Gay Fantasy-Crime! Elliot schlägt sich als clanloser Gargoyle durch Edinburgh und das Leben. Als Einziger in seiner weitläufigen Familie hat er geringfügige menschliche Erbanteile mitgenommen, was für ihn ausschließlich Fluch statt Segen ist.Ein Fluch scheint es auch zu sein, was zu massenhaften Todesfällen in der Faunengemeinde führt. Unter den Faunen und Nymphen herrscht nackte Angst. Und was hat es mit Joaquin auf sich, dem Vampir, der Elliot neuerdings ständig begegnet?Schon bald steckt er mittendrin in einem Spiel um die Macht, dessen Regeln er nicht kennt, aber unbedingt befolgen muss - andernfalls hat er keine Chance, es zu überleben.Ca. 129.000 WörterIm normalen Taschenbuchformat hätte diese Geschichte ungefähr 650 Seiten.
Gargoyle Elliot ist ein Außenseiter - der Mensch in seiner Ahnenlinie ist bei ihm nach zig Generationen in Erscheinung getreten. Deshalb versteinert er tagsüber nicht, sondern nimmt die Gestalt eines sehr großen, entstellten Menschen an. Seine Familie verstößt ihn, die anderen Gargoyles mischen ihn auf. So lebt er auf der Straße und arbeitet tagsüber auf dem Bau, der von einem Faun geleitet wird.
Eines Tages öffnet er bei einer seiner Aufgaben ein Siegel, das den seit 200 Jahren in einem Mausoleum eingeschlossenen Vampir Joaquin aus seinem Gefängnis befreit. Dieser läuft erst mal kurzzeitig Amok, fängt sich aber schnell wieder und kehrt in sein ehemaliges zu Hause zurück, welches noch von einigen Gargoyles beschützt wird, die der Sippe von Joaquin einst treu ergeben waren. Als Joaquin sich erholt hat, steigt er ins "Spiel" der Vampire ein und arbeitet sich langsam an die Spitze der "Player" hoch, in dem er z. B. in Konzerne und Weichkäse investiert. Dabei steht im Elliot zur Seite, den er als seinen Leibwächter eingestellt hat. Und den benötigt er auch, denn jede Nacht wird eine magische Kreatur nach der anderen brutal ermordet - hauptsächlich Faune - und der Mörder scheint Joaquin zu folgen, wo auch immer es ihn auf der Erde hinverschlägt.
Sonja Amatis hat eine Gabe, wenn es um die Erschaffung von Welten geht. Man kann völlig in diese Welten hineintauchen und findet immer wieder etwas neues, spannendes zu entdecken. Die Nebencharaktere und Kreaturen sind interessant und tiefgründig, das Spiel gut durchdacht und ich mochte es vor allem, dass mit Elliot mal keine totale Schönheit eine Hauptrolle spielt. Die Message dahinter - dass es auf die Innere Schönheit ankommt und dass das alles ohnehin subjektiv ist, denn Joaquin findet ihn ja nun wirklich nicht hässlich - hat mir jedenfalls sehr gut gefallen. Ich hätte mir noch ein bisschen mehr zwischen den beiden gewünscht, da ich doch neugierig war, wie z. B. Sex "interspezientechnisch" funktionieren könnte... Es ist natürlich nicht wichtig und nur eine Nebensache, aber im Gegensatz zu anderen Büchern (vor allem als Sandra Gernt), ist das hier doch sehr stark in den Hintergrund gerückt und eher ein leiser Nachgeschmack, den man noch auf der Zunge hat.
Vom Ausdruck her finde ich den Stil manchmal ein wenig altbacken, aber wenn man bedenkt, dass zumindest Joaquin sich in die Neuzeit einfinden muss, passt es. Aber ich glaube, daher lese ich auch lieber Geschichten von Sonja Amatis/Sandra Gernt (oder sonstige Synonyme, sie hat ja doch einige), die eher mittelalterlich angehaucht sind, denn dazu passt die Sprache meines Erachtens immer etwas besser.
Trotzdem ist Faunenjadg ein sehr unterhaltsames und empfehlenswertes Buch!
Toll. Bisher liebe ich alle Sonja Amatis Romane, die ich gelesen habe. Dieser hier ist keine Ausnahme. Eine wunderbar fantasievolle Welt, die mit so viel Liebe zum Detail zum Leben erweckt wurde. Protagonisten, die man ins Herz schließt und vor der bösen Welt beschützen möchte, auch wenn sie das (besonders zusammen) sehr gut selbst können.
Und ein Kriminalfall, bei dem nicht alles ist wie es scheint. Eigentlich sind es zwei spannende Kriminalfälle, wenn ich bedenke, welche Abgründe sich im Laufe der Geschichte auftun. Ich habe „Fauenjagd“ mit großer Begeisterung gelesen, mich bestens unterhalten gefühlt und empfehle das Buch sehr gerne weiter.