Schon lange interessiere ich mich für die psychologischen Hintergründe und für die Persönlichkeitsentwicklung eines (Serien)mörders. Wird man als Mörder geboren? Ist ein Mörder wirklich ein Monster? Wie steht es um seinen Charakter? Ist er dennoch ein Mensch wie du und ich und zeigt Gefühle?
Im Briefaustausch mit dem Serienmörder erfährt man viel über seine Entwicklung: Seine Kindheit, die alles andere als kindgerecht war; seine Familie, die ihm keine Liebe und Zuneigung geschenkt hat. Menschen, die ihm gelehrt haben, was „richtig“ ist.
Schon allein im Vorwort von einem Hauptkommissar kristallisiert sich heraus, dass die Gesellschaft und die Peergroups einen großen Teil dazu beitragen, um ein Verbrechen nicht zu verhindern. Es wird zu oft weggesehen.
Schonungslos nüchtern schreibt der Serienmörder unter dem Pseudonym Axel F. über seine Gewalttaten, über seine Beweghintergründe und über seine Gedanken. Sachlich und ohne Emotionen. Das interessante hierbei ist, dass er nicht um Gnade winselt, aber jedoch weiß, dass er Menschen gequält und aus dem Leben gerissen hat. Er steht zu seinen Taten und nimmt auch seine lebenslange Haftstrafe hin. Man merkt, dass er offen darüber reden möchte, was aus ihm geworden ist und welche große Rolle seine Erfahrungen in der Kindheit heute noch haben. Teilweise gab es Textkürzungen, um uns Leser vor all den Grausamkeiten zu schützen, dennoch war ich über die abgedruckten Zeilen sehr erschüttert und schockiert. Ein Kontrastprogramm bieten die Freundlichkeitsfloskeln und der SmallTalk in den Briefen, worauf sich schlussfolgern lässt, dass selbst der nette Nachbar von Nebenan ein Mörder sein könnte.
Das Buch ist definitiv keine leichte Kost, ermöglicht dem Leser aber einen Einblick in die Entwicklung eines Serienmörders.
Der Anfang war schwer zu lesen, später war es sehr spannend in die Psyche von einen Serienmörder einzutauchen. Erschreckend und schockierend zugleich. Nicht für schwache Nervend geeignet. Man kann nicht weiter lesen ,man kann aber auch nicht aufhören zu lesen.