Eigentlich bin ich kein großer Krimifan, aber die Verbindung zu wichtigen gesellschaftlichen Themen hat mich hier in den Bann gezogen. Das Buch greift gleich eine ganze Bandbreite an Problemen auf, die alle ausgezeichnet recherchiert erscheinen und es verdienen, von der Öffentlichkeit stärker beachtet zu werden. Ich kann sie nicht alle benennen, da man an einen Krimi ohnehin möglichst unwissend herangehen sollte, aber die wichtigste Problematik ist der spekulative Erwerb landwirtschaftlicher Nutzfläche in Mecklenburg und im rumänischen Banat. Um an Fläche und damit an EU-Subventionen, die selbst bei ineffektiver Nutzung der Flächen den Erwerb lohnen, zu kommen, greifen internationale Konzerne zu einigen unlauteren Mitteln, die einen Krimi rechtfertigen können., obwohl die Verbindung von Thema und Kriminalfall natürlich komplizierter ist und einige Wendungen beinhaltet.
Der Schreibstil des Autors ist etwas gewöhnungsbedürftig, da er die Leser recht abrupt ins Geschehen wirft, das sich erst später erklärt, aber er ist keineswegs flach, auch nicht klischeebeladen oder unnötig grausam. Zwar kommen für meinen Geschmack zu viele Tote vor und ein paar unglaubliche Zufälle, aber die Hintergrundthemen haben die kleinen Ungereimtheiten wett gemacht. Auch die Spannung war gut dosiert – nicht so, dass man hindurchhetzt, nur noch den Täter sucht und die Themen vergisst, aber auch nicht so, dass man bei der Lektüre einschläft.
Fazit: Wenn Krimis so sind, könnte ich wieder häufiger welche lesen.