"Kaiserhofstraße 12" von Valentin Senger ist ein Tatsachenbericht über das Leben und Überleben von Valentin Senger und seiner Familie als Juden in Frankfurt am Main in den 30er und 40er Jahren des 20. Jahrhunderts. Ich habe das Buch als Teenager zum ersten Mal gelesen, nachdem der Autor an meiner Schule eine Lesung gehalten hatte und er und seine Geschichte mich tief beeindruckt hatten.
Ich mag den Erzählstil des Autors, er liest sich gut und schnell und hat - trotz der schlimmen Zeiten - immer wieder einen leichten Witz. Auch wenn Valentin Sengers Lebensgeschichte weitaus einfacher zu ertragen ist, als so manch anderer Bericht aus dieser schlimmen Zeit, so bin ich doch froh, dass er sie rückblickend erzählt, und wir nicht immer hautnah - wie in vielen Romanen - dabei sind.
Allerdings ist der Anfang des Buches für mich ein wenig zu lang erzählt, wenn auch nicht langatmig, und mitunter wirken die einzelnen Episoden etwas aus dem Zusammenhang gerissen und große Bedeutung. Aber das kann ich gut akzeptieren, weil es für den Autor wohl einfach wichtig war und seine Sicht auf die Dinge und die Menschen in seiner Umgebung darstellt.
Die Geschichte der Familie Senger kommt ein Stückweit einem Wunder gleich und ist die Geschichte vieler kleiner Helden, die es in ihrem Leben, in dieser schlimmen Zeit gab und die dieses Wunder haben wahr werden lassen. Und daher ist dieses Buch, genau wie alle anderen Tatsachenberichte - egal ob sie überlebt haben oder nicht - ein Buch das man immer wieder lesen und weiterempfehlen kann. Diese Bücher sind heutzutage umso wihtiger, da Zeitzeugen wie Valentin Senger oder Noah Klieger einfach immer weniger werden.
‘In this book, a man who got away tells of a miracle without being surprised.’ Peter Härtling It is the 1930s: Kaiserhofstrasse in Frankfurt am Main is home to actors, prostitutes, fraternity members - and the Senger family. As communists and Jews, they had to flee from Tsarist Russia and found a new home here - until Adolf Hitler seized power in 1933. Valentin Senger's mother Olga realises the seriousness of the situation early on: she conceals the traces of her origins with forged papers. From then on, however, the fear of being discovered accompanied the family on a daily basis. The young Valentin Senger goes his own way and experiences his first love. But how can he get to know a girl without jeopardising the survival of the whole family? His mother is worried sick. And yet, with the help of numerous friends, neighbours, courageous members of the authorities and a large portion of luck, the family survives this terrible time.
I read this book because we saw various videos of Valentin Senger's descendants in the Jewish Museum in Frankfurt, which impressed me very much. (4½)