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Das Lied der Wölfe

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Sturmgraublaue Zeit der Liebe

Die junge deutsche Wolfsforscherin Kaya wird von dem schottischen Milliardär Alistair MacKinley angestellt, um auf seinen Ländereien wilde Wölfe anzusiedeln. In dem einsamen Herrenhaus in den Highlands trifft sie auch auf den verschlossenen Nevis, Alistairs attraktiven Sohn, mit Augen wie das Sturmgraublau des schottischen Himmels. Der verwundete Ex-Elitesoldat soll sich von seinen schweren Kriegsverletzungen erholen. Doch er verweigert die Therapie und torpediert das Wolfsprojekt, wo er nur kann. Kaya ist wütend und fasziniert zugleich, ohne das tragische Ausmaß seines Zustands zu ahnen. Eine Zusammenarbeit mit Nevis endet katastrophal. Erst als sich beide ihrer Vergangenheit stellen, können sie ihre Liebe und ihre Zukunft retten.

512 pages, Paperback

First published May 21, 2021

5 people are currently reading
82 people want to read

About the author

Rena Fischer

13 books20 followers
Chosen - Die Bestimmte (2017)
Chosen - Das Erwachen (2017)
Elbendunkel - Kein Weg zurück (2020)
Elbendunkel - Kein Weg zu dir (2021)
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28 (15%)
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3 (1%)
1 star
4 (2%)
Displaying 1 - 30 of 32 reviews
Profile Image for Sophia Wordworld.
1,243 reviews23 followers
May 27, 2021
"Das Lied der Wölfe" ist nach der Chosen-Dilogie und der Elbendunkel-Reihe mein fünftes Buch von Rena Fischer, das sich diesmal abseits des Jugendbuchgenres mit einem vielseitigen Roman versucht. Auch wenn die Figuren hier wesentlich älter sind und keine Elben oder andere magischen Kreaturen auftauchen, ist "Das Lied der Wölfe" ganz eindeutig ein typisches Fischer-Werk: komplex, spannend, atmosphärisch und wahnsinnig gut recherchiert!

Nevis: "Von wegen furchtlos. Angst klebt an meinen Fersen wie ein dunkler Schatten. Ich glaube nicht daran, dass man sie je abschütteln kann. Zumindest nicht, wenn man über ein gewisses Ausmaß an Intelligenz verfügt, die einem die Konsequenzen seines Handelns glasklar vor Augen führt. Nur dumme Menschen stürzen sich unüberlegt, eben furchtlos, in auswegslose oder lebensbedrohliche Situationen. (...) Mein Vater versteht das nicht. Er hält mich selbst für einen von ihnen."

Schon das Cover trifft den Nagel auf den Kopf und zeigt eine düster-verträumte Landschaft. Vor grün bewachsenen Hügeln steht ein großes Herrenhaus, das auf einen glitzernden See blickt, auf dem zwei Menschen in einem Ruderboot sitzen. Überschattet wird die treffende Szenerie durch dunkle Gewitterwolken, die dem Cover etwas Düsteres geben und auf die eher ernsten Themen des Romans vorbereiten. Auch der Titel passt einfach perfekt, da er ein erster Anklang an das Heulen der inneren und echten Wölfe der Figuren ist. Das hilfreiche Glossar mit Militär-Fachbegriffen, psychologischen Ausdrücken und kurzer Nachhilfe in schottischer Geschichte beziehungsweise Kultur habe ich leider erst nach dem Lesen entdeckt, dabei hätte ich es nach vier Fischer-Romanen, die alle am Ende ein umfangreiches Verzeichnis hatten, echt besser wissen müssen. Wenn man also mal meine eigene Dummheit beiseitelässt, haben Autorin und Verlag hier das perfekte Kleid für diese Geschichte gefunden, das sofort Lust auf mehr macht und in die schottischen Highlands entführt.

Nevis: "In Wahrheit", sage ich, "ist unser Leben nur wie ein Schatten der Ziele, Hoffnungen und Träume, die wir haben, und die wir nie erreichen werden. So launisch und unberechenbar wie das Licht über den Highlands." (...) "Du hast keine Ahnung, wie sehr ich mich in dieses Licht verliebt habe, in all die Farben, die es in diese weite Landschaft und in den Himmel malt. Wie es plötzlich aus den tiefhängenden Wolken über den Bergen hervorbricht, die sich an die Nebenstreifen im Tal schmiegen. Jeder einzelne Tag seit meiner Ankunft hier in Schottland ist wie ein kleines Wunder, Nevis. Selbst wenn unser Leben nur ein Schatten oder ein Schwarz-Weiß-Film dessen ist, was wir uns wünschen, so ist es jede Sekunde wert."

Spätesten seit "Outlander" bin ich ein großer Fan von Schottlands Landschaft und Geschichte und will unbedingt in den nächsten Jahren selbst dorthin reisen. Rena Fischer hat diesen Wunsch mit ihren hinreißenden Landschaftsbeschreibungen nochmals bestätigt. Ein großes Herrenhaus nahe des Loch Ness, umgeben von Wald, Wiesen und wilden Tieren - wer da nicht ins Träumen gerät, dem kann man auch nicht mehr weiterhelfen. Doch nicht nur die Landschaft im Wandel der Jahreszeiten verzaubert und sorgt für eine Menge Fernweh, der Autorin gelingt es auch erstaunlich gut, das schottische Lebensgefühl zu vermitteln, ohne Touristenfallen und Klischees abzuklappern. So wird schon durch das Setting eine Menge Atmosphäre gewonnen. Kommt jetzt noch ein wildes Wolfsrudel hinzu, das für eine Menge Konflikte im einsamen Norden Schottlands und auch innerhalb von MacKinley Manor führt, ist die Spannung perfekt. Das Thema der Ansiedlung freier Wölfe und der Umgang mit Risiken und Chancen, die die Rückkehr in die deutschen Wälder mit sich bringen, ist ein immer noch sehr aktuelles Thema, über das ich selbst noch nicht so viel wusste. Umso mehr hat mich gefreut, dass man beim Lesen nebenbei eine Menge über die Rolle der pelzigen Jäger für das Ökosystem des Waldes, ihr Familiensystem, die Verhaltensweisen von Wölfen und Hybriden im Vergleich, oder ihre Symbiose mit Raben lernen kann. Auch einen kurzen Exkurs in die Geschichte von Schottland reichert die kurzweilige Geschichte mit Wissenswertem an, sodass man auf jeder Seite die Begeisterung der Autorin für Wölfe und Schottland spüren kann.

Kaya: "Egal wie hanebüchen ihre Argumente sind, du musst gelassen bleiben und darfst dich nicht über sie lustig machen. Überzeugen heißt vor allem, gut zuhören können. Denn letztendlich ist es der Mann oder die Frau mit der Waffe im Wald, die entscheidet, ob die Wölfe eine Chance bekommen."

Das Setting und die Wölfe bleiben jedoch nicht das einzige spannende Thema, das Rena Fischer hier in die Liebesgeschichte miteinbindet. Darüber hinaus widmet sich die Autorin auch noch sehr gekonnt dem wichtigen Thema "Trauma und Belastungsfolgen". Als Psychologiestudentin stehe ich der Behandlung von Mental Health Themen in Romanen immer etwas zwiegespalten gegenüber. Auf der einen Seite befürworte ich es natürlich, wenn durch Belletristik und fiktive Figuren die Sensibilität für psychische Erkrankungen gesteigert und gezielt gegen Stigmata oder Vorurteile angegangen wird, auf der anderen Seite ist es dabei immer besonders fatal, wenn es an der Recherche hapert und ungewollt genau jene Vorurteile oder überholte Vorstellungen verwendet werden. Bei Rena Fischer, die ich schon für ihre ausgiebigen Hintergrundrecherchen in ihren zwei Jugendbuchreihen bewundert habe, hatte ich mir zwar keine große Sorgen gemacht - dass die Autorin sich hier so viel Zeit nimmt, um über die Posttraumatische Belastungsstörung ihrer männlichen Hauptfigur einzugehen und auch andere unterschiedliche Reaktionen und individuellen Verarbeitungsprozesse auf Kriegserfahrungen mit einzubeziehen, hat mich positiv überrascht.

Kaya: "Und dann denke ich wieder an Nevis, und das ist noch viel, viel schlimmer. Ich sehe den dunklen Schatten der Bartstoppeln auf seiner Wange, Regen, der aus seinen Haarspitzen tropft, das Grübchen am Kinn. Seine Augen, düstere Gewitterwolken am Sommerhimmel. Das seltene jungenhafte Lächeln, das mein Herz jedes Mal zum Flattern bringt. Wie er die Treppe leichtfüßig nach oben läuft, das Spiel seiner Muskeln unter dem verschwitzten Shirt. (...) Warum ziehen mich immer nur schwierige Männer in ihren Bann?"

Doch nicht nur Nevis trägt Ballast mit sich herum, auch Kaya hat einiges zu verbergen. Was genau die Geheimnisse der beiden Figuren sind, was wirklich in ihrer Vergangenheit passiert ist und ob die beiden den Mut finden, sich für den jeweils anderen zu öffnen und einen gemeinsamen Weg der Heilung zu gehen, erfahren wir nach und nach im Laufe der Geschichte. Die beiden Protagonisten erzählen jeweils abwechselnd aus der Ich-Perspektive, was durch eine veränderte Schriftart hervorgehoben wurde und bringen somit auch ab und zu Flashbacks und Erinnerungen ein, sodass wir am eigenen Leib nachvollziehen können, weshalb sie sich in der ein oder anderen Situationen seltsam verhalten. Dass die Entwicklung und Annäherung von Nevis und Kaya etwas länger dauern würde, ist angesichts der vielen besprochenen Themen und ihrer beider Vorerfahrungen nur natürlich. Dennoch hat sich der Mittelteil im Vergleich zum recht flotten Schluss, in dem Schlag auf Schlag Geheimnisse enthüllt und Entscheidungen für die Zukunft getroffen werden, etwas zu sehr gezogen. Dadurch, dass wir durch die Ich-Perspektive einen Vorsprung im Verständnis der beiden Figuren haben, ist die ein oder andere Fehlinterpretation oder Missverständnis im zweiten Drittel etwas mühsam zu lesen. Das ist jedoch auch der einzige Grund, weshalb ich keine volle 5 Sterne vergebe. Langweilig wird es nämlich trotzdem nie. Dafür sorgt auch nicht zuletzt die Einbindung der tollen Nebenfiguren wie Starkoch Robin, Kayas Schwester Lena, oder Nevis´ Army-Kumpels Mike und Rory, die jeweils noch eine eigene Geschichte zu erzählen haben.

Kaya: "Bloß kein Risiko eingehen. Bloß nicht noch einmal verletzt werden. Aber so funktioniert unser Leben nicht. Wir müssen fallen, wenn wir laufen lernen wollen. Wir müssen uns die Finger verbrennen, um zu wissen, wie heiß Feuer ist. Wir müssen uns schneiden, um die Schärfe des Messers zu kennen. Wir müssen lieben und verletzt werden, bis wir den Menschen finden, der uns nicht zurechtbiegen will. Den Menschen, der uns mit all unseren Eigenheiten liebt und nicht zulässt, dass wir uns aufgeben, um uns ihm oder jemand anderem ähnlich zu machen."

Alles in allem ist "Das Lied der Wölfe" einfach rundum gelungen und souverän geschrieben. Man merkt man sofort, dass dies nicht der erste Roman der Autorin ist, auch wenn sie bislang in einem anderen Genre unterwegs war. Die intensive, anspruchsvolle Liebesgeschichte wird trotz des vielen Drumherums nie aus den Augen verloren, die Autorin beweist ein gutes Gespür, wann sie theoretischen Input geben kann und wann sie sich auf die Handlung konzentrieren muss und trotz vieler ernster Themen wird es hier nie erdrückend. Top, ich freue mich auf mehr!

Kaya: "Wir segeln nicht in einem Boot einem gemeinsamen Ziel entgegen, wie andere Paare es tun. Wir treiben Hand in Hand in zwei Kajaks nebeneinander auf einem reißenden Fluss, versuchen, den Stromschnellen und scharfkantigen Felsen unserer Vergangenheit auszuweichen und zu vergessen, dass wir keine Ahnung haben, wohin der Fluss führt."



Fazit:

Ein wunderschönes, atmosphärisches Setting, spannende Handlung voller Geheimnisse inklusiver der ein oder anderen dramatischen Situation, sich entwickelnde Figuren, die im Zusammenspiel einfach Zucker sind und wissenswerte Einbindung von Informationen zu Wölfen und PTBS - "Das Lied der Wölfe" vereint alles, was man sich von einem Roman wünschen kann!
Von mir gibt´s 4,5 von 5 Sterne!
Profile Image for Sarah.
572 reviews58 followers
May 29, 2021
Ich bin so so froh dieses Buch gelesen zu haben. Es war eine riesige Freude, Kayas und Nevis‘ Entwicklung mitzuerleben. Man hat sehr stark gemerkt, wie sehr Rena Fischer im Vorhinein recherchiert hat, um alle möglichen Einzelheiten gut darstellen zu können. Das hat mir sehr sehr gut gefallen. Die Wolfsthematik fand ich auch super spannend, und es hat auch einige meiner persönlichen Vorurteile aus dem Weg geräumt, darüber zu lesen. Unglaublich tolle Geschichte, und ich muss sagen, vor allem der Epilog und dessen Aufbau haben mir sehr gefallen.
Profile Image for Buchstabenträumerin.
210 reviews16 followers
May 24, 2021
„Das Lied der Wölfe“ ist der erste Erwachsenenroman von Rena Fischer, die zuvor die fantastischen und abenteuerlichen Jugendbuch-Reihen „Elbendunkel“ und „Chosen“ schrieb. In ihrem neuen Buch geht es um die Liebe, Wölfe, Schottland, PTBS, eine toxische Beziehung und familiäre Konflikte – und ich war mehr als gespannt darauf. Würde es der Autorin gelingen, mich auch mit diesen Themen zu fesseln? Würde es sich um einen klassischen Liebesroman handeln oder würde mich mehr erwarten? Ich antworte direkt: Ja und nochmals ja! „Das Lied der Wölfe“ hat mich von Anfang bis Ende restlos begeistert, überrascht und berührt. Dieser Roman fesselte mich und er ist so viel mehr als „nur“ eine Liebesgeschichte. Leser:innen erwartet eine vielschichtige, hervorragend recherchierte, wundervoll geschriebene Geschichte mit großartigen Figuren.

Gleich zu Beginn lernt man die Wolfsforscherin Kaya als sehr nahbare und sympathische Figur kennen. Sie weiß, was sie kann, aber dennoch zweifelt sie an ihren Fähigkeiten angesichts des neuen Projekts, das ihr anvertraut wurde. Dadurch schloss ich sie unmittelbar ins Herz und ich war bereit, mich ins Abenteuer zu stürzen und sie auf ihrer Reise von Deutschland nach Schottland zu begleiten, wo sie auf den Ländereien des schottischen Milliardärs Alistair MacKinley wilde Wölfe ansiedeln soll. Ein Unterfangen, das nicht nur rechtlich schwierig umzusetzen ist, sondern dem sich auch noch die schottischen Einwohner der Region entgegenstellen. Gleichzeitig gerät Kaya unwissentlich zwischen die Fronten eines seit vielen Jahren schwelenden Streits zwischen Alistair und seinem Sohn Nevis. Nevis, der ebenfalls absolut nichts von dem Projekt hält und sich ihr gegenüber mehr als abweisend verhält. Doch trotz alledem hält sie an ihrem Vorhaben fest, sie ist getrieben von der Liebe zu den Tieren und zur Natur.

Als Leser:in erfährt man unglaublich viel über Wölfe und die Vorteile einer Ansiedlung für die Wälder. Man merkt sofort, dass diesem Roman eine umfassende Recherche zugrunde liegt, was die Autorin im Rahmen einer Bloggerveranstaltung bestätigte: „Ich mag es einfach nicht, wenn etwas schwammig beschrieben wird.“ Das spürt man in jeglicher Hinsicht. Nicht nur die Orte und die Natur sind absolut greifbar beschrieben, auch die komplexen Zusammenhänge zwischen Wölfen und anderen Tieren werden nachvollziehbar erläutert. Sehr spannend und ich stürzte mich anschließend direkt selbst in die Recherche.

Doch damit nicht genug. „Das Lied der Wölfe“ hat eine ungemein komplexe und emotionale Handlung. Angefangen bei Nevis, einem Ex-Elitesoldat, der sich von schweren Kriegsverletzungen erholt und an PTBS leidet, widmet sich Rena Fischer einer Vielzahl an sensiblen Themen. Da ist der Freundeskreis von Nevis, bestehend aus zwei Ex-Soldaten, die ihre eigenen traumatischen Erfahrungen gemacht haben und diese zu verarbeiten versuchen. Und da wären der Ex-Freund von Kaya, der sie nicht gut behandelt hat, sowie der immer mehr eskalierende Streit der Familie MacKinley, dessen Ursprung in der Kindheit von Nevis zu suchen ist. Mit all diesen Themen hat sich die Autorin intensiv auseinandergesetzt. Ernsthaft und unaufgeregt werden die fiktiven Einsätze der Soldaten beschrieben, einfühlsam und differenziert werden die Folgen jeglicher negativer Erfahrungen der Figuren ausgeführt.

Zugleich verliert Rena Fischer aber auch nicht die Leichtigkeit aus dem Blick. So wiegen die Themen zwar schwer, doch als Leserin fühlte ich mich nie von ihnen erdrückt. Es bleibt immer auch Raum für das Lachen und natürlich die Liebe. Denn die Liebe in ihren vielen Facetten spielt eine elementare Rolle in „Das Lied der Wölfe“. Da wäre die Liebe zu den Eltern, zwischen Geschwistern, zwischen Freunden. Alles ist durchzogen von diesem starken Gefühl und alles wird dadurch trotz aller Herausforderungen zusammengehalten.

Dennoch ist die Liebe, wie in vielen anderen Geschichten, in „Das Lied der Wölfe“ nicht die Lösung. Liebe hilft und schenkt Kraft, doch sie löst keine Probleme. Das schaffen die Figuren nur aus eigener Kraft, durch Vertrauen und durch Kommunikation. Dieser Roman erzählt also da weiter, wo andere Geschichten enden. Denn ein „Happy End“ der Liebe ist noch lange kein glückliches Ende der einzelnen Figuren, hier bleibt immer noch ein Stück Weg zu gehen. Es gefiel mir außerordentlich gut, dass dieser Weg hier gegangen wird.

„Das Lied der Wölfe“ von Rena Fischer hat mich vollkommen gefangen genommen. Und das lag nicht an meiner grundsätzlichen Begeisterung für Schottland und Wölfe, sondern ausschließlich an dem großen Schreibtalent von Rena Fischer. Sie hat nicht nur die atemberaubende schottische Landschaft vor meinem inneren Auge zum Leben erweckt, sondern zugleich eine intensive und anspruchsvolle Liebesgeschichte voller spannender Hintergrundinformationen zu schottischem Recht und Wölfen erzählt. Gleichzeitig gibt sie ernsten Themen, wie PTBS und toxischen Beziehungen Raum, ohne Leser:innen zu sehr zu belasten. SO lesenswert!
Profile Image for Gisela.
355 reviews14 followers
January 5, 2022
Wer fürchtet sich vorm braven Wolf?

Meine Meinung:

Meine Erwartungen zu diesem Roman wurden schlichtweg übertroffen. Ich habe eine Geschichte über Wölfe erwartet und bekommen. Wer kennt sie nicht, die Märchen vom bösen Wolf? Wer hätte nicht Angst diesem Tier im Wald zu begegnen? Dabei sind es tolle Tiere, denen der Mensch ihren normalen Lebensraum weggenommen hat. Ich habe sehr viel gelernt. Dazu durfte ich in einem noblen Herrenhaus in den Highlands verweilen. Und damit hat mich die Autorin ins Lesefieber versetzt. Ich hatte die farbenprächtige Landschaft stets vor Augen. Habe den Regen auf meiner Haut gespürt. Bin zwischen dichten Nebelschwaden spazieren gegangen und habe dem Lied der Wölfe gelauscht.

Die Protagonisten sind jedoch dafür verantwortlich, dass *Das Lied der Wölfe* für mich zu einem absoluten Highlight geworden ist. Kaya und Nevis sind ein Paar, das mein Herz berührt hat. Der Elitesoldat Nevis leckt seine Wunden. Kümmert sich um einen ehemaligen Kriegskameraden und versteht sich mit seinen Eltern nicht. Er wohnt in dem Herrenhaus seines Vaters. Alistair MacKinley möchte auf seinen Ländereien den Wölfen wieder ihren richtigen Lebensraum bieten. Kosten scheut der Milliardär absolut keine. Stellt sogar die deutsche Wolfsforscherin Kaya ein, um seinen Traum zu verwirklichen. Nevis kann das alles nicht fassen. Die Deutsche wohnt sogar im Herrenhaus!

Kaya gefiel mir auf Anhieb. Der Sarkasmus der jungen Frau ist einfach nur köstlich und stets angebracht. Sie lässt nicht erkennen, wie sehr sie die abweisende Art des Milliardärsohnes verletzt. Schaut jedoch hinter Nevis Fassade. Sieht in seinen wunderschönen sturmgraublauen Augen alles Leid, welches dieser verschlossene Mann ertragen muss. Auch Kaya durchlebt Alpträume, die ihr ihr Ex beschert hat. Für sie ist das Wolfsprojekt dennoch eine willkommene Abwechslung, in das sie ihr ganzes Herzblut steckt. Sie leistet viel Aufklärungsarbeit bei der Bevölkerung. Versucht den Menschen die Angst vor Wölfen zu nehmen.

Wir alle tragen unsere inneren Dämonen mit uns herum. Aber wir hüten uns, sie aus ihrem Gefängnis zu lassen. (Zitat aus dem Buch)

Sie weiß nicht, wie sie mit diesem Mann zusammenarbeiten soll. Versteht nicht, dass ihr Arbeitgeber Alistair MacKinley wenig Interesse an dem Projekt zeigt. Erst nach einem Unglück kommen sich Kaya und Nevis näher.

Wer meine Rezensionen verfolgt weiß, wie sehr ich herrschaftliche Häuser und Familiengeheimnisse liebe. Dieses warmherzige Drama hat mir wunderbare Lesestunden beschert. Ich habe einiges über Flashbacks erfahren. Kann mir nicht vorstellen, in so einem Alptraum leben zu müssen. Besonders das Familiendrama der MacKinleys hat mich komplett fassungslos zurückgelassen. Ich will wirklich nicht zur Heulsuse mutieren, aber es gibt einige Szenen in diesem Buch, die meinen Taschentuchverbrauch in die Höhe schnellen ließen. Das Wolfspärchen Rada und Gordej musste auch einen Verlust hinnehmen. Die Geschichte der Beiden und ihren Welpen hat mein Herz gewärmt.

Fazit

Ich liebe die Highlands. Ich liebe Wölfe. Zweiteres seit ich diese Geschichte gelesen habe. Sie hat alles, was ein gutes Buch braucht. Neben Aufklärung über Wölfe habe ich eine wunderbare Liebesgeschichte erleben dürfen. Gutes Essen genossen und tolle Menschen kennengelernt. Mit Familiengeheimnissen wurde wahrlich nicht gegeizt.

Ich empfehle Euch *Das Lied der Wölfe!* Haltet bitte Taschentücher bereit! Vielleicht tragen Rada und Gordej dazu bei, ein besseres Verständnis für Wölfe und ihren Lebensraum zu bekommen.

Herzlichen Dank Rena Fischer für diesen farbenprächtigen Roman.
Profile Image for MariaH.
372 reviews1 follower
May 31, 2021
Eigentlich wollte ich es mit dem Buch langsam angehen und ganz gemütlich lesen. Nun, gemütlich war es schon... allerdings wurde aus dem Langsam nichts, denn das hielt ich gerade mal 2 Tage durch. Am dritten Tag konnte ich das Buch kaum noch aus der Hand legen und las es mehr oder weniger in einem Rutsch bis zum Ende durch.

Normalerweise lese ich hauptsächlich Fantasy Romane, wodurch ich auf Rena Fischer aufmerksam wurde. Denn ihre Dilogie "Elbendunkel" hatte mich schon gefesselt. Somit war ich auf ihren ersten Roman abseits meines gewohnten Genres sehr gespannt, denn reine Liebesromane lese ich nicht ganz so häufig.

Wobei es in diesem Fall zu banal wäre zu sagen, es wäre einfach nur ein Liebesroman. Rena Fisher versteht es, neben ihrem wunderbar zu lesenden Schreibstil, für wahres Kopfkino zu sorgen und nicht einfach nur eine Liebesgeschichte zu erzählen. Land und Leute erwachen zum Leben und sind kein Beiwerk oder Lückenfüller. Sie erzählt von der Landschaft Schottlands in einer Art und Weise, dass einem diese während des Lesens regelrecht vor Augen erscheint und man fast schon beginnt, selber die nächste Reise dorthin zu planen.

Zudem erzählt uns Rena Fischer hier nicht einfach nur eine Geschichte, weil auch das ganze Drumherum glaubwürdig und eigentlich schon lehrreich ist: Egal ob es sich dabei um die Wolfsforschung von Kaya handelt, oder um die traumatischen Kriegserlebnisse von Nevis. Man merkt, wie sehr sich die Autorin mit der ganzen Thematik, die Teil ihres Romans ist, auseinandergesetzt hat und mit in die Handlung einfließen lässt.

Man fühlt mit den Protagonisten mit, verliebt sich auch in die Nebencharaktere, ist gespannt auf die Vergangenheit von Kaya und Nevis, schmunzelt und lacht über deren Schlagfertigkeit, freut sich über jedes Körnchen "Heilung" und schließlich kann man es kaum erwarten zu erfahren, wie diese Geschichte wohl endet. Ebenso haben die Nebencharaktere eine eigene Geschichte zu erzählen und bereichern den Plot um Kaya und Nevis, ohne davon abzulenken.

Spannend ist es zudem nicht nur in Bezug auf die Liebe. Natürlich läuft beim Wolfsprojekt nicht alles glatt und natürlich gibt es nicht nur nette Menschen. So mag man manches vielleicht erahnen, was wohl geschehen mag, aber wirklich wissen tut man es nicht und es gibt immer wieder Überraschungen und Wendungen.

Ich bin jedenfalls sehr gespannt, mit welchem Buch uns Rena Fischer als nächstes erfreuen wird, denn "Das Lied der Wölfe" hat mir ausgesprochen gut gefallen.
Profile Image for caught_in_fairytales.
168 reviews3 followers
August 11, 2021
Inhalt
Kaya ist Wolfsforscherin und soll in Schottland für Alistair MacKinley wieder wilde Wölfe ansiedeln. Sie verliebt sich in das Land, die Menschen, ihr Wolfsrudel und natürlich den attraktiven Highlander Nevis, Alistairs Sohn. Nevis hat jedoch als Ex-Soldat mit seinen physischen sowie psychischen Kriegsverletzungen andere Gedanken als die schöne Deutsche. Und auch Kaya hat mit Hindernissen zu kämpfen, die sich ihr bei dem Wolfsprojekt stellen. Denn nicht alle Einheimischen sind begeistert von wilden Wölfen in der Nachbarschaft.

Fazit
Mir hat die Geschichte der beiden sehr gut gefallen. Sie ist liebevoll ausgearbeitet, mit interessanten Infos zu Wölfen und Kriegstraumata - man merkt richtig, wie viel Recherche hier drinsteckt.
Der Lesefluss ist angenehm und die Kapitel abwechselnd aus Kayas oder Nevis Sicht beschrieben - gekennzeichnet durch eine andere Schriftart.

Ich fand es schön, dass die zwei nicht sofort zueinander gefunden haben, sondern sich das Ganze erst entwickeln musste, da sie beide aufgrund ihrer Vergangenheit Vertrauensprobleme hatten.

Auch die Nebenfiguren wie Kayas Schwester, Nevis Eltern, oder andere Einheimische fand ich süß - auch wenn es bei Nevis Mutter etwas gedauert hat.

Eine tolle tiefgründige Liebesgeschichte, die ich nur empfehlen kann 💚🐺💚
Profile Image for Yvonne.
473 reviews1 follower
September 23, 2022
3,5☆

Ich mochte die Geschichte ansich gerne. Sie war teilweise spannend und Schottland als Setting sehr atmosphärisch.

Das Wolfsprojekt an dem Kaya unsere Protagonistin arbeitet war echt interessant. Kaya war ein sympathischer Charakter. Nevis war zwar anfangs eher mürrisch und abweisend, dennoch nicht unsympathisch. Ich mochte den Schlagabtausch zwischen den beiden.

Das in der Familie von Nevis irgendetwas nicht stimmt wird schnell klar, jedoch wird die Auflösung bis zum Schluss hinausgezögert. Die Liebesgeschichte baut sich sehr langsam auf und wird dann auch eher zum Schluss ziemlich schnell abgehandelt. Was mich sehr gestört hat ist, daß Nevis und Kaya nie wirklich über ihre Probleme reden. Nevis hat nicht nur mit seiner Familie und deren Vergangenheit zu kämpfen, sondern auch mit seinen Erlebnissen im Krieg und auch Kaya hat in ihrer Vergangenheit schlechte Erfahrungen gesammelt, die sie noch verarbeitet.

Ich hätte mir einfach gewünscht, dass es ein klärendes Gespräch zwischen den beiden geben wird, was aber nie richtig stattfindet.

Der Schreibstil war sehr flüssig, weshalb ich schnell durch das Buch gekommen bin.
Ein guter Roman für die Herbstzeit:)
Profile Image for Julia L. Jordan.
Author 1 book6 followers
Read
July 19, 2021
Dieser Roman hat mich mit zwiespältigen Gefühlen hinterlassen. Es ist eine wundervolle Liebesgeschichte, die uns gleichzeitig den Kampf um ausgewogenen Naturschutz zeigt, uns nach Schottland entführt und uns zum Nachdenken anregt. Gleichzeitig ist es aber auch eine Geschichte über Trauma, Therapie und die Schwierigkeiten, die jeder Betroffene ganz persönlich und ganz eigen erlebt. Als jemand, der hier persönlich betroffen ist, hätte ich mir eine Triggerwarnung gewünscht, denn die reine Erwähnung von Krieg und Therapie im Klappentext reicht nicht aus, um den Leser angemessen vorzubereiten.

Ich werde dazu weiter unten etwas schreiben, was aber ein Spoiler für einen Nebenstrang sein kann – das wird entsprechend markiert! Der Rest der Rezension enthält keine Spoiler.

Eine farbenfrohe Reise nach Schottland

Die Autorin versteht es von der ersten Zeile an, uns in die Geschichte zu holen. Immer wieder nimmt sie sich die Zeit, uns genau zu beschreiben, was die Protagonisten sehen, insbesondere Kaya, die Schottland das erste Mal sieht. Die Farbe des Himmels, die Weite des Landes, der Regen, aber auch die Sonne, allem wir die Chance gegeben, seinen eigenen Charme auszubreiten. Während das einigen anderen Lesern zu langatmig sein mag, habe ich es genossen, vor meinem inneren Auge das mir unbekannte Schottland entstehen zu sehen.

Auch die Charaktere haben alle genügend Zeit, sich zu entwickeln. Die Randfiguren bleiben meist oberflächlich, doch sie stellen wichtige Stereotypen da, die Kayas Kampf für die Wölfe erleichtern oder erschweren. Das funktioniert einfach. Jene, die näher mit Kaya und Nevis in Berührung kommen, erhalten tiefe Persönlichkeiten, haben ihren eigenen Kampf und wirken wie echte Menschen mit eigener Handlungsmotivation. Das verleiht dem Roman eine angenehme Komplexität und gibt uns die Chance, für die verschiedensten Personen zu brennen.

SPOILER, Triggerwarnung!

Das Problem mit dem Trauma

Sowohl Kaya als auch Nevis haben ihr eigenes Trauma, ebenso wie ein Freund von Nevis, der mit ihm im Krieg gedient hat. Bei ihnen allen wirkt es sich anders aus, und bei ihnen allen hat es andere Ursprünge. Der Klappentext hatte bereits auf Krieg und Therapie hingewiesen, doch ich war nicht darauf vorbereitet, wie oft wir Flashbacks sehen würden. Die Flashbacks hier sind so, wie sie durchaus vorkommen und wie man sie als Nichtbetroffener verstehen kann: Es sind lebensechte Erinnerungen, die wie ein Film ablaufen, inklusive aller Gefühle. Gleichzeitig wird aber auch darüber geredet, dass Nevis andere Geschehnisse verdrängt, dass ihm Erinnerungen fehlen – auch das ist eine leider häufig vorkommende Schutzfunktion unseres Körpers.

Nevis widersetzt sich der Therapie, indem er zwar hingeht, aber seinem Psychologen vorspielt, er hätte gar kein PTBS, sondern „nur“ eine Angststörung, die „schnell therapierbar“ ist. Dazu habe er sich diverse Psychologiebücher durchgelesen, um die Symptome korrekt zu schildern. Wir bekomme nie richtig mit, ob sein Therapeut ihm das glaubt, aber ich hoffe, dass das nie der Fall ist. Als er sich am Ende ein wenig öffnet, wird zumindest angedeutet, dass sein Therapeut dies schon lange gehofft hat.

Gleichzeitig sehen wir auch, wie ein Freund von Nevis mit seiner PTBS zu kämpfen hat. Er macht auch Therapie, trotzdem fällt er immer tiefer in dieses Loch, das nur noch Aggressivität zurücklässt. Am Ende verliert er den Kampf und schreibt einen langen, eindrucksvollen Abschiedsbrief an Nevis. Auch wenn der Akt des Selbstmordes nicht selbst gezeigt wurde, war dieser Brief doch extrem triggernd, gerade weil er einen unheimlich destruktiven Gedanken enthält: Ich schütze andere, indem ich mich endgültig aus ihrem Leben entferne. Ich bin eine Last. Das ist ein sehr häufig vorkommender, sehr wirkmächtiger Gedanke, den viele Betroffene sicher kennen. Es ist eine realistische Darstellung des Kampfes, den manche leider verlieren. Ich hätte mir gewünscht, dass man hier mehr von der Therapie sieht, wenn das Thema schon so zentral ist – denn Therapie kann helfen. Nicht Liebe, nicht Freundschaft – Therapie. Sie hilft nicht jedem und ist natürlich abhängig von der Kompetenz des Therapeuten, aber sie kann so einen Unterschied machen, und wird hier leider sehr stiefmütterlich behandelt.

Insgesamt war die Darstellung von Trauma hier in Ordnung – nicht herausragend, aber für einen Roman, der am Ende doch eine Liebesgeschichte zeigen wollte, hatte sie erstaunliche Tiefe. Trotzdem – oder gerade deswegen – hätte ich mir Triggerwarnungen gewünscht.

SPOILER Ende

Fazit

Dem Roman „Das Lied der Wölfe“ gelingt es, eine Liebesgeschichte in einen größeren Kontext einzubinden. Während wir einerseits viel über Wölfe lernen, kommen wir Menschen mit traumatischen Vergangenheiten näher, die alle auf ihre Weise mit ihren Problemen umgehen. Vor der Kulisse von Schottland, die farbenprächtig beschrieben wird, tauchen wir ein in das komplexe Beziehungsgeflecht einer reichen Familie, eines kleinen Dorfes und vieler Freundschaften und neuer romantischer Beziehungen. Ich habe die Lektüre genossen, doch eine Triggerwarnung hätte mich besser darauf vorbereitet, wie intensiv hier Trauma behandelt wird.
Profile Image for Mareike Stoffers.
179 reviews2 followers
November 10, 2021
Das Lied der Wölfe von Rena Fischer
Sturmgraublaue Zeit der Liebe
Die junge deutsche Wolfsforscherin Kaya wird von dem schottischen Milliardär Alistair MacKin-ley angestellt, um auf seinen Ländereien wilde Wölfe anzusiedeln. In dem einsamen Herren-haus in den Highlands trifft sie auch auf den verschlossenen Nevis, Alistairs attraktiven Sohn, mit Augen wie das Sturmgraublau des schottischen Himmels. Der verwundete Ex-Elitesoldat soll sich von seinen schweren Kriegsverletzungen erholen. Doch er verweigert die Therapie und torpediert das Wolfsprojekt, wo er nur kann. Kaya ist wütend und fasziniert zugleich, oh-ne das tragische Ausmaß seines Zustands zu ahnen. Eine Zusammenarbeit mit Nevis endet katastrophal. Erst als sich beide ihrer Vergangenheit stellen, können sie ihre Liebe und ihre Zukunft retten.
eBook: 12,99 €
Print: 14,90 €
513 Seiten
Verlag: dtv
Erschienen am 21. Mai 2021
Meine Meinung:
Rena Fischer konnte mich schon als Autorin mit ihren Jugendfantasyreihen „Chosen“ und „Elbendunkel“ von sich überzeugen. Mit „Das Lied der Wölfe“ betritt sie quasi die nächste Ebene und ich bin wirklich sehr gespannt. Der Anspruch an ich nenne es mal Erwachsenen Literatur ist ja eine gänzlich andere als wenn ich einen Jugendroman lese. Der Klappentext hat mich vom Inhalt schon überzeugen und neugierig machen können. Das Cover ist traumhaft gestaltet und macht wirklich Lust mich auf dieses Buch zu stürzen.
Der Schreibstil ist sehr bildlich und atmosphärisch. Aber ihr moderner Stil macht das ganze etwas lockerer und lässt es nicht langatmig erscheinen, was mir ja immer wichtig ist. Es gibt nichts schlimmeres als das Gefühl zu haben auf der Stelle zu treten. Die Autorin hat ein grandioses Setting erschaffen welches mich wieder absolut in Schottland Stimmung bringt. Dieses Land hat einfach seine eigene Atmosphäre und es ist zauberhaft wenn ein Autor es schafft, diese auch in der Geschichte ans Licht zu bringen.
Mit Kaya haben wir eine Protagonisten die für ihre Interessen kämpft, wirklich liebevoll und feinfühlig ist. Ihre Liebe zu den Wölfen haben sie von Deutschland nach Schottland gebracht und sie kämpft für diese Liebe. Es ist wirklich schön mitzuerleben was Kaya alles auf sich nimmt. Denn sie muss nicht nur mit diversen Gegnern rumschlagen. Nein. Nevis, der seine Wunden auf dem Landsitz seines Vaters heilt, ist ein absoluter Gegner dieses Projektes und ist mit der Umsetzung gar nicht einverstanden.
Neben der weiteren Entwicklung zwischen diesen beiden tollen und authentischen Charakteren, dürfen wir wirklich viel wissenswertes mitnehmen. Die Autorin zeigt hier eindeutig das sie Recherche betrieben hat und kann uns vieles vermitteln. Wir erfahren nicht nur mehr über das atemberaubende Schottland. Nein. Wir werden auch mehr in die Welt der Wölfe hineingezogen und dürfen hier so einiges mitnehmen. Übrigens auch ein Grund warum ich diese Geschichte lesen musste. Das Land Schottland hat es mir schon angetan. Aber Wölfe sind meine heimliche Leidenschaft. Ich bewundere diese Tiere und finde es einfach toll wie die Autorin hier auf diese Wesen eingeht.
Die Autorin geizt auch nicht mit wirklichen Überraschungen und tollen Wendungen. So das ich immer am Ball bleiben musste weil ich doch unbedingt wissen wollte wie es denn jetzt weitergeht. Ich konnte gar nicht genug hiervon bekommen und wurde bis zum Ende nie enttäuscht und bin restlos begeistert.
Fazit:
Dieses Buch hat mich persönlich wirklich umgehauen. Wir haben hier ein atemberaubendes Setting mit wirklich tollen und authentischen Charakteren. Die Liebe zu den Wölfen steht neben der Liebesgeschichte hier im Vordergrund. Ich kann nur sagen das die Autorin den Grad von der Jugendliteratur zur Erwachsenenliteratur hervorragend geschafft hat.
Profile Image for never_without_books_.
241 reviews3 followers
May 22, 2021
Zum Inhalt: In dem Buch geht es um Kaya die für einen Milliardär ein Wolfsprojekt leiten und ihm dabei helfen soll, wieder wilde Wölfe in Schottland anzusiedeln. Dies gestaltet sich jedoch als nicht so einfach, denn nicht nur die Einheimischen, sondern auch Nevis, der Sohn des Milliardärs stellen sich gegen das Projekt. Der zu Beginn sehr verschlossene Nevis muss jedoch bald einsehen, dass Kayas Projekt vielleicht auch gute Seiten an sich hat und auch Kaya ihn immer mehr verzaubert.

Meine Meinung:

Das Buch wurde immer abwechselnd von den beiden Protagonisten Nevis und Kaya erzählt was ich richtig toll fand, da beide Charakter wirklich unglaublich interessant waren.

Kaya hat mit den Folgen einer toxischen Beziehung zu kämpfen und hat zudem Angst sich erneut zu binden. Was sie über Wölfe weiß und wie dies dem Leser vermittelt wurde, war auch wirklich sehr interessant. Man hat zwar einen Roman gelesen, aber am Ende hatte man wirklich das Gefühl man weiß jetzt mehr über die Thematik und wie wichtig auch wilde Wölfe sein können. Das fand ich wirklich toll und da hat man auch gemerkt wie viel Arbeit die Autorin in ihre Recherche gesteckt hat!

Noch ein wenig spannender fand ich dann sogar Nevis. Er leidet nach einer Kriegserfahrung nicht nur unter einem verlorenen Arm sondern auch unter einer PTBS. Zudem ist auch die Beziehung zu seinen Eltern nicht ganz einfach. Immer wieder bekommt man durch seine Flashbacks einen Einblick in seine Zeit während er als Soldat im Krieg war und das war echt sehr interessant. Ich habe selten Geschichten gelesen bei denen diese Thematik angesprochen wurde, was die Geschichte für mich umso spannender machte. Schön fand ich auch, dass man Freunde von Nevis kennenlernt, die ganz anders mit der PTBS umgehen. Dadurch wurde gezeigt, dass so etwas sehr individuell sein kann und nicht jeder gleich auf solche Erfahrungen und Erlebnisse reagiert.

Genau wie Nevis Freunden waren auch alle anderen Nebenprotagonisten sehr mühevoll ausgestaltet und es wurden auch ihnen viel Aufmerksamkeit gewidmet.

Schottland, als Land in dem das Buch spielt, war wirklich ein unglaublich tolles Setting. Nach dem Lesen wäre ich gerne sofort auch mal dorthin gereist. Sowohl die Landschaft als auch die Kultur und die Menschen wurden so toll beschrieben und man hat sich dort einfach nur wohl gefühlt.

Am Anfang hat sich für mich die Liebesgeschichte ein wenig langsam einwickelt und auf einmal kam sie dann doch ein wenig plötzlich. Dies konnte ich zwar einerseits nachvollziehen, da die Protagonisten beide eine sehr spezielle Vorgeschichte haben, andererseits fand ich dies ein wenig schade.

Aber das ist auch wirklich schon der einzige Kritikpunkt den ich überhaupt habe und ich kann das Buch ansonsten nur weiterempfehlen. Auch wenn die Protagonisten schon ein wenig älter waren, mochte ich die beiden total gerne und die Geschichte hatte sogar ein wenig New Adult Geschmack für mich !

Insgesamt muss ich sagen, dass mir vor allem die Wolfsthematik und das Trauma das Nevis zu bewältigen hatte besonders gut gefallen hat. Zusammen mit dem wundervollen Setting und dem flüssigen Schreibstil hat man sich wie auf einer Reise durch Schottland gefühlt. Ich gebe dem Buch 4,5 Sterne, da ich zwar einen kleinen Kritikpunkt hatte für mich aber ansonsten wirklich alles gestimmt hat!
2,384 reviews7 followers
May 27, 2021
„Das Lied der Wölfe“ von Rena Fischer setzt sich mit schwierigen Themen auseinander, die emotional und sensibel geschildert werden.
Die junge deutsche Biologin Kaya reist für ein neues spannendes Projekt nach Schottland. Sie soll für den exzentrischen Millionär Alistair MacKinley ein Wolfsprojekt leiten, welches die freie Ansiedlung von Wölfen in Schottland zum Ziel hat. Auf dem imposanten Herrensitz, der für die nächste Zeit ihr Zuhause sein wird, trifft sie auch dessen Sohn Nevin. Der Elite-Soldat erholt sich momentan von einer schweren Kriegsverletzung und hat mit dem Projekt seines Vaters recht wenig am Hut. Kaya ist fasziniert von ihm, aber gleichzeitig treibt er sie mit seinem Verhalten auch zur Weißglut.

Dieses Buch geht in eine völlig andere Richtung, als die Bücher, die ich bisher von Rena Fischer gelesen habe. Das Thema der Wolfsansiedlung kannte ich bisher nur oberflächlich und man merkt, wie intensiv sich die Autorin mit der Materie auseinandergesetzt hat und wie fundiert und überzeugend sie in Person von Kaya die Argumente der Befürworter darlegt. Die detailreichen Schilderungen umfassen jedoch nicht nur die Wölfe, sondern auch die schwierigen Folgen einer PTBS, mit der nicht nur Nevis, sondern auch Kaya zu kämpfen hat. Während Nevis seine Probleme kennt und versucht, sie zu vertuschen, ist Kaya gar nicht klar, wie ihre Psyche unter einem Trauma der Vergangenheit immer noch leidet. Der Weg der beiden Protagonisten ist alles andere als einfach und einige Situationen sind allein beim Lesen schon schmerzhaft. Das gesamte Ausmaß der tragischen Ereignisse, die vor allem Nevis fast zerstört haben, wird erst gegen Ende des Buches enthüllt und es muss sich zeigen, ob er und Kaya gemeinsam die Stärke finden, nach vorn zu blicken.
Die tiefgründigen Charaktere sind der Autorin absolut gelungen und auch die Nebenfiguren spielen wichtige Rollen. Die Perspektiven wechseln zwischen Kaya und Nevis, so dass man aufschlussreiche Einblicke in ihre innersten Gedanken erhält. Am Anfang fiel es mir etwas schwer, mich auf die Charaktere einzulassen, aber das wurde im Laufe der Handlung und der sich langsam entwickelnden Beziehung zwischen den beiden immer besser.

Mein Fazit:
Die hochinteressante Thematik und die gefühlvolle Annäherung der beiden Protagonisten sind der Autorin gut gelungen und ich gebe gern eine Leseempfehlung!
Profile Image for Zeilen.gefluester.
167 reviews4 followers
August 20, 2021
Meine Meinung
 
Nachdem ich von der Elbendunkel Reihe der Autorin schon wirklich begeistert war, war ich super gespannt auf diese Geschichte und wie sie diese umsetzen würde.
 
Dankeschön an dieser Stelle an Dtv Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.
 
Cover
 
Das Cover ist auf jeden Fall Mal was Anderes, als diese Standard Cover in diesem Genre. Im Laden hätte ich vielleicht jetzt nicht sofort danach gegriffen aber es passt wirklich gut zu der Geschichte und macht Lust mehr zu erfahren.
 
Geschichte
 
Kaya bekommt in den Highlands ein neues Projekt, sie soll wilde Wölfe ansiedeln und dass bei niemand geringeres als dem schottischen Milliardär Alistair MacKinley auf seinem Herrenhaus. Nur war das leichter gesagt als getan, denn weder die Anwohner hatten da großes Interesse dran als auch Nevis, der Sohn des Milliardärs, torpediert das Wolfsprojekt wo er nur konnte.
 
Nevis sah mit seinen Sturmgraublauen Augen nur verdammt attraktiv aus und Kaya war hin und hergerissen. Einerseits faszinierte er sie, sie wollte mehr über ihn erfahren aber andererseits war sie auch wütend, weil er ihr Projekt gefährdete.
 
Protagonisten
 
Kaya geht in ihrem Job total auf und man merkt wie sehr ihr die Wölfe am Herzen liegen. Es war total spannend zu sehen, was für Ideen sie noch hat um das Projekt nach vorne zu bringen. Ich mochte ihren Ehrgeiz total gerne und das sie nicht so schnell aufgab. Wie sie mit Nevis umgegangen ist, hat mein Herz berührt, so wundervoll.
 
Nevis musste als Kriegssoldat einen schweren Schicksalsschlag erleiden, ist vorübergehend beurlaubt und leidet seitdem unter PTBS, kann kaum schlafen und wenn hat er schwere Albträume. Nichts scheint zu helfen. Er hat mir so unglaublich leidgetan. Trotz allem versucht er nach außen hin, den taffen zu mimen aber darauf fällt Kaya nicht rein und ist die erste die hinter seine Fassade blickt. Auch wenn Nevis am Anfang noch so distanziert war, mochte ich ihn wirklich gerne.
 
Schreibstil
 
Der Schreibstil der Autorin konnte mich auch hier direkt einnehmen, sehr angenehm und locker. Da der Lesefluss aber nicht wirklich gegeben war, fiel es mir teilweise schwer der Geschichte noch aufmerksam zu folgen. Die Protagonisten wurden wieder richtig toll herausgearbeitet und sehr authentisch dargestellt, dass man sich wirklich mit Ihnen identifizieren konnte.

Fazit
 
Eine interessante Geschichte, die mich aber nicht ganz packen konnte. Ich kam leider total schwer in die Geschichte rein, es entstand bei mir einfach kein richtiger Lesefluss, sodass ich kaum 50 Seiten am Stück geschafft habe. Es ziehte sich auch einfach sehr in die Länge und ich hatte kaum das Gefühl das wirklich etwas passierte. Die Thematik fand ich echt interessant, wurde mir teilweise aber einfach zu detailliert ausgearbeitet, man kannte sich mit dem Thema halt selber so null aus und wurde dann regelrecht mit Infos überschüttet. Da war ich teilweise etwas überfordert mit, aber man hat auf jeden Fall gemerkt das sich die Autorin damit wirklich ausführlich beschäftigt hat, um es dem Leser näher zu bringen.
 
Die letzten 150 Seiten habe ich dann aber noch komplett durchgesuchtet, weil es wirklich spannend wurde und man wissen wollte wo die Geschichte noch hinführen würde. Das Ende hat noch mal einiges rumgerissen und hat mich wirklich berührt. Der Abschluss der Geschichte passte echt gut und fand ich nochmal schön das man von allen Protas erfahren hat, wie es mit Ihnen weitergeht.
 
3/5 Sterne
Profile Image for Ramona (Kielfeder).
202 reviews78 followers
June 7, 2021
Das Cover, die Kurzbeschreibung, das Gesamtpaket – ich war sofort neugierig auf Das Lied der Wölfe von Rena Fischer.
Mal wieder eine Geschichte im Stil von Lucinda Riley zu lesen, das hat mich sehr gereizt.

Was ich gleich an den Anfang stellen muss:
Die Beschreibungen der Landschaft haben unglaubliche Bilder vor meinen Augen gemalt! Es war alles so üppig, so nah, so eindrücklich. Beim Lesen hatte ich immer das Gefühl dabeizusein. Ich war keine Zuschauerin am Zaun, ich war mittendrin.
Bilder, Gerüche, Gefühle – es war alles da!
Am liebsten wäre ich noch während des Lesens in ein Flugzeug nach Schottland gestiegen!

Zu Beginn war für mich das Finden in den Lesefluss ein wenig holprig.
Ich habe zu Kaya noch keinen rechten Zugang gefunden.
Das legte sich aber sehr schnell und gerade die Begeisterung für die Wölfe hat mich in die Geschichte gesogen. Ich finde das Thema generell spannend, habe mich aber bisher nicht näher damit beschäftigt.

Die Story wird immer mal wieder wechselnd aus der Sicht von Kaya und auch von Nevis erzählt. Nevis ist nicht leicht zu mögen. Er trägt eine bittere Kälte wie einen Schutzschild vor sich her. Lässt niemanden an sich heran und generell auch niemanden in sich hineinschauen.
Selbst seinen engsten Freunden öffnet er sich nicht.
Es tut weh, wie viel Schmerz und Grausamkeit dieser Mann aushalten muss.

Mir hat sehr gut gefallen, dass die Geschichte rund um Das Lied der Wölfe nicht nur für die Liebesgeschichte von Kaya und Nevis existiert. Die Annäherung der Beiden erfolgt beinahe rückwärts, so langsam gehts mit ihnen voran.
Aber Rena Fischer hat Themen wie das Militär und natürlich die Wölfe so groß gemacht, dass mir nichts fehlte. Es war immer genug Handlung da, damit sich die Protagonisten entwickeln können und das ganz ohne schlüpfrige Bettgeschichten.

Ich bin von Das Lied der Wölfe von Rena Fischer absolut begeistert.
Man spürt zwischen den Zeilen, wie wichtig ihr das Thema Wolf ist und wie viel ihr auch an Schottland zu liegen scheint.
Ihr bekommt hier eine hochemotionale und sehr dramatische Geschichte, mit zwei sehr unterschiedlichen Protagonisten. Die erst lernen müssen, sich selbst zu verzeihen und die Mauern um ihre Herzen durchlässiger zu gestalten.
Profile Image for Daniela.
135 reviews11 followers
June 20, 2021
Die junge Wolfsexpertin Kaya Lehmann wird vom schottischen Millionär Alistair McKinley eingeladen, um sein Projekt, Wölfe in Schottland wieder in der freien Wildbahn anzusiedeln, voranzutreiben. Nach ihrer Ankunft sorgt ein Missverständnis dafür, dass Kaya und Alistairs Sohn Nevis sich erst einmal nicht gut verstehen. Der Elitesoldat Nevis leidet an PTBS, was er aber verheimlicht. Außerdem unterstützt er das Projekt seines Vaters nicht. Schon bald merkt Kaya, dass die McKinleys noch ein dunkles Geheimnis haben, welches auf den Familienmitgliedern lastet.

„Das Lied der Wölfe“ hat mich vor allem durch den Schauplatz Schottland und das Thema Wölfe angesprochen und interessiert. Hier habe ich dank der hervorragenden Recherchearbeit der Autorin auch einige neue Aspekte kennengelernt. Auch Nevis' Erfahrungen in der Eliteeinheit SAS, seine Flashbacks, welche er TikToks nennt und die Auswirkungen von PTBS (Posttraumatisches Belastungssyndrom) sind so authentisch geschildert, dass man glaubt, hier nicht nur einen fiktiven Charakter vor sich zu haben. Auch sein Freund Rory leidet an der Krankheit. Durch ihn erfährt der Leser noch eine weitere Dimension von PTBS.
Ihr Hintergrundwissen hat Rena Fischer geschickt in die Handlung eingebaut, so dass man sich nicht mit Fakten überfrachtet fühlt und eher nebenbei an Wissen gewinnt. All dies gefiel mir extrem gut!

Aber auch Kaya hat ihr Päckchen zu tragen, denn sie war in einer unguten Beziehung mit einem sehr manipulativen Mann. Durch die Hilfe ihrer Schwester Lena, die später ebenfalls an der Handlung teilnimmt, konnte sie zwar aus der Beziehung entkommen, ihre Erfahrungen quälen Kaya aber ebenfalls noch in Form von Träumen oder Flashbacks.

Die beiden Protagonisten sind sehr facettenreich und tiefgründig dargestellt, was ich bei Romanen sehr schätze. Durch ihre Erfahrungen fühlen sie sich voneinander angezogen und verstanden, es geht hier nicht nur um Äußerlichkeiten. So wird aus „Das Lied der Wölfe“ mehr als nur ein einfacher Liebesroman. Trotzdem blieben mir Kaya und Nevis manchmal etwas fremd. Ich vermute, weil ihre Lebenswirklichkeit sich sehr von meiner unterscheidet. Neben den beiden sind aber auch die anderen Charaktere interessant ausgestaltet.

Insgesamt habe ich eine sehr schöne Zeit in Schottland verbracht, viel über Wölfe und PTBS gelernt, so schrecklich sich die Kriegserinnerungen manchmal lasen, es war höchst authentisch und das mag ich! Ich würde mich freuen, noch einen weiteren Roman von Rena Fischer zu lesen!
Profile Image for Lillilo.
23 reviews
June 25, 2021
Emotional und fesselnd - absolute Leseempfehlung!

Die Wolfsforscherin Kaya zieht es für ein Projekt nach Schottland, um dort auf den Ländereien des Milliardärs Alistair MacKinley Wölfe anzusiedeln. Doch das kommt nicht bei allen gut an. Besonders Alastairs attraktiver Sohn Nevis versucht ihr Projekt zu vereiteln.

Der Schreibstil von Rena Fischer ist wunderschön zu lesen. Er ist sehr flüssig, fesselnd und bildhaft, wodurch ich einen leichten Einstieg in die Geschichte hatte und die schottische Landschaft hervorragend beschrieben wurde. Gefallen hat mir auch die unterschiedliche Schriftart, der zwei Protagonisten Kaya und Nevis. Das Buch wurde nämlich abwechselnd aus der Perspektive von den beiden geschrieben und man konnte sich dadurch gut in die beiden hineinversetzen.

Die Charaktere waren authentisch und tiefgründig. Kaya hatte ich sofort in mein Herz geschlossen. Sie ist aufgeschlossen und ehrgeizig. Ich mochte es sehr, wie sie mit vollem Herzen bei diesem Projekt dabei war.
Nevis wirkte zuerst gefühlskalt und abweisend auf mich. Doch wenn man bedenkt, was er alles durchgemacht hat, konnte man ihm das nicht verübeln. Außerdem bekam man als Leser mit, dass er eigentlich ein sympathischer junger Mann ist, der sich hinter seiner harten Schale versteckt. Seine Entwicklung in dem Buch hat mir besonders gut gefallen.

Die Geschichte war für mich unvorhersehbar. Immer wieder hat es die Autorin geschafft mich zu überraschen. Schön fand ich auch, dass das Wolfsprojekt nicht nur am Rande erwähnt wurde, sondern dass man sogar in der Geschichte noch etwas über Wölfe lernen konnte. Einfach toll, wie viel Mühe sich die Autorin mit den Recherchen gegeben hat. Nicht nur bei den Wölfen, sondern auch bei der schottischen Kulisse und besonders bei der Erkrankung PTBS, die in der Geschichte eine wichtige Rolle spielt.

"Das Lied der Wölfe" hat mir wirklich gut gefallen. Alles an der Geschichte wirkte so echt und ungezwungen. Die Geschichte war spannend und emotional. Ein absolutes Lesehighlight. Ich kann das Buch von Herzen empfehlen und vergebe deshalb 5/5 Sterne.
65 reviews
June 25, 2021
Kaya arbeitet als deutsche Biologin an der Wiederansiedlung von Wölfen. Durch ihr Projekt bekommt sie die Möglichkeit in Schottland den Milliardär Alistair McKinley bei seinem Wolfsprojekt zu unterstützen. Dort angekommen erwartet sie einiges an Überraschungen, unter anderem der Alastairs Sohn Nevis. Der attraktive Ex-Elitesoldat ist allerdings abweisend, und lässt nicht erahnen wie stark traumatisiert er von seinen Einsätzen ist. Zwangsläufig kommen sie sich jedoch durch das Wolfsprojekt näher und Kaya muss feststellen, dass die Familie noch ein großes Geheimnis birgt.
Schottland ist ein unglaublich tolles Setting für die Ansiedlung der Wölfe. Die Autorin hat sehr viel Arbeit in die Recherche bezüglich der Wölfe, und auch der Auswirkungen der PTBS gesteckt. Nevis Flashbacks von seiner Zeit im Krieg sind teilweise sehr heftig und lebendig dargestellt, leider haben mir die Szenen an manchen Stellen etwas den Spaß am Lesen genommen. Es passt aber schon in die Geschichte rein, da die Perspektiven sich zwischen Kaya und Nevis abwechseln. Daher ergibt sich ein realistisches Bild ihres Lebens. Die Charaktere sind wirklich toll ausgearbeitet und sympathisch. Aus Nevis Sicht lernen wir auch seine Freunde kennen, die auch mit der Kriegszeit zu kämpfen haben und jeweils anders damit umgehen. Auch die Nebenfiguren haben mir sehr gut gefallen, auch wenn ihr Auftauchen manchmal sehr plötzlich kam. Manche Zeitsprünge haben mich beim Lesen kurz stocken lassen, aber man findet sich dann schnell wieder in die Erzählung ein. Der Schreibstil ist sehr angenehm, sodass man richtig schön in die Geschichte eintauchen kann.
Ein toller, aber vor allem durch die PTBS auch anspruchsvoller, Roman.
123 reviews1 follower
July 9, 2021
Rena Fischer: Das Lied der Wölfe
Der Titel und auch das Cover haben meine Reisesehnsucht angesprochen, deshalb hatte ich mich bei lovelybooks um ein Leseexemplar und eine Leserunde beworben. Einige Wochen später war das Buch in meinem Postkasten und die Reise nach Schottland konnte beginnen. Danke dafür. Und ich bin nicht enttäuscht worden. Der Roman von Rena Fischer ist ein toller Liebesroman, der Lust auf die schottischen Highlands macht.

Worum geht es?

Die die deutsche Biologin und Wolfsexpertin Kaya Lehmann tritt einen Job im einsamen Norden Schottlands an. Der Millionär Alistair McKinley möchte mit Kayas Hilfe wieder Wölfe in der freien Wildbahn ansiedeln. Alistairs Sohn Nevis unterstützt das Projekt seines Vaters nicht und es kommt immer wieder zu Missverständnissen mit Kaya, die nicht weiß, dass der Ex- Elitesoldat traumatisiert ist. Außerdem gibt es da noch ein dunkles Familiengeheimnis.

Meine Meinung:
Ein Liebesroman? Ja, aber nicht noch viel mehr! Es geht natürlich um Wölfe, aber auch um Gewalt, Kriegseinsätze und seelische Verletzungen. Die Autorin hat eine tolle Recherchearbeit geleistet und viele Informationen über Wölfe, die Arbeit der Elitesoldaten und das Posttraumatische Belastungssyndrom (PTBS) einfließen lassen.
Der Roman ist flüssig, leicht und emotional geschrieben. Die Erzählperspektive von Kaya und Nevis wechseln sich ab, was die Spannung erhöht. Die Figuren sind vielschichtig, leidenschaftlich, glaubwürdig und ohne rosarote Brille.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen und würde es jedem weiterempfehlen, der eine Liebesgeschichte mit interessanten authentischen Hintergrundfakten lesen möchte.
315 reviews2 followers
November 12, 2023
Die beschreibungen über die wölfe und wie kaya arbeitet und den wald und ihre umgebung sieht und fühlt, fand ich sehr gelungen. Auch wie über trauma, ptbs etc geredet wurde und auch kaya sich mal in falsche vorstellungen verirrt hatte und dann auf den teppich zurück geholt werden musste. In sachen beziehung, zwischenmenschliches auf jeden fall ein gesundes Buch, das realistisch bleibt.
Auch gut, dass nicht alles gut läuft, auch wenns am ende für jeden sowas wie ein vorhersehbares ende gibt. Nevis' sichtweise hat mich leider öfter auch nicht interessiert, da ich das gefühl hatte, dass sich bei kaya mehr Mühe gegeben wurde. es sind viele kleinigkeiten passiert, war also nie langweilig, aber es war so viel kleines, dass manches dadurch komplett unnötig wurde.
Ohne die wölfe wärs halt trotzdem eine typische liebesschnulze gewesen deswegen abzug. Auch weil am ende natürlich eine heirat und ein baby da sein muss, und wenns im allerletzten satz des epilogs drin steht😒😐 aber jut...
Kaya heiratet nevis (ptbs anscheinend überwunden). Schwester lena ist mit koch robin(?) zusammen. Es gibt einen mischlingswolf namens faorl? Nevis freund rory bringt sich um. Seine frau und sohn ziehen aufs manor. Sein vater alistair und frau sprechen sich aus wegen gawyn und er überschreibt manor nevis. Alle wohnen dann irgendwo in der nähe, damit man sich ja sieht. Das wolfsprojekt ist erfolgreich und für den einen getöteten wolf und kaya verprügeln ist finnegans sohn im Gefängnis(?)
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Profile Image for SalMar.
325 reviews1 follower
June 28, 2021
Von Wölfen und Helden
Die deutsche Biologin und Wolfsexpertin Kaya kommt nach Schottland, um einen schottischen Milliardär bei seinem Projekt zu unterstützen, die Wiederansiedlung von Wölfen in der Region voranzutreiben. Ihr Enthusiasmus für die Arbeit mit den Wölfen wird jedoch getrübt von der schlechten Stimmung im Manor – unter anderem verursacht durch den gutaussehenden, aber fast immer schlecht gelaunten und unnahbaren Sohn Ihres neuen Arbeitgebers.
Es gibt ganz schön viele Dinge, die mich an diesem Buch begeistert haben: Die wunderbar eingefangene Atmosphäre in Schottland (ob draußen in der Natur oder im Pub), die vielen interessanten Informationen und Hintergründe zu den Wölfen und ihrer Situation in den verschiedenen Ländern, die fast gänzlich ohne Kitsch auskommende Beziehung zwischen Kaya und Nevin, aber auch der tiefgehende Einblick in posttraumatische Belastungsstörungen.
Ich bin immer wieder gerne in diese Geschichte eingetaucht, die sich – für mich – im perfekten Tempo entwickelt. Nicht zuletzt ist das Buch auch oft sehr witzig und, unter anderem auf Grund von Geheimnissen in Kayas und Nevins Vergangenheit, zudem noch spannend bis zum Schluss, welchen ich übrigens auch sehr gelungen und rund fand.
Von meiner Seite gibt es für diese gelungene Mischung daher eine klare Leseempfehlung. Ich werde gerne mehr von der Autorin lesen.
Profile Image for Kaho_liest.
605 reviews4 followers
March 1, 2022
Eine wirklich schöne Geschichte die einem Hintergrundwissen über Wölfe, aber auch über die schottischen Highlands bietet. Wer hier eine normale Liebesgeschichte erwartet, wird erstaunt sein, denn er bekommt so viel mehr geboten. Stück für Stück rucken Wolfsinfos in dem Vordergrund, was ich sehr interessant fand . Aber nicht nur das, machte diese Geschichte zu etwas besonderem, denn es ist eine sehr zarte aber authentische Liebesgeschichte, die nur langsam an Fahrt aufnimmt, was hier aber sehr gut passte, da nicht nur Kaya mit ihrer Vergangenheit zu kämpfen hatte, sondern vor allem Nevis hat sehr viel zu verarbeiten . Mir war es teils etwas zu psychologisch, obwohl es durchaus interessant war und gut in die Geschichte passte.

Die Charaktere einschliesslich der Nebencharaktere waren sehr interessant und vielschichtig wodurch die Geschichte sehr unterhaltsam war . Ich hatte trotz psychologischen Aspekten und vielen Infos trotzdem spass, denn teils kam sogar ein wenig Humor in den Dialogen zum Vorschein was das ganze etwas aufpeppte. Vor allem Kaya und Nevis haben mich bei Laune gehalten, aber auch oft schlucken lassen.

Ich kann diese Geschichte durchaus empfehlen , auch wenn sie nicht ganz so üblich ist . Aber genau das machte sie zu etwas besonderem was man sich nicht entgehen lassen sollte.
62 reviews
November 22, 2023
Kaya, eine junge Biologin, deren Herz für Wölfe schlägt, kommt nach Schottland um dort im Auftrag eines Milliardärs ein Projekt zu verfolgen, in Schottland wieder Wölfe in freier Wildbahn anzusiedeln. Dabei muss sie sich nicht nur den negativen Stimmen in der Bevölkerung, sondern auch der Abweisung des Sohnes ihres Auftraggebers stellen.

Die Geschichte ist abwechselnd aus zwei Perspektiven erzählt. Ich habe ein bisschen gebraucht um in den Stil hineinzufinden, fand ihn jedoch sehr schnell ziemlich angenehm zum lesen. Ich hätte mir besonders zu Beginn eine kleine Kapitelüberschrift gewünscht, aus welcher Sicht gerade erzählt wird, aber da die sich die Erzählformen abgewechselt haben, fand ich das nicht weiter schlimm. Die Mischung aus Landschaftsbeschreibungen, Dialogen und Gedanken fand ich genau richtig, um der Geschichte gut folgen zu können.

Auch ist es nicht einfach nur eine Liebesgeschichte, in ihr steckt so viel mehr. So habe ich nicht nur über Wölfe etwas dazu gelernt, sondern auch über Ex-Soldaten und Ptbs. Ein Thema, das gerne mal in unserer Gesellschaft totgeschwiegen wird.

Ich bin von dem Buch sehr begeistert, auch wenn es definitiv keine leichte Kost ist und möchte es sehr gerne weiterempfehlen.
Profile Image for Tortuga.
200 reviews
June 12, 2025
Eine äußerst spannende Geschichte über die Wolfsforscherin Kaya und den kriegsverwundeten Nevis, die beide noch mit traumatischen Erfahrungen aus ihrer Vergangenheit kämpfen.

Es ist aber so viel mehr als eine Liebesgeschichte. Es geht um Wölfe und deren wiederansiedlung und welche Schwierigkeiten damit einhergehen, daneben geht es auch um Kriegserfahrungen und Posttraumatische Belastungsstörungen. Dazu kommen noch großartige Beschreibung zu Schottland und eine ergreifende Liebesgeschichte.
Profile Image for Claudia Harauer.
1,606 reviews12 followers
June 7, 2021
Kaya bekommt eine einmalige Chance ein neuartiges Wolfs-Projekt in Schottland aufzuziehen und für ihr freies Leben dort zu kämpfen. Doch Nevis der Sohn des Hauses hält nichts davon und macht das auch von Anfang an klar, außerdem geht er ihr aus dem Weg.
Immerhin hat sie neue Freunde gefunden und irgendwann taut auch Nevis wieder etwas auf, aber beide haben eine Vergangenheit die ihnen schwer zusetzt.

Ich gebs zu ich hatte etwas anderes erwartet (irgendwie war ich auf eine Gestaltwandler-Geschichte eingestellt), dabei ist das hier einfach "nur" eine sehr berührende sich langsam entwickelnde Liebesgeschichte mit vielen Schicksalsschlägen gespickt ist.
Ich fand die Geschichte sehr berührend und auch aufklärend, denn es geht eben auch um die Schicksale von Veteranen und darum, dass jeder anders damit umgeht.

Ich mochte den Schreibstil und habe mich in die Charaktere fast von Anfang an verliebt, ich mochte sie einfach, gerade weil sie so kompliziert waren.
Der Autorin ist hier ein großartiges Buch gelungen und es hat mich sehr berührt.

Viel Spaß beim Lesen!
Profile Image for Patricia Grüning.
35 reviews2 followers
August 21, 2022
Da ich ein absoluter Schottland Liebhaber bin musste ich diese Buch einfach kaufen. Und es hat mich nicht enttäuscht. Die schönen Landschaftsbeschreibungen und das Wolfsprojekt fand ich wahnsinnig schön. Die Liebesgeschichte war auch sehr gut, nicht zu kitschig.
Profile Image for Fromme Helene.
112 reviews9 followers
January 20, 2023
Spannende Liebesgeschichte sympathischen, aber mir etwas zu stereotypen, Protagonisten und für meinen Geschmack zu tief in die Traumakiste gegriffen. Schade fand ich, dass das Wolfsthema nur so oberflächlich behandelt wurde.
Profile Image for DiLARA.
190 reviews
December 14, 2021
Das Ende hat mir gefallen, die Autorin hat gut recherchiert. Ihre Beschreibungen von Schottland waren sehr schön. Was mir gefehlt hatte, war ein Gespräch des Protagonisten mit seinen Eltern und seine Entwicklung mit seinem PTBS. Die Romanze war im Ganzen süß, und ich wünsche Ihnen das Beste für die Zukunft.
Profile Image for Leysii.
19 reviews
March 20, 2022
Leider unfassbar langweilig und die Charaktere gingen mir auf die Nerven.
Habe es ab etwas über der Hälfte abgebrochen und mich vorher nur durchgerungen.
1 review
August 30, 2022
Das Buch war sehr gut. Die charactere und deren handlung sind auch sehr nachvollziehbar
Profile Image for Kerstin Schmitz.
142 reviews
May 18, 2023
Habe etwas schleppend reingefunden, aber dann nicht mehr aus der Hand legen können.
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