Was habe ich mich schwer getan mit dieser Geschichte, es ist mir so unangenehm, wie gern hätte ich das Buch gefeiert, aber es sollte nicht sein, nehme ich an 😞
Dabei fing es eigentlich ganz gut an.
Die Grundidee der Geschichte ist einfach toll: Die Ritter der Tafelrunde haben Erben, die sogenannten Knights, die mit ihren Gaben die Menschheit positiv beeinflussen. Leider gibt es auch Abtrünnige, die Darks, die genau das Gegenteil tun.
Die Protagonistin Charlotte lebte jahrelang versteckt vor ihnen allen, bis eines Tages ihr Bruder verschwindet und sie vor den Darks fliehen muss.
Ungefähr zu diesem Zeitpunkt steigt man als Leser in die Geschichte ein, man weiß an der Stelle schon ein paar Dinge über Charlottes Vergangenheit, und über KORT, die Organisation, für die die Knights arbeiten.
Ich hatte trotzdem Schwierigkeiten in die Geschichte einzusteigen. Das lag zum einen an den vielen Informationen, die recht komplex waren, aber auch sehr schnell abgehandelt wurden, zum anderen an den vielen Dingen, die man noch nicht wusste.
Ich habe sehr schnell die Tiefe vermisst. Die Charaktere waren sehr einfach gehalten, die Handlung an einigen Stellen nicht ganz nachvollziehbar für mich, und je weiter ich in der Geschichte kam, desto wirrer wurde es für mich.
Es gab einige abrupte Ortswechsel, Zeitsprünge von mehreren Wochen, vieles, das wirklich interessant gewesen wäre, wird nur durch Rückblenden und Zusammenfassungen erzählt, das Tempo ist permanent recht hoch, so dass ein Ereignis das nächste jagt, und mal abgesehen vom Epilog, der mir gut gefallen hat, ist das Ende für mich nicht wirklich zu verstehen. Thematisch geht das leider in eine Richtung, die mich nicht packen kann.
Es gab eigentlich keinen nennenswerte Entwicklung, die Charaktere empfand ich als recht oberflächlich, besonders Charlotte war eine recht stereotype Protagonistin - mutig, kratzbürstig, schlagfertig, draufgängerisch, schön, besonders… aber mehr auch leider nicht. Mir fehlte auf jeden Fall Persönlichkeit, und Charaktereigenschaften, die sie von der Masse der Jugendbuch-Heldinnen abheben.
Dass Charlotte und Noel, einer der Knights, sich praktisch auf den ersten Blick verliebt haben, da sie durch ein inneres Band verbunden sind, hat mich weniger gestört als die Tatsache, dass man Noel eigentlich nur oberflächlich kennen lernt und eigentlich kaum Interaktion zwischen den beiden statt findet. Emotional war ich also direkt raus.
Zusätzlich erschwert wurde das für mich durch einen krassen Zeitsprung von fünf Wochen nach gut 200 Seiten, in dem Charlotte so richtig bei den Knights ankommt, Kampftraining erhält, zu Einsätzen aufbricht und Liebeskummer hat. Ich habe mich an der Stelle einfach ausgeschlossen gefühlt. Wie soll ich mich in eine Geschichte hinein fühlen, die mir alle Ereignisse einfach nur vorsetzt, anstatt mich mitzunehmen? Die Schwerpunkte der Geschichte waren offensichtlich so gesetzt, dass sie für mich nicht funktioniert haben.
Ab da hatte es mich also verloren. Auch das tolle Setting und der wunderbare Schreibstil konnten das nicht mehr rausreißen.
Ich bin ganz ehrlich: wäre die Wendung am Ende nicht gewesen, hätte ich Teil zwei auf jeden Fall eine Chance gegeben.
Ich freue mich trotzdem für jeden, der mit „Knights“ ein neues Lieblingsbuch gefunden hat ☺️