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Schlacht der Identitäten: 20 Thesen zum Rassismus - und wie wir ihm die Macht nehmen

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Der Kampf gegen den Rassismus ist eine Menschheitsaufgabe Hamed Abdel-Samad hat Rassismus erlebt: In Ägypten wurde er als hellhäutiger Kreuzritterbastard denunziert, in Deutschland ist seine Haut manchen zu dunkel, sein Name anderen zu muslimisch. Dieses erfahrungssatte Buch ist kein Bericht der Betroffenheit. Es ist die Analyse eines durch Globalisierung, Migration und Vorfälle in den USA auch hierzulande angeheizten Themas. Die Radikalität der Debatte, die in Deutschland weit über das Thema Rassismus hinaus Fragen von Identität, Zugehörigkeit, Rederecht und Redeverbot behandelt, droht die Gesellschaft tief zu spalten. Abdel-Samad sucht die Auseinandersetzung zu rationalisieren und zeigt im Individualismus einen Ausweg aus der zwanghaft identitätsfixierten Zugehörigkeitsdebatte

146 pages, Hardcover

Published January 1, 2021

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173 people want to read

About the author

Hamed Abdel-Samad

24 books292 followers
Germany based Egyptian political scientist, historian and author.

Abdel-Samad became known to the German public through his book Mein Abschied vom Himmel and for the tv-series he is in with jewish journalist Henryk Broder.

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Community Reviews

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1 star
2 (2%)
Displaying 1 - 8 of 8 reviews
Profile Image for Semjon.
767 reviews503 followers
August 13, 2022
Für mich das beste Buch, das ich bislang zum Thema Rassismus gelesen habe, da Abdel-Samad Lösungen nennt, wie die festgefahrene Diskussion über das Thema deblockiert werden könnte. Seit ich mich intensiver mit dem Thema befasse, kann ich die Auffassung des Autors teilen, das Sprachverbote und Shame‘n‘Blame-Spielchen keinen Erfolg haben werden bei dem Ziel, eine antirassistische und emphatische Gesellschaft zu werden. Damit spricht diejenigen Autor/innen, die ihrerseits Respekt und Individualität für ihre Person einfordern, aber gleichzeitig Bevölkerungsgruppen pauschalisieren, somit also so agieren, wie sie es selbst den Anderen vorwerfen. Aber lest selbst oder hört es euch an. Bei den bekannten Streaming-Diensten ist es auch zu finden. Das sind 3 Stunden, die es wert sind.
Profile Image for Isabel.
505 reviews12 followers
August 30, 2021
Ok, dieses Buch war anders als meine bisherige Lektüre zum Thema Rassismus. Dies liegt zum Einen daran, dass Autor Hamed Abdel-Samad Rassismus viel breiter definiert, als Tupoka Ogette in ihrem Buch "Exit Racism" oder Alice Hasters in "Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen aber wissen sollten". Beide Bücher kann ich übrigens wärmstens empfehlen! Die beiden Autorinnen verstehen unter Rassismus die Diskrimminierung aufgrund von Hautfarbe, die von weißen Menschen an schwarzen Menschen begangen wird. Denn Rassismus kann ihrer Auffassung nach nur aufgrund von institutioneller und struktureller Macht entstehen.

In "Schlacht der Identitäten" zieht der Autor die Definition der Europäischen Kommission gegen Rassismus und Intoleranz als Grundlage heran laut der Rassismus unter anderem auch aufgrund von Religion entsteht. Deshalb liegt sein Fokus auch vor allem auf dem Islam. Seine Hauptbotschaft ist, dass jeder Mensch zu Rassismus fähig ist, also auch schwarze Menschen gegenüber weißen Menschen, Muslime gegenüber Christen Vorurteile haben können: "Deshalb ist es nicht nur falsch, sondern auch gefährlich, den Rassismus als ein Privileg des weißen Mannes zu betrachten. Ebenso falsch ist es, die Definition von Rassismus dahingehend zu verändern, dass es sich dabei nicht länger um eine individuelle Erfahrung handelt, in der ein Mensch Opfer und ein anderer Mensch Täter ist, sondern einer ganzen Ethnie oder Gruppe die Rolle der Täter bzw. Opfer zugeschrieben wird. Solche pauschalen Zuweisungen sind die Ur-Wurzeln von Rassismus, denn sie kategorisieren und verstellen den Blick auf das Indivuum." (S. 83)

Hier würden nun einige Autoren vehement widersprechen, da dabei nicht immer Machtstrukturen zugrunde liegen. Und ich verstehe ihre Argumente durchaus. Aber: Der Ansatz von Abdel-Samad ist so viel symphatischer und menschlicher! Er spaltet die Menschen nicht in Opfer (Schwarze) und Täter (Weiße), sondern regt zur Selbstreflexion an und ruft zur Versöhnung auf. Denn die überwiegende Mehrheit der Menschen steht für Frieden und setzt sich gegen Rassismus ein. Zugleich gibt er damit Menschen, die Opfer von Rassismus geworden sind, eine Handlungsmacht und zeigt Wege auf mit Diskriminierungen umzugehen.

Damit möchte er keineswegs Rassismus relativieren, da er selber viel zu oft Opfer davon geworden ist. Aber er gibt auch offen zu selbst rassistisch gedacht zu haben, weil sich niemand von uns frei davon machen kann. Er spricht das aus, was ich mir in aktuellen Debatten oft gedacht habe ohne mich zu trauen es laut auszusprechen: "Doch oft bedienen sich Antirassisten leider der gleichen Mittel wie die Rassisten selbst. Sie polarisieren, indem sie die Gesellschaft in Gut und Böse einteilen. Sie überhöhen die eine Gruppe und verachten die andere, sie Grenzen Andersdenkende aus und sind im Namen der Toleranz vor allem eines: intolerant." (S. 69)

Obwohl ich seine Argumente zutiefst nachvollziehen kann, sind sie mir auf knapp 140 Seiten zu verkürzt dargestellt, wodurch es einfach an Tiefe mangelt. Außerdem sehe ich die Gefahr in "All Lives Matter" abzugleiten, womit dann niemandem mehr geholfen ist. Hier wäre es sicher sinnvoll gewesen diese breite Definition von Rassismus einzugrenzen und nur eine Gruppe zu betrachten wie die Muslime in Deutschland. Auch finde ich, dass er viel zu oft von sich auf andere schließt. Nur weil er sich von der Frage "Woher kommst du ursprünglich?" nicht angegriffen fühlt, muss das doch nicht für jeden Menschen gelten. Hier vergisst er für meinen Geschmack zu oft, dass jemand der in Deutschland geboren wurde, durchaus ein Problem mit dieser Frage haben kann, wenn sie ihm täglich gestellt wird. Aufgrund dieser Kritikpunkte gibt's drei Sterne und Applaus für seine Bemühungen Frieden zwischen den ganzen Gruppen zu stiften!
Profile Image for uk.
225 reviews35 followers
June 20, 2021
Wie Hamed Abdel-Samad halt so ist:

informiert, offen, streitbar, freiheitsliebend, klar, klug, konsequent, unbequem, ideologiefrei, aufrichtig.

Und vor allem: empathisch.
Profile Image for Sebastian Oremek.
63 reviews2 followers
July 13, 2021
Ein sehr kontroverses Buch, da der Autor versucht eine Brücke zu bauen, die aber auf einer so fragwürdigen Argumentation aufbaut, dass sie bei einem kritischen Hinterfragen sofort in sich zusammenfällt.
Rassismus ist nicht evolutionär bedingt, wie vom Autor angeführt, sondern kommt aus einer überlegenheits Überschätzung.
Rassismus entspringt eher aus Größenwahn, als aus Angst.
Er bedient sich der Angst, ist aber nicht dadurch entstanden.
Das Buch ist zu sehr eine Ausrede, als dass es ein Lösung aufzeigt.
#Books
14 reviews
April 29, 2021
Einige interessante Punkte wurden angesprochen und bieten Potenzial für anregende Diskussion in einer festgefahrenen Debatte. Nicht mit allem stimme ich überein, auch weil sich den aufgeführten Thesen meist nur sehr oberflächlich gewidmet wurde. Bei 20 Thesen auf 141 Seiten ist das auch kein Wunder. Mehr fundierter Tiefgang wäre daher wünschenswert gewesen. Es bleibt also zu hoffen, dass dies in künftigen Büchern nachgeholt wird.
Profile Image for Tobias.
4 reviews
September 17, 2024
Ein durch und durch klassisch-liberales Buch:

„Die gesamte von mir dargestellte Menschheitsgeschichte zeigt, dass die von mir gewünschten Verhaltensweisen ganz und gar unrealistisch sind und der menschlichen Natur komplett widersprechen. Aber wir müssen trotzdem weiter Liberalismus versuchen.“
Profile Image for Loretta.
23 reviews11 followers
December 17, 2021
Abdel-Samad ist der Humanist, den die Gesellschaft gerade braucht

"Nur wenn man erkennt, welche Koffer man selbst mit sich herumschleppt, wird man den Blick weiten können auf die der anderen."
Displaying 1 - 8 of 8 reviews

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