Berlin ist kochend heiß im ersten Sommer nach der Pandemie. Die Touristen sind zurück in der Party City, überall wird exzessiv gefeiert, die Menschen genießen die Zeit nach dem Lockdown. Gut für Tom Lohoff, der für das Partyvolk aus aller Welt Wohnungen, Drogen aller Art, Sex und Zugang zu Top-Clubs im Angebot hat. Und hohe Spielschulden bei einem fiesen Gangster. Tom braucht Geld, egal woher, auch wenn er lügen und betrügen muss.
Auch politisch geht es in der Stadt heiß her. In ein paar Wochen sind Bundestagswahlen, die Rechten inszenieren die Entführung eines ihrer Politiker als False-Flag-Operation, um auf Stimmenfang zu gehen, und Tom hat ihnen versehentlich eine seiner Wohnungen vermietet. Die Dinge geraten außer Kontrolle. Atemlos hetzt Tom durch Berlin, immer unter Druck, immer in Gefahr, immer auf der verzweifelten Suche nach Geld. Und da sind noch ein psychotischer Nazi und eine ausgekochte Polizistin. Gewitter krachen über der Stadt, und am Brandenburger Tor und über dem ehemaligen Führerbunker kommt es zu einem blutigen Showdown.
Die Pandemie ist zu Ende, die Menschen sind hungrig nach Leben. In Berlin steppt der Berliner Bär und alle machen mit. Touristen überschwemmen die Hauptstadt und die Zeit für Tom Lohoff ist gekommen, ist er doch einer, der den Touristen besorgt, was immer sie brauchen. Wohnungen, Drogen, Partys. Sein Leben könnte easy sein: Geld kommt wieder rein, eine neue Freundin zeichnet sich ab. Doch Tom ist ein notorisch Spielsüchtiger und er hat Schulden bei Leuten, mit denen nicht zu spaßen ist. Er braucht Geld, und zwar schnell! Da bietet sich die Entführung eines Rechtsradikalen-Politikers an.
Ich habe etwas erwartet. Vielleicht nicht unbedingt DEN Megathriller im Politbereich, aber doch schon etwas, das die Zeit kurz vor den Wahlen so richtig aufmischt. Doch das Einzige, was hier richtig aufgemischt wird, sind feuchte Träume und Klischees. Albaner sind kriminell, außerdem stinken sie und lieben ihre Messer. Romafrauen können und wollen immer. Wird ein Mann sexuell genötigt, ist das schrecklich (was es natürlich wirklich ist!), Frauen gewöhnen sich dran, quasi: ist schon in Ordnung (was es natürlich NICHT ist!). Ich hatte solche Hoffnungen, dass hier die Rechten mal ordentlich vor die Brust genommen und demaskiert werden, und zwischendurch blitzte es da auch auf, aber zu wenig, zu spät, zu abgedreht, um es ernst zu nehmen. So kam mir die Geschichte vor, als wäre sie unter Einfluss von schlechten Drogen und feuchten Träumen geschrieben worden, konnte mich so gar nicht erreichen und wenig begeistern.
Ein wilder Trip durchs sommerheiße Post-Corona-Berlin: Tom Lohoff ist der geborene Loser und ein Naivling dazu, denn er merkt nicht, dass er eine Wohnung an die Entführer eines AfD-Politikers vermietet hat. Damit nimmt das Unheil seinen Lauf. Rasanter Thriller durch verschiedene Milieus der Hauptstadt mit skurrilen Figuren und scharfem Blick auf die Realitäten.
Berlin im heißen Sommer 2022, die Pandemie Geschichte. Die Touristen bevölkern wieder die Metropole, gut für Tom, den Zocker, der den Partygängern alles besorgt, was sie brauchen, sei es ein Dach über dem Kopf, Zugang zu den angesagten Locations oder Drogen. Tom hat seine Kontakte im Milieu. Und die vergeben auch Kredite, wenn man knapp ist, oder, wie in Toms Fall, die Soforthilfe verzockt hat. Mit 12.000 € steht er mittlerweile bei einem Kredithai in der Kreide, der nun auf Rückzahlung besteht. Nachdrücklich, wie ihn dessen Schläger spüren lassen, da hilft selbst die fetteste Glückssträhne nicht. Und so lässt er sich, trotz schlechtem Bauchgefühl, auf zwei dubiose Typen ein, die ihm für eine Wohnungsmiete übertarifliche 2.000 € bieten. Hätte, wäre, wenn…woher hätte er auch wissen können, dass sie als Versteck für ein Entführungsopfer dienen soll?
Tom ist ein Getriebener, zum einen verursacht durch seine Spielsucht, zum anderen durch die Gewissheit, dass sein Leben keinen Pfifferling mehr wert ist, wenn er seine Schulden nicht zurückzahlen kann. Mit ihm drücken wir uns in schmierigen Spielhallen herum, stehen in abgeranzten Kneipen am Tresen und sitzen im Plattenbau mit dessen Vater am Küchentisch. Diese Beschreibungen bekommt Groschupf klasse hin, auch wenn seine Schilderungen nicht frei von den gerne in der Pulp-Literatur verwendeten Klischees sind. Die Sprache passt, ist rotzig, derb und dreckig, manchmal von allem einen Tick zuviel, auch was die Gewaltszenen angeht. Allzu zimperlich sollte man nicht sein. Mit den üblichen Thriller-Maßstäben in puncto Spannung nicht zu messen, dafür bekommt man aber die schmerzhafte Bestandsaufnahme einer Gesellschaft zu lesen, die auf Messers Schneide balanciert. Lesen!
Vorweg: Ich mag die Bücher von Johannes Groschupf. Berlin Prepper fand ich klasse und seine Jugendbücher sind auch für Erwachsene sehr lesenswert. Doch mit seinem neuen Buch habe ich mich wirklich schwer getan.
Wieder mal zeigt uns Groschupf ein Berliner Milieu, das normal Sterbliche wie unsereins vermutlich höchstens vom Hörensagen kennen. Und das wahrscheinlich auch nur wenig Interesse weckt, sich außerhalb der Literatur näher damit zu beschäftigen. Die Hauptfigur, der liebenswerte Tom, der seine Spielsucht mit der Vermietung der halblegalen Wohnungen seines Ex-Stasi(?)-Vaters finanziert, hat dummerweise Schulden bei einem ziemlich üblen Gangster. Um diese zurückzahlen zu können, lässt er sich auf die Entführung eines entführten Rechtsaußen-Politikers ein – und dann geht irgendwie nur noch Alles schief.
Das hört sich schräg an? Stimmt, aber es wird noch schräger. Während die erste Hälfte des Buches sich vorwiegend der Beschreibung des Milieus und der Personen widmet (was zwar viel Atmosphäre bringt, aber etwas langatmig wird), nimmt die Geschichte im zweiten Teil so richtig Fahrt auf und wartet mit allem auf, was das irre Berlin an solch verrückten heißen Tagen nach Corona zu bieten hat: Entführung, Nazis, Drogen, Nachtclubs, Amoklauf. Und dazwischen immer voll coole Leute und der liebe Tom, den auch die ermittelnde Polizistin/Kommissarin ganz süß findet (immerhin diskutiert sie während der Vernehmung mit ihm über ihre BH-Größe).
Trotz der wirklich originellen Idee mit der Entführung-Entführung war mir die Geschichte zu abgedreht – aber vielleicht bin ich auch einfach nur zu alt für dieses durchgeknallte Berlin. Möge der Sommer in Berlin nicht so heiß werden 😉
Das Buch passt eigentlich so gar nicht in mein Beuteschema, aber ich wollte mal spontan etwas anderes lesen, und ein paar Schlagworte der Beschreibung haben mich neugierig gemacht. Letztendlich gab es auch ein paar richtig spannde Szenen, insgesamt herrschte aber (für mich persönlich, wohlgemerkt!) belangloser Leerlauf. Unsympathische Charaktere, die dämliche Entscheidungen treffen und sich selbst bemitleiden - sorry, aber damit muss ich mir nicht meine Freizeit um die Ohren schlagen. Interessanterweise fallen alle männlichen Protagonisten mehr oder weniger in diese Kategorie, während die weiblichen Parts noch halbwegs erträglich waren. Insgesamt aber war mir alles zu extrem, zu effekthaschend, zu gehetzt, auch in der Schreibweise - einfach absolut nicht meine Szene. Der Plot hingegen, der immer wieder mal durchblitzte, war stellenweise nicht so übel, wenn man darüber hinwegsieht dass er mehr aufgewärmte Klischees als überraschend neue Ansätze zu bieten hatte. Da reicht es nicht, die Geschichte in die herrschende Pandemiezeit zu verlegen oder umstrittene Parteien zu erwähnen - wäre vielleicht sogar besser angekommen, wenn es nicht auch noch unbedingt diesen aktuellen Bezug herstellen wollte. Fazit: nö, ist einfach nicht meins.
"Berlin Heat" von Johannes Groschupf und dem Suhrkamp-Verlag ist ein Thriller, der am 10. Mai 2021 erscheint ist. Mir haben die 256 Seiten richtig gut gefallen, denn dies ist eine sehr rasante und gehetzte Story, wo Humor nicht zu kurz kommt. Trotzdem enthält der Inhalt ein aktuelles, brisantes und politisches Thema.
Berlin ist kochend heiß im ersten Sommer nach der Pandemie. Die Touristen sind zurück in der Party City, überall wird exzessiv gefeiert, die Menschen genießen die Zeit nach dem Lockdown. Gut für Tom Lohoff, der für das Partyvolk aus aller Welt Wohnungen, Drogen aller Art, Sex und Zugang zu Top-Clubs im Angebot hat. Und hohe Spielschulden bei einem fiesen Gangster. Tom braucht Geld, egal woher, auch wenn er lügen und betrügen muss.
Auch politisch geht es in der Stadt heiß her. In ein paar Wochen sind Bundestagswahlen, die Rechten inszenieren die Entführung eines ihrer Politiker als False-Flag-Operation, um auf Stimmenfang zu gehen, und Tom hat ihnen versehentlich eine seiner Wohnungen vermietet. Die Dinge geraten außer Kontrolle. Atemlos hetzt Tom durch Berlin, immer unter Druck, immer in Gefahr, immer auf der verzweifelten Suche nach Geld. Und da sind noch ein psychotischer Nazi und eine ausgekochte Polizistin. Gewitter krachen über der Stadt, und am Brandenburger Tor und über dem ehemaligen Führerbunker kommt es zu einem blutigen Showdown.
Dieser temporeiche und vor allem aktuelle Politthriller mit Berlin als Schauplatz ist abwechslungsreich, der mich auf jeden Fall sehr gut unterhalten hat. Kapitel in einer angenehm kurzen Länge und der flüssige/schnelle Schreibstil haben für einen schnellen Lesefluss gesorgt. Einige Nebenschauplätze in Berlin kommen gut zur Geltung und kommen dank Hauptprotagonist Tom Lohoff sehr lebendig rüber. Er schildert die aktuelle Situation nach dem Corona-Lockdown und wie sehr Berlin wieder aufblüht. Doch auch Lohoff muss wieder seinen Platz im öffentlichen Leben finden, denn der spielsüchtige Wohnungsvermittler muss in kurzer Zeit eine hohe Summe an Schulden zurückzahlen. Auch muss er erkennen, daß er eine Wohnung an die falschen Personen vermietet hat. Da aus seiner Perspektive geschrieben wird, konnte ich mich in seine Lage gut hineinversetzen. Das Denken und die Handlungen eines Spielsüchtigen kommen authentisch rüber, auch die passende Atmosphäre hat der Autor gut rübergebracht. An typischen Klischees mangelt die Story überhaupt nicht und im Verlauf der Story kommen für Lohoff immer mehr Verstrickungen hinzu, was zu einem krassen Ende führt.
Da es viele Handlungen aus dem kriminellen Berliner-Milieu gibt, ist dementsprechend auch der Wortschatz. Hart und ungeschönt, welcher aber definitiv passt und bei einigen politischen Äußerungen sollte man sich als Leser/in im klaren sein, das dies nur eine Geschichte ist und nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen. Besonders die Äußerungen über Frau Merkel. Tom Lohoff war mir nicht unsympathisch, jedoch auch nicht sympathisch. Er führt ein Leben mit typischen Klischees eines Verlieres, der es nicht schafft, sein Leben auf die Reihe zu bekommen. Jedoch hat mich seine ehrliche Art überrascht. Von einigen Nebencharakteren konnte ich mir ebenfalls ein klares Bild machen, die teilweise wirklich schräg sind. Die bunt gemischten Charaktere haben mir allesamt gut gefallen und sie geben dem Inhalt das gewisse Etwas. Das politische Thema ist aktuell und gut umgesetzt. Zusammen mit reichlich Action hat Johannes Groschupf ein rasantes Werk mit reichlich schwarzen Humor geschrieben. Mir hat "Berlin Heat" auf jeden Fall sehr gut gefallen.
Blick in die nahe Zukunft Bald geht das Leben wieder los! Wir stehen schon alle in den Startlöschern. Tom ist schon einen Schritt weiter. Es ist Sommer 2021, ein paar Wochen vor der Bundestagswahl. Alle sind geimpft, die Pandemie ist Geschichte. Das Leben ohne Einschränkungen und Masken ist wieder da. Probleme hat Tom trotzdem. Viele Schulden, die er durch weitere Wetten im Wettbüro auszugleichen sucht. Natürlich vergeblich. Er verwaltet ein paar Wohnungen, vermietet sie an Touristen, besorgt ihnen sonst noch alles, was sie für einen geilen Aufenthalt in der Partystadt Berlin benötigen. Auch illegale Substanzen. Von irgendetwas muss man ja leben. Es ist heiß in diesem August, manche Leute drehen durch, schon mal mit einer Axt im Wettbüro. Da bieten zwei Typen Tom eine ganze Stange Geld an, wenn er ihnen sehr kurzfristig eine Wohnung beschafft. Alles sehr undurchsichtig. Doch was soll Tom machen? Er muss das Geld sehr schnell zurückzahlen. Geliehen hat er sich auch nicht gerade bei einer seriösen Bank, sondern bei einem echt schlimmen Typen. Um der Dringlichkeit Nachdruck zu verleihen, kommt es auch zu einer üblen, aber konsequenten Szene. Dann ist Tom auch frisch verliebt, hat Ärger mit seinem Vermieter und seinem Vater. Da wird ein einer rechten Partei Politiker entführt. Natürlich werden Linksradikale dafür verantwortlich gemacht. Echt schräge Dinge passieren in dem Wahlkampf, ich hoffe sehr, niemand nimmt sich ein Beispiel daran. Und alles spielt sich ziemlich temporeich in unheimlicher Hitze ab. Alle schwitzen, müffeln und sind eigentlich träge, wenn nicht so viel passieren würde und nachgeholt werden müsste. Kein „normaler“ Krimi, aber ein spannender, gesellschaftskritischer Roman. Er spielt in einem Teil der Gesellschaft, zu dem ich keinen Zugang habe und das auch gar nicht möchte. Voller sehr skurriler Menschen, zum Beispiel eine unheimlich unkonventionelle Polizistin. Aber auch voller Witz und Ironie.
Kurzmeinung: Solide, aber langweilig. Vom Zocken und der Weltverschwörung.
Da ich den Roman „Berlin Prepper“ von Johannes Groschupf ziemlich gerne gelesen hatte, habe ich zu einem weiteren Milieukrimi dieses Autors gegriffen. Wieder beschäftigt sich Johannes Groschupf mit den Randexistenzen der Gesellschaft. Allerdings greift er diesmal zurück auf das Übliche, auf das Erwartbare, er katapultiert sich und uns Leser ins Zockermilieu. Tom Lohoff hat Spielschulden und eine Deadline. Und jeder weiß, was passiert, wenn er das Geld nicht rechtzeitig auftreibt.
„Berlin Prepper“ punktete mit einem außergewöhnlichen Thema und einer ausgefeilten Charakterstudie, "Berlin Heat" dagegen enttäuscht. Kleinkriminelle sind per se thematisch langweilig. Tom Lohoff ist da leider keine Ausnahme. Auch das Zockermilieu ist ausgelutscht. Skrupellosen Geldeintreibern möchte man nicht begegnen, aber literarisch sind sie so was von öde. Deshalb peppt der Autor seine Story mit einem zweiten Handlungsstrang auf. Bravo! Um ihre Quote zu pushen, läßt die Rechte einen ihrer Politiker abtauchen und behauptet, er sei entführt worden.
Der Kommentar: Leider läßt der Autor diese interessante Konstellation fast sofort wieder verpuffen. Anstatt ein wenig tiefer in politische Zusammenhänge einzutauchen, um Wählertäuschungen aller Parteien ins Visier zu nehmen und deren Manipulationen aufs Korn zu nehmen und aufzuzeigen, agieren in seinem Roman ziemlich tumbe, gewaltbereite Toren und er verliert sich in den Allmachtsphantasien rechter Kräfte, die vermeintlich die Pläne für die Weltherrschaft längst in der Tasche haben. Phfft.
Fazit: Der politische Touch hätte den Kriminalroman aus der Masse der mittelmäßigen Krimis herausheben können, so war es es sicherlich auch gedacht, aber alles, was der Autor dazu schreibt, ist ziemlich stereotyp. Schade.
Lohoffs Berlin nach der Pandemie Das Cover beamt den Betrachter mitten in die Sommer- Hitze Berlins. Das knallrote Titelcover, mit direktem Blick auf den Fernsehturm, versinnbildlicht heiße Sommertemperaturen & die teilweise turbulenten Geschehnisse der Story. Inhalt: Die Pandemie ist vorbei! In Berlin ist es heiß. Der Sommer ist hier und trotz der gelungenen Pandemiebekämpfung hat sich das Leben, der Mitbürger nicht großartig geändert... Tom Lohoff hat sich einige finanzielle Standbeine schaffen müssen. Er liebt es zu zocken & hat dadurch einiges an Schulden angehäuft. Die Vermietung von Wohnungen an Party-hungrige Touristen, läuft für ihn ganz gut. Aufgrund seiner Schulden ist er jedoch sehr unter Druck & muss unbedingt sehr schnell, viel Geld generieren. Inmitten dieser Anstrengung, läuft der Wahlkampf in Berlin auf Hochtouren. Ein Angebot für viel Geld ganz schnell aus den Miesen zu kommen, nimmt Tom an. Er weiß nicht worauf er sich eingelassen hat... Fazit: Der Autor Johannes Groschupf hat ein Werk geschaffen, dass mit unseren Zukunftsvisionen- nach Corona- geschickt spielt. Spannend & teilweise sehr rasant, den Leser nicht schonend, nimmt er uns mit auf die gefährlichen Aktionen, welche Tom mehr Geld & Unabhängigkeit bescheren sollen. Ich habe es genossen. Die Pandemie ist endlich vorbei. Politische Verwicklungen, die bedrückende Atmosphäre bedingt durch den Klimawandel & die sozialen Nöte einer Gesellschaft gepaart mit ganz alltäglichen Problemen. Gut erzählt, mit vielen real anmutenden Szenen. Eine sehr gute 4 Sterne Bewertung!
Inhalt: Tom Lohoff ist süchtig und verbringt seine Zeit fast ausschließlich in der Spielhalle. Seine 12000 Euro Schulden bei einem Sexbarbetreiber muss er so schnell wie möglich begleichen. Als er unter Druck gerät, beklaut er seinen Kumpel und stellt unter der Hand zwei Fremden eine Wohnung seines Vaters zur Verfügung...
Meine Meinung: Die Geschichte soll zeitlich nach der Corona- Pandemie spielen, doch davon ist nicht viel zu merken. In einigen Nebensätzen wird etwas dazu gesagt, doch Thema ist es nicht mehr wirklich. Für mich scheint es so, als wäre es bloß eine Verkaufsmasche. Der Protagonist Tom Lohoff wird als absoluter Looser dargestellt. Mich wundert das nicht, da er nicht vorausschauend denkt und zu impulsiven Handlungen neigt. Die ersten 60 Seiten lernt man Tom Lohoffs Lebensumstände und Umfeld kennen, dann setzt der rote Faden ein. Es gibt eine spannende Pointe, die der Autor jedoch ein gutes Drittel später selbst wieder zunichtemacht. Schade. Ich hätte mir für die Geschichte einen anderen, spritzigeren Verlauf gewünscht. Ein paar mehr Seiten als 254 hätten der Geschichte gutgetan, da sie definitiv mehr Potenzial hat! An sich ist die zugrunde liegende politische Thematik lesenswert. An dieser Stelle möchte ich jedoch noch eine Warnung aussprechen, da in dem Buch eine raue, grobe Sprache verwendet wird und durchaus ekelhafte Szenen vorkommen. Wen das triggert, sollte das Buch besser nicht lesen.
Fazit: Eine Geschichte, die mehr Potenzial hat, dieses jedoch nicht in der Kürze entfalten konnte.
Berlin Heat liest sich wie ein Actionfilm, ständig passiert etwas, der Protagonist hetzt von Station zu Station - die Situation eskaliert dabei zusehends bis es am Ende zu einer Art Auflösung kommt. Man verfolgt den Protagonisten dabei, wie er versucht seine Spielschulden abzubezahlen. Währenddessen kämpft er gegen seine Spielsucht. Durch den Versuch auf Teufel komm raus Geld aufzutreiben kommt er in mehrere gefährliche Situationen.
Der Autor hat eine Art Politthriller erzeugt, welcher die brisanten Themen unserer Zeit aufgreifen - Coronaleugner, Rechtsradikalismus usw. Dabei ist der Schreibstil und das gesamte Setting des Buches recht Retro, es liest sich als befände man sich im Berlin der 1990er. Dadurch entsteht für mich auch ein gewisser 'disconnect' vom Protagonisten, der zwar gemäß dem Autor in meinem Alter sein müsste - der sich aber nicht so liest als wäre er gerade erst Anfang 30. Das, und der Fakt, dass kein einziger sympathischer Charakter in diesem Buch enthalten sind, ziehen für mich persönlich die Wertung von 4 Sternen auf 3 Sterne runter. Denn die Handlung allein ist dauerhaft spannend, der Schreibstil gefällt mir grundsätzlich mit einem gewissen Bewusstseinsstrom auch gut.
Wer also auf der Suche nach einem Politthriller ist, welcher spannend aktuelle Themen aufbereitet und weniger charakterfokussiert liest als ich, für den könnte dieses Buch genau das Richtige sein.
Tom Lohoff lebt in Berlin und versucht seinem Leben einen Sinn zu geben. Er ist ein Spieler und bewegt ich in dieser Szene auf heißem Boden, denn er hat Schulden bei einem Geldverleiher. In dieser Zeit nach der Pandemie feiert die Hauptstadt und Tom versucht, das Geschäft seines Lebens zu machen. Er vermietet Wohnungen und besorgt den Leute Partydrogen. Unter dem Druck in kürzester zeit Geld besorgen zu müssen, lässt er sich auf einen ungewöhnlichen Deal ein, der in mit der Polizei in Konflikt bringt und die Typen der Unterwelt ebenso.
Der Autor kündigt mit dem Kappentext einen wirklich spannenden Thriller an, der in der partywütigen Stadt Berlin spielt. Es ist gut vorstellbar, dass in Berlin in der Zeit direkt nach der Pandemie der Bär steppt, leider ist in diesem Buch nicht allzu viel davon zu lesen. Johannes Groschupf bedient Klischees aus der Spielerszene und lässt den Leser am Schicksal von Tom Lohoff teilhaben. Für meinen Geschmack fehlt die pulsierende Stadt Berlin fast völlig. Die brisante Entführung, in die Tom Lohoff gerät - aus Geldgier und Verzweiflung ist leider ziemlich durchsichtig und bringt kurzfristig Spannung.
Der Schreibstil ist der Situation, die der Autor beschreibt angepasst und im Grunde einfach zu lesen.
Ich habe von diesem Buch mehr erwartet und gebe 3 Sterne.
Der neue Thriller von Johannes Groschupf „Berlin Heat“, spielt in Berlin im ersten Sommer nach der Corona-Pandemie. Der Thriller handelt von Tom Lohoff, der sein Geld als Faciliator verdient, indem er Wohnungen vermietet und die Gäste mit allem möglichen versorgt (Clubbesuche, Drogen, weibliche Begleitungen). Das Problem ist, dass Tom zwölf Tausend Euro Spielschulden bei Krasniqi, dem Besitzer des Golden Dolls hat, die er in kurzer Zeit zurückzahlen muss. Als Tom seine Wohnung versehentlich an die falschen Leute vermietet, gerät er Mitten in die Entführung eines AfD Politikers.
In Berlin Heat gelingt es Johannes Groschupf den Leser mitten in die Zockerszene Berlins hineinzuversetzen. Die Dialoge und beschriebenen Handlungen der Personen sind dabei immer realistisch beschrieben. Zusätzlich werden immer wieder kleine Details zu Corona eingeworfen, die einfach sehr passend sind und nicht wie andere Bücher die momentan erscheinen gezwungen die Pandemie in die Handlung einbinden wollen. Insgesamt lebt das Buch einfach von seinen verrückten und teils grotesken Charakteren. Ob die Entwicklung am Ende des Buches noch nötig war oder doch etwas übertrieben ist, muss jeder für sich selbst entscheiden.
Johannes Groschupf schreibt über ein Berlin, das die meisten Besucher*innen kaum so erleben werden, das aber existiert, man muss abends nach 22 Uhr nur mal eine ausgiebige Runde um den Alexanderplatz drehen. Der spielsüchtige Tom ist der Ich-Erzähler. Er lebt davon, dass er die vier erschwindelten Wohnungen seines unehrenhaft aus der Polizei entlassenen Vaters an Touristen vermietet. Dem Zuhälter Krasnitzki (ich habe das Buch gehört, sorry falls Typos anfallen) schuldet er 12.000 € und kann das nicht bezahlen. Krasnitzkis albanische Drücker machen Druck, einer zwingt Tom zum unappetitlichen Oralsex. Da ist auch Mala, die schöne Frau aus dem Café, die so gut Tischtennis spielen kann. Und eine von rechtsradikalen AfD-lern inszenierte Entführung, die dem Parteikandidaten Auftrieb geben soll. Und jede Menge Berlin und Twists and Turns. Vieles ist nicht sehr glaubhaft, da voll crazy, aber der Autor vermittelt Stimmungen, auch reale Stimmungen der deutschen Gesellschaft zur Corona-Zeit. Sein Ich-Erzähler ist sehr unverlässlich, Vorsicht ist also geboten. Das Ende ist krass und da gibt es dann eine Parallele zur Biographie des Autors. Aber ich werde mir auch Teil 3 und 4 der Berlin-Reihe reinballern.
Der Roman beginnt mit einem Paukenschlag in einem Wettbüro. Die nervliche Anspannung und die Hitze meint man als Leser spüren zu können. Ein wenig sehe ich den Autor Johannes Groschupf als einen Erben von Krimiautoren wie Dick Francis, natürlich mit jüngeren Sound. Den Vergleich beziehe ich in erste Linie auf die Kenntnisse menschlicher Psyche und das schätze ich sehr. Gleichzeitig ist er auch sehr heutig sogar leicht in der Zukunft den die Corona-Pandemie ist bezwungen.
Der Protagonist, der gleichzeitig Icherzähler ist, halte ich für ebenso interessant wie ambivalent. So ganz koscher ist er auch nicht. Spielsucht, Schulden und nicht ganz einwandfreie Geschäfte, aber er ist im großen und Ganzen ein vernünftiger und cooler Typ, nur halt mit Schwächen. Aber er ist momentan doch ziemlich am Boden und hat jede Menge Probleme. Ein Sumpf, in der versinkt. Das ist teilweise so intensiv geschrieben, das man es mit Beklemmung liest. Manche Passagen sind rüde oder sogar drastisch. Ein Roman, der sich nicht scheut, konsequent zu sein.
Zum Inhalt: Die Pandemie hat die Welt nicht mehr im Griff. Die Touristen kommen wieder, es wird gefeiert und wieder frei gelebt. All das ist gut für Tom, denn für Geld besorgt er alles, was gewünscht wird, seien es Wohnungen, Zugang zu Clubs, Frauen oder auch Drogen. Aber er hat auch Probleme, denn er hat Spielschulden und er muss dringend das Geld besorgen. Und das wird nicht einfach. Und eine besondere Vermietung bereitet ihm zusätzlich ernste Probleme. Meine Meinung: Das Buch ist ganz schön brutal in Wort aber auch in der Handlung des Buches. Man möchte mit dem Protagonisten nicht tauschen, denn er hat sich ganz schön in Schwierigkeiten manövriert. Ein bisschen kommt einem das Buch wie eine Art Actionfilm vor. Ich könnte mir tatsächlich eine Verfilmung gut vorstellen mit kaputten Typen und einem rasanten Verlauf. Fazit: Spannend
Berlin, der erste Sommer nach der Pandemie. Das Cover vereint die Themen des Buches sehr gut. Tom ist ein spielsüchtiger junger Mann, der durch Zufall in eine sehr komplizierte und spannende Geschichte reinrutscht. Man fühlt mit ihm mit, aber behält doch genug Abstand um die Abgründe seiner Sucht und seine großen Probleme nicht zu verharmlosen.
Die Berliner Schauplätze sind gut gewählt und für Leser die sich in Berlin auskennen, ein wirklich cooles Detail.
Die verschiedenen Charaktere sind nicht die Sympathischsten. Man wird nicht richtig warm mit den Figuren.
Auch die Storyline ist teilweise etwas durcheinander, was aber auch auf den Charakter des Protagonisten zurückzuführen ist.
Ich würde dieses Buch empfehlen, wenn man Berlin kennt und einen fiktiven Blick in die Zukunft werfen möchte. Das Genre Thriller ist vielleicht etwas zu hoch angesetzt.
Berlin unter drückender Sommerhitze. Ein Antiheld, Zockerszene, Ost und West, Geschichte und Gegenwart, Politik, die Nachwehen der Coronakrise, Erstarken des Rechtsextremismus - alles unaufdringlich in einen spannenden Thriller verwoben. Das Geschehen packend und banal zugleich. Ein echter Berlin-Thriller, der so nur dort spielen kann. Wirklich großartige Lektüre, die sich hinter amerikanischen Vorbildern nicht verstecken muss.
Gähn, gähn, gähn! Eine vorhersehbare Geschichte, die von Zwischenfall zu Zwischenfall mäandert, ohne als Story oder bezüglich der Figuren auch nur je überzeugend zu werden. Das ist nicht mal ein schlechter Krimi oder Thriller, sondern gar kein Krimi oder Thriller.
Nette Geschichte, nette Charaktere, hat mich unterhalten. Nette Urlaubslektüre. Politischen Tiefgang oder gesellschaftliche Analyse sollte man eher nicht erwarten. Sprachlich ok.