Josie ist schwanger. Von Bengt, der schon eine Familie hat und kein Kind mehr möchte. Aber was möchte Josie? Sie ist Anfang Vierzig, und ihre Wünsche hat sie immer auf »später« aufgeschoben. Kathi ist plötzlich allein. Ihr Mann Werner ist gestorben, nach fünfzig Jahren gemeinsamen Lebens. Ihr einziger Sohn ist ihr fremd geworden. Auch Kathi hat so vieles auf »später« verschoben. Als Josie durch einen Zufall in Kathis Küche landet, sind beide verwundert. Sie fühlen sich in Gegenwart der anderen so unbelastet. Ernst genommen. Die beiden Frauen spüren, dass das Leben ihnen genau jetzt ganz unerwartet die Tür öffnet.
Manchmal schickt uns das Schicksal einen Menschen, den wir gar nicht gesucht haben. Und plötzlich steht unser Leben wieder auf »Los«.
"Wir für uns" per Buchtitel oder "Wir werden bleiben", wie der Roman auf der ersten Seite betitelt ist, wurde von Barbara Kunrath geschrieben.
Ein mutiger, rührender, starker Roman in anregendem Schreibstil!
Josie ist 41 Jahre alt und schwanger von ihrem Freund, Bengt, der allerdings verheiratet ist und schon eine Familie hat. Sie muss nun eruieren, welche Optionen ihr offen stehen und wie sie ihr Leben von nun an gestalten möchte. Auch Kathi, die kürzlich nach 50 Jahren Ehe verwitwet ist, befindet sich auf der Suche im Leben. Bisher hatte sie ihre Wünsche immer nach hinten gestellt hat, um den Hausfrieden mit ihrem Mann zu bewahren.
Der Lebensweg beider Frauen kreuzen sich und ihre Perspektiven erweitern sich, so dass das Leben an neuem Schwung gewinnt!
Die Charaktere können dem Leser auf den ersten Blick etwas verkorkst vorkommen. Die Autorin Barbara Kunrath, jedoch, wagt sich an essentielle Themen in unserer Gesellschaft. So setzen sich die Charaktere mit Themen auseinander, die in der Regel als tabu gelten:
Inwiefern inkludieren wir Menschen mit Behinderung (in diesem Fall mit Down-Syndrom) in unser Leben oder Menschen aus der LGBTQIA-Community? Welch qualvollen Entscheidungen sind schwangere Frauen ab 35 ausgesetzt, wenn sie Tests durchführen können, um festzustellen, ob ihre Babies unter Trisomie 21 leiden?
Ich habe den Roman sehr gerne gelesen und bin dankbar für die Impulse, die die Geschichte mir gegeben hat! 🙏
Josie schwanger. Die 41-jährige ist seit vielen Jahren mit Bengt zusammen und ahnt, dass dies die letzte Chance auf ein Kind ist. Bengt ist anderer Meinung und drängt sie zu einem Abbruch. Er hat bereits eine Familie und ist zudem verheiratet. Josie trifft eine Entscheidung, die ihr ganzes Leben verändert. Zufällig begegnet ihr Kathi. Sie ist vor kurzem Witwe geworden und muss sich nun in ihrem Leben neu einrichten. Ihrem Mann zuliebe hat sie ein halbes Jahrhundert auf einiges verzichtet, was sie nun nachholen möchte. Die beiden Frauen trennt eine Generation und verbindet so vieles. Sie freunden sich an. Jede profitiert durch die Sichtweise der anderen und hilft ihr somit, ihre Wünsche im Leben zu erkennen.
Barbara Kunrath beschreibt gefühlvoll die ungewöhnliche Freundschaft zweier Frauen. Es geht dabei um Träume, Bedürfnisse und immer wieder das Abwägen, was das eigene Umfeld für richtig hält. Josie hat zu ihrer eigenen Mutter ein schwieriges Verhältnis. Ihr älterer Bruder steht oft vermittelnd zwischen den beiden. Gerade jetzt, wo die Mutter vehement auf einen Test für Trisomie drängt, allerdings ihre Beweggründe im Verborgenen hält. Josie weiß, dass eine Aussprache dringend notwendig ist. Aber dazu gehört Mut auf beiden Seiten. Auch Kathi verlässt regelmäßig die Courage, wenn es um ihren Sohn geht. Er liebt einen Mann und in Kathis Welt gibt es dafür keinen richtigen Platz. Erst durch Josie lernt sie, dass man jeden Menschen annehmen sollte, wie er ist. Die Zuversicht, die jede auf ihre Weise ausstrahlt, hilft der anderen, ihr Leben zu überdenken und neu zu gestalten.
Die Autorin lässt die Leser ganz nah an ihre Figuren herankommen. Man fühlt mit ihnen und alle haben Eigenschaften, die sie wie alte Bekannte erscheinen lassen. Das Zwischenmenschliche passiert wie selbstverständlich. Dazu werden die Szenen in einem Umfeld platziert, das jeder schon einmal erlebt hat. Alles wirkt lebendig, als könne es sich genau so beim Nachbarn abspielen. Die Figuren genießen dadurch eine hohe Anteilnahme und zwangsläufig überdenkt man auch nach der letzten Seite seine eigene Meinung zu den angesprochenen Themen. Der leise Erzählstil entfaltet sich von Kapitel zu Kapitel kraftvoller. Von daher ist es eine gute Idee, sich für die 400 Seiten genügend Zeit am Stück zu reservieren.
Josies Einmal-wöchentlich-2-Stunden-Beziehung Bengt hatte keine Zweifel daran gelassen, dass er sich nicht von seiner Frau trennen wird. Mit fast 50 will er auf keinen Fall ein Kind mit seiner Geliebten haben; denn er hat schon Kinder. Als Josie mit über 40 entdeckt, dass sie schwanger ist, bedeutete das die letzte Chance für ein Kind, ehe ihre biologische Uhr abläuft. Zwischen dem Ungeborenen und Bengt wird sie sich entscheiden müssen - wie zu erwarten war. Einem schusseligen Wesen wie Josie traut kaum jemand ein Leben mit Kind zu, am wenigsten Josie selbst. Bisher musste sie in ihrem Single-Leben zu oft ihren Bruder um Hilfe bitten und ist deshalb frisch in Florians Nähe gezogen. Josies Schwangerschaft lässt einen mühsam verborgenen Familienkonflikt aufbrechen. Über das mittlere Kind, Josies ältere Schwester Babette, wurde so gut wie nie gesprochen – und es scheint keine Fotos von ihr zu geben.
Als Josie den Ehering einer offenbar betagten Person findet, lernt sie die 70-jährige Kathi kennen, die jahrzehntelang im Ort den Lebensmittelladen betrieb. Als Kathis Kunden nur noch das bei ihr kauften, das sie im Supermarkt der Stadt vergessen hatten, rentierte sich der Laden jedoch nicht mehr. Kathi hat nie verwunden, dass sie ihr Geschäft aufgeben musste, in dem sie gearbeitet hat, seit sie 15 war. Die Begegnung der beiden gegensätzlichen Frauen bringt die Idee hervor, in anderer Form wieder einen Dorfladen zu eröffnen. Josie (die sich bestens mit Kathie versteht) und Melanie, die bereits in der Naturkost-Branche gearbeitet hat, würden theoretisch die Mindest-Mitgliederzahl einer Genossenschaft bilden. Doch bevor der Plan Form annehmen kann, muss Kathi umdenken, und alle Beteiligten haben private Klippen zu überwinden. Josie ringt mit Bengts Forderung nach einem Schwangerschaftsabbruch, Kathis Sohn Max trennt sich für die Mutter überraschend von seiner Frau, zu der Kathi ein vertrautes Verhältnis hatte, und im Dorf stehen zu viele alte Verletzungen dem Laden-Projekt im Weg. Nicht nur die schusselige Josie, auch ihre Mutter und Kathi haben eine anstrengende Art, um Tatsachen herum zu lavieren, die für jeden außer ihnen selbst offensichtlich sind.
Die zahlreichen Querverbindungen zwischen den Figuren ließen mich trotz aller Konflikte schon früh auf ein glückliches Ende hoffen. Irgendjemand würde schon über seinen Schatten springen und damit einen alternativen Lebensentwurf anstoßen. Die Art gleich mehrerer Figuren, Offensichtliches totzuschweigen, bremste zu Anfang die Spannung stark aus. Von der neutralen Erzählerstimme, die aus Katies Leben erzählt, hätte ich gern mehr erfahren als sie selbst portionsweise preisgibt. Josie und Melanie dagegen fand ich zu einseitig unter Vernachlässigung ihres Berufs-Ichs dargestellt. In einem Roman, der 2019 unter berufstätigen Frauen spielt, genügt mir diese Sicht nicht. Als die Geschichte schon beinahe zu Ende war, erlebte ich Josie endlich zum ersten Mal an ihrem Arbeitsplatz, als Sozialpädagogin, die im Jugendamt Familien mit Kindern betreut. Auch die Darstellung von Melanies behinderter Tochter Nela gefiel mir nicht in einem Szenario, in dem eine der Hauptfiguren beruflich ständig mit dem Entwicklungsstand von Kindern befasst ist. Angesichts des zeitgemäßen Themas Dorfladen lässt die einseitige Darstellung der jüngeren Frauenfiguren die 2019 spielende Handlung m. A. zu trivial wirken.
Für ein Leben, das genau jetzt ganz neu beginnt. Josie ist schwanger. Von Bengt, der schon eine Familie hat und kein Kind mehr möchte. Aber was möchte Josie? Sie ist Anfang Vierzig, und ihre Wünsche hat sie immer auf »später« aufgeschoben. Kathi ist plötzlich allein. Ihr Mann Werner ist gestorben, nach fünfzig Jahren gemeinsamen Lebens. Ihr einziger Sohn ist ihr fremd geworden. Auch Kathi hat so vieles auf »später« verschoben. Als Josie durch einen Zufall in Kathis Küche landet, sind beide verwundert. Sie fühlen sich in Gegenwart der anderen so unbelastet. Ernst genommen. Die beiden Frauen spüren, dass das Leben ihnen genau jetzt ganz unerwartet die Tür öffnet. Manchmal schickt uns das Schicksal einen Menschen, den wir gar nicht gesucht haben. Und plötzlich steht unser Leben wieder auf. Meinung Der Schreibstil war leicht und locker der Erzählstil einfach aber mitreißend. Die Geschichte zweien starker Frauen die vom Leben nicht immer belohnt wurden. Voller Tiefgang und emotionaler erzählkraft Wunderbar lebhaft gelesen.
Inhalt: In „Wir für uns“ von Barbara Kunrath geht es um zwei Frauen, deren Lebenswege sich durch Zufall genau an dem Punkt ihres jeweiligen Lebens kreuzen, an dem sie beide nicht wissen, wie es für sie weitergehen soll.
Josie ist Anfang Vierzig und schwanger. Von Bengt, mit dem sie seit 9 Jahren eine Affäre hat, der aber verheiratet ist und sich weder trennen noch ein weiteres Kind möchte. Kathi ist nach dem Tod ihres Ehemanns Werner nach 50 Jahren gemeinsamen Lebens nun plötzlich allein. All ihre Wünsche und Träume hat sie immer auf „später“ verschoben, genau wie Josie. Durch einen Zufall treffen die beiden Frauen aufeinander und fühlen sich sofort wohl und verstanden in Gegenwart der jeweils anderen. Und sie merken, dass der Spruch: „Wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich eine andere.“ wohl immer auch ein wenig Wahrheit enthält…
Meine Meinung: Das Cover des Buches hat mich sofort angesprochen. Ich mag die zarten Farben und die Blütenranken und Blätter und die beiden kleinen Vögelchen. Es strahlt eine ruhige Atmosphäre aus und diese spiegelt den Inhalt auch gut wider.
Insgesamt hat mir das Buch gefallen, es gab jedoch auch ein paar Punkte, die nicht ganz meinen Geschmack getroffen haben.
Der Schreibstil der Autorin hat mir wirklich gut gefallen. Die Sprache ist einfach und klar gehalten und vermittelt dadurch eine etwas melancholische Stimmung. Wir lesen immer abwechselnd aus der Sicht der beiden Protagonistinnen, wobei Josies Passagen aus der Ich-Perspektive geschrieben sind und Kathis aus der 3. Person. Das hat die Geschichte zum einen auch sprachlich abwechslungsreich gemacht und zum anderen konnte man sich dadurch etwas mehr in Josies Perspektive hineinversetzen.
Das Erzähltempo des Buches ist recht gleichmäßig und eher langsam, es gibt keine große Action. Das hat mir gut gefallen und es führt dazu, dass die vielen ernsteren Themen, die angesprochen werden, recht unaufgeregt und mit der nötigen Ruhe behandelt werden. Jedes der Themen wird auch ein wenig kontrovers, aber trotzdem einfühlsam behandelt, da man meistens verschiedene Personen hat, die eine andere Sicht auf das Thema haben. Manches wirkte hier allerdings leider auch ein wenig zu „gewollt“ in die Handlung integriert.
Die Protagonistinnen Josie und Kathi haben mir ganz gut gefallen. Bei beiden können wir vom Anfang bis zum Ende der Geschichte eine Entwicklung sehen – weg von einem eher fremdbestimmten Leben hin zu eigenverantwortlichem Handeln und dem „in-die-Hand-nehmen“ der eigenen Wünsche und Träume. Allerdings drehen sie sich gedanklich allzu oft ausschließlich um sich selbst in ihrem eigenen kleinen Kosmos, was mich auf Dauer stellenweise genervt hat.
Was mir persönlich nicht so gut gefallen hat ist die oben bereits erwähnte melancholische Stimmung, die das Buch beherrscht. Sie passt zwar zu dem Erzählten, allerdings habe ich mich beim Lesen dadurch eher bedrückt gefühlt. Es wurde allgemein eine eher negative Stimmung und ein negatives und deprimierendes Bild des Lebens gezeichnet, was mir als eher optimistisch eingestelltem Menschen etwas zuwidergelaufen ist. Auch wenn ich es grundsätzlich wirklich begrüße, dass Bücher nicht immer nur „Friede, Freude, Eierkuchen“ sind. Aber das ist sicherlich einfach eine Frage des persönlichen Geschmacks.
Ebenso ist mir aufgefallen, dass es bei der Geschichte einige Nebenhandlungsstränge gab, die meiner Meinung nach zu oberflächlich behandelt wurden. Wäre man tiefer auf sie eingegangen, hätte das ganz sicher den Umfang des Buches gesprengt und auch von dem Hauptplot abgelenkt. In meinen Augen hätte man sie daher also auch einfach weglassen können.
Fazit: Insgesamt ein etwas anderes Buch mit einer guten Idee und interessanten Themen, für mich persönlich aber von der Stimmung her zu bedrückend.
Dies ist ein ganz außergewöhnlicher Roman. Teilweise in der ersten Person Singular als Josie geschrieben und in der dritten Person für Kathi und den Erzähler, und fast vollständig durch Gedanken und Erinnerungen getragen, hat dieses Buch eine Tiefe, die ich nicht vermutet hätte.
Beide Frauen, so unterschiedlich sie sind, aus verschiedenen Generationen, mit Erinnerungen und einer Vergangenheit, die den Charakter prägen, Sorgen, Nöten und Problemen, finden ganz zwanglos zueinander und hegen eine tief empfundene Freundschaft füreinander, die uns zeigt, was alles zu einer solchen Freundschaft dazu gehört.
So viele Themen und Gefühle werden hier angesprochen, rühren an unser Herz und lassen einmal inne halten und durchatmen.
Zwei Frauen, zwei Leben, zwei Entscheidungen und was wir tun können, wenn es mal nicht weiter zu gehen droht. Dieses Buch ist so viel mehr als nur ein Roman, es ist auch ein Wegweiser, ein Hilfsmittel.
Ich bin immer noch tief ergriffen und danke dem Verlag und NetGalley sehr für dieses digitale Leseexemplar. Für mich ist dies eins der besten Bücher, die ich in diesem Jahr lesen durfte – 10/10 Punkte.
Der Klappentext von „Wir für uns“ klang so spannend, dass ich einfach neugierig wurde und das Buch lesen wollte. Zu Beginn wusste ich erst noch nicht, wie die beiden Frauen zusammenfinden könnten, aber das wurde zum Glück schnell aufgeklärt und somit begann dann in meinen Augen die eigentliche Geschichte.
Josie und Kathi werden zum Einstieg erstmal als Personen selbst erklärt, indem sich die ersten Kapiteln den beiden noch als einzelne Personen widmen. Später ändert sich das natürlich, wenn die beiden aufeinander getroffen sind. Dann erfährt man jeweils auch über die anderen in den Kapitel etwas, sodass alle Seiten beleuchtet werden.
Diverse Themen und Aspekte
Einerseits sehr gut, aber für mich teilweise etwas zu viel, waren die diversen Themen, die im Buch angesprochen werden. Sehr gut finde ich, dass es keinerlei Tabu-Themen gibt, sondern dass offen über alles geschrieben wird. Die Autorin selbst spricht im Nachwort auch nochmal an, dass sie so sensibel wie möglich war und hofft, dass deutlich wird, dass wir noch an einigen Themen gesellschaftlich arbeiten müssen.
Ich möchte hier nicht alle Themen erwähnen, um nicht aus Versehen zu spoilern. Mir wurde es nur irgendwann einfach zu viel, sodass es auf mich gewirkt hat, als ob so viele diverse Aspekte wie möglich in das Buch eingespannt werden sollten. Auch wenn es eigentlich ganz normal ist und in der Realität tatsächlich so geschehen könnte. Der Fokus hätte einfach für mich eher auf ein bis zwei Schwerpunkten liegen sollen. Das macht aber den Lesefluss an sich nicht kaputt.
Starke Frauen
Beide Protagonisten sind spannende Frauen, über die man im Verlauf viel lernen kann. Im Laufe der Geschichte entwickeln sie sich weiter, überdenken einige Ansichten und finden neue Wege. Das hat mir gut gefallen, denn sie wirkten gerade dadurch sehr authentisch und stark.
Fazit
Ein gutes Buch über viele spannende Themen, das zwei starke Frauen beinhaltet, die sich im Verlauf der Geschichte toll weiterentwickeln. Für mich prinzipiell eine Empfehlung, auch wenn ich mir eher den Fokus auf ein bis zwei Schwerpunkten gewünscht hätte und weniger Aspekte in der Masse.
Danke an Vorablesen und den FISCHER Krüger Verlag, die mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. Meine Meinung ist davon unabhängig. Schon bei der Leseprobe hatte ich das Gefühl, dass „Wir für Uns“ ein ganz besonderes Buch wird. Und ich wurde nicht enttäuscht! Das Buch spricht viele wichtige Themen an, und ich hatte das Gefühl, dass ich grade die Geschichte meiner Familie lese.
Worum geht es? Zwei ungleiche Frauen, die zusammenfinden. Josie ist Anfang 40 und schwanger. Ihr Partner will kein Kind mehr, da er bereits Kinder hat. Außerdem ist eine Schwangerschaft in Josies Alter mit vielen Risiken verbunden – unter anderem hat ihr ungeborenes Kind eine höhere Wahrscheinlichkeit, Trisomie 21 zu haben. Ihr Umfeld drängt sie, eine Fruchtwasseruntersuchung durchzuführen zu lassen, und auch eine Abtreibung wird immer wieder ins Spiel gebracht. In ihrem Alltag beginnt Josie plötzlich, vermehrt Menschen mit Down-Syndrom wahrzunehmen, und merkt dabei, wie sehr ihr Denken und das ihres Umfeldes von Vorurteilen geprägt ist. Zudem weckt Josies Schwangerschaft bei ihrer Mutter alte Erinnerungen, an Josies Schwester Babette – diese ist nicht nur als Kind gestorben, sie wird zudem noch totgeschwiegen. Man merkt: diese Schwangerschaft stellt alle Beziehungen von Josie auf die Probe!
Die andere Protagonistin des Buches ist Kathi. 50 Jahre lang war sie mit Werner verheiratet, und nun ist sie mit Anfang 70 Witwe. Ihr Sohn Max scheint sich von ihr zu entfremden, und Kathi weiß einfach nicht, was sie alleine mit ihrem Leben anfangen soll. In der Ehe hat sie ihre Wünsche hintenangestellt, hat ihr kleines Lebensmittelgeschäft auf Wunsch ihres Mannes geschlossen – wäre es unvernünftig, in ihrem Alter wieder ihre Passion des eigenen Geschäftes aufleben zulassen? Das Buch beschäftigt sich sensibel mit einer Vielzahl an Themen: Schwangerschaft, Beziehungen, Trisomie 21, Trauer und Verlust, Homosexualität und Familie. Ich persönlich fand die Menge genau richtig und nicht zu überladen. Wie bereits gesagt hatte ich das Gefühl, die Geschichte meiner eigenen Familie zu lesen. Meine Großeltern väterlicherseits sind seit über 50 Jahre verheiratet – wie Kathi und Werner es waren. Die Schwester meiner Mutter ist wie Josies Schwester Babette als Kind gestorben, und auch darüber wurde selten geredet – was die Beziehung zwischen meiner Mutter und meiner Oma stark auf die Probe gestellt hat. Außerdem gibt es in der Familie meiner Mutter eine Person mit Down-Syndrom, und durch ihn und seine Eltern kann ich einerseits sehen, wie viel Freude er ins Leben bringt, aber ich sehe auch stark die Probleme und Ängste, die eine solche Erkrankung besonders für das Umfeld mit sich bringt.
Und das fand ich im Buch auch wirklich sensibel und realistisch dargestellt: dass Josie am Anfang Melanie (der Mutter von Nela, ein Kind mit Down-Syndrom) etwas unsensibel gegenüber tritt, weil sie sich unsicher ist, ob sie eine Fruchtwasseruntersuchung machen will. Sie hört von Melanie, wie viel sie für Nela aufgeben musste. Und dann im Laufe der Zeit, in der sich die drei immer weiter kennenlernen, festigt sich Josies Meinung, dass es ihr egal ist, ob ihr Kind Down-Syndrom haben wird oder nicht – auch wenn ihr Umfeld das anders sieht.
Und diese beiden Szenen mit Melanie fand ich so, so toll. Weil ich es wie gesagt realitätstreu finde. Über das Thema Trisomie 21 wird kaum offen geredet, man druckst herum, man findet die Worte nicht. Und dann entstehen genau solche Situationen; das eigentlich Gemeinte wird falsch verstanden und man verletzt jemanden. Es braucht mehr Bücher, die sich trauen, solche Themen anzusprechen!
Die Perspektive von Josie fand ich einfach super stark und überzeugend. Die Perspektive von Kathi fand ich etwas schwächer, aber trotzdem gut. Ich fand ihre Gedankengänge manchmal etwas intransparent; sie hält stark an alten Denkmustern fest und im Vergleich mit Josie habe ich einfach gemerkt, dass ich Kathis Verhalten weniger kohärent fand als das von Josie (Achtung, hier wird auf sehr hohem Niveau gemeckert! Es waren wirklich nur Nuancen, die ich hier bemängle!)
Eine andere Sache, über die ich gestockt habe, ist die Länge der Affäre von Josie und Bengt… Neun Jahre? Ehrlich? Ich habe Josie über das Buch als sehr aufgeweckte und reflektierte Frau wahrgenommen, und dass sie neun Jahre lang eine Beziehung mit einem verheirateten Mann aufrecht hält, weil dieser „bald seine Frau verlassen will“… da habe ich etwas an Josie gezweifelt. Aber Liebe macht ja bekanntlich blind. An manchen Stellen werden "nicht korrekte" Bezeichnungen verwendet, aber meistens passt es zum Inhalt. Kathi bezeichnet das Wort Homosexuell als "schäbig", sie redet etwas negativ über Asylant*innen - aber sie überdenkt ihr Denken im Laufe des Buches und ist einfach "ein Kind ihrer Zeit". Ich finde es vollkommen okay, solche nicht mehr 100% politisch korrekten Bezeichnungen zu verwenden, wenn es dazu dient, den Wachstum von Charakteren zu zeigen und wenn auf die Problematik solcher Aussagen eingegangen wird - was ja bei den genannten Beispielen so ist. Nur an einer Stelle stößt mir ein Wort negativ auf: Josies Bruder nutzt das Wort "mongoloid", um über eine Person mit Down-Syndrom zu sprechen. "Mongoloid" ist ein veraltetes und abwertende Bezeichnung für Menschen mit Trisomie 21. Und an keiner Stelle wird darauf eingegangen, wie problematisch dieses Wort ist. Das fand ich schade, weil mir diese Stelle auch Tage später noch negativ im Kopf geblieben ist. Ich kann verstehen, warum Josies Bruder ein abwertendes Wort bezüglich Trisomie 21 nutzt; es soll zeigen, wie verinnerlicht in Josies Familie die negative Haltung bezüglich Menschen mit Down-Syndrom ist. Aber dann hätte Josie das auch bitte als problematisch erklären sollen; weil so ist es einfach ein problematisches Wort ohne Sinn.
Das Cover finde ich wirklich schön. Eine gute Farbkombination, und die Blumendetails im Buch mochte ich auch. Was Titel und Cover mit dem Inhalt zu tun haben, das weiß ich jetzt nicht genau, aber die Atmosphäre des Buches kommt rüber: ruhig, entspannt, irgendwas über Zusammenhalt.
Der Stil der Autorin hat mir gut gefallen. Es ist flüssig zu lesen, locker geschrieben und voller Bilder. Die Perspektiven von Josie und Kathi waren irgendwie anders geschrieben, sodass beide eine eigene, klar zu unterscheidende Stimme hatten.
Ich bin gespannt darauf, auch andere Werke der Autorin zu lesen, da ich ihre empathische Art des Schreibens wirklich außergewöhnlich finde. Ich vergebe 4,5 von 5 Sternen (Tendenz nach oben!).
Allgemein Zuversichtlich, dass ich hier das Buch des Jahres in den Händen halte, war ich nach nur wenigen Seiten. Eine Erwartung wurde aufgebaut, die sich gegen Ende leider nicht halten konnte.
Zunächst schien das Buch wie auf mich zugeschnitten. Die Protagonistin hatte dieselben Zweifel, Gedanken und Erfahrungen im Leben und der Schreibstil war so locker, leicht, dass ich wie auf Wolken über die Seiten schwebte. Sensible Themen zogen sich durch das ganze Buch. Abtreibung, alleinerziehend, Trisomie und auch der Klimawandel und Homosexualität spielten eine Rolle. Vor allem Abtreibung und Trisomie sind Themen, die gerne unter den Tisch fallen oder negativ dargestellt werden und ich bedanke mich für diese kleine Aufklärungsstunde. Die Autorin scheint ein Gespür für die verschiedenen Sichtweisen der Menschen zu haben, weshalb mir besonders gut gefiel, dass sie verdeutlichte, dass das Aufklärungsgespräch vor einer Abtreibung auch mit dem Alter variiert. Hier wird niemand gezwungen seine Entscheidung zu überdenken, doch gerade weil die Protagonistin bereits 41 ist, sollte diese angeregt werden, einmal mehr alle Eventualitäten zu überdenken. Vielen Büchern entgleitet der Schwung, weil Probleme künstlich in die Länge gezogen werden. Bei „Wir für uns“ war es das genaue Gegenteil. Probleme werden zügig gelöst, was mich zunächst freudig stimmte, doch gegen Ende wieder umschwang. Viele spannende Themen wurden mit dem Standardsatz „Lass gut sein“ um ein paar Seiten mehr künstlich in die Länge gezogen. Was ich anfangs angenehm ehrlich fand, tolerierte ich später mehr. Noch ein Punkt, der mit der Zeit schwächelte, war die innere Stärke der Protagonistin. Mein Gefühl sagt, dass sie am Anfang unentschlossen und unbestimmt wirken und sich gegen Ende zu einer toughen Frau entwickeln sollte. Ich empfand es als das komplette Gegenteil. Aus meiner Sicht ist es tough 9 Jahre eine Beziehung aufrecht zu erhalten, die keine ist. Es ist stark, sich gegen diese Beziehung dann aufzulehnen und seinen eigenen Weg zu gehen. Das ganze Buch schreit nach: Stehe zu dir selbst und das Leben fügt sich. Josis Partner hat keinen Raum bekommen, um sich zu besser und seine gute Seite zu zeigen. Für mich verkörperte jede Handlung Frauenpower, weshalb es mich enttäuschte, als auf einmal eine Liebesgeschichte ins Buch gedrückt wurde, die es gar nicht nötig hätte. Das Buch hätte wunderbar ohne funktioniert. Noch dazu wirkte es, als mache sich Josi für diese Beziehung wieder klein. Auch ihrer Mutter gegenüber wollte sich Josi behaupten, doch auch hier wirkte es wie einknicken. Wie ankriechen. Josi wirkte schwach am Ende.
Charaktere Jetzt habe ich so viel über Josi gequatscht, aber es gab ja noch einen zweiten Erzählstrang. Aus einer anderen Erzählperspektive und wesentlich kürzer als Josis. Sie handelt von Kathi. Eine ältere Dame, die festgefahren ist in ihren Denkmustern und Gewohnheiten. Sie wuchs in einer ganz anderen Zeit auf als Josi und ihr fallen viele Anpassungen schwer. Sie nimmt die Windungen des Lebens, wie sie kommen und denkt da nicht viel drüber nach. Sie ist für die Leute um sich herum unnahbar – so auch für mich. Wieder gab es viele Thematiken, die zügig abgefertigt wurden und gegen Ende fehlte mir Kathis Selbstreflexion. Nebst den beiden war das Buch überfüllt mit Charakteren. Da gab es Josis Ex und seinen besten Freund, die Nachbarin mit Kind, den Landwirt, Kathis Sohn und dessen Frau, Josis Mutter, Josis Bruder und dessen Frau. Durch viele dieser Sidekicks wurden schwierige Themen an die Oberfläche befördert. Niemand war überflüssig. Doch wie oben schon erwähnt, waren viele Thematiken auch schnell abgehakt oder brachten das Buch nicht vorwärts.
Schreibstil&Sichtweise Der Schreibstil war genau das, was das Buch lebendig gemacht hat. Er wirkte nicht gestellt, sondern direkt aus dem Leben. Alle Gedankengänge und Handlungen wirkten real und so flüssig schaffe ich es nur noch selten zu lesen. Ich habe das Buch in wirklich wenigen Stunden weggelesen und würde jederzeit wieder zu einem von Kunraths Büchern greifen. Verwundert hat die Sichtweise, denn beide Handlungsstränge wurden aus verschiedenen Perspektiven erzählt. So durfte Josi aus der Ich-Perspektive erzählen und Kathi bekam einen personalen Erzähler. Die Vermutung liegt nahe, dass die Erzählweise genutzt wurde, um verschiedene Nähestufen zu suggerieren.
Cover&Titel Das Cover ist sehr schlicht gehalten. Es gibt keine versteckten Botschaften, die man im Buch wiederfinden könnte. Höchstens Leichtigkeit leben, durch den Hauch Natur. Mir gefällt die Farbgebung und Stil und obwohl das Cover nicht außergewöhnlich ist, würde es mir im Buchladen wohl ins Auge springen. Den Titel finde ich schwer zu interpretieren. Er kann für mich im Singular gedeutet werden, dass jede Figur „wir“ ein Stück zu sich selbst „uns“ findet. Oder im Plural, dass die Charaktere zu einer Gemeinschaft zusammenwachsen.
Ziat „Ein Kind nicht zu bekommen ist schließlich keine Kleinigkeit, jedenfalls, wenn es das Kind schon ein bisschen gibt.“ – Seite 28
Fazit Ein Buch, welches sehr stark angefangen hat, gegen Ende dann aber nicht stimmig wurde. Ich empfand, dass wichtige Kernaussagen fallen gelassen oder gar revidiert wurden. Der Schreibstil und die Grundgedanken überzeugen aber soweit, dass ich gerne zu einem weiteren Buch der Autorin greifen werde.
Ein liebevolles Buch über das Leben und die Wege, die es manchmal nimmt
"Es gibt Leute, die glauben, es ist ein Zeichen von Demenz, mit Toten zu reden. Aber das stimmt nicht. Es ist ein Zeichen von Liebe." (Seite 88)
Worum geht’s? Kathi wird nach fast 50 Jahren Witwe und steht, nachdem sich ihr Leben fast ausschließlich um ihre Familie gedreht hat, von jetzt auf gleich ohne Aufgabe dar. Josie wird ungewollt schwanger von Bengt, mit dem sie seit 9 Jahren eine Affäre hat, der aber nicht mehr möchte und schon gar kein Kind. Als sich die Lebenswege von Kathi und Josie zufällig kreuzen, ändert sich für die beiden unterschiedlichen Frauen plötzlich alles.
Meine Meinung: Ich habe selten ein so schönes, herzliches, liebe- und gefühlvolles Buch gelesen wie das der Autorin! Der Erzählstil ist lebendig und außergewöhnlich ausdrucksstark. Die – derzeit angesagte – Darstellung aus der Sicht unterschiedlicher Protagonisten gefällt mir immer gut und hier ist hier auch sehr passend. Einmal haben wir die 70jährige Kathi, die plötzlich nach dem Tod ihres Mannes und der Meinungsverschiedenheit mit ihrem Sohn Max alleine dasteht. Und auf der anderen Seite die 41jährige Josie, die mir besonders gut gefällt. Die Autorin erzählt in den Josie-Parts aus der Ich-Perspektive und besonders mit Josie kann ich mich gut identifizieren. Ich glaube, bislang habe ich noch kein Buch gelesen, in welchem ich mich so sehr in einer Protagonistin wiederfinden konnte! Josie ist schwanger. Ihr Partner, der mit einer anderen Frau verheiratet ist, möchte das Kind nicht. Wir lesen über ihre Gedanken und Sorgen. Aber auch einfache Dinge und Situationen, alltägliche Gesprächsszenen, als hätte die Autorin ein Stück aus dem Leben ihrer LeserInnen in dem Buch verarbeitet. Mehr als einmal habe ich gedacht: Ja, das kenne ich oder: Ja, das könnte mir auch passieren.
Die Freundschaft, die sich zwischen Kathi und Josie entwickelt ist etwas ganz Besonderes. Zwei unterschiedliche Frauen, nicht nur vom Alter her, die sich gegenseitig Mut geben, füreinander da sind, einander anstoßen, wenn man einen kleinen Stubs braucht. Und nicht nur das: Auch die Familiengeschichten bringt die Autorin mit hinein. Die Probleme, die es in Familien gibt, sei es durch Missverständnisse, durch Verschweigen, durch nicht miteinander sprechen. Und wir lernen noch Melanie kennen und ihre Tochter Nela, die das Down-Syndrom hat. Auch hier hat Barbara Kunrath auf so empathische und schöne Art Szenen in das Buch gebracht, die mich einfach nur begeistert haben!
Das Buch war in seiner Lebendigkeit, den schillernden Farben und den authentischen Szenen von Anfang bis Ende einfach nur schön zu lesen. Immer wieder hat die Autorin auch liebevolle Details hineingebracht, wie Kathis Küche, die noch mehr Herz in die Geschichte gebracht haben. Und geendet hat das Ganze mit einem Epilog, der einerseits einen schönen Abschluss bildet, auf der anderen Seite aber auch den Beginn des nächsten Lebenskapitels darstellt. Und obwohl man aufhören soll, wenn es am Schönsten ist, würde ich mir dennoch wünschen, mehr von Josie, Kathi und all den anderen lesen zu dürfen!
Fazit: Eine Geschichte, wie das Leben sie schreibt. Ich habe mich sofort in Josie hineinversetzen können. Habe Kathi, Melanie und all die andere ins Herz geschlossen. Das Buch ist herzlich und man möchte ab der ersten Seite mehr über die Protagonisten wissen. Noch mehr Teil ihres Lebens sein. Ich habe mitgefiebert, mich mitgefreut und bis zum Ende mit einem lachenden und einem weinenden Auge gelesen und hoffe so sehr, dass die Autorin einen weiteren Teil zu Papier bringt, da ich noch so viele offene Fragen habe!
5 Sterne von mir für diese Begegnung zwischen Kathi und Josie, die so vieles ändert!
Inhalt Josie ist Anfang vierzig als sie von ihrem Liebhaber Bengt schwanger wird. Es ist wohl ihre letzte Chance Mama zu werden und so zögert sie nicht lange mit der Entscheidung das Kind zu bekommen. Auch wenn sie weiß, dass sie es alleine groß ziehen wird, weil Bengt verheiratet ist und auch nicht vor hat seine Frau für sie zu verlassen. In dieser Situation lernt Josie Kathi kennen, die gerade ihren Mann beerdigen musste. Kathi hat immer für ihren Laden, ein kleines Lebensmittelgeschäft, gelebt und stellt nun fest, dass sie dabei zu oft ihre Familie vernachlässigt hat. Jetzt ist sie in Rente, doch nun ist ihr Mann nicht mehr da.
Meinung Der Klappentext von "Wir für uns" hat mich sehr gereizt. Eine Geschichte von zwei Frauen, die sich an unterschiedlichen Kreuzungen im Leben befinden und sich doch die selbe Frage stellen: "Wie soll es weitergehen?"
Der Anfang der Geschichte hat mich gut abgeholt und es hat mich gefreut, dass die beiden Frauen sich kennenlernen und sich gegenseitig unterstützen können. Jede auf ihre ganz eigene Art und Weise.
Je länger ich jedoch gelesen habe, desto mehr habe ich mich von den beiden Hauptcharakteren entfernt. Ich bin selbst seit einem Jahr Mama und konnte mich immer weniger mit Josie identifizieren. Beim Lesen hatte ich immer mehr das Gefühl, dass Josie sehr naiv und leichtfertig mit der Tatsache, dass sie bald alleinerziehende Mutter eines Säuglings sein wird, umgeht. Sie scheint keinerlei Bedenken zu haben, wie sie alles organisiert bekommt und das obwohl sie, aus meiner Sicht, nicht auf ein stabiles soziales Netzwerk aus Freunden und Familie zurückgreifen kann. Es ist natürlich schön, dass sie so befreit an die Sache herangeht und ihr Kind mit Freude erwarten kann, doch scheint es mir gerade für eine Frau Anfang vierzig eher unrealistisch.
Bei Kathi ging es mir ähnlich. Zu Beginn blickt sie als Witwe auf ihr Leben zurück und stellt fest, dass sie einige Situationen und Chancen in ihrer Vergangenheit verpasst hat. Einerseits bereut sie vielleicht die ein oder andere Entscheidung, andererseits war ihr Laden einfach ihr Leben. Allerdings war es auch immer der Laden, der sie davon abgehalten hat Zeit mit ihrer Familie zu verbringen oder auf Reisen zu gehen. Als sie sich dann entscheidet, ausgerechnet diesen Laden wieder zu eröffnen, kann ich das nur teilweise verstehen. Welche Erwartungshaltung hat sie in dieser Situation? Kathi möchte ihren Laden wieder so führen wie damals. Die gleichen Produkte, die gleiche Einrichtung, die gleichen Leute. Aber warum möchte sie das? Es scheint mir nicht so, als hätte es sie in der Vergangenheit unendlich glücklich gemacht. Auch auf Veränderungen hat sie wenig Lust und es scheint für mich so, als würde sie beispielsweise ihr Sortiment nur verändern, damit überhaupt die Chance besteht, dass noch jemand in ihren Laden kommt. Aber einen wirklich überzeugten Eindruck, dass es funktionieren kann, macht sie mir nicht.
Wie man merkt, hat mich das Buch sehr beschäftigt, denn irgendwie wollte ich einfach, dass es mir gefällt. Die Idee hat mir gefallen, der Schreibstil hat mir gefallen, aber mehr konnte ich für mich leider nicht aus der Geschichte ziehen.
Fazit Leider konnte ich mich im Laufe der Geschichte immer weniger in die Charaktere hineinversetzen und habe so den Bezug zur Handlung verloren: 2 von 5 Sterne.
Ein herzliches Dankeschön möchte ich an dieser Stelle an netgalley.de und an Fischer KRÜGER richten, die mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben.
Josie ist 41 und schwanger. Zum ersten Mal und das in verhältnismäßig „hohem“ Alter ´- doch das ist nicht mal das Hauptproblem. Das ist Bengt ihr sogenannter „Freund“, der immer den Dienstagabend für sie reserviert hat und das seit immerhin neun Jahren. Kathie ist 70 und hat gerade ihren Mann verloren. Es gab nicht immer nur glänzende Zeiten und mit dem Sohn läuft es auch nicht gerade rund… Nun will das Schicksal, dass die beiden Frauen aufeinandertreffen und es entsteht eine Freundschaft, die Früchte trägt.
Zu Beginn hatte ich meine Schwierigkeiten mit der Figur der Josie, die sich von einem Mann über Jahre hinhalten lässt. Mir erschien sie für ihn als Betthäschen, während sie wirklich von ihm abhängig war. Für eine Frau mittleren Alters und einer guten Position im Jugendamt schon ein bisschen speziell. Da konnte ich mit Kathie, der frischen Witwe doch mehr anfangen, aber auch da taten sich schon bald Abgründe auf.
Gelungen fand ich die Auseinandersetzung mit der Schwangerschaft und auch dem Thema Trisomie 21. Hier wird gezeigt, dass Menschen mit der Erkrankung auch ein völlig zufriedenes Leben haben können und man manchmal einfach nur seine Haltung vielleicht überdenken sollte. Gleiches gilt für einen anderen Themenbereich, der mit einer Behinderung oder Krankheit so gar nichts zu tun hat, aber auch eine Frage der Haltung ist. Um Spoiler zu vermeiden bleibe ich sehr vage. Warum kann denn im 21. Jahrhundert noch immer nicht einfach jeder so leben, wie er/sie das möchte? Warum muss wegen so etwas ein Fass aufgemacht werden? Hier der Autorin ein Hoch, wie sie Josie argumentieren ließ – und zwar in beiden Belangen. Es war eine tolle Entwicklung, die die zu Beginn des Buches so abhängige und scheinbar völlig unselbstständige Frau gemacht hat und dabei war es auch wirklich authentisch. Gewachsen mit den Aufgaben und Herausforderungen, macht sie eine immer bessere Figur und wirkt auch auf Dritte positiv ein. Darunter natürlich Kathie, die ihren Laden schon immer geliebt hatte, auf Drängen der Ökonomie und ihrer Familie vor 12 Jahren jedoch die Pforten schloss und nun überdenkt ihn wieder zu öffnen.
Der Schreibstil mit den wechselnden Perspektiven ist lebendig und es lässt sich auch sehr gut lesen, sodass ich nach zwei Tagen mit dem Buch durch war. Die Entwicklung der Charaktere war überzeugend und die Freundschaft der beiden Frauen hat mir sehr gut gefallen. Ebenso die Tatsache, dass in beiden Familien so einiges nicht immer bilderbuchmäßig war und seine Auswirkungen bis heute bestehen, aber auch Wege aufgezeigt werden, wie man sich solchen Situationen stellen kann, sodass sie ein wenig von ihrem Schrecken verlieren können.
Es gab viele Baustellen in dem Buch, wie im echten Leben. Allerdings wurde mir dann manches einfach zu schnell und zu nebensächlich mal eben eingestreut. Das waren schon elementare Dinge im Roman, die dann plötzlich da waren und auf die dann nicht so eingegangen wurde, wie ich das erwartet hätten. Auch der Schluss kam mir ein bisschen plötzlich, als habe schnell alles notiert werden müssen, da die Seitenzahl erreicht ist. Und dennoch hat mich die Geschichte an sich gut unterhalten, sodass ich unter dem Strich drei Sterne gebe. Ich muss aber auch einfach noch anfügen, dass es nicht so ganz mein Genre ist und ich vielleicht begeisterter wäre, wäre es nicht nur mal eine Abwechslung zu meinen Krimis und Thrillern gewesen, die ich neben Sachbüchern, am häufigsten lese.
Josie ist 41 und ungewollt schwanger von Bengt, Vater von zwei Kindern und verheiratet. Für beide steht sofort fest, dass sie kein Kind wollen, oder auch nicht? Je mehr Josie darüber nachdenkt, desto mehr hin- und hergerissen fühlt sie sich und stellt fest, dass diese Entscheidung doch nicht so einfach ist.
In dieser Situation lernt sie die 70-jährige Kathi kennen, deren Mann nach gut 50 Jahren Ehe gerade gestorben ist. Und auch wenn sie recht unterschiedlich sind, schweißen sie die jeweiligen Lebenssituationen und die zu treffenden Entscheidungen zusammen und sie unterstützen sich gegenseitig.
Ich fand beide Figuren recht authentisch, eben wie Bekannte von nebenan, jedoch konnte ich mit beiden nicht richtig warm werden. Es blieb immer eine gewisse Distanz, obwohl ich beide nachvollziehbar fand. Für mein Befinden hat ihnen ein Ziel gefehlt, auf das sie aktiv hinarbeiten. Jede der beiden ist in eine Situation gestoßen worden, und sie verharren in diesen Situationen bzw. werden für mein Befinden nur aktiv, wenn die jeweils andere oder jemand anderes sie dazu bewegt. Das fand ich ein bisschen schade. Gerade von Josie als junger Frau in der heutigen Zeit hätte ich mir mehr Selbstbewusstsein und Stärke gewünscht. In allen Beziehungen scheinen die Herren eine dominante/bestimmende Rolle gespielt zu haben und das war ein bisschen mein Problem beim Lesen. Für meinen Geschmack sind die Figuren leider ein wenig in den tradierten Rollenmustern verhaftet. Bei mir ist außerdem die Frage aufgekommen, ob es auch noch funktionierende Beziehungen gibt?
Auch an Spannung hat es mir etwas gefehlt. Hier hätte ich mir mehr Konflikte und vor allem Konfrontationen gewünscht. Wirklich überraschende Wendungen gab es leider auch nicht. Das Thema ist für meinen Geschmack gut verarbeitet worden, jedoch hätte ich mir im Vergleich auch eine funktionierende Beziehung gewünscht (die natürlich auch ihre Höhen und Tiefen hat.)
Dafür hat mir aber der Schreibstil sehr gut gefallen. Es lässt sich locker und flüssig lesen. Die Beschreibungen der Settings haben die Geschichte lebendig werden lassen, so dass ich ein Bild vor meinem inneren Auge hatte. Auch die emotionale Ebene fand ich gelungen, authentisch und nachvollziehbar. Ganz besonders hat mir jedoch die Stimmung des Buches gefallen. Frau Kunrath hat es geschafft, zu jeder Situation die passende Atmosphäre entstehen zu lassen, so dass die jeweilige Stimmung auf mich überging. Am Anfang die Trauer und Verzweiflung, aber auch mal ein Lächeln in einem schönen Moment, z.B: Kathi in ihrem „neuen/alten“ Laden. (Mehr möchte ich nicht verraten, um nicht zu spoilern)
Von mir erhält dieses Buch eine Kaufempfehlung (4/5 Sternen), weil die Figuren sehr authentisch sind, weil mich die Schicksale der Frauen schon auch bewegt haben und weil ich den Schreibstil sehr lebendig fand, insbesondere die Stimmung die Frau Kunrath schafft. Für die Figuren hätte ich mir aber mehr Aktivität und vor allem mehr Stärke gewünscht. Und ich persönlich hätte es gut gefunden, wenn es auch eine funktionierende Beziehung in der Geschichte gegeben hätte. Aus diesen beiden Gründen ziehe ich ein Sternchen ab. Trotzdem ist dieses Buch wirklich lesenswert.
Vielen Dank an Barbara Kunrath für diese Geschichte.
Barbara Kunrath stellt uns zwei interessante Frauen vor: die 41-jährige Josi, die von ihrem verheirateten Freund schwanger wird, und Kathi, die kurz vor ihrem 50. Hochzeitstag frisch verwitwet ist. Beide lernen sich durch einen Zufall kennen, aus dem sich eine unerwartete Freundschaft entwickelt. Beide finden sich an ungeplanten Weggabelungen wieder und müssen sich entscheiden, wie ihre Zukunft aussehen soll.
Eine spannende Prämisse, die die Autorin aus meiner Sicht leider mit vielen Banalitäten und frustrierenden Handlungsentscheidungen verschenkt. Die Geschichte um Kathis Laden hat mich z.B. nicht sonderlich begeistert. Auch wenn immer mal anklingt, dass das keine einfache Sache ist, was Kathi dort aufbaut, wird der eigene Laden für mich zu sehr romantisiert. Auch das Frauenbild finde ich fragwürdig: Es gibt kaum eine weibliche Figur in diesem Roman, die nicht betrogen oder verlassen wurde und trotzdem noch lauter Entschuldigungen für den jeweiligen Mann findet. Hier hätte ich mir mehr Vielfalt gewünscht. Am unerträglichsten ist Josies "Beziehung" zu Bengt. Neun Jahre ist sie seine Geliebte. Erst als sie ungewollt schwanger wird und er sie zu einer Abtreibung drängen will, erkennt Josie langsam, dass er vielleicht doch nicht ganz der Traumprinz ist, für den sie ihn gehalten hat.
Dazu kommt auch, dass die Handlung von vielen Zufällen beeinflusst wird: Kathi könnte eine größere Summe für ihren Traum benötigen? Sie findet richtig viel Geld, von dem sie nichts wusste, im Nachlass ihres Mannes! Josi überlegt, ob sie ihr ungeborenes Kind auf eine Trisomie testen lassen soll? Sie trifft zufällig ein liebenswertes Mädchen mit Downsyndrom und dessen Mutter! Das alles ist leider nicht besonders realistisch und wirkt konstruiert. Außerdem sorgen die ganze Zufälle dafür, dass die Frauen einige Probleme nicht aktiv lösen, sondern immer wieder fremdbestimmt wirken.
Das ist vermutlich mein größtest Problem mit dem Roman: Die Charaktere handeln selten aus eigenem Antrieb, sondern immer weil die Umstände, Ereignisse oder Menschen in ihrem Leben sie zu einer Reaktion zwingen.
Die Erinnerungen der Protagonistinnen nehmen ebenfalls viel Raum in der Geschichte ein. Sie erklären natürlich viele Verhaltensweisen oder Entscheidungen, die die beiden treffen, daher sind die Rückblenden durchaus wichtig. Leider wiederholen sie sich zum Teil unnötig und sind mir nach einer Weile etwas zu viel geworden. Da hätte ich mir einen größeren Fokus auf die Gegenwart gewünscht, denn wichtige Momente in der Handlungsgegenwart wie Josies dramatischer Mosel-Urlaub mit ihrer Mutter oder der unverständliche Umgang mit der Homosexualität eines Verwandten werden für mein Empfinden zu sehr nebenbei behandelt.
Die Geschichte wird abwechselnd aus der Perspektive der beiden Frauen erzählt, wobei Josie Ich-Erzählerin ist und Kathis Kapitel in personaler Sie-Perspektive geschrieben sind. Der Schreibstil ist angenehm und das Buch lässt sich leicht und flüssig lesen, aber das ändert für mich leider nichts an den deutlichen Längen. Die Geschichte hat mich leider emotional nicht angesprochen.
Ist sehr schlicht gehalten und die beiden Vögel können die beiden Frauen in dieser Geschichte symbolisieren. Es verrät nichts über den Inhalt, macht durch die Farben aber schon klar, dass nicht um einen Thriller geht, es passt also gut zur Geschichte.
Meine Meinung:
Nachdem ich den Klappentext gelesen habe, habe ich irgendwie eine etwas andere Geschichte erwartet, es klang so nach Abschalten, Wohlfühlen und einfach „Sein“, aber es war so viel mehr.
Josie ist Anfang vierzig. Und schwanger. Nachdem sie eine langjährige Affäre mit Bengt hatte, was sie mir direkt unsympathisch machte, stellt sie fest, dass er keine Kinder mehr haben möchte und seine Ehe und die Kinder beschützen will, weswegen er Josie zu einem Abbruch rät und sie fast schon dazu drängt. Ich empfand Josie als sehr bedürftig und naiv, besonders zu Anfang der Geschichte konnte ich sie einfach nicht leiden. Das wird auch nur bedingt besser, da sie es irgendwann zwar schafft für ihre Bedürfnisse einzustehen, ihre Gefühle aber weiterhin kaum greifbar für mich sind.
Katharina, genannt Katie, ist grade erst Witwe geworden und muss mit Schrecken feststelle, dass sie nicht weiß, was sie jetzt mit ihrem Leben anfangen soll. Sie hat sich von ihrem Sohn entfremdet und reagiert nicht besonders gut auf seine Neuigkeiten, ihre Gedanken drehen sich mehr um Enkelkinder als um das Glück ihres Sohnes, das kann natürlich ihrem Alter und der Generation geschuldet sein, trotzdem hätte ich mir hier mehr offene Kommunikation gewünscht, aber im großen Ganzen fand ich sie sympathischer als Josie.
Das ist auch schon der Knackpunkt der Geschichte. Offene Kommunikation. Beide Frauen haben diese Chance einfach verpasst und haben ein … zerrüttetes Verhältnis zu ihren Liebsten, da sie es immer wieder verpassen ihre eigenen Wünsche und Sorgen in Worte zu fassen. Besonders Josie hat eine sehr traurige Familiengeschichte, die im Laufe der Story aufgedeckt wird.
Der Schreibstil ist in kurzen Sätzen gehalten, oft werden wichtige Gespräche übersprungen und dann in Gedankengängen der Protagonisten zusammengefasst, das hatte eine gewisse Distanz erschaffen, was ich sehr schade fand. Eine gewisse Spannung kommt auf, indem die Geheimnisse von Josies Familie aufgedeckt werden und man als Leser*in die Chance hat, zu erfahren wie Katie ihr Leben neu ordnet.
Die ganze Geschichte versprach so locker und schön zu werden, aber es schlich sich immer wieder eine gewisse Traurigkeit ein, die Grundstimmung war sehr melancholisch und nachdenklich. Die Geschichte ist wahrscheinlich nicht für jeden was, aber auf jeden Fall für alle, die eine besondere Geschichte suchen.
Mein Fazit:
Zwei Frauen, zwei Familien und unterschiedliche Sorgen, Ängste und Unsicherheiten machen diese Geschichte zu etwas ganz Besonderem. Es scheint mir nicht zu perfekt, sondern wie aus dem echten Leben, denn da reagiert eben auch nicht jeder, wie man es sich wünschen würde. Eine ungewöhnliche Freundschaft und der Mut zu sich selber und seinem Leben zu stehen machen dieses Buch lesenswert
Die Geschichte handelt von zwei ganz unterschiedlichen Frauen, die sich über einen Zufall anfreunden. Josie ist 41 und als Geliebte eines verheirateten Mannes muss sie oft zurück stecken. Als sie schwanger wird, möchte ihr Freund, der selber schon zwei Kinder mit seiner Frau hat, das Josie antreibt...Josie muss sich Gedanken um ihre Wünsche und Träume machen, denn dies ist wahrscheinlich ihre einzige Chance ein Kind zu haben. Kathi wiederum ist fast 70 und frisch verwitwet. Sie weiss nicht recht was nun anzufangen mit ihrem weiteren Leben. Auch ihr Sohn ist ihr fremd geworden und sie hat Probleme mit ihm ins Gespräch zu kommen...
Den Schreibstil der Autorin habe ich als sehr gelungen empfunden! Locker und leicht lässt sich das Buch sehr gut lesen und hat so der Geschichte auch noch zu vier Sternen verholfen. Es war nie so, dass es langweilig oder langatmig geworden ist oder ich keine Lust gehabt habe weiter zu lesen! Es wird immer abwechselnd aus Sicht von Josie und Kathi erzählt.
Auch die Handlung ist nett zu lesen, die Autorin versucht viele Themen mit Tiefgründigkeit einzubringen. Den Anfang mochte ich auch sehr gern, Josie macht sich viele Gedanken darum wie es wäre, wenn das Kind mit Trisomie 21 auf die Welt kommen würde und wie das so als alleinerziehende Mutter sein wird. Leider bringt die Autorin im Laufe der Geschichte immer mehr und mehr Themen oberflächlich ein, führt diese aber nicht weiter. So werden Ehebruch, Homosexualität, Asylanten, Klimawandel und zerbrochene Träume in die Geschichte eingebracht, leider zu viele davon und vorallem dadurch viel zu oberflächlich! Da wären weniger Themen und diese besser ausgearbeitet, für mich mehr gewesen!
Auch kam ich nicht ganz mit Josi klar. Anfangs ist sie sehr naiv als Geliebte eines Ehemannes, dann denkt sie aber nach und nach besser und tiefgründiger nach. Am Schluss sieht sie den Vater des Kindes aber wieder nur als Erzeuger und vorallem Unterhaltszahler an. Klischeehaft und für mich nicht in Ordnung,nachdem dieser sich doch einbringen möchte. Auch Kathi konnte ich nicht immer nachvollziehen, das kann aber mit dran liegen, dass sie einfach aus einer anderen Generation kommt, als ich das tue. So richtig nahe gekommen sind mir beide Protagonisten nicht, Kathi war mir aber noch sympathischer.
Ab der Hälfte, beziehungsweise spätestens ab dem letzten Drittel war der Ausgang auch sehr vorhersehbar für mich. Das klingt jetzt wahrscheinlich alles viel negativer als das Buch tatsächlich ist, denn insgesamt habe ich die Geschichte gern gelesen, mir wäre nur lieber gewesen es hätte weniger Themen gegeben, die dann tiefgründiger gewesen wären. Und Josi hätte auch sympathischer sein dürfen!
Fazit: Hatte ich mit einer sehr tiefgründigen Geschichte gerechnet, verliert sich das Buch in der zweiten Hälfte etwas in Oberflächlichkeiten. Als nette Familiengeschichte mit ernsteren Themen wie Trisomie 21 aber wirklich sehr gut zu lesen, Dank des schönen Schreibstils!
„Das Dorf begegnet mir wie gewohnt. Nicht unfreundlich, aber auch nicht so, als würde ich dazugehören. Ich fühle mich geduldet, nicht zu Hause.“ (Zitat Pos. 108)
Inhalt Seit neun Jahren führt Josie eine Dienstags-Beziehung mit dem acht Jahre älteren, verheirateten Bengt. Nun ist Josie schwanger, einundvierzig Jahre alt, doch obwohl Bengt nicht will, dass sie dieses Kind bekommt, zögert sie. Als sie auf der Straße einen Ring findet, lernt sie Kathi kennen, deren Mann Werner nach beinahe fünfzig gemeinsamen Ehejahren gerade verstorben ist. Vorsichtig beginnen die beiden so unterschiedlichen Frauen, miteinander zu reden und Josie trifft mehrere Entscheidungen, für ihr eigenes Leben, doch sie bringt auch Kathi auf neue Ideen, wobei diese erst lernen muss, sich von manchen alten, lebenslangen Vorstellungen zu lösen.
Thema und Genre Dieser Familien- und Generationenroman handelt von unterschiedlichen Beziehungen und Familienstrukturen. Ein wichtiges Thema sind Konflikte zwischen Eltern und erwachsenen Kindern, das beharrliche Schweigen statt zu reden. Doch es geht auch um neue Möglichkeiten und Entscheidungen, um den Mut zum Neubeginn.
Charaktere Josie ist Sozialpädagogin, doch ausgerechnet für ihr eigenes Leben fehlen ihr die Ideen. „Würde, wäre, hätte. Mein Leben mit dem Konjunktiv“ (Zitat Pos. 632) stellt sie in Bezug auf sich selbst fest. Zudem belastet ein Ereignis in der Vergangenheit, über das nicht gesprochen werden darf, das Verhältnis zu ihrer Mutter. Kathis Ehe war mit den Jahren längst schweigsam geworden, sie lebte für ihr Lebensmittelgeschäft und hatte damals wenig Zeit für ihren Sohn Max. Den aktuellen Veränderungen im Leben von Max steht Kathi sprach- und fassungslos gegenüber.
Handlung und Schreibstil Die Geschichte wird abwechselnd von Josie als Ich-Erzählerin und Kathi geschildert, wobei die Autorin hier in die personale Erzählperspektive wechselt. Dies belebt die Handlung. Der Schwerpunkt des Geschehens liegt bei den unterschiedlichen Frauenfiguren, ihrem Leben, den Möglichkeiten und ihren Entscheidungen, die meistens darin bestehen, sich nicht zu entscheiden, lieber zu verharren und zu schweigen. Die Handlung spielt in der unmittelbaren Gegenwart, wird jedoch durch Erinnerungen in Form von Gedanken und Gesprächen ergänzt, sodass sich ein nachvollziehbares Gesamtbild auch der Vergangenheit ergibt. Die Sprache entspricht dem Genre, sie beobachtet und beschreibt das Verhalten der einzelnen Figuren und ist flüssig zu lesen.
Fazit Ein Roman, in dessen Mittelpunkt Frauenleben unserer Zeit, problematische Beziehungen und Familienkonflikte stehen.
Josie ist schwanger. Von Bengt, der schon eine Familie hat und kein Kind mehr möchte. Aber was möchte Josie? Sie ist Anfang Vierzig, und ihre Wünsche hat sie immer auf »später« aufgeschoben. Kathi ist plötzlich allein. Ihr Mann Werner ist gestorben, nach fünfzig Jahren gemeinsamen Lebens. Ihr einziger Sohn ist ihr fremd geworden. Auch Kathi hat so vieles auf »später« verschoben. Als Josie durch einen Zufall in Kathis Küche landet, sind beide verwundert. Sie fühlen sich in Gegenwart der anderen so unbelastet. Ernst genommen. Die beiden Frauen spüren, dass das Leben ihnen genau jetzt ganz unerwartet die Tür öffnet.
Manchmal schickt uns das Schicksal einen Menschen, den wir gar nicht gesucht haben. Und plötzlich steht unser Leben wieder auf »Los«.
Meine Meinung:
In "Wir für uns" verfolgen wir das Leben von zwei Frauen: die 41-jährige Josie und die 70-jährige Kathi. Josie hat seit neun Jahren eine Beziehung mit einem verheirateten Mann namens Bengt, der sich nur jeden Dienstag Zeit für sie nimmt. Als er sie schwängert, will er sie zur Abtreibung überreden.
Kathi dagegen ist gerade erst zur Witwe geworden und verliert den Ehering ihres Mannes auf der Beerdigung. Josie findet ihn und bringt ihn ihr zurück. So beginnt die Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft.
Der Erzählstil des Buches ist beschreibend und neutral. Ganz sachlich sind die Schilderungen der Autorin, sodass bei mir keine Gefühle ankamen. Dennoch ist das Buch interessant und ich wollte wissen, wie sich die Charaktere weiterentwickeln und entscheiden werden. Es ist ein ruhiges Buch, das ohne viel Aufregung auskommt. Besonders die Perspektivwechsel fand ich gut.
Mit den Charakteren bin ich nicht so richtig warm geworden. Sie waren mir zu stereotypisch. Nur Ida und Max fand ich sympathisch. Leider sind die beiden lediglich Nebenfiguren, die nur ab und an auftauchen. Alle anderen haben ihre ganz eigenen Geheimnisse und Probleme.
Für meinen Geschmack versucht die Autorin zu viel unter einen Hut zu bekommen und behandelt zu viele unterschiedliche Themen auf einmal. Zwei bis drei Problematiken, die dann aber richtig intensiv geschildert werden, hätte ich besser gefunden. Aber so bleibt es etwas oberflächlich.
Fazit:
Ich fand die Geschichte grundsätzlich interessant und habe sie auch gerne gelesen, sodass ich sie innerhalb von zwei Tagen schon beendete. Allerdings hatte sie für mich einige Schwächen, sodass ich drei Sterne vergebe.
Freundschaft - kennt sie ein Alter? Kennt sie Gemeinsamenkeiten und Unterschiede? Hat vllt manchmal das Schicksal seine Hände mit im Spiel? Trifft man im Leben doch unverhofft auf Fremde, die nach kurzer Zeit ein wichtiger Bestandteil im eigenen Leben werden. Oftmals begegnet man sich ganz unverhofft und manchmal führen Kleinigkeiten dazu, daß man ins Gespräch kommt.
Barbara Kunrath führt hier auf eine ganz wundervolle Weise zwei besondere Menschen zusammen. Beide stehen vor den Schwierigkeiten des Lebens und sind gefangen in ihren Situationen. Die Autorin beschreibt die Protagonistinnen unfassbar detaillierte und ich konnte mich als Leserin sehr gut in beide hineinversetzen. Ich kam sehr flüssig durchs Geschehen und liebe es, wie Josie und Kathie an ihrer Freundschaft wachsen und sie trotz des großen Altersunterschiedes immer für einander eine Stütze sind. Sie profitieren definitiv voneinander.
Josie ist 41 Jahre alt und verliebt in einen verheirateten Mann mit Familie. Sie ist quasi seine heimliche Geliebte und sie freut sich auf ihre wöchentlichen Treffen. Doch alles ändert sich, als Josie diese 2 Striche auf dem Schwangerschaftstest sieht. Bengt fordert eine Abtreibung von ihr und zeigt eine unglaublich hässliche Seite an sich. Sie möchte Bengt nicht verlieren, aber sie will eigentlich dieses Kind behalten, könnte es doch ihre letzte Chance auf dieses Wunder sein. Kathi hat gerade die Liebe ihres Lebens verloren. Ihr geliebter Ehemann ist nach fast 50 Jahren verstorben. Er hat alles in ihrem Leben geregelt und nun steht Kathi vor neuen Herausforderungen. Hat sie sich um einige Sachen einfach nie Gedanken gemacht. Jetzt fühlt sie sich einsam. Ihren Traum hat sie für ihren Mann aufgegeben und ihr Sohn ist ihr fremd geworden. Als Josie einen Ring findet und sich dann auch noch bei der fremden Kathi am Küchentisch wiederfindet, beginnt eine Freundschaft, die beide definitiv nicht erwartet haben.
Insgesamt hat mir die Handlung sehr gut gefallen, denn die Thematik ist sehr authentisch. Freundschaft, Verlust, Zukunftsängste, die Probleme des Lebens. Man bekommt einen guten Einblick in das Denken und Handeln von Kathi und Josie, da die Kapitel aus wechselnder Sicht erzählt werden. Die Protagonistinnen sind alles andere als einfach und somit ist die Freundschaft auch besonders. Ich selbst hätte mir manchmal mehr Emotionalität gewünscht. Es gab schon Situationen, die mich haben schlucken lassen, aber manchmal hätte ich mir persönlich ein wenig mehr gewünscht. Ich habe das Buch dennoch mit Begeisterung gelesen und empfinde es auch als absolut Lesenswert.
Mut zur Veränderung, intimes Poträt - frischer Erzählstil, modernes Cover Vielen Dank an Barbara Kunrath, dass ich dieses Buch ''Wir für uns'' lesen und rezensieren darf.
Zwei Frauen mit zwei Lebensgeschichten, unterschiedlicher wie es nicht sein könnte.
Zum einen, die vierzigjährige Josie, die eine Beziehung zu einem verheirateten Mann hat und plötzlich (un-)gewollt schwanger wird.
Zu anderen haben wir Kathi, die nach vielen Jahren zufriedener, aber etwas eintöniger Ehe, ihren Mann verliert. Sie trauert um ihn, aber erinnert sich an die schönen Momente. Der Verlust schmerzt sie.
Beide haben unterschiedliche Erfahrungen in Beziehungen zu Männern erlebt, Kathi blickt auf ruhige Ehejahre zurück, Josie befindet sich andauernd in einer Achterbahn von Gefühlen, mit einem Mann der nicht die Verantowrtung übernehmen kann. Noch schlimmer, er möchte das Kind nicht.
Längste Zeit für Josie eigene Wege zu gehen. Die beiden Frauen treffen auf unübliche Weise zusammen, denn Josie findet den verloren gegangenen Ring von Kathis Ehemann auf dem Friedhof.
Es ist eine Geschichte über den Zusammenhalt. Wir efahren in einem intimem Porträt die Lebensgeschichte beider Frauen, über deren Familie, deren Kinder und Sichtweisen zum Leben. Bis zu dem Moment, als sie sich trafen und sich alles ändert.
Das Buch, der Kommunikationsstil zwischen den beiden ist wunderbar leicht geschrieben, obwohl es ernste, schicksalhafte Themen sind, die beide Frauen in ihrem Leben durchgehen.
Es ist schön, dass Menschen sich gegenseitig den für sie benötigten Halt geben, wenn plötzlich eine Veränderung ins Leben tritt. Es macht Mut.
Das Cover findet ich exzellent, denn es ist modern und verleiht dem Ganzen eine Frische. Die beiden Vögel unterstreichen auch das gewisse Gefühl an Poesie mit dem Leben, die Barbara Kunrath dem gekonnt und in ganz eigensinniger Weise Buch verleiht. Mich spricht das Cover sehr an.
Bedanken möchte ich mich auch für die persönliche Nachricht der Autorin, die in meiner Briefsendung mit dabei lag.
Das Buch ist jetzt schon eines meiner Lieblingsbücher und Entdeckungen in diesem Jahr.
Vielen Dank, ich empfehle das Buch ''Wir für uns'' von ganzem Herzen, an diejenigen die auch Sinnsuchende des Lebens sind und gebe 5 Sterne.
Das Cover zeigt auf grüngrauem Grund ein zartes orangefarbenes Geäst und Blätter mit zwei kleinen bunten Vögelchen. Mittig lesen wir auf Orange weißfarbig den Titel "Wir für uns", darunter den Namen er Autorin BARBARA KUNRATH. Vielleicht soll das Cover uns schon auf einen Neubeginn einstimmen.
Josie, 41 Jahre alt, ist seit 9 Jahren in einer Dienstags-Beziehung. Sie wird schwanger. Er, verheiratet und bereits Vater, möchte kein weiteres Kind. Sie soll abtreiben, ist ja auch ein gefährliches Alter für Erstgebärende. Alles kein Problem, da sie es eh gewohnt ist, keine eigenen Wünsche und Ansprüche zu haben, geht sie zur Beratung. In ihrem Verhältnis zu ihrer eigenen Mutter ist ja auch schon immer ein Haken, warum weiß sie nicht.
Kathie beerdigt ihren Mann, in diesem Jahr wäre die Goldhochzeit gewesen. Sie fühlt sich jetzt nur ziemlich unselbständig, noch mehr, als sie es zuvor war. Zudem ist sie von ihrem Sohn enttäuscht.
Die beiden Frauen lernen sich zufällig kennen und kommen sich nahe. Eine jede stellt fest, dass sie in der anderen etwas findet, das sie bisher nicht hatte. Beide haben plötzlich wieder eine Zukunft.
Barbara Kunrath schrieb einen Roman über das Leben im Allgemeinen und im Besonderen. Unzufriedenheiten, nicht Aufgearbeitetes, aber auch Freude und Selbsterkenntnis prägen den Inhalt. Sie schreibt flüssig und fesselnd. Die Protagonisten sind toll herausgearbeitet.
Insgesamt ist es ein großer emotionaler Roman über verpasste Gelegenheiten und einen guten Blick in die Zukunft.
Ich werde dieses bei Fischer-Verlag herausgegebene Buch auf jeden Fall weiterempfehlen.
Tatsächlich habe ich mir ein bisschen was anderes von diesem Buch erwartet. Bin ich enttäuscht darüber? Ich bin sogar sehr froh darüber, denn die Geschichte war viel tiefgründiger, als ich gedacht habe.
In diesem Buch stecken so viele Emotionen, so viele wichtige Botschaften und so viel Herz, dass es wirklich nicht langweilig wurde.
Ich fand wunderschön, wie leise und menschlich Themen wie Behinderung, Tod, Homosexualität, Einsamkeit, Depressionen und noch vieles mehr behandelt wurde. Dabei traf die Hauptfigur nicht immer den richtigen Ton, doch durch die vorsichtige Aufbauarbeit dieses Charakters wusste man, wie es gemeint hatte. Man hatte es nicht mit einer überkorrekten Person zu tun, sondern mit einem Menschen.
Die Beziehung zwischen Josie und ihrer Mutter ist mir zwischenzeitlich allerdings auch ein bisschen auf die Nerven gegangen. Josies Naivität bezüglich ihrer Pläne mit Kind (z. B. Thema Arbeit, Elternzeit etc.) hat mich manchmal erschrocken. Ich selbst bin im Juni nach 2 Jahren Elternzeit in meinen Beruf zurückgekehrt und kenne also das Thema. Generell hätte ich mir gewünscht, dass die Charaktere noch ein bisschen greifbarer gewesen wären. Auch die Menge an Fremdgeherei fand ich überraschend.
Generell war der Verlauf der Geschichte dennoch durchaus nachvollziehbar und von der Handlung der Charaktere größtenteils Konsistent. Man hat mit Kathie und ihrem Projekt mitgefiebert und mit Josie sowieso.
Besonders gefallen hat mir, dass die beiden Hauptcharaktere sich in ihrer Freundschaft zueinander verloren haben. Sie haben beide ihr eigenes Leben weitergelebt und sich dabei unterstützt.
☞ Barbara Kunath - Wir für uns ~•~ Josie ist schwanger von einem verheirateten Familienvater. Die beiden haben seit einer längeren Zeit eine Affäre und er möchte das Kind nicht haben. Josie soll abtreiben. Josie trifft auf Kathi, die gerade nach 50 gemeinsamen Jahren ihren Mann verloren hat. Die beiden schließen eine Freundschaft. Sie erleben zusammen und auch getrennt tolle Sachen.
Begleitet die beiden Damen bei einer Erfahrung, die uns alle passieren könnte :)
~ 🌹Fazit🌹 Ein klasse Erzählstil der diese Geschichte das besondere etwas gegeben hat. Es wird abwechslungsreich aus Josie‘s und Kathi‘s Perspektive erzählt.
Für mich hat das Buch sehr stark angefangen und wurde für mich immer undurchsichtiger. Viele Verschiebe Themen/Charaktere/Geschichten. Es war für mich Schwierig den Überblick zu behalten. So werden Ehebruch, Homosexualität, Asylanten und Klimawandel in die Geschichte mit eingebracht, aber meines Erachtens nicht tiefgründig genug erzählt, da war Luft nach oben. Aber gut finde ich, das die Autorin es mit eingebracht hat. - Ich möchte absolut nicht sagen dass das eine schlechte Geschichte war. Ganz im Gegenteil!
Im großen und ganzen war es eine tolle Geschichte, die sehr viel Spaß gemacht hat zu lesen. Dieses Buch war sehr vielseitig und es passierte immer etwas, sodass es absolut langweilig wurde. Ein toller, leichter Schreibstil der das Ganze dabei abgerundet hat. Ich hatte tolle Lesestunden und wünsche es jedem, der sich auf diese spannende Geschichte einlässt ☺️
Josie ist 41 Jahre alt und von einem verheirateten Mann schwanger. 9 Jahre hat sie bereits ein Verhältnis mit Bengt, der weder das Baby, noch seine Frau verlassen möchte.
Kathi ist 70 Jahre alt. Ihren Mann hat sie gerade beerdigt und sie weiss nicht recht wie es weitergehen soll. Ihren kleinen Lebensmittelladen musste sie vor Jahren schliessen. Dieser hatte kaum noch Geld zum Leben abgeworfen, als sich im nächsten Dorf eine Filiale einer grossen Supermarktkette niederließ. Am liebsten würde sie sich um ein Enkelkind kümmern, doch in der Ehe ihres Sohnes kriselt es gewaltig. Wie soll es weiter nun weitergehen?
Durch einen Zufall lernen sich Josie und Kathi kennen.
Ich hatte zu Beginn mit beiden Charakteren meine Schwierigkeiten. Josie ist verpeilt, chaotisch und träumt sich ihr Leben schön und Kathi ist eher introvertiert und empathielos, Die Begegnung der beiden Frauen, die unterschiedlicher nicht hätten sein können, ist positiv. Beide unterstützen sich und fördern Charakterzüge der anderen.
Barbara Kunraths Roman packt wichtige Themen wie Trisomie 21, Risikoschwangerschaften, Homosexualität sowie Konflikte und Generationsprobleme zwischen Eltern und Kindern an. Ihr Schreibstil ist flüssig, die Geschichte wird abwechselnd von Josie oder Kathi erzählt.
Was ich hier an diesem Hörbuch nicht mochte, war die Sprecherin: Die Stimme war zu schrill und immer gehetzt,. Dafür gibt es hier aber keinen Punktabzug.
Eine gelungene, zeitgenössische Familiengeschichte. 4½ Sterne
„Mach die Augen zu und flieg“ oder „Manchmal muss man Vertrautes loslassen und nach vorne schauen“
Das Cover ist farblich schön, aber thematisch neutral gestaltet und hat deshalb meine Neugierde geweckt. Die Autorin kannte ich bisher nicht, die Buchbeschreibung gefiel mir und hat das erste Gefühl bestätigt. Ich wurde nicht enttäuscht, denn ich habe die Lektüre der Geschichte sehr genossen. Der Roman handelt von der Freundschaft der Protagonistinnen Josie und Kathi, die sich jeweils an einem entscheidenden Wendepunkt ihrer Leben befinden.
Der Roman beginnt mit einem schönen italienischen Sprichwort und einem Prolog aus Sicht von Josie. Anschließend wechseln die Erzählperspektiven der Protagonistinnen pro Kapitel, die in fünf Teile aufgeteilt sind. Der Epilog ist abschließend wieder aus Josies Sicht geschrieben. Handwerklich ist das richtig gut gemacht und der Sprachstil insgesamt sehr angenehm. Die Gefühle und Gedanken der Frauen zweier unterschiedlicher Generationen sind empfindsam, warmherzig und realistisch geschildert, so dass ich mich gut in die Charaktere hineinversetzen konnte. Die Geschichte behandelt dabei viele unterschiedliche, teils aktuelle Themen, ohne überfrachtet oder belehrend zu wirken.
Ein wenig mehr Spannung und Höhepunkte innerhalb des Romans und ein nicht ganz so schnelles und klischeehaftes Ende hätten mir zwar gut gefallen, trotzdem eine klare Leseempfehlung für diesen nicht ganz typischen Frauenroman.
„Wir für uns“ von Barbara Kunrath ist ein Roman über eine ungewöhnliche Freundschaft zwischen zwei Frauen. Jede der Beiden steht vor einem ganz neuen Lebensabschnitt und so war es toll ihre Annäherung und wachsende gegenseitige Unterstützung im Verlauf der Handlung mit zu erleben. Das Setting war dabei lebensnah beschrieben und auch die Charaktere waren authentisch. Der Schreibstil las sich angenehm und passte zur Geschichte. Was mir allerdings nicht gefiel waren die zahlreichen schwierigen Themen, welche noch zusätzlich zum Hauptplot in die Handlung eingebaut wurden. So erschien mir die Geschichte einfach zu überladen, vor allem da einige Themen langsam aufgebaut wurden es dann aber nicht ins „Ziel“ geschafft haben bzw. am Ende nur sehr kurz aufgelöst wurden. Zum Beispiel hat eine Protagonistin große Probleme mit der Homosexualität ihres Sohnes, worüber sie sich auch mehrmals scharf äußert. Alles kein Problem, wenn es dazu noch eine reflektierte Perspektive gegeben hätte und manche diskriminierenden Aussagen nicht einfach unkommentiert blieben. Für mich blieb darum vor allem am sehr einfach gehaltenen Ende des Buchs, ein ungutes Gefühl zurück. Da die Geschichte aber sprachlich durchaus etwas zu bieten hatte und auch die Hauptthemen „Trauer“ und „ungeplante Schwangerschaft“ gelungen umgesetzt wurden, bewerte ich diesen Roman mit 3 ½ Sternen.
Josie ist ungewollt schwanger von ihrem verheirateten Freund. Er will das Kind nicht und ihre Umwelt findet sie mit einundvierzig Jahren schon ziemlich alt für ein Neugeborenes. Katharina ist siebzig und gerade Witwe geworden. Für beide ändert sich das Leben von jetzt auf gleich radikal. Sie müssen auf einmal lebensverändernde Entscheidungen treffen. Trotz des großen Altersunterschiedes werden die beiden Freundinnen. Jede nimmt die andere wie sie ist, will sie nicht ändern sondern unterstützen. Die Umwelt der beiden spart nicht mit guten Ratschlägen und wundert sich über diese Freundschaft. Babara Kunath gehört zu den Autorinnen auf die ich mich freue wenn ein neues Buch erscheint. Ich fühle mich bei ihren Büchern wohl, auch wenn die Frauen in den Romanen oft eine schwierige Vergangenheit haben die sie im jetzt bewältigen müssen oder wie in diesem Buch schwierige Entscheidungen treffen. Ihre Frauen sind nicht allein, Familie oder Freunde auch mal Fremde geben Kraft und Mut. Gleichzeitig handeln die Personen nach dem Spruch " Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott". Sie sind nicht unbedingt stark aber sie entwickeln Selbstbewusstsein, klären ihre Wünsche und können am Ende auch Nein sagen. Der Mut ungewöhnliche Entscheidungen zu treffen zeichnet Josie und Katharina aus. Sie sind sehr verschiedene Charaktere mit Ecken und Kannten, mit denen man sich erst vertraut machen muss. Es ist nicht sofort eine innige Beziehung zu den Figuren. Für den Vater des ungeborenen Kindes gibt es auf Anhieb nur ein Wort. Aber mit jeder weiteren Seite, erkennt man beim Lesen zu jeder Situation gehören meistens zwei. Das hat für mich das Buch besonders gemacht, ich kann meine Meinung ändern, dieser Mann wird zwar nicht meine Lieblingsfigur aber ich bringe etwas Verständnis auf. Auch ich habe mich im Laufe des Buchs weiter entwickelt.
Bücher über ungewöhnliche Freundschaften gibt es ja des Öfteren, hier sind es zwei Frauen aus völlig unterschiedlichen Lebensphasen: die junge Ich-Erzählerin Josie und die Seniorin und "Neu Witwe" Kathi.
Das Buch wechselt zwischen diesen beiden Perspektiven und erzählt ganz unaufgeregt und mit viel Einfühlungsvermögen, wie die beiden Frauen sich kennenlernen und langsam anfreunden, sich gegenseitig Kraft nach Verlusten und Hoffnung bei Neuanfängen geben und zuletzt erkennen, dass sie bei all den Unterschieden auch eine schmerzhafte Gemeinsamkeit haben.
Ich mag Bücher, wo es Hauptpersonen jenseits der 30 gibt, also war ich mit der patenten Kathi natürlich gut bedient, aber auch Josies Geschichte konnte ich in großen Teilen nachvollziehen (und hatte mit Bengt auch das perfekte "Feindbild" - was ein Idiot). Wie die beiden Frauen "für sich", also unabhängig von ihren Männern, ihr Leben neu meistern/neu meistern lernen, hat mich überzeugt und macht wahrscheinlich vielen Frauen in ähnlichen Lagen eine ganze Menge Mut.
Eine Leseempfehlung für LeserInnen, die emotionale Bücher, mit denen man ganz wunderbar ein paar unterhaltsame Lesestunden verbringen kann, mögen.
Zum Inhalt: Josie und Bengt sind ein Paar und eigentlich glücklich, bis Josie schwanger wird, denn Bengt möchte keine Kinder mehr. Josie weiß nicht so recht was sie will aber sie ist schon Anfang vierzig und dieses Kind ist vielleicht ihre einzige Chance auf ein Kind. Durch einen Zufall lernt Josie Kathi kennen, deren Mann gestorben ist und die beiden haben eine besondere Verbindung. Meine Meinung: Hach, das war ein Buch fürs Herz und so gar nicht kitschig dabei. Ich habe die Geschichte total gemocht und fand sie richtig schön. Auch gerade die Protagonisten Kathi und Josie waren so richtig sympathisch und man wollte einfach wissen wie es weitergeht. Ich hatte die Gelegenheit auch das Hörbuch zu hören und das hat mir auch richtig gut gefallen, weil die Sprecherin einfach super gut gelesen hat und die Stimme auch sehr angenehm war. Absolute Hör- und Leseempfehlung Fazit: Hat mir gut gefallen
Das wunderschöne Cover hat mich direkt angesprochen. Das Buch „Wir für uns“ von Barbara Kunrath ist eine warmherzige und gefühlvolle, mutmachende Geschichte zweier Frauen, die sich zu Beginn in schwierigen Lebenssituationen befinden. Durch Zufall lernen sie sich kennen und können sich gegenseitig Halt geben. Sie müssen wichtige Entscheidungen treffen, welche kritisch und empathisch angegangen werden. Auch ernsthafte Themen wie Homosexualität, Behinderung etc. werden sensibel umgesetzt. Die beiden Protagonisten Josie und Kathie sind sehr interessante Charaktere mit Ecken und Kanten und wurden facettenreich gezeichnet. Ich konnte mich somit gut in sie einfühlen. Das Buch konnte ich bis zur Hälfte kaum aus der Hand legen, danach hatte es leichte Längen. Ein emotionaler, authentischer Roman, der zum Nachdenken anregt und den ich gerne weiterempfehle. 4 Sterne!