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Schampus für alle: ALDI eine deutsche Geschichte

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ALDI – diese vier Buchstaben haben im Positiven wie auch im Negativen Konsumverhalten und Esskultur der Deutschen wesentlich geprägt. Der Aufstieg der Brüder Karl und Theo erzählt deshalb auch von unserem Land.
Im Essener Vorort Schonnebeck in der Mittelstraße 87 öffnet der Bäckergeselle Karl Albrecht senior 1913 ein kleines, aber feines Geschäft, in dem es neben Brot auch Kaffee, Tee, Konfitüre, Butter und Kekse zu kaufen gibt. Supermärkte waren noch ferne Zukunftsmusik und jeder Kunde wurde persönlich bedient, man plauschte, kannte sich. Doch mit den Kriegen wird die Beschaffung von Lebensmitteln eine immer größere Herausforderung. Als die Söhne Karl junior und Theo dann endlich von der Front zurückkehren, machen sie aus der Not eine
Mit niedrigen Preisen und einem äußerst schmalen Sortiment, das sich auf das Wesentliche beschränkt, locken sie die Kunden in den Jahren der Mangelwirtschaft ins Geschäft. Damit haben die Albrechts nicht nur Lebensmittel demokratisiert, sie schafften auch den Discount-Gedanken.

322 pages, Kindle Edition

Published April 28, 2021

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About the author

Guido Knopp

117 books31 followers
Guido Knopp is a German journalist and author. He is well known in Germany, mainly because he has produced a great number of TV documentaries, predominantly about the Nazi era, but also about other topics, such as Stalinism.

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Displaying 1 - 7 of 7 reviews
Profile Image for Doradea.
382 reviews4 followers
December 11, 2025
Es wird umfassend auf alles eingangen: die Geschichte der Märkte, die Familiengeschichte, Expansion ins Ausland, Umweltverschmutzung und Ausbeutung von Mitarbeitern und weiteres. Gut wären Quellenangaben gewesen. Es ist gut geschrieben in dem Sinne, dass es sich leicht durchlesen lässt.
259 reviews2 followers
September 17, 2021
In Guido Knopps Buch „Schampus für alle. ALDI – eine deutsche Geschichte“ ist der Name Programm. Der Historiker nimmt (in Zusammenarbeit mit Mario Sporn) sein Publikum mit auf eine Zeitreise von den Anfängen des Discount-Riesen bis heute. Er erlaubt einen Blick hinter die Kulissen, obwohl die Besitzerfamilie schon immer großen Wert auf Privatsphäre und Verschwiegenheit legte. Herausgekommen ist ein sehr informatives Buch, das vermutlich fast jeden ansprechen wird, denn jeder kennt ALDI und die meisten haben schon einmal dort eingekauft.
Karl Albrecht sen., der Vater der Discounter-Gründer Theo und Karl war gelernter Bäcker und machte sich in Essen Schonnebeck als Brothändler selbstständig. Neben Brot und anderen Backwaren boten er und seine Frau Anna in ihrem Tante-Emma-Laden (der „Wiege des Aldi-Imperiums“) auch Kaffee, Tee und Konfitüren, Butter, Margarine und Kekse an. Die Söhne mussten im Geschäft helfen, sollten sie doch, wie damals allgemein üblich „beruflich in die Fußstapfen ihrer Eltern treten“. Und so lernte Theo Kaufmann im elterlichen Betrieb, Karl machte eine Lehre in einem noblen Feinkostladen. Der Rest der Aldi-Geschichte ab 1948 ist Geschichte. Oder Spekulation. Oder eine Mischung aus beidem. Guido Knopp kann zumindest auf ein paar verlässliche Quellen zurückgreifen, denn allgemein weiß man über Aldi nicht wirklich viel. So fußt dieses Buch hier in der Hauptsache auf Aussagen ehemaliger Aldi-Manager.
Fakt ist aber, dass die einzig wirkliche Unternehmensstrategie der Brüder aufging. „Mit gewagten Zukunftsprojekten haben wir uns seinerzeit nicht beschäftigt, sondern nur versucht, unseren Betrieb möglichst schnell zu vergrößern“, hat Theo Albrecht Anfang der 1970er gegenüber einem Journalisten erklärt. „Ihre einzige wirklich strategische Entscheidung war der Entschluss zum Aufbau und der Ausweitung ihres Filialnetzes.“ Und die Umstellung auf Selbstbedienung und dann das „Discount-Prinzip“.
Das Bild, das der Autor zeichnet ist ein interessantes, aber sehr ambivalentes. Es ist ein Bild voller Klischees von Geiz und Geheimnissen, Geschäftssinn und Verschwiegenheit, Lockangeboten und Rabattschlachten, von radikaler Preispolitik, die Lieferanten manchmal in den Konkurs trieb. Es ist ein Bild von einer von Druck und Kontrolle geprägten Mitarbeiterführung und von Müllbergen aus Einwegverpackungen („Der Anteil der Getränke-Einwegpackungen am Hausmüll erhöhte sich von 1970 bis 1981 um 73 Prozent.“) –bequem, aber trotz Recycling eine Katastrophe für die Umwelt.
In aller Ausführlichkeit und sehr packend beschreibt Guido Knopp die Entführung von Theo Albrecht 1971. Im Nachgang versuchte Albrecht 1979, die sieben Millionen Mark Lösegeld als Betriebsausgabe anzusetzen, vor Gericht scheiterte er damit aber. Geiz mag geil sein, aber das ging dem Gericht zu weit. Mit der Aufspaltung des Konzerns in zig Regionalgesellschaften, um die Pflicht zur Offenlegung von Geschäftszahlen zu umgehen, hatten die Brüder in den 1960er Jahren allerdings Erfolg. Und natürlich beleuchtet der Autor auch die Teilung des Konzerns entlang des „Aldi-Äquators“.
„Die erste Generation schafft Vermögen, die zweite verwaltet Vermögen, die dritte studiert Kunstgeschichte, und die vierte verkommt.“ – in wie weit dieses Bismarck-Zitat auf die Albrecht-Familie zutrifft, kann ich nicht sagen. Aber es scheint, dass Gedanke und Geist von Theo und Karl Albrecht nicht so ganz in den Nachkommen weiterleben. Nicht nur mit der „Affäre Achenbach“ kam Aldi in die eher negativen Schlagzeilen, die Familien sind wohl zerstritten („Mit den guten Sitten in der Familie Albrecht war es endgültig vorbei“).
Für mich war es ein sehr informatives, unterhaltsames, kurzweiliges und höchst aktuelles Buch. Selbst auf die Auswirkungen der Corona-Pandemie fehlen nicht. Der Autor schreibt flott und flüssig, sein Stil ist bodenständig und so macht er aus einem eigentlichen Sachbuch eine Romanbiografie eines Konzerns, eingeordnet in Zeitgeschichte und Zeitgeist. Von mir daher fünf Sterne.
Profile Image for mellidiezahnfee.
1,028 reviews6 followers
May 13, 2021
Dieses Buch fand ich so interessant, dass ich es nicht aus der Hand legen konnte. Ein großes Kompliment für ein Sachbuch.Prof. Dr. Guido Knopp hat sich im Laufe der Jahre einen Namen gemacht als Autor von gut recherchierten Büchern über deutsche Geschichte. Dies ist natürlich ein Stück Geschichte der besonderen Art und daher absolut faszinierend. Außerdem hat der Autor es geschafft, die wenigen Informationen, die über die Familie Albrecht bekannt sind so geschickt sprachlich zu verpacken, dass das Buch zu keiner Zeit langweilig wird. Im Gegenteil es ist sehr informativ. Die Kapitel sind sehr klug unterteilt, und geben eine genauen Abriss des Aufstieges des Discounters ALDI vom Beginn bis heute. Das meiste davon war mir völlig unbekannt. Allerdings habe ich auch erst zweimal in meinem Leben in einem dieser Geschäfte eingekauft. Was aber auch daran liegt , dass sich eine Filiale einer anderen Lebensmittelkette in meiner direkten fußläufigen Nachbarschaft befindet. So bin ich völlig unbefangen und unvoreingenommen an dieses Buch gegangen und habe mich nicht nur gut unterhalten gefühlt, sondern der Autor konnte mir mit seiner unnachahmlich tollen und gewissenhaft recherchierten Art ein ganz großes Stückchen deutsche Geschichte erklären. Am meisten fasziniert haben mich die Unterschiede an monetärem Verdienst und Lebensstil der Brüder.

Fazit: Ein tolles Leseerlebnis der etwas anderen Art. Niemals langweilig und durch die Zeitreise nicht nur auf das Familienleben fixiert, sondern man erfährt auch sehr viele andere Details.
16 reviews1 follower
January 1, 2026
Guido Knopps „Schampus für alle“ liefert einen interessanten Abriss eines zentralen Kapitels der deutschen Wirtschaftsgeschichte. Das Buch zeichnet mit dem Aufstieg der Albrecht-Brüder durchaus lesenswerte Einblicke in die Unternehmensführung sowie das – sonst so streng abgeschirmte – Privatleben der Gründerfamilie nach. Die Entwicklung des Discounters wird von Knopp als Spiegelbild der deutschen Nachkriegsgesellschaft dargestellt.
​Allerdings bleibt die Darstellung streckenweise an der Oberfläche. Wie üblich bei Knopp liegt der Fokus auf anekdotischer Erzählung, Daten und Quellen kommen eher zu kurz.

Wirklich ärgerlich ist die tendenziöse Darstellung der Lieferketten-Problematik des Einzelhandels. Knopp bedient das gängige Narrativ, das den Einzelhandel (und speziell das Discounter-Modell) als alleinigen Verursacher für den wirtschaftlichen Niedergang vieler Landwirtschaftsbetriebe identifiziert. Diese Argumentation greift zu kurz. Die massive, oft schädliche Lenkungswirkung der EU-Agrarpolitik und deren Subventionspraxis, die strukturelle Fehlentwicklungen erst begünstigt hat, wird im Buch bedauerlicherweise nur beiläufig erwähnt. Hier wird eine komplexe makroökonomische Problematik auf Aldi als Sündenbock reduziert.
7 reviews
May 12, 2024
Die Geschichte der Brüder ist in Deutschland zu sparsam erzählt. Im Buch erfahren wir, dass es an der Verschwiegenheit der Familie, die unter anderem an der Entführung Theo Albrechts, liegt. Ich gehe davon aus, die meisten, die das Buch in die Hand nehmen, wissen davon und erhoffen sich hier mehr zu erfahren.

Leider verpufft die Hoffnung, tief in die Geschichte des Imperiums einzutauchen, relativ schnell. Bis auf wenige Anekdoten erzählt uns das Buch bisher Bekanntes in neuen Worten. Am ärgerlichsten sind die fehlenden Quellen, die den Text schwach machen. Ohne eine Nachprüfbarkeit lässt sich viel erzählen. Dafür ist es angenehm flüssig geschrieben.

Ich werde es sicher nicht noch einmal lesen. Ergo: die erste Lektüre hätte ich mir auch sparen können.
Profile Image for Ansgar Kuhn.
10 reviews
September 29, 2023
Informativ und überraschend spannend. Zum schmunzeln, aber auch kritisch und regt noch zum Nachdenken über das eigene und globale Konsumverhalten an. Dazu viele Einblicke in die Firmengeschichte und das alles bei einer sehr dürftigen Quellenlage. Da hat Guido Knopp wirklich alles rausgeholt und jedes Fitzelchen an Informationen, die zu ergattern war, verwertet. Alles was es bis heute über ALDI zu wissen gibt, steht in diesem starken Sachbuch.
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