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Nachtwache: Lyrik

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Hallo Dunkelheit, schließe mich in Deine Arme,
wiege mich zur Ruhe. Deine Wärme lässt meine
Knochen gefrieren, Deine Kälte hält mich warm.
Wenn die Leere Einzug hält, schenkt Dein Besuch
mir Trost. In Dir verblassen alle Tränen und Narben,
Wunden verschwinden. Du hältst mich fern von der
Klarheit der Bilder und lässt doch alles gestochen
scharf erscheinen. Nichts kann in Dir gedeihen,
aber so manches entfalten, was sonst zerknüllt in
die Ecken der Seele geworfen wird. So viele Gedanken
werden notiert und verworfen, gehen aber nicht
verloren. Sie wachsen im Bodensatz, kitzeln,
stechen, drücken unter der Oberfläche. Oh, die
Menschen denken, dies sei Unrat. Aber so funktioniert
die Tiefe der Seele. Je tiefer man eintaucht,
desto weniger hell und offensichtlich wird die Welt.
Ich lasse mich in Dich und diese Tiefe sinken. Du
durchdringst jede Faser, belebst sie, schenkst ihr
Frieden.
Sich auflösen und seine eigentliche Form wiederfinden.
Druckstellen der Schubladen werden
wieder durchblutet. Erstarrungen lösen sich, und
die Gedanken sind wieder die eigenen.
Dunkelheit, ich danke Dir.

48 pages, Paperback

First published February 24, 2021

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Melanie Herz

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