Der Roman von Dietmar Schmidt hat mir ganz gut gefallen und insgesamt gibt es einen kleinen Aufschwung in dieser Miniserie, die mich trotzdem nicht wirklich überzeugt.
Die Charakterisierungen der Figuren sind bei Schmidt besser als in den Vorgängerromanen und dies trifft auf Gillian Wetherby zu, die jetzt eigene Entscheidungen fällt, die Initiative übernimmt und aus deren Jugend wir ein paar Details erfahren. Etwas besser gefiel mir auch Polescar, der zwar immer noch mit dem Thort-Zitat vom ach so bösen Perry Rhodan nervt, aber auch andere Gründe zur Kritik an den Terranern findet, wie z.B. deren Zwang zum “terraformen” von Welten im Wega System, das ja eigentlich den Ferronen “gehört”. Dass Polescar sich zunehmend von seinem Volk entfernt, ist offensichtlich, wahrscheinlich wird er manipuliert. Gefallen hat mir, dass es eine kosmische Komponente gibt, mit geheimen Hinterlassenschaften von ES und einem fremden Universum, das mir aber nicht fremd genug war. Wenn Peery in dieser Schnitzeljagd am Ende Erfolg hat, was ja ziemlich sicher ist, dann bleibt vielleicht auch etwas für die Hauptserie übrig und ist dort wichtig, auch wenn ich das kaum glauben kann. Wahrscheinlich “entsorgt” man auch Wetherby wieder. Es gibt überraschend viele Tote im Roman, da Krakatau und die Maccani ziemlich rücksichtslos vorgehen und nachdem in diesem seltsamen Bohrkopf vieles zerstört und viele getötet wurden, verschwinden Rhodan, Gillian und Krakatau wieder. Ich nehme an, Perry erinnert sich irgendwann an das Versprechen, das er Tryptichon ... äh... Karyptichon … gegeben hat: nämlich die Erlösung all dieser Wesen aus den Diensten von ES, das sie ja letztlich alle seit Jahrtausenden für dubiose Zwecke und für sie völlig irrelevante Ziele verwendet bzw. missbraucht.
O.K. Ich bin immer noch zutiefst enttäuscht über das Konzept dieser Miniserien, die überhaupt nicht in den Kanon hineinpassen, bzw. so beliebig sind, dass sie im Kanon verschwinden, ohne jedwede Relevanz zu ihm. Das ist allerdings nicht dem Autor anzulasten, er bemüht sich redlich, aus dem dünnen Exposé etwas lesenswertes herauszubekommen. Wer leicht verdauliche Abenteuergeschichten liebt, der kann dem hier gewiss etwas zugewinnen, mir ist das aber zu wenig...
Perry Rhodan - Wega - Band 6: "Hinter den Truhen" - Perry und Gillian haben sich bis auf die oberen Decks des Bohrwurms, in den es sie im Vorgängerroman verschlagen hatte, vorgekämpft. Dort müssen sie sich durch ein Gebiet mit nahezu vollständigem Strangeness-Faktor arbeiten, um an die von ES für sie bestimmte Truhe zu gelangen. Gleichzeitig ist ihnen weiter Krakatau auf den Fersen, der sich nun ohne Rücksicht auf Verluste durch die Garstag kämpft, die ihm im Weg stehen. Derweil wandelt sich im Wega-System der Ferrone Marium Polescar zum willigen Helfer der Maccani, der ebenfalls vor Hinrichtungen nicht mehr zurückschreckt. // Dietmar Schmidts Roman hinterlässt bei mir erneut einen zwiespältigen Eindruck. Am Interessantesten fand ich noch die Storyline um Polescar, während das Krakatau-Gemetzel und der psychedelische Strangeness-Trip von Rhodan und Weatherby zwar mit bizarrem Sense-of-Wonder aufwarten, aber sich doch ziemlich in die Länge zogen. Mich stört zudem die unmotivierte Brutalität Krakataus und die nicht gut hergeleitete Wandlung Polecars. Statt Innensichten der Figuren gibt es reihenweise Beschreibungen von Orten und deren Hintergründen sowie Actionszenen von der Stange, die für das Voranschreiten der Story keinerlei Bedeutung haben und wenig Mehrwert bieten. Nach nun der Hälfte der Wega-Miniserie muss ich leider sagen, dass ich über weite Strecken mit ihr bislang nicht so recht warm werde. Mal sehen, wie sich das weiter entwickelt.