Boris Meyn ist ein deutscher Krimi-Autor und Historiker. Er studierte an der Universität Hamburg und beendete dieses Studium 1989 mit seiner Magisterarbeit „Paul Seitz - Studien zum öffentlichen Bauwesen, insbesondere zum Schulbau der Fünfziger und Sechziger Jahre in Hamburg“. Sein daran anschließendes Promotionsstudium im Bereich Kunst- und Bauhistorie konnte er 1996 mit seiner Dissertation „Die Entwicklungsgeschichte des Hamburger Schulbaus“ ebenfalls erfolgreich beenden. Neben der Veröffentlichung von historischen Kriminalromanen, hat er zahlreiche wissenschaftliche Fachpublikationen herausgegeben. Die Krimis des Autors spielen in der Commissarius-Bischop-Reihe in Hamburg des 19. Jahrhunderts sowie in der Reihe Sonntag, Herbst und Jensen in Ratzeburg und Umgebung.
Hamburg ist Teil des Deutschen Reichs geworden, zolltechnisch aber noch nicht integriert. Dies ändert sich nun, zum Ausgleich wird ein Gebiet ausgebaut, was später der Freihafen genannt werden soll. Deshalb wird dort auch ein riesiger Lagerhauskomplex gebaut, die rote Stadt. Hamburg bekommt auch sein erstes Bürogebäude, verschiedene Firmen ziehen hier ein, es gibt elektrisches Licht, das Telefon ermöglicht einen schnellen Kontakt und der erste Paternoster wird installiert. Die Einweihung wird aber zum Fiasko, ein Toter liegt in einer der Kabinen und dreht dort seine Runden. Sören Bischop, als junger Anwalt gerade zurück gekehrt, wird mit dem Fall beauftragt. Es ist nämlich schon der dritte Mord in den höheren Kreisen der Stadt. Boris Meyn schildert in seinem 3. Band um die Familie Bischop das Jahr 1886. Mit der gewohnten Kompetenz werden die Vorgänge in und um das Freihafenprojekt beschrieben. Ob es die Grundstücksgeschäfte oder der Ausbau der Speicherstadt ist, sie werden präzise dargestellt und bieten den geeigneten Hintergrund für einen Krimi, der Vater und Sohn Bischop zusammen arbeiten läßt.
Angenehmer, kurzer historischer Krimi. Man merkt, dass der Autor sich mit Hamburg und Bauhistorie beschäftigt, seine Ausführung sind sehr... detailliert. Nett geschrieben lässt es sich leicht lesen, wenn man noch etwas vom Segeln versteht wird das Buch bestimmt noch etwas besser, wenn man gar nichts vom Segeln versteht überließt man entweder zügig diese Stellen oder nutzt das Glossar um sich noch etwas Wissen anzueignen.
Zu beachten ist, das dies der dritte der Teil der historischen Krimireihe ist, aber ich fand es jetzt nicht sonderlich störend die ersten beiden nicht gelesen zu haben.