Trakl-Echo Trakl-Echo Poetische Trakl-Spuren aus 100 Jahren Edition Brenner-Forum Band 8
Ein beeindruckender Hinweis auf die Bedeutung der Lyrik Georg Trakls ist die Zahl von Reaktionen anderer Lyriker und Lyrikerinnen auf die Lektüre seiner Gedichte. Unterschiedliche Spuren sind es, die zu Trakls Dichtung führen: Vor allem sind die Besonderheit der Sprache und die Geheimnisse seiner Bildwelt oft Anlass für ein „poetisches Echo“, aber auch das Thema „Krieg“, von dem nicht wenige Autoren selbst betroffen waren, konnte eine Nähe zu Trakls Dichtung herstellen. Gefühle der Gefährdung und Angst sind nicht selten eine Brücke zur Bildwelt seiner Gedichte. Dass dabei manchmal ein Widerhall der Sprache Trakls zu hören ist, macht nur die Schwierigkeit deutlich, diesem Dichter mit eigenen Worten gerecht zu werden. So machen die hier versammelten AutorInnen die Kraft der gebrochenen Schönheit, die Trakls Verse ausstrahlen, erneut bewusst. Der Band „Trakl-Echo“ enthält Gedichte, die sich in irgendeiner Weise auf Person oder Werk des Dichters Georg Trakl beziehen. Unter den über 100 AutorInnen sind solche, die zum literarischen Kanon der Literatur des 20. Jahrhunderts gehören, wie beispielsweise Ilse Aichinger, Rose Ausländer, Johannes Bobrowski, Erich Fried, Friederike Mayröcker und Robert Walser, aber auch weniger bekannte, mehrere Trakl-Preisträger, und auch solche, die Trakl noch persönlich gekannt und sich in Versform über ihn geäußert haben, wie Franz Bruckbauer oder Erhard Buschbeck.
"Das Buch dekliniert die Spielarten der Lyrik in den letzten hundert Jahren durch. So gut wird kein Kenner Bescheid wissen, dass er nicht auf überraschende Funde aufmerksam werden wird." Anton Thuswaldner/Die Furche, Beilage booklet, September 2013
Der Herausgeber Hans Weichselbaum, Mag. Dr., Leiter der Georg-Trakl-Forschungs- und Gedenkstätte in Salzburg und Geschäftsführer des Internationalen Trakl-Forums seit 1972.
"Für die/den literaturhistorisch Interessierte/n bietet der Band eine Fülle von Trouvaillen, er ist ein Eldorado für Intertextualitätsforscher und führt dem Trakl-Liebhaber vor Augen, wie intensiv Trakls anspruchsvolle Dichtung in der Literatur weiterlebt. Man hätte dem Salzburger Weltdichter kein schöneres Geschenk zum bevorstehenden 100. Todestag wünschen können." Uta Degner/SALZ, Juni 2013 "Das Buch dekliniert die Spielarten der Lyrik in den letzten hundert Jahren durch. So gut wird kein Kenner Bescheid wissen, dass er nicht auf überraschende Funde aufmerskam werden wird." Anton Thuswaldner/Die Furche, Beilage booklet, September 2013
Ich bin gefangen An den Ort. Nun weiß ich, was ich spüre: Du warst dort.
Des Mädchens Lächeln Süß im Erz verhangen Daran ist dein blauer Blick gegangen. In schönen Winkeln Modern Leiber in der Gruft Bleiches Antlitz bangt. Ein rostiges Kreuz von Knospen überrankt Ragt in die Silberluft.
Mirabell (Zum 90. Todestag Georg Trakls) am 3. Hornung 1977)
Der schwarze Raum der Gitter sperrt die Rosen Das tote Antlitz hat der Efeu überwachsen Undeutlich im Parterre Worte kosen Ein steinern Lächeln irr im Zwerglgarten Menschen sammeln sich und stehn am Schrein. Die Nacht verlieh nicht mehr, was ihr gegeben Vergilbte Briefe schließen Edles ein Müßiggang ist aller Größe Leben.