Was verbirgt sich im trüben Wasser des Hamburger Hafens? Hamburg im schwülen Sommer 1862: Windstille hält die großen Segler fest, die Stadt ist voller Auswanderer, und in der Bürgerschaft streitet man über das Großprojekt Hafenausbau. Zudem kursieren Gerüchte, rund um ein abgeschiedenes Werftgelände gehe es nicht mit rechten Dingen zu. Ein Mord ruft schließlich Commissarius Bischop auf den Plan. Er weiß nicht, dass auch sein Sohn Sören bei den Werften herumstreunt und sich dabei in höchste Gefahr begibt.
Boris Meyn ist ein deutscher Krimi-Autor und Historiker. Er studierte an der Universität Hamburg und beendete dieses Studium 1989 mit seiner Magisterarbeit „Paul Seitz - Studien zum öffentlichen Bauwesen, insbesondere zum Schulbau der Fünfziger und Sechziger Jahre in Hamburg“. Sein daran anschließendes Promotionsstudium im Bereich Kunst- und Bauhistorie konnte er 1996 mit seiner Dissertation „Die Entwicklungsgeschichte des Hamburger Schulbaus“ ebenfalls erfolgreich beenden. Neben der Veröffentlichung von historischen Kriminalromanen, hat er zahlreiche wissenschaftliche Fachpublikationen herausgegeben. Die Krimis des Autors spielen in der Commissarius-Bischop-Reihe in Hamburg des 19. Jahrhunderts sowie in der Reihe Sonntag, Herbst und Jensen in Ratzeburg und Umgebung.
Der Ausbau des Hamburger Hafens ist beschlossen, der Streit zwischen den Anhängern einer Docklösung oder eines Tidehafens wurde zugunsten letzterer entschieden. Die Auswahl der richtigen Hafenkräne bringt nicht nur eine Reihe von Modellen sondern auch einen Toten mit sich. Commissarius Hendrik Bischop ist wieder gefragt. Das Opfer, schnell als ein englischer Ingenieur identifiziert, birgt allerdings Rätsel. Warum und weshalb er getötet wurde ist unklar. Hat es mit den Ausbauplänen zutun, oder stehen die Rivalitäten der möglichen Lieferanten im Vordergrund? Erst die Abenteuer von Sören, Bischops Sohn, weisen den richtigen Weg. Der 2. Roman aus der Hamburger Krimireihe von Boris Meyn hat den Hafenausbau im Jahre 1862 zum Thema. Ein Vorhaben das sich bereits über lange Jahre hinzog und auch noch hin ziehen wird. Der Autor zeichnet ein authentisches Bild der damaligen Gesellschaft und den politischen Strömungen. Es ist die Zeit, da das Dampfschiff sich immer stärker behauptet, die Auswanderwellen die Hafenstädte zusehends unter Druck setzen. Neben der Aufklärung des Falles erfahren wir so, fast nebenbei, wie die Entwicklung der „Freien und Hansestadt Hamburg“ damals verlief.
2010 schrieb ich: Meyn schafft es wunderbar, die Atmosphäre der Stadt einzufangen. Nicht nur die allgemeine Aufbruchstimmung wird spürbar sondern man hat auch tatsächlich den Eindruck Bischop durch die Straßen der Stadt zu folgen.