Ein Cowboys vs. Aliens-Heimat-Krimi mit einem Erzähler, der als Bürogehilfe in einer Hades-artigen, an Kafkas Schloß erinnernden Großraumbüro-Unterwelt arbeitslebt, in die er von einer Mondfrau (Helene = Selene) geschickt worden ist, wo er, anscheinend angeregt durch das viele, leichentuchßweiße Papier, das er eigentlich nur makulieren soll, das zentrale, ihn als Low-Tech-Automatenmensch / Vogelscheuchen-Blechmann-Hybrid zurücklassende, Verdrängte / verschüttete Erlebnis seiner Jugend rekonstruiert. Er braucht dafür sehr viele Anläufe, ihm fehlt die Sprache dafür, die Sprache bricht unter der Last dessen, was zu sagen & zu fühlen wäre, zusammen. Er stottert, wiederholt, rekapituliert, rekonstruiert seine Erinnerungen, die temporalen Bezüge fliegen immer wieder durcheinander, aber ganz am Schluss, ist dann doch sehr klar, was passiert ist (was ich hier aber nicht spoilere.) Was sich anfangs liest wie ein spätavantgardistisches L’Art pour l‘art-Stückchen, entwickelt dann sehr schnell einen erstaunlichen erzählerischen Sog & psychologische Stimmigkeit, durch die man auch bei den kalauerskesten Passagen bei der Stange bleibt. Høghaug hat hier einen intensiven & trotzdem lesbaren Text über die Krankheit Männlichkeit, & wie sie die Seelen & Körper ihrer Träger zerfrisst, geschrieben. Für die sorgfältigen Arbeit des Übersetzers Matthias Friedrich, der das in ein glaubwürdiges deutsches 80er-Jahre-Fantasy-Idiom gebracht hat, habe ich nichts als Bewunderung. Ich empfehle sehr, sein Nachwort auf jeden Fall zu lesen.