Judith Sevinç Basad empört sich – und stemmt sich vehement gegen die sich aufgeklärt wähnende Meinungsmache, gegen Denkverbote und Unschärfen in den Argumenten einer selbsternannten kulturellen Elite. Ist es denn, genau betrachtet, wirklich so, dass die "Privilegierten" den sozialen Aufstieg von Migrantenkindern verhindern? Kann nur eine Frau wissen, wie man Politik für Frauen macht? Ist "MeToo" eine durchgängig lautere Bewegung? Ist es im Kampf gegen Rassismus mit der Entmachtung des "alten weißen Mannes" getan? Tatsächlich wird es fast schon modisch, dass man Andersdenkenden ein "Schäm dich" zuruft und ihnen damit den Mund verbietet.
Eine überfällige Abrechnung mit der woken Linken, in der die Mythen, die hinter der Ideologie von Antirassismus und Antisexismus stehen, auseinandergenommen und mit der Realität konfrontiert werden. Lesenswert!
Das Buch enthält einige gute Ansätze und Beobachtungen, es gibt aber leider grosse analytische Schwächen, da die Autorin extrem auf der individuellen Ebene argumentiert und wenig strukturell einordnet.
Judith Sevinc Basad zeigt auf wie absurd so manche Empörungen der „woken“ Feminsten sind und inwieweit gewisse Themen schon in die Politik eingedrungen sind. Am Ende fragt man sich doch tatsächlich wohin Deutschland abdriften mag, sollte es einen Grünen Bundeskanzler geben.