wer Familiengeheimnisse und Krimis mag, dem kann ich das Hörbuch sehr empfehlen.
Roman nach einer wahren Begebenheit. Eine Schriftstellerin sieht in der Zeitung ein Bild von einer 1970 ermordeten Frau, die ihr verblüffend ähnlich sieht. Es stellt sich heraus, dass das ihre als Mädchen vermisste Tante ist und sie begibt sich auf die Suche nach ihrem Lebensweg.
spannende Geschichte, manchmal etwas verwirrend und das Ende hätte noch detaillierter aufgelöst werden können. Ich mochte die Charaktere, auch wenn einige etwas oberflächlich blieben. Mir hätten weniger Personen, aber dafür lebhafter gestaltet, noch besser gefallen.