Das letzte Schuljahr vor dem Abitur. Elisa weiß, dass sie jetzt alles geben muss. Schließlich ist das Abi der Grundstein für den Rest des Lebens. Zumindest hört sie das immer wieder von allen Seiten. Aber dann merkt Elisa, dass etwas nicht stimmt. Schon einfachste Aufgaben lösen plötzlich nur noch Panik in ihr aus. Das ist doch nicht normal, oder? Elisa versucht, sich zu beruhigen: Solange niemand etwas mitbekommt, ist das alles nicht so schlimm. Bis sie von Leo bei einer Panikattacke „erwischt“ wird. Sie denkt sich eine Lüge aus, um ihm bloß nicht die Wahrheit sagen zu müssen. Doch auf einmal geht ihr Leo nicht mehr aus dem Kopf und alles wird noch viel komplizierter …
Als Kind verfasste Anne Hoffmann am liebsten Detektivgeschichten. Keine davon schrieb sie je zu Ende. Mittlerweile interessiert sie sich mehr für die zwischenmenschlichen Rätsel: Freundschaft, Liebe, komplizierte Gefühle, aber auch psychische Probleme. Sie wurde 1990 geboren, hat Literaturwissenschaft studiert und lebt mit ihrem Mann in Berlin. Tatsächlich schreibt sie ihre Bücher nun auch zu Ende.
In Anne Hoffmanns Roman "Es geht ja bloß um den Rest meines Lebens" folgen wir Elisa durch ihr letztes Schuljahr und die Abiturvorbereitungen. Doch auf einmal bekommt Elisa Panikattacken, schon einfache Aufgaben fallen ihr schwer. Als sie bei einer Panikattacke erwischt wird, verstrickt sie sich in ein Lügengespinst und es fällt ihr zugehen schwieriger, dies aufrecht zu erhalten und eine 'heile Welt' vorzuspielen. Der Leistungsdruck ihrer Eltern erschwert es ihr, sich ihnen mit ihrer Situation anzuvertrauen. Als dann auch noch Leo in Elisas Leben tritt, wird alles noch viel komplizierter, doch Leo scheint auch jemand zu sein, dem Elisa vertrauen kann. Oder etwa nicht?
Das erste Kapitel des Buches hat mir nicht so gut gefallen und ich hatte etwas Schwierigkeiten, in die Geschichte einzusteigen. Ich fand den Dialog zwischen Elisa und ihrer Mutter recht holprig und die Namensnennungen etwas erzwungen, insbesondere Elisas vollständigen Namen. Im Verlauf des Buches und mit dem Voranschreiten der Handlung besserte sich dies jedoch und mir hat der Schreibstil besser gefallen. Allgemein liest sich das Buch sehr flüssig und schnell und ist in recht kurze Kapitel eingeteilt, die dies unterstützen.
Hoffmann hat die angespannte Abiturzeit gut eingefangen und die verschiedenen Blickwinkel und Gefühle, die diese mit sich bringt, gut dargestellt. Während Elisa mit Panikattacken zu kämpfen hat und mit der Situation überfordert ist, freuen sich ihre Freunde auf den Abschluss und das Leben nach der Schule. Elisas Eltern bauen großen Druck auf sie auf und wollen, dass ihre Tochter gut abschneidet und Karriere macht, was ihre Tochter möchte, scheint sie wenig zu interessieren. Helenas Vater ist währenddessen sehr einfühlsam und auf das Wohlergehen von Helena und ihren Freundinnen bedacht, auch wenn dies vielleicht bedeutet, eine wichtige Prüfung nicht mitzuschreiben oder zu wiederholen. Ich finde es wichtig, dass neben den eher negativ konnotierten Eltern von Elisa auch ein positives Elternbild vermittelt wird. Jedoch scheinen immer mehr Eltern wie die von Elisa einen enormen Leistungsdruck auf ihre Kinder aufzubauen, dem entgegengewirkt sollte. Das Buch ist daher auch eine interessante Lektüre für Eltern von Kindern im Abituralter und könnte helfen, diese Zeit besser nachzuvollziehen.
Die Figur von Leo, in den sich Elisa verliebt, ist für mich leider nie ganz ausgereift gewesen. Leider haben wir Leo nie gut genug kennengelernt und ich habe bis zum Schluss auf eine Erkenntnis über Leo gewartet, die sein Verhalten erklärt. Diese ist jedoch nie gekommen und ich habe das Gefühl, dass viel mehr hinter Leo steckt, als wir im Buch erfahren haben.
Am Ende des Buches, das übrigens nachhaltig hergestellt wurde, finden sich eine Reihe von Hilfsangeboten, deren Nennung ich toll finde. Mehr Bücher sollten diese Art von Hilfsangeboten mit auf den Weg geben, denn sie werden immer der einen oder anderen Person helfen.
Alles in allem spricht das Buch ein wichtiges Thema an das oftmals übergangen und ignoriert wird, jedoch angesprochen werden muss. Das es hier keine ideale Lösung gibt, ist wichtig zu vermitteln und ich fand das Ende sehr passend, auch wenn viele Eltern und Lehrer eventuell nicht diesen Weg raten würden. Jedoch ist er oftmals die besten Option und sollte allen offen stehen, die sich in einer ähnlichen Situation wie Elisa befinden.
Ein Mut machendes Jugendbuch, über Ängste und den Umgang damit
In ihrem Roman „Es geht ja bloß um den Rest meines Lebens“ erzählt die Autorin Anne Hoffmann, die Geschichte von Elisa welche kurz vor ihrem Abitur steht und merkt wie ihr Leben zunehmend von Angst bestimmt wird. Das Setting in einer Kleinstadt in der Nähe von Berlin wurde lebensnah beschrieben und gefiel mir auch deshalb so gut, da ähnliche Bücher meist nicht in Deutschland spielen. Den äußerst sensiblen Themen Angststörung, Panikattacken und Depression, nimmt sich die Autorin dabei wirklich feinfühlig an. So entsteht eine Geschichte welche authentisch wie auch berührend ist und dazu noch wichtiges Wissen vermittelt. Der Schreibstil las sich wirklich gut und passt durchaus zu den jugendlichen Charakteren. Die Handlung war durchgängig interessant und wurde durch zahlreiche witzig und schöne Momente ergänzt, so das sie zum Glück nicht zu schwermütig wirkte. Alle Protagonist:innen hatten ihren Platz in der Geschichte, auch wenn mir nicht alle gleich sympathisch waren. Elisa und ihre engen Freunde konnte ich aber von Beginn an gut leiden. Auch wenn sie sich nicht immer wissen wie genau sie sich Elisa gegenüber verhalten sollen, bleiben sie dennoch an ihrer Seite. So empfand ich das Buch mit seinem sehr stimmigen Ende als perfekte Lektüre, nicht nur für jugendliche Leser:innen. Ich würde mir mehr solch lebensnahe und eindrückliche Geschichten wünschen und vergebe deshalb gerne 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung.
Meine Bibliothekarin hat mir dieses Buch empfohlen und ich war anfangs sehr skeptisch. Das Cover war persönlich nicht so meins und der Klappentext war auch nicht unbedingt so ansprechend, aber ich habe es versucht und wurde nicht enttäuscht. Das Buch behandelt zwar ein sehr schwieriges Thema und war häufig ernst, aber die Autorin hat auch liebevollen Witz eingebracht. Ich habe die Charaktere geliebt, vor allem Helena. Was ich ein wenig schade fand war, dass manche Dinge nur einmal oder ganz zum Beginn erwähnt wurden. Wie zum Beispiel Elisas Cello oder Helenas Liebe zu TV-Shows. Außerdem war da dieser große Punkt an dem sie sich in Leo verliebt hat nicht ganz klar und hätte mir gerne mehr Szenen über die beiden zwischen dem Kaufhaus und der Party gewünscht. Trotzdem waren es endlich mal richtige junge Leute ohne übertrieben viel Jugendsprache. Das Buch war einfach zu lesen und ich habe es in einem Tag verschlungen. Elisas Krankheit war sehr gut erklärt und beschrieben. Ihre Gefühle und Gedanken waren sehr realistisch, zum Beispiel, dass sie immer das Gefühl hatte sie sei nicht krank genug, es würde ihr nicht schlecht genug für echte Hilfe gehen oder dass es anderen schlechter gehen würde. Das Buch war wirklich gut und es erklärt die Gedankengänge von jemandem, der in der Phase vor einer Diagnose ist, wirklich gut.
Inhalt: Elisa ist in der zwölften Klasse. Ihre Eltern, beide unterrichten als Lehrer an Elisas Schule, haben hohe Erwartungen an sie. Doch Elisa hat panische Angst vor Prüfungen. Als sie mitten in einer Prüfung rausrennt und außversehen im Jugsklo landet, wird sie von Leo während einer Panikattacke "erwischt". Neben ihren Sorgen, dass Leo es weitererzählen könnte, hat sie auch noch ein anderes Problem: Sie muss immer wieder an Leo denken.
Auch wenn mich das Buchcover nicht wirklich angesprochen hat, so hat es der Klappentext. Und ich wurde nicht enttäuscht. Ich habe die Geschichte an einem Vormittag quasi in einem Rutsch durchgelesen, und dabei noch nicht einmal gemerkt, wie lange ich schon am lesen bin. Der Schreibstil ist locker-leicht und die Geschichte ziemlich realistisch.
Es gab einige ernste Stellen, die mich berührt haben. "Es geht ja bloß um den Rest meines Lebens" ist ein schönes Buch für zwischendurch, doch es hat ein ernstes Thema. Es ist toll, dass es solche Bücher gibt, denn es gibt bestimmt viele, die sich in einer änlichen Lage wie Elisa befinden.
Denn trotz der teilweise ernsten Themen, ist das Buch nicht deprimierend oder toternst, ganz im Gegenteil: Die Geschichte ist motivierend und unterhaltsam!
So ein wichtiges Thema (vor allem für mich selber)! Elisas Angststörungen und Panikattacken, die sich während ihres letzten Schuljahres vor dem Abi entwickeln, werden so echt und lebendig beschrieben und man fühlt sich sehr in der Geschichte mitgerissen. Viele Schüler haben mit diesem großen Druck, der hinter dem Abi steckt, sehr zu kämpfen und machen sich oft selber runter und meinen, dass sie es zu gut haben, um psychisch krank zu sein. Aber jeder hat das Recht auf Gefühle und wenn es einem schlecht geht, sollte man diese Emotionen nicht unterdrücken, sondern etwas dagegen unternehmen und sich unbedingt einer Vertrauensperson öffnen.
Mich hat der Titel, das Cover und der Klappentext erstmal nicht so abgeholt, fand es dann aber so so toll! Die Charaktere sind total divers und queer (that made me very happy!:))) und sie fühlen sich auch realistisch an, was für Jugendliche in Büchern beschrieben recht ungewöhnlich ist…😃 große Empfehlung:)
„Ich fühle immer weniger. Weniger Freude. Weniger Hoffnung. Weniger Zuneigung zu den Menschen, die ich eigentlich sehr gern mag. Ich weiß, was ich alles habe, und ich will glücklich darüber sein, aber ich kann es nicht. Ich kann es einfach nicht. Das ist scheißgruselig. Ich meine, wo führt das irgendwann hin, wenn ich jetzt nichts dagegen unternehme?“