Dem Faschismus geht es gut – er ist Meme, Konsumgut und Gefühlswelt geworden. Seine Gewaltträume und Männerphantasien finden im Netz ein perfektes Biotop. Rechte Agitator*innen schaffen marktfähige Gefühlsmuster, die von YouTube und den Parlamenten bis auf die Straße reichen. Sie bauen anziehende Gegenrealitäten – und gewinnen damit Wahlen, Follower und Publikum. Von GamerGate bis Halle, »großer Austausch« bis »Corona-Lüge« - Simon Strick untersucht die affektiven Strategien rechter Akteur*innen. Zahlreiche Analysen zeigen, wie sie Gefährdungsgefühle für Weiße und Männer populär und anschlussfähig machen: Dieser Faschismus spricht die Sprache der Risikogesellschaft und manipuliert effektiv demokratische Öffentlichkeiten. Distanzierung ist kein Mittel gegen diese rechte Gefühlsrevolution. Auf Rechte Gefühle muss kollektiv und affektiv geantwortet werden.
Großartige Faschismusanalyse. Angelehnt an die Körperpanzer-Theorie von Klaus Theweleit zeigt Strick auf, wie der Faschismus des 21. Jahrhundert vor allem in digitalen Welten wirkt. Anhand vieler Beispiele,Graphiken und Bilder wird sehr kenntnisreich und gut lesbar über das Selbstbild moderner, digitaler Faschist*innen geschrieben.
Sehr viel guter Input, habe viel gelernt und mitgenommen. Super erschreckende Thematiken. Hätte mir gewünscht, dass der Bezug zu Deutschland etwas ausführlicher behandelt worden wäre. Die Beispiele aus den USA sind natürlich nicht ganz so greifbar für mich. Trotzdem sehr interessanter Input für meine Bachelorarbeit
Beängstigend und augenöffnend wie der Faschismus nicht bei „den anderen“ passiert, sondern überall in unserer Gesellschaft einen Platz gefunden hat. Dieses Buch zeigt auf ehrliche Art und Weise, dass Faschismus nah ist und Menschen vereint, die (rechte) Gefühle teilen. Keine Urlaubslektüre