Aufgewachsen als Mündel des Königs, hatte Amelia schon immer eine Schwäche für dessen Sohn Henry. Doch als sie nach zwei Jahren aus dem Kloster zurückkehrt, muss sie feststellen, dass Henry sie nur wie eine Schwester liebt und schlimmer: Er wird heiraten. Nun steht sie vor der Entscheidung, ihren Kindheitsfreund zu unterstützen, oder die Heirat zu boykottieren. Denn ihr eigenes Schicksal steht auf Messersschneide. Der König will sie verheiraten und das ausgerechnet mit dem betagten Lord Paxter. Als noch ein zweiter Kandidat auf der Bildfläche erscheint, wähnt sie sich glücklich. Bis Geheimnisse ans Licht gezerrt werden, die besser begraben geblieben wären
Amelia ist nicht nur das Mündel des Königs, sondern auch in den Kronprinzen Henry verliebt, aber als Tochter eines verstorbenen Soldaten keine passende Ehefrau. Zudem verguckt sich Prinz Henry in eine unbekannte Schönheit auf einem Ball, die er zu seiner Zukünftigen erklärt. Nun soll auch Amelia unter die Haube. Doch die Auswahl ist nicht groß. Ein alter Herr und ein noch älterer Herr. Doch Jaden, Amelias anderer Kindheitsfreund, möchte die Heirat verhindern und entdeckt schreckliches.
Ich war sehr gespannt auf die Aschenputtel-Adaption von Lilly C. Zwetsch, da ich noch nichts vorher von ihr gelesen habe, es aber schon seit ich ihren Youtube-Kanal gefunden habe wollte. Mein finales Urteil zu diesem Buch ist (leider): Not good, but fun. Im Folgenden möchte ich erklären, warum ich was an dem Buch mochte und was nicht.
Angefangen bei dem Schreibstil: Die meiste Zeit habe ich ihn als sehr angenehm empfunden. Sehr jugendlich und frisch. Aber nicht immer hat er gepasst. Ausdrücke wie „gefeuert“ haben sich einfach viel zu modern angefühlt. Für mich war es ziemlich schwierig die Illusion einer fiktiven Welt aufrecht zu halten, wenn ich so was las. Man hätte da ein wenig mehr auf den Ausdruck achten können.
Mein nächster Punkt ist schwer zu erklären: Da ich mich sehr für Genre wie Historical Romance, Kostümfilme/-serien, Geschichte und historische Mode interessiere, mag ich es, wenn sich der/die Autor*in an einer bestimmten Epoche orientiert, damit ich Architektur, Inneneinrichtung und Kleidung mir besser vorstellen kann und das Kopfkino intensiver ist. Mir ist bewusst, dass die Geschichte in einer fiktiven Welt spielt, daher kann ich diesen Punkt vielleicht nicht vollkommen anbringen, wie bei einem Historischen Roman, aber ich mache es trotzdem, weil es wichtig für mich ist. Auch wenn es eher schwierig ist Märchen einzuordnen, in welcher Zeit sie spielen, einfach eine grobe Orientierung wäre schön gewesen, weil bei mir lief das ungefähr so ab: „Oh, eine Märchenadaption. Ja, Märchen haben immer ein „mittelalterlisches“ Setting bzw. spielen in der Vergangenheit. Oh, anscheinend gibt es einen Billardtisch. Wann wurden die erfunden? Vielleicht 18. Jahrhundert? Ach was, Kaffee wird angeboten? Erst mal googeln, wann der zu uns gekommen ist. (Erstaunlich zeitig in der Geschichte.) Und kitschige Romane gibt es auch? Muss ja ne stark literarisch geprägte Welt sein, wenn es so viele Romane gibt, dass man schon zwischen kitschigen und non-kitschigen unterscheiden kann. Ab wann konnte man in unserer Geschichte Romane als kitschig bezeichnen? War Jane Austen als kitschig bekannt? Wohl kaum. Also nach 1800 irgendwann dann vielleicht. Hm, die gerade Ausschnittlinie des Kleids könnte vielleicht zu Victorian passen.“ (Japp, so wirre Gedankengänge habe ich wirklich beim Lesen) Für mich sind eben gerade Details wichtig – sie machen die Welt um so tiefgehender und vermitteln mir das Gefühl, dass sich der/die Autor*in intensiv damit auseinandergesetzt haben. Und diese Details wurden mir einfach nicht gegeben, folglich…
…ist in meinen Augen auch das World Building nicht gelungen und viel zu mager. Ich weiß nicht einmal wie das Reich heißt, in dem die Geschichte spielt. Ortsnamen werden random gedroppt, nichts wird weiter erläutert, wo was liegt, wie es dort so ist, einmal und nie wieder erwähnt. Wie soll ich mich denn in die Welt einfühlen, ohne irgendeine Information? Daher meine Bitte, sich mehr Zeit für eben das zu nehmen, für das World Building. Ich habe kein Problem damit, ein bisschen was über Vegetation und Architektur zu erfahren.
Nächster Punkt: Seit wann muss ein Prinz (!) jemand anderem eine Eingangstür offenhalten? For real? Eigentlich gerade bei einem Empfang einer wichtigen Person steht doch wohl im Schloss (!) des Königs (!) mindestens ein Diener bereit, um eben jenen Job zu übernehmen, für den er auch bezahlt wird. Also das fand ich schon etwas gedankenlos geschrieben. Das klingt jetzt vielleicht sehr picky, aber so ein Detail lässt die Geschichte weniger qualitätvoll rüberkommen.
Okay, jetzt kommt der Spoiler-Teil. Vorsicht, ich werde definitiv hart spoilern, also bloß nicht lesen, wenn ihr euch nicht alle Spannung rausnehmen wollt. ------------------------------------------------------ SPOILER-GEFAHR
Also ich komme erstmal zu den meines Erachtens nach Logikfehlern: Der General wird als super hyper mega smarter Charakter dargestellt, aber so schlau kann er gar nicht sein, wenn er klare Beweismittel gegen ihn herumliegen lässt in seinem nicht (!) abgeschlossenen Arbeitszimmer. Warum sollte er das Tagebuch seiner toten Exfrau überhaupt behalten, wenn es Anlass zum Zweifel über seinen Charakter gibt. Da sie, die tote Ehefrau, ihm eindeutig nichts bedeutet und er sie nur benutzt hat, kann man das nicht einmal mit Sentimentalität begründen. Dass er das Buch nicht eingeschlossen geschweige denn verbrannt hat, ist schon echt dumm.
Folglich ist es auch ziemlich unrealistisch, dass der General 700 Menschen alleine in einer Nacht ermordet hat und zusätzlich noch ein paar hunderter andere über die Jahre verteilt. Dass da nie jemand misstrauisch geworden ist? Schon alleine seine Methode zu Töten: Kehle aufschlitzen? Das ist doch jedes Mal eine riesige Sauerei, die er in aller Schnell never ever alleine beseitigen kann – die Leiche, die Spuren und Blutspritzer. Dafür müsste er schon übermenschliche Fähigkeiten oder zumindest einen Handlanger haben. Hat er aber nicht.
Was mich außerdem gestört hat, war diese Randomness: Ich hätte mir gewünscht, dass es einfach mehr Hinweise für das gibt, was passieren wird. Wenn nicht wenigstens im Vorfeld mal eine versteckte Anmerkung stattfindet, resultiert das in einem einzigen „Hä?“-Moment.
Als Beispiel: Die Intension des Generals. Als er seine wahren Beweggründe erklärt hat, dachte ich, Wait! What?. Weil mit keinem einzigen Wort auch nur im Geringsten zuvor etwas in die Richtung angedeutet wurde. Ganz zu Beginn hat Amelia von ihrer Familie ein bisschen erzählt. Man hätte ja schreiben können, dass Amelia sich als Kind am liebsten von ihren Eltern ihre Liebesgeschichte hat erzählen lassen und dann hätte die Mutter eben erzählt, dass es auch einen anderen Werber gab, aber sie sich für Amelias Vater entschieden hat. Zack, fertig. Bis zu der Offenbarung des Generals auf dem Friedhof hätte ich das etwas vergessen und dann gedacht „Omg, er ist das!“. So hatte ich eher das Gefühl, da wurde sich im Nachhinein noch schnell was ausgedacht.
Selbes Spiel mit dem zweiten Brief, den Amelia geschrieben hat, sodass die eine Königin auftaucht. Es hätte völlig gereicht zu schreiben, dass sie beim Verlassen des Anwesens des Generals der Dienerin zwei Briefe übergab. Einfach in nem Nebensatz. Entweder hätte das denselben Effekt wie bei Beispiel 1 haben können (Vergessen und dann Erleuchtung) oder ich hätte mich dann die ganze Zeit gefragt, wohin wohl der andere Brief gegangen ist. Aber als Leser*in bekommt man gar nicht erst die Chance mitzurätseln und sich Gedanken zu machen.
Außerdem verlief der Spannungsbogen etwas strange nach dem Showdown mit dem General. Danach kam für mich zumindest nicht mehr wirklich Spannung auf.
Und was ist das mit den ganzen Frauen, die im Kindbett sterben?! Das ist bei mir voll der Running gag gewurden.
Und zum Schluss es Contra-Teils: Es wird nicht aufgeklärt, was bei diesem (Bogen-?) Turnier passiert ist. Wir wissen nicht, was der Auslöser für Amelias Klosteraufenthalt ist. Es wird häufig angedeutet, dass da was passiert ist, aber was? Das wird uns vorenthalten bis zum Ende. Und ich dachte, dass es mal erzählt wird. Aber nope, leider nicht.
SPOILER-ZONE ENDE ------------------------------------------------------ Okay, jetzt kommen noch ein paar Punkte, die ich an dem Buch mochte:
Neben dem leichten Schreibstil sind Amelias Gedankenwelt und die Dialoge erfrischend witzig. Unerwarteterweise habe ich ziemlich oft laut auflachen, grinsen oder schmunzeln müssen. Das habe ich ehrlich gesagt nicht so häufig bei den Büchern, die ich sonst lese.
Zudem sind die Charaktere sehr liebenswert. Ich mochte die Protagonisten, Amelia und Jaden, total. Besonders die Dynamik unter den verschiedenen Charakteren ist sehr gut gelungen. Da hätte ich mir gewünscht, dass es da einfach noch mehr Interaktion gegeben hätte. Aber ansonsten habe ich das sehr genossen.
Schlussendlich bin ich froh, dass ich das Buch gelesen habe und ich werde, auch wenn „Amelia“ nicht ganz meinen Geschmack getroffen hat, die weiteren Bände der Reihe lesen. Besonders auf Teil 4 und 5 bin ich gespannt.
Ich hoffe, ich konnte mich wenigstens halbwegs verständlich ausdrücken und es war möglich mir zu folgen. Diese Rezension ist in keiner Weise böse oder gemein gemeint, sondern soll konstruktiv kritisieren. Glaubt mir, ansonsten hätte ich mir nicht die Mühe gemacht, das alles zu schreiben. Ich möchte mit meiner Rezi zur Verbesserung oder zumindest zur Reflektion anregen.
Ich bin, genauso wie viele andere Kinder auch, mit der zauberhaften Welt der Märchen aufgewachsen. Das waren die allerersten Geschichten, die mich fesselten, Gänsehaut auf meinem Körper auslösten, mich bangen ließen und mich schlichtweg in den Bann von Zauberwäldern, Märchenschlössern und „…wenn sie nicht gestorben sind…“ zogen. Mittlerweile sind Märchen zu einem Teil meiner ganz persönlichen Nostalgie geworden. Lilly C. Zwetsch hat den ersten Teil einer Reihe von Märchenadaptionen veröffentlicht, welcher den wunderschönen Titel „AMELIA- Königskinder“ trägt. Es handelt es sich hierbei um einen Aschenputtel- Perspektivenwechsel, welcher ein absolut realistisches der eigentlich so glatt gezeichneten Märchenwelt entwirft. Mit der Hauptprotagonistin Amelia erschuf Lilly C. Zwetsch eine selbstbestimmte junge Frau, die keine Angst davor hat ihren Mund aufzumachen und dennoch gefangen scheint. Gefangen zwischen ihren eigenen Erwartungen, ihren Gefühlen und dem Willen des Königs. Sie stellt sich durch die Geschichte hinweg allen Herausforderungen selbst und muss nicht, wie die meisten Märchenprotagonistinnen, von anderen gerettet werden. Sie hat stets den Willen, sich selbst zu retten. Der Lesende hat ebenfalls Einblick in Jadens Gedanken, welcher ebenfalls innerlich zerrissen und von seinen Gefühlen überfordert scheint. Ein gut ausgearbeiteter Charakter, der mich an manchen Stellen zur Weißglut getrieben hat. Auch die anderen Protagonist*Innen haben es sehr schnell in mein Herz geschafft. An manchen Stellen hätte ich mir gewünscht, noch mehr über die Nebencharakter*Innen zu erfahren. Highlight: Am besten hat mir am Werk gefallen, dass der Lesende sehr weich mit einer harschen Realität konfrontiert wird: „Glücklich bis an ihr Lebensende...“ bedeuted nicht, dass die Geschichte schon vorbei ist. Glaubt mir, wenn ich euch sage, dass ich darüber mehr als froh bin! Lilly C. Zwetsch schreibt stets mit Worten, die perfekt gewählt und voller Intention scheinen.
Amelia hatte schon immer eine Schwäche für Henry den Sohn des Königs. Sie ist als Mündel des Königs im Schloss aufgewachsen und deshalb von Kindesbeinen an Henrys Seite. Doch als sie nach zwei Jahren im Kloster wieder heimkehrt muss sie feststellen das Henry sie nur als Schwester sieht. Und noch schlimmer er soll bald verheiratet werden. Und sie, Amelia soll auch schon bald ein einer Ehe leben mit dem betagten Greis Lord Paxter. Dann taucht auch noch ein zweiter Kandidat auf, dessen Geheimnisse sie auf die Schliche kommt, die aber besser begraben geblieben wären. .. Ein ganz tolles Buch für zwischendurch!! Ich habe das Schätzchen an einem Tag weggesuchtet. An einem Tag kam es bei mir an und am nächsten musste ich es sofort beginnen und schwups war es schon beendet. Der Schreibstil lässt sich einfach wahnsinnig schnell lesen aber auch die Geschichte wie sie eventuell nach Klappentext gar nicht vermuten lässt wird wahnsinnig spannend und teilweise auch brutal. Intrigen tauchen auf, und immer mehr Intrigen und Geheimnisse und Gefühle und Hoffnung und ach... So vieles mehr. Man muss die Geschichte einfach inhalieren, anders kann ich es mir nicht vorstellen. Die Charaktere machen es einem aber auch sehr leicht alles noch schneller erfahren zu wollen. Amelia ist eine ganz tolle, starke Protagonistin. Anfangs dachte ich mir zwar: Hola, die hat aber viele Typen die sie unbedingt heiraten wollen, und kann sie sich dann entscheiden... Zuviel möchte ich hier nicht verraten, den ich würde maßlos spoilern. Doch mit jedem Kapitel und jeder Seite mehr verstand ich was sie tut und warum vor allem. An manchen Stellen hätte ich mir einfach gewünscht das noch tiefer gegraben und das noch etwas mehr "ausgeschlachtet" wird. Aber so ist alles sehr am Punkt erzählt und die Geschichte nimmt schnell seinen Lauf. Ich werde die Autorin jetzt natürlich nicht nur mehr als Blogger verfolgen sondern natürlich auch sehr darauf achten was noch alles aus ihrer Feder kommt. Ich gebe Amelia. Königskinder (es ist übrigens der Auftakt einer Reihe, deren Bände unabhängig voneinander lesbar sind) 3.5 von 5 Sternen! Schaut euch das Schätzchen mal genauer an! Es lohnt sich auf jeden Fall!!