Ein Ermittler zwischen Künstlern und Kriegsheimkehrern. Eine Frau im Bann der Boheme. Ein Mörder ohne Gewissen.
Paris im Winter 1924: Am Place du Panthéon taucht die brutal zugerichtete Leiche eines jungen Adligen auf. Inspektor Julien Vioric hat geglaubt, im Krieg bereits alles gesehen zu haben, doch der entstellte Körper des Jünglings lässt selbst ihn erschaudern. Als kurze Zeit später in einem der Hinterhöfe ein Mann mit Pech übergossen wird und qualvoll verbrennt, weiß Vioric, dass nur ein Serientäter zu solchen Gräueltaten fähig ist. Zur gleichen Zeit versucht die unbedarfte Lysanne in den endlos langen, verwinkelten Gassen des Marais den Aufenthaltsort ihrer Schwester ausfindig zu machen. Dabei begegnet sie einem geheimnisvollen Dichter, der sie in die Welt der Boheme einführt. Schnell wird Lysanne von der dunklen Anziehungskraft der Künstlerkreise gefangen genommen – nicht ahnend, dass hinter ihrem Genie ein Abgrund lauert …
Bildgewaltig schreibt Britta Habekost über das historische Paris der Surrealisten – über eine Stadt am Abgrund, die von einem grausamen Serienmörder heimgesucht wird.
Empfehlung für Krimi-Fans, historisch Interessierte, Frankophile und Kunst-, Literatur- und Kulturbegeisterte
Als historisch-interessierter, frankophiler Krimi-Fan kam ich um diesen Roman mit einem noch dazu bestechend schönen Cover natürlich nicht herum und musste ihn lesen!
Durch das winterliche Paris 1924 verfolgen wir die sich kreuzenden Wege zweier Protagonist*innen: dem Lieutenant Julien Vioric, der einen sowohl grausamen als auch rätselhaften Mord aufzuklären hat, dem weitere folgen sollen, sowie der mittellosen Lysanne, die der Spur ihrer verschwundenen Schwester in die „Stadt der Mörder“ gefolgt und nun nicht nur auf der Suche nach eben jener ist, sondern auch nach irgendeiner Form von Anstellung und vor allem einer Zukunft, da sie niemanden und nichts als ihrem Handgepäck samt Schreibheft mehr hat. Beide Protagonist*innen haben ihr Päckchen, das nach und nach einige Parallelen aufweist, aus der Vergangenheit zu tragen, treffen im Laufe der Geschichte auf eine interessante Künstlerszene, eine Verkörperung von Genie und Wahnsinn, wandeln gemeinsam mit uns Lesenden auf Flohmärkten, in Cafés, billigen Abstiegen und deutlich luxuriöseren Apartments, wodurch die verschiedenen Protagonist*innen toll charakterisiert werden und es viel zu entdecken gibt, während wir auf ein spannendes Finale zusteuern.
Obwohl ich mit hohen Erwartungen an diese Lektüre herangegangen bin, bereits mit der Sicherheit, dass dieses Buch mir gar nicht nicht gefallen könnte, hat es mich noch positiv überrascht. Das lag zum einem an der unfassbar bildgewaltigen, poetischen Sprache, die die Leser*innen direkt ins Geschehen reißt, mit ungewöhnlichen Ausdrücken (ich musste sofort an eine meiner absoluten Lieblingsautorinnen, Cornelia Funke, denken), die in krassem Gegensatz zu den sehr grausamen Morden steht (-> perfekt passendes Zitat dazu auf S. 143: „Warum bedient sich ein Schriftsteller einer derart poetischen Erhabenheit, um damit nichts als Gräueltaten und unverständlichen Wust zu beschreiben?“). Zum anderen lag es an teils sehr philosophischen Gedankengängen und für mich persönlich sehr interessanten Themen, vor allem wenn es um den Surrealismus ging. Hierzu empfehle ich auch sehr, das Nachwort zur Idee und Entstehung des Romans zu lesen, mit spannenden kunst-, literatur- und kulturhistorischen Hintergründen zum Surrealismus. Ein Deutsch LK hätte sein helle Freude daran, die rhetorischen Mittel dieses einzigartigen Schreibstils aufzulisten und zu deuten … und so traue mich kaum, mit meinen stümperhaften Worten diese Rezension zu schreiben. Ich möchte euch diesen Kriminalroman einfach nur ans Herz legen. Es lohnt sich, auf so vielen Ebenen!
Danke an das Bloggerportal und den Penguin Verlag für dieses Rezensionsexemplar!
TW: Wort “Indianer”, brutale Morde (zu spezifischen Themen könnt ihr mich gern auch anschreiben!)
Auch dieses Buch habe ich mit der Leseglückbox von Hugendubel erhalten. Ich bin ehrlich: ohne diese Box hätte ich mir das Buch wahrscheinlich nicht gekauft. Deswegen bin ich froh, dass mir diese Entscheidung abgenommen wurde. Das Buch hat mich aus meiner Lese-Comfort-Zone geholt. Es war anders, aber anders schön und verrückt. 💫
Paris nach dem ersten Weltkrieg: In der Stadt an der Seine treibt ein brutaler Mörder sein Unwesen. Lieutenant Julien Vioric steht vor einem Rätsel. Zur gleichen Zeit sucht die junge Lysanne ihre seit 4 Jahren verschwundene Schwester und macht dabei Bekanntschaft mit surrealistischen Poeten. Als ein weiterer Mord geschieht, prallen zwei Welten aufeinander... "Stadt der Mörder" ist mein erstes Buch von Britta Habekost und hat mir insgesamt gut gefallen. Ihre Geschichte beeindruckt durch ihre Poesie und Spannung. Für mich persönlich wären intensive Ermittlungen und etwas weniger Poesie angenehmer gewesen. DIe Hauptfigur Julien Vioric wirkt in sich gekehrt, aber stark und auf der Suche nach Gerechtigkeit. Behindert wird der Lieutenant dabei von seinem Bruder, der zu allem Unglück auch noch sein Vorgesetzter bei der Pariser Polizei ist. Ich konnte mit Julien sehr gut mitfühlen und habe beim Lesen seinen Auftritten entgegengefiebert. Der Großteil der Geschichte wird jedoch von Lysanne und ihrer Suche nach ihrer Schwester bestritten. Ihre Ausflüge in die Kommune der Surrealisten waren für meinen Geschmack teils zu ausschweifend und arg auf kunstvolle und verwirrende Eindrücke bedacht. Hier hätte mehr Zurückhaltung dem Roman gut getan. Ingesamt ist die Geschichte spannend und entführt ihre Leser ins Paris des frühen 20. Jahrhunderts. Die Autorin zeigt mit ihren poetischen Ausschweifungen, dass Kunst eine Sache des Blickwinkels ist. Wer also Poesie einmal blutig erleben möchte, dem sei dieser Roman ans Herz gelegt.
ein beeindruckender historischer Krimi mit viel Poesie Julien Vioric wird zum Place du Panthéon gerufen, wo eine Leiche gefunden wurde. Selbst der erfahrene Ermittler ist schockiert. Bald wird klar, um wen es sich handelt und die Spuren führen in die Passage de l`Opera und zu Lysanne Magloire, deren Schwester die Gouvernante des 16jährigen Opfers war und seit Tagen verschwunden ist. Es ist bitterkalt in diesen Tagen kurz vor Weihnachten im Jahr 1924. und die Bevölkerung leidet noch unter den Auswirkungen des Krieges. Julien Vioric wird schnell klar, dass er mit Lysanne Magloire den Schlüssel zur Lösung seines Falls vor sich hat und dass die junge Frau in großer Gefahr schwebt.
Britta Habekost entführt die Leser*innen mit diesem Kriminalroman in das Paris der 1920ger Jahre, mit allen Hoffnungen und der Melancholie, welche die Menschen immer wieder überfällt. Die Protagonisten werden vor dem Auge der Leser*innen lebendig, ich habe sowohl mit Julien die Puzzleteile seiner Ermittlungen zusammengesetzt als auch mit Lysanne gefühlt, die ihre Schwester suchte und schließlich fand. Die Umstände in dieser Zeit versteht die Autorin brillant darzustellen. Die Szene der Surrealisten, die Gesänge des Maldoror, die eine wichtige Rolle in diesem Buch spielen, und die Entführung in eine faszinierende Welt voller Poeten, Dichter und Anarchisten ist Britta Habekost hervorragend gelungen. Ihr Schreibstil ist wunderbar bildgewaltig, wie im Klappentext bereits angekündigt. Auch das Cover ist ungewöhnlich und gibt einen kleinen Einblick in die Geschichte für die es steht. Die Entwicklung der Story und lange die unerwartete Entlarvung des Täters und seiner Beweggründe lassen die Leser*innen tief in die Abgründe der Seele blicken. Kurze Rückblicke in die Vergangenheit von Julien Vioric und Lysanne Maigloire tragen zum Verständnis der Geschichte bei. Realität und Fiktion sind auf liebevolle Weise miteinander verwoben,.
Der Spannungsbogen beginnt mit dem Prolog und bleibt bis bis zum Ende konsequent hoch. Die Autorin versteht es, das Interesse der Leser*innen für dieses besondere Milieu der Surrealisten zu wecken, die Gesänge des Maldoror gibt es auch heute noch und wenn ich zukünftig über den Boulevard Haussmann spaziere, werde ich an die Menschen denken, die an dieser Stelle einmal lebten und deren Lebensraum für den Fortschritt zerstört wurde.
Britta Habekost hat mit diesem Kriminalroman eine Tür in eine andere Zeit und eine andere Welt geöffnet, ich hoffe, es gibt bald eine Fortsetzung gebe diesem Buch 5 Sterne, weil es mehr nicht gibt.
Historischer Kriminalroman der mit einer gewaltigen Sprache daherkommt
Die Leiche des sechzehnjährigen Clément Faucogney wird gefunden. Der Anblick entsetzt selbst den Ermittler Lieutenant Julien Vioric der im Krieg schon viel gesehen hat. Bei seinen Ermittlungen stößt der Lieutenant auf Lysanne Magloire, eine jungen Frau die auf der Suche nach ihrer Schwester ist und sich dabei in große Gefahr begibt. Längst schon ist sie den Surrealisten, eine Gruppe Pariser Dichter verfallen. Noch ahnt niemand, dass diese Gruppe der Schlüssel zu den Verbrechen ist die in Paris zur Zeit verübt werden.
„Stadt der Mörder“ ist ein Historischer Kriminalroman von Britta Habekost. Die Autorin kommt mit einer gewaltigen Sprache daher. Stellenweise ist die Geschichte fast schon poetisch geschrieben. Sie beschreibt die Ereignisse recht bildhaft, man sieht es richtig vor seinem inneren Auge vorbeiziehen. Die Protagonisten sind interessant. Lieutenant Julien Vioric hat mir auf Anhieb gefallen, genau wie Lysanne. Beide tragen ihre Vergangenheit mit sich herum. Auch die Gruppe der Surrealisten ist spannend dargestellt. Sie hat es ja wirklich gegeben. In diesem Zusammenhang hätte ich mir ein Personenregister gewünscht wo die realen Personen hervorgehoben werden.
Beim Lesen fühlt man sich in das Paris der 1920er Jahre versetzt. Die Autorin beschreibt die Schauplätze gekonnt. Auch ist in diesem Buch Fiktion und Realität so fein verwoben, dass man es kaum trennen kann.
„Stadt der Mörder“ ist ein historischer Kriminalroman der auch für Nicht-Krimileser sehr zu empfehlen ist.
Auf der Frankfurter Buchmesse habe ich der Autorin Britta Habekost bei der 30-Minuten-WG zuhören dürfen und war durch ihre Erzählungen sehr gespannt, wie ihr Buch sein wird. Da es sich sehr interessant angehört hat, dass es ein historischer Krimi sein wird. Bisher kannte ich nur Krimis in unserer Zeit oder historische Romane, die in die Richtung Romantik gegangen sind. Die Autorin hat eine sehr bildliche Sprache, sodass man sich die Geschehen sehr gut vorstellen kann und dadurch fällt einem der Einstieg in das Buch sehr leicht. Auch war ich sehr überrascht, dass es mir leicht fiel das Buch zu lesen mit den Perspektivenwechsel, die in historischen Romanen sehr typisch sind. Dennoch hat es die Autorin so gut gelöst, dass ich durch die Seiten geflogen bin. Der Krimi war sehr spannend und gespickt mit den historischen Daten mochte ich sehr gerne. Dazu hat man noch vieles über den Surrealismus erfahren, wovon ich davor noch nicht viel wusste. Für mich war dieses Buch sehr rund und ich mag den Schreibstil der Autorin sehr gern.
Spannendes Buch, habe wirklich nicht viel auszusetzen.
Nicht nur die Geschichte, sondern auch der Schreibstil ist vom Surrealismus geprägt. Man muss bereit sein sich darauf einzulassen, um das Buch in vollen Zügen zu genießen. ;)
I really didn’t know much about surrealism … quite the eclectic ménage. I’m still processing the seemingly nonsensical prose, alas, it was fascinating.