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Wer wir sind

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Sankt Petersburg/Ludwigsburg 1992. Ein Mädchen reist mit den Eltern, der Großmutter und ihrem Bruder nach Deutschland aus, in die Freiheit. Was sie dafür zurücklässt, sind ihre geliebte Hündin Asta, die Märchen-Telefonnummer und fast alles, was sie mit Djeduschka, Opa, verbindet – letztlich ihre Kindheit. Im Westen merkt die Elfjährige, dass sie jetzt eine andere und «die Fremde» ist. Ein Flüchtlingskind im selbstgeschneiderten Parka, das die Wörter so komisch ausspricht, dass andere lachen. Auch für die Eltern ist es schwer, im Sehnsuchtswesten wächst ihre russische Nostalgie; und die stolze Großmutter, die mal einen Betrieb leitete, ist hier einfach eine alte Frau ohne Sprache. Das erst fremde Deutsch kann dem Mädchen helfen – beim Erwachsenwerden, bei der Eroberung jenes erhofften Lebens. Aber die Vorstellungen, was Freiheit ist, was sie erlaubt, unterscheiden sich zwischen Eltern und Tochter immer mehr. Vor allem, als sie selbst eine Familie gründet und Entscheidungen treffen muss.

Ein autobiographischer Roman, der zeigt, dass die Identität gerade im Zwiespalt zwischen Stolz und Scham, Eigensinn und Anpassung, Fremdsein und allem Dazwischen stark wird. «Wer wir sind» erzählt, wie eine Frau zu sich findet – und wer wir im heutigen Deutschland sind.

317 pages, Hardcover

Published June 1, 2021

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About the author

Lena Gorelik

31 books31 followers
Lena Gorelik, 1981 in St. Petersburg geboren, kam 1992 mit ihrer Familie nach Deutschland.

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1 star
5 (1%)
Displaying 1 - 26 of 26 reviews
Profile Image for Co_winterstein.
146 reviews10 followers
September 5, 2022
Wer wir sind

Einfühlsam berichtet Lena Gorelik davon, wie sie als Mädchen mit ihrer Familie ihre Heimatstadt Sankt Petersburg 1992, kurz nach dem Ende der Sowjetunion, verlässt.

Sie erzählt, wie es dazukam:
Vom Vater, der in der Bahn aufgrund seiner jüdischen Religion herabgewürdigt wird, von der Angst vor Verfolgung, von ihrer Mutter, die als junge Frau keine Sprachen studieren durfte, weil sie jüdisch war.
Vom geliebten Onkel, der ihr zur Geburt Glückwünsche schrieb und ihr prophezeite, eine Dichterin zu werden. Dem sie so ähnlich schien und der sich, weil er nicht ins System passte, umbrachte, als sie 9 Jahre alt war.
Und vom Opa, bei dem sie sich das Schreiben "abschaute" und der sie das Märchentelefon anrufen ließ.

Gorelik erzählt vom Entschluß der Familie zu emigrieren, als jüdische Kontingentflüchtlinge nach Deutschland aufzubrechen. Vom Mut, den es braucht und vom Schmerz, den es verursacht.

In einer einfühlsamen, fast möchte ich sagen, zärtlichen Sprache beschreibt sie die Wunden, die das Verlassen der Heimat verursacht hat. Die Tiefe der Wunden gilt es ein Leben lang auszuloten.
Goreliks Sprache trifft dabei ins Herz, ganz nah läßt die Autorin uns an ihre Figuren/ihre Familie heran und behandelt sie trotz Differenzen und gelegentlichem Streit mit Respekt und Liebe.

Die Klugheit in ihren Zeilen lässt mich staunen. Goreliks Roman von "Null bis unendlich" hatte mich vor einigen Jahren schon vollends überzeugt, aber dieses Buch ist für mich ein Highlight!

Leseempfehlung:
Diesen Text sollten alle Menschen lesen, die nie ihr Heimatland verlassen und nicht aus politischen und/oder wirtschaftlichen Gründen flüchten mussten, denn er gibt einen tiefen Einblick in die Situation und weckt Mitgefühl und Verständnis.
Man bekommt eine Ahnung davon, was es bedeutet, an zwei Orten zuhause zu sein oder an keinem richtig.
This entire review has been hidden because of spoilers.
Profile Image for Dörtie.
85 reviews1 follower
May 12, 2024
Dieses autobiographische/autofiktionale Werk ist episodenhaft geschrieben, weshalb man es einerseits gut häppchenweise lesen kann, was mich aber andererseits dazu verleitet hat, es mitten in der Lektüre beiseite zu legen und erst mal nicht weiter zu lesen.
Nach einem halben Jahr bin ich in etwa der Mitte wieder eingestiegen (das ging problemlos) und habe den Rest jetzt doch in einem Rutsch durchgelesen, trotz der manchmal etwas zerpflückt-fragmentarischen Schreibweise gibt es nämlich doch so einige rote Fäden, die sich durchziehen, und vermutlich in jede*r Leser*in mit (besonders osteuropäischem) Migrationshintergrund viel Wiedererkennen und Sehnsucht auslösen: Identität. Bildung. Zugehörigkeit. Familie. Scham. Eltern-Kind-Beziehung. Stolz. Sprache. Bratkartoffeln. Und noch einiges mehr.
Am besten hat mir die sprachliche Gestaltung gefallen, nicht nur die immer wieder eingeworfenen kyrillisch geschriebenen Wörter/russischen Begriffe, sondern ganz besonders auch der Umgang mit nicht-Übersetzbarkeit von manchen Worten und Phrasen und z.B. die dadurch entstehenden Barrieren. Ein Kandidat zum Wieder-Lesen und evtl auch in der Familie verleihen! (Habe das Buch nur geliehen und werde es mir jetzt vermutlich auch noch mal kaufen!)
Profile Image for Anastasia.
15 reviews
January 10, 2022
Wunderschön geschrieben. Ich habe schon länger nach so einem Buch gesucht, weil auch ich sehr jung nach Deutschland gezogen bin und Russland verlassen habe. Ich habe mich in vielen Zeilen verstanden gefühlt und weinte viele Tränen ❤️
Profile Image for Agnieszka Hofmann.
Author 24 books57 followers
July 4, 2021
Autobiograficzna, a więc w zamyśle bardzo osobista opowieść. Gorelik opowiada o swojej tożsamości, złożonej z doświadczeń, przeżyć, kawałków dwóch światów: dziecięcego, rosyjskiego i tego poznanego już po emigracji, niemieckiego, wkraczającego w dorosłość. Opowiada o tym, jak powstaje dwujęzyczność, o wykorzenieniu, ale i szukaniu korzeni, szukaniu i znajdowaniu siebie. "Kim jesteśmy" - brzmi tytuł tej książki. I o tym właśnie ona jest.
Spokojna, statyczna, poskładana z epizodów, okruchów przeszłości, pyłu zebranego na życiowej drodze autorki. I bardzo intymna, szczera. Niektóre z tych epizodów są szalenie zajmujące, przyszpilające różnice kulturowe w sposób, jaki może to zrobić tylko osoba żyjąca na pograniczu tych kultur. Inne mają w sobie szczyptę ironii, wiele zaś jest podbarwionych goryczą, melancholią, tym słowiańskim smutkiem, którego nie pojmie nikt z kręgu kultury zachodniej.
Wspaniała w tej melancholii, ale i dość monotonna.
Profile Image for Cheap.And.Cheerful.
416 reviews21 followers
March 27, 2022
Als junges Mädchen migriert die heutige Journalistin Lena Gorelik mit ihrer Familie von Sankt Petersburg nach Deutschland. Die erste Zeit leben sie in einem Heim für Asylsuchende, wo sie nicht nur mit komplett fremden Lebensbedingungen konfrontiert sind, sondern auch mit Fremdenfeindlichkeit, bürokratischen Hürden und einer Sprache, die sich zwischen die Familie stellt. 'Wer wir sind' ist ein autobiographischer Roman, der zutiefst berührend erzählt, was solch eine Migration überhaupt bedeutet und mit sich bringt - insbesondere im Hinblick auf die eigene Identität und die Beziehung zu den Eltern und Großeltern.
Herzzerreißend schildert die Autorin, wie Erwachsene durch das Fremdsein in der neuen Kultur und in der neuen Sprache plötzlich zu hilflosen Kindern werden, was ihre Identität komplett ins Wanken und bei manchen auch zum Sturz bringt.
Es ging mir sehr nahe, wie Lena Gorelik das sich wandelnde Verhältnis zur Mutter beschrieben hat, inklusive Bewunderung, Scham, Entfremdung und einer zarten Annäherung, die nicht auf gegenseitigem Verständnis, sondern bedingungsloser Liebe beruht.

Bei diesem Buch handelt es sich nicht um eine Geschichte mit einem Plot, sondern eher um ein Mosaik an Erinnerungen, Gefühlen und Gedanken. Anfangs fiel es mir etwas schwer, hineinzufinden und ich empfand das Lesen als etwas langatmig, doch das hat sich schnell gelegt. Was vor allem auch daran liegt, dass Lena Gorelik ein unfassbares Sprachgefühl hat und so schöne Sprachbilder kreiert, dass ich mir alle paar Seiten etwas angestrichen habe.

Für mich persönlich, mit meinem eigenen Migrationshintergrund, war dieses Buch Balsam für die Seele, denn es hat mir Worte für die eigene Sprachlosigkeit geschenkt.
Profile Image for Lena.
261 reviews11 followers
August 27, 2021
Wer Wir Sind von Lena Gorelik - Buchrezension

„Lernen Sie erstmal richtig Deutsch!“ Was ist das schon, „richtiges Deutsch“? Und wie oft werden Menschen in Schubladen gesteckt, wenn sie es nicht beherrschen? Was wird Menschen abverlangt, nachdem sie schon ihre Heimat verlassen mussten?

Lena Gorelik erzählt in ihrem autobiografischen Roman vom Erwachsenwerden in einem neuen Land, einem Land im Westen, einem, das nicht Russland heißt. Erzählt vom Ankommen und Nicht-Ankommen, von der Klebrigkeit des Asylantenwohnheims, Nostalgie und teuren Schränken für die Erinnerungen. Sie erzählt über die Entfremdung von ihren Eltern, nicht sein zu wollen, wie sie. Nicht diese Hilflosigkeit zu spüren, wie sie. Sie erzählt von ihrer Großmutter, die früher einen Betrieb leitete und jetzt eine einsame alte Frau ist, ohne Sprache, nur ein bisschen Jiddisch. Von ihrem Vater, der ihr das Denken beibrachte, ihr so viel beibrachte. Von ihrer Mutter, Ingenieurin, die in einem ganz neuen Beruf anfängt, die für ihre Tochter kämpft, nicht auf die Förderschule zu müssen, so vieles nicht zu müssen. Sie erzählt davon, wie sie so spät erkennt, dass sie ihre Eltern an die Hand nehmen kann, ihnen helfen kann, sie verteidigen kann. Und damit sich selbst.

Lena Gorelik hat einen sehr eindrücklichen Roman geschrieben, in markanter, leiser und zugleich harter Sprache. Getragen durch Erinnerungen, Gegenständen von Bedeutung und dem Geschmack von verletzlich-süßen Äpfeln. 4.5 von 5 ⭐️ Klare Empfehlung!

"Wo die Liebe liegt, hinter den Redewendungen vermutlich. So still, dass sie nicht zu hören ist, unter den Sprachen vergraben."
Profile Image for Jenny B.
70 reviews6 followers
February 27, 2023
Der Schreibstil hat mir gar nicht gefallen, die einwanderungsbezogenen und kulturellen Erfahrungen konnte ich gar nicht teilen und das Familienverhältnis scheint durchweg schlecht dargestellt zu sein, ohne großartige Anhaltspunkte für Gründe oder Zusammenhänge zu liefern. Es hat gewirkt, als wollte die Autorisch "hauptsache etwas träumerisch und verwegen" wirken, an Inhalten hat es mir nichts gegeben.

Dennoch muss ich sagen, dass mich das Thema im Allgemeinen interessiert hat, da meine Familie einen ähnlichen Migrationshintergrund hat. Es hat mir gefallen, dass ab und an Eigenheiten der russischen Sprache beschrieben wurden.
Profile Image for Annenas.
85 reviews7 followers
September 5, 2021
Inhalt:
1992. Die damals elfjährige Lena Gorelik reist mit ihrem Bruder, den Eltern und der Großmutter von Sankt Petersburg nach Deutschland. Mit im Gepäck haben sie zahlreiche Hoffnungen und Wünsche, vor allem den nach Freiheit. In Sankt Petersburg waren sie jemand – Ingenieurin, Leiterin eines Betriebs, zumindest der Sprache mächtig. In Deutschland, dem Sehnsuchtswesten, sind sie Fremde, sind sprachlos, haben nichts – außer ihre Stärke, Zähheit und Liebe.

Ein autobiografischer Roman, der zeigt, wer Familie Gorelik damals war und heute ist.

Meine Meinung:
Wow, diese Sprache! Durch den eher untypischen Satzbau hat es zu Beginn zwar einige Seiten gedauert, bis ich damit so richtig warm wurde, doch war es dann großartig. Gorelik packt in einen Satz nicht nur einen Gedanken, sondern genau so viele, wie nötig sind, um alles zu erzählen, was sie erzählen möchte. In nur einem Satz macht sie gedankliche Ausflüge in die Vergangenheit, um dann wieder im Jetzt oder im Morgen anzukommen. Gedankensprünge par excellence. Immer so, dass man ihr gut folgen kann und am Ende begeistert zurückbleibt. Dieses Leseerlebnis ist unglaublich schwer in Worte zu fassen, doch unglaublich gut gemacht.

Und nicht nur die Sprache, auch der Inhalt konnte mich überzeugen. Goreliks innere Zerrissenheit zwischen Familie und Eigenständigkeit, Heimat und Fremdsein, Stolz und Scham konnte ich spüren. Es war mir sogar selbst unangenehm. Da war der Identitätsverlust der Eltern und Großeltern, die die neue Sprache nur langsam lernen, deren Diplome wertlos sind. Lena, die plötzlich zur Sprecherin der Familie wird, obwohl sie gestern noch Kind war. Scham und Wut. Innere Zurückgezogenheit, da das Außen nicht verstehen möchte.
Bisher habe ich noch keinen so detaillierten Bericht über eine Flucht gelesen und vor allem nicht aus der Sicht eines Kindes. Sehr eindrücklich und ideal, um die eigenen Einstellungen und Denkweisen zu reflektieren.  

Von mir gibt es daher eine eindeutige Leseempfehlung!
31 reviews
September 9, 2024
Die Geschichte ist interessant und an und für sich schon lohnend. Aber die tolle, bildreiche Sprache von Lena Gorelik macht das Buch zusätzlich ganz besonders!
Profile Image for pergamentfalter.
116 reviews21 followers
October 1, 2021
***Wer wir sind***

Lena Gorelik

Anfänglich hat mich dieses Buch sehr gefordert. Der #Schreibstil ist, dezent ausgedrückt, ungewöhnlich. Kyrillische Buchstaben und Worte fließen in den Text, die mir völlig fremd sind oder waren. Trotzdem (oder vielleicht auch deshalb) war ich von Anfang an gebannt. Die Gedanken der Autorin, ihre Erinnerungen, ja der ganze autobiographische Roman entfaltet schnell eine eigene Poesie.

Nach und nach entwirrten sich für mich auch die fremden Worte, die kyrilischen Buchstaben ergaben einen Sinn, ich konnte die russischen Worte wiedererkennen, lesen. Die Sprache entrollte sich, Schritt für Schritt, bis wieder neue Wörter und manchmal auch Sätze auftauchten, deren Sinn mir noch fremd war, die ich beim Lesen lernte.

Was für ein Erlebniss und welch cleverer Schachzug.

Ohne die Muttersprache der Protagonistin, ohne die Chance diesen Einblick zu bekommen, wäre mir die junge Lena, nie so nah gekommen. Die Funktion von #Sprache wurde so wirklich brillant genutzt, um Kulturen zu verbinden und dem Leser einen viel umfassenderen Zugang zum Buch aber auch zur Geschichte selbst zu ermöglichen.

Gemeinsam mit ihrer Familie verlässt Lena 1992 ihr St. Petersburg, um im "Sehnsuchtswesten" eine bessere Zukunft zu finden. Durch die fremde Sprache findet Lena einen neuen Zugang zu der fremden #Kultur. Die eigene #Identität zu finden in einer fremden Welt, die immer mehr zur eigenen wird und trotzdem die #Wurzeln nicht zu verlieren, sind für mich das Hauptthema dieses Romans, der für mich eine wirkliche literarische Überraschung ist.

Dieses Buch hat eine ganz eigene Melodie, eine Raffinesse und eine Intelligenz, der mein Geschreibsel kaum gerecht wird.

Ihr müsst es einfach selbst lesen.

5 von 5 🌟
Profile Image for Miriam.
312 reviews4 followers
February 25, 2022
Lena Gorelik schreibt tolle Bücher. Dies ist eines davon. Die Geschichte, die sie erzählt, ist ihre eigene und die ihrer Familie. Und sie enthält so viel, dass zwar individuell erlebt wurde, aber universell verständlich ist und bei vielen Leser*innen Dinge zum Klingen bringen wird im Innern. Es hat mich sehr berührt und enthält viele kluge Sätze, die ich mir markiert habe, um sie nicht zu vergessen. Gleichzeitig ist es auch immer wieder leicht und lustig und so unfassbar liebevoll. Danke für dieses Buch.

Das Buch wurde mir über netgalley gratis zur Verfügung gestellt.
Profile Image for Prinzessin von der Poebel.
229 reviews11 followers
April 12, 2023
In diesem Buch steht viel geschrieben über das Verlassen der Heimat, den Neustart in der Fremde, das Verhältnis zwischen Mutter und Tochter und weitere familiäre Verbindungen. Außerdem darüber, wie man als 'Ausländer' hierzulande behandelt wird. Es öffnet die Augen und macht hier und da sehr betroffen. Trotzdem fehlte mir etwas Tiefe, ich las mich in einen Erzählabschnitt ein und fand mich recht schnell bei einem neuen Geschehnis. Hierbei ging für mich einiges verloren.
Profile Image for Leo.
24 reviews
December 5, 2023
Ich mochte, wie die Autorin in diesem autobiographischen Roman bestimmte Erfahrungen der Demütigung, Scham, Wut und Sehnsucht in der neuen Heimat, die sehr viele Immigranten machen, auf Papier gebracht hat. Sie hat Gefühle, die viele Kinder mit Migrationshintergrund (insbesondere gegenüber ihrer Eltern) haben, teilweise so auf den Punkt gebracht, dass mir die Tränen in die Augen schossen.

Besonders gefallen hat mir ausserdem, wie sie ihre Fremdheitserfahrung in Deutschland mit dem Gebrauch von russischen Wörtern und Redewendungen in kyrillischer Schrift stilistisch unterstrich. Dass sich bestimmte Dinge nicht übersetzen lassen, machte sprachliche Barrieren deutlich.

Nicht gefallen hat mir der etwas chaotische Schreibstil. Leider musste ich mich deshalb teilweise zwingen, das Buch aufzuschlagen.
Profile Image for laura.
15 reviews
January 21, 2026
3.75 Sterne
Anfangs fand ich es aufgrund des poetischen Schreibstils schwierig, in einen Lesefluss zu kommen, doch nach ca. der Hälfte des Buches fand ich Gefallen daran. Lena Gorelik schreibt mit solchem Feingefühl über Erinnerung, Familie, Kultur und das Erwachsenwerden, sodass man nicht anders kann, als ihre Geschichte zu verstehen.
Profile Image for Dagmar.
36 reviews
February 3, 2023
Familienroman über Auswanderung aus einer Sprache und Einwanderung in eine neue, mäandernd, assoziativ reflektierend, präzise und poetisch.
Profile Image for Momentansicht.
150 reviews2 followers
October 16, 2023
Lena Gorelik ist eine herausragende Erzählerin. Lese ihre Bücher sehr gerne. Dieses hat mich wieder sehr bewegt und gerührt. Persönlich, authentisch, offen.
Profile Image for Isabella.
468 reviews20 followers
May 7, 2023
"Wer wir sind" von Lena Gorelik ist ein stark autobiografisch geprägter Roman über vor allem die Kindheit und Jugend der Autorin. Gorelik schildert eindrücklich, wie sie die Immigration ihrer Familie nach Deutschland und ihr Aufwachsen hier erlebt hat. Dabei wird weniger eine zusammenhängende Handlung erzählt, stattdessen besteht das Buch aus einer Reihe von einzelnen Vignetten. Ich musste mich an die Erzählweise zuerst etwas gewöhnen, vor allem der sehr poetische Schreibstil der Autorin hat mir dann aber sehr gut gefallen. Besonders spannend fand ich, dass sie dabei auch immer wieder über das autobiografische Erinnern an sich reflektiert und der Erzählung dadurch noch eine Art Metaebene hinzufügt.
164 reviews1 follower
November 2, 2021
Eine zu Herzen gehende Autobiographie, die die Hauptperson gerade durch Ihre schonungslose Selbstreflektion überaus sympathisch macht.
Profile Image for Yagmur.
7 reviews
December 11, 2022
„Ich weiß nicht, warum sie mich das immer fragen, ob ich eine Frau sein will. Es klingt, als stünde die Möglichkeit im Raum, dass ich das niemals schaffen könnte.“ Ein beeindruckender und emotionaler Roman über Identität, Zugehörigkeit und nicht zuletzt, was es bedeutet eine Frau zu sein.

“Man kommt nicht als Frau zur Welt, man wird es.” Simone de Beauvoir
Displaying 1 - 26 of 26 reviews

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