Sebastian sollte überall sein, aber nicht in seinem alten Kinderzimmer, nicht in diesem Neubaugebiet irgendwo in Deutschland. Er sollte in seiner WG sein, er sollte an der Uni sein, er sollte mit seiner besten Freundin Su zusammen andere Jungs kennenlernen und einfach leben. Aber alles kommt anders: Drei Tumore sind in seinem Körper, zwei davon faustgroß. Die Chemotherapie muss so schnell wie möglich beginnen und Sebastian zieht wieder zu seinen Eltern ... Eine starke Geschichte über Freundschaft und Familie, über Jungsein und Krankheit. Stefan Hornbach legt ein mitreißendes Debüt vor, das so selbstverständlich und bewegend von Existenziellem erzählt, wie es nur selten zu lesen ist.
Sebastian, jung, frei und auf der Suche nach sich selbst. Er entdeckt das Studentenleben , hat tolle Freunde und geniesst sein Leben, doch dann zieht ihm eine Krebsdiagnose den Boden unter den Füßen weg und er muss wieder nach Hause in sein altes Kinderzimmer, ins idyllische Dorfleben. Wir begleiten ihn durch Höhen und Tiefen, spüren seinen Mut, seine Hoffnung und sind bei der ersten großen Liebe zu Linus dabei. Ein toller Coming of age Roman über Liebe, Krankheit, Freundschaft und einem Ende, das offen bleibt. Hat mir richtig gut gefallen,aber etwas hat gefehlt zum Highlight,trotzdem ein richtig gutes Buch.🤗❤️📚
Literatur über Krebs und andere schwere Krankheiten - schwieriges Thema (für mich). Dieses hier wurde mir vom Buchhändler meines Vertrauens als Rezensionsexemplar überreicht. Und im Nachhinein bin ich froh darüber - ansonsten hätte ich es wohl bewusst nicht gelesen.
Ohne jetzt groß auf die Geschichte, die erzählt wird, einzugehen - sie ist, wirkt nicht nur, weitestgehend realistisch, Teile kann ich aus Erfahrung (leider) beurteilen. Auch der Umgang des Protagonisten mit der Situation kommt mir zu Teilen bekannt vor. Es ist sehr angenehm, dass es kein rein schwermütiges oder depressives Buch ist. Der Kontrast zwischen positiven, ja auch fröhlichen, aber auch negativen Phasen ist sehr gut ausgearbeitet, teilweise wechseln sich diese abrupt ab.
Auch die von Familie und Freundschaft ausgehende Kraft ist sehr schön dargestellt, ohne sentimental überhöht zu werden. Man könnte den Roman auch als Coming-of-Age Geschichte bezeichnen, wenn man das wöllte. Auch die unaufgeregt eingearbeitete Queerness des Protagonisten als Normalität ist eine Stärke des Buches.
Endlich mal ein berührendes, aber nicht sentimentales Buch über die Krankheit, das sich nicht als Ratgeber geriert und als Roman mit Anspruch funktioniert. Hat mir sehr gut gefallen.
"Krebsbücher" sind an sich schon eine Herausforderung für mich und wenn es um eine_n Protagonist_in in meinem Alter geht, ganz besonders. Sebastian war realistisch und echt, und ich konnte viele seiner Gedanken und Handlungen gut nachvollziehen. Der Schreibstil war anfangs etwas gewöhnungsbedürftig (keine wörtliche Rede), aber man merkt schnell, dass es so sein muss.
„Ich legte mir Schutzschichten zu, die mir Geschichten erzählten. In Gedanken ließ ich meine Haut mit kühlem Moos bewachsen, etwas später überzog mich ein öliger Film, wie Teer, dick trug ich ihn auf.“ (S. 168) . Ausziehen, Studieren, Reisen, Jungs kennenlernen und ein eigenständiges Leben aufbauen: So Sebastians Leben in der Theorie. Doch ihm bleibt gar nichts anderes übrig als sein WG-Zimmer gegen sein altes Kinderzimmer in seinem Elternhaus zu tauschen. Drei Tumore haben sich fast unbemerkt in seinen Körper eingeschlichen. Die Tatsache, dass er ihnen Namen gegeben hat, macht die Sache zwar irgendwie netter aber nicht weniger beschissen. Es folgen Chemotherapie, lange Abende bei seinen Eltern, schlechte aber auch gute Tage. Seine Familie und auch die beiden Freundinnen Jasna und Su stehen ihm zur Seite. Mal nervig, mal weniger nervig aber immer herzlich. Als er Linus kennenlernt und sich verliebt, beginnt er zu träumen, zu schweben. Was hält die Welt für ihn bereit? . Stefan Hornbachs Debüt „Den Hund überleben“ wird mir in Erinnerung bleiben. Unaufgeregt, ehrlich und so selbstverständlich schreibt er über ein junges Leben, das am Abgrund steht, verloren ist und sich wiederfindet. Diese Geschichte ist trotz des schwergewichtigen Themas weder trüb, noch weinerlich. Vielmehr fokussiert und textet er über eine Lebensessenz, die in uns allen leuchtet und beeindruckt mit einer grandiosen Tiefenschärfe für das Existenzielle. Sebastians Verlieben zu lesen war wunderschön, elektrisierend und gefühlvoll. Dieses Buch pulsiert, strotzt vor Leben und lässt auch die Prise Humor nicht vermissen, die man vermutlich einfach braucht um sich durchzuschlagen - auch wenn der Tod, ein verlorener Kampf als mögliches Schicksal, in leisen Tönen aber doch hörbar im Hintergrund vibriert. Ein sprachlich feines, ausgezeichnetes Debüt, das sich auf jede Art und Weise sehr richtig angefühlt hat!
I actually don’t have the right words right now. This was like a sledgehammer. I read it till I was finished at 2am, already moved to tears in the first third of the book. It’s probably the most realistic portrayal of the topic I ever came across, yet it isn’t a ‚my journey’ or ‚living with…‘ guide or any of that. It is a novel, a brilliant one. It’s never clichéd, never kitschy, it feels fresh and authentic. I know I will keep thinking about it for some time to come.
Hornbach beschreibt das Innenleben des krebserkrankten Protagonisten eindrucksvoll metaphorisch. Eine weitere Stärke des Buches ist die Realitätsnähe der Handlung - unverblümt, ohne Kitsch; ohne klassischer Katastrophe oder Happy End, eben nicht so schwarz-weiß, wie sonst oftmals in Medien dargestellt. Sebastian ist eben in erster Linie Mensch, kein Patient.
This entire review has been hidden because of spoilers.
Der vierundzwanzigjährige Sebastian ist gerade von einem abenteuerlichen Besuch bei seiner Freundin Su aus Paris zurück, als er die Diagnose bekommt. Das Stechen in seiner Seite und auch sein Unwohlsein in der letzten Zeit rühren von einem Tumor her. Und er muss erfahren, dass sich noch zwei weitere in seinem Körper befinden. Non Hodgkin Lymphom nennt sich diese Art von Krebs und seine Ärzt*innen versichern, dass die Heilungschancen recht gut sind. Dennoch verändert sich Sebastians Leben grundlegend. Er zieht zu seinen Eltern, beginnt die Chemotherapie in Heidelberg. Seine Kindheitsfreundin Jasna drängt sich ihm zunächst auf, wird später zu einer Freundin. Auch mit Su bleibt er in Kontakt und verliebt sich sogar am Anfang seiner Behandlung in Linus, den er an seinem Studienort kennenlernt. Zwischen ihnen bahnt sich eine für Sebastian überraschend innige Beziehung an. Diese Menschen werden neben seinen Eltern zu wichtigen Ankerpunkten während der Therapie. Jetzt gilt es, den Krebs zu besiegen und den alten Hund der Eltern zu überleben. Krankheit, vor allem auch Krebs, werden in Literatur noch immer wenig thematisiert. Und wenn, dann oft auf sehr düstere hoffnungslose Weise. Und das ist dieser Roman nicht. Natürlich hat auch Sebastian seine dunklen Momente, verliert mitunter fast den Lebensmut. Aber seine Geschichte ist trotzdem durchzogen von einem Willen, die guten Momente zu genießen oder diese erst zu erschaffen. Es wird nichts geschönt und man fühlt mit ihm in jedem Moment, bangt mit ihm, wenn es schlechte Nachrichten gibt und leidet mit, als sein Körper von der Chemo immer mehr in Mitleidenschaft gezogen wird. Man zählt mit ihm die Tage bis zum Ende der Chemotherapie. Kleine Dinge werden wichtig, während andere an Bedeutung verlieren . Ein Buch, das einen teilhaben lässt an einer absolut prägenden Erfahrung, das äußerst klug erzählt ist und mich immer wieder überrascht hat, durch wunderbare kleine Momente, die mir in Erinnerung bleiben werden. Insgesamt habe ich dieses Buch als große Bereicherung empfunden .
Sebastians Tumore bekommen Namen verpasst und immer wenn Sebastian an seiner Krankheit wächst, wächst man als Leser:in irgendwie auch mit oder besser gesagt in die Geschichte hinein. Das Buch hat Spaß gemacht, auch wenn die Geschichte und das Thema so traurig sind. Der Hund aus dem Titel war ständig präsent und auch wenn man manchmal mit dem Hundeelend von Sebastian mitgelitten hat, so ist man doch zu einem Ende gelangt. Dieses hat sich für meinen Geschmack fast zu schnell abgespielt und hätte ruhig noch länger erzählt werden können, aber ansonsten war es ein schöner, gelungener Debütroman. Und wer die Chance hat, Stefan Hornbach einmal bei einer Lesung zu erleben - hingehen! Er ist genau so intelligent und witzig, wie es sein Buch durchscheinen lässt.
Ein junger Mann hat Krebs, was ihn wieder zurück in sein Elternhaus bringt. Wir erleben, wie er seine lebenshungrige schwule Identität auslebte, was ein Schicksalsschlag mit einem macht, wenn der eigene Körper zum Feind wird, und wie Familie und Freunde einem aus diesem Loch heraushelfen können. Berührend - erschütternd, eine Heilungsgeschichte. Vom Sound relativ jung.
Vergleichstitel: Decker, Wir von der anderen Seite
“Ich fühlte mich verraten, als wäre ich auf etwas hereingefallen, betrogen worden. Als wäre mein Leben, das ich bis dahin als selbstverständlich angenommen hatte, ein einziges riesiges Missverständnis. Eine Simulation, ein Trugbild von einer Sicherheit, in der mir nichts passieren konnte. Das war vorbei. Vielleicht ging jetzt alles ganz schnell.”
Es war ganz ok, nichts besonders, was mich begeistert hätte. Teilweise würde ich sogar behaupten, dass es langweilig war. Ich konnte mich nicht richtig in die Geschichte reinversetzten, weils auch einfach zu kurz war.