Es könnte der perfekte Sommer sein: Sean ist Anfang 20, jeder Tag ist ein neuer Hitzerekord, und in wenigen Wochen geht die Fußball-Weltmeisterschaft endlich los. Aber anstatt das Leben zu genießen, ist Sean am Tiefpunkt angekommen: er sitzt mit Depressionen in der Psychiatrie fest, und sein Herz rast von einer Panikattacke zur nächsten. Das einzige, woran er sich festhält, sind die seit Monaten allabendlich eintreffenden mysteriösen Anrufe aus Frankreich. Sie lotsen Sean und seine neuen Freunde aus der Psychiatrie schließlich auf eine lebensverändernde Odyssee über Berlin nach Paris - quer durch ein Europa, dessen Pflaster im Sommer 2018 in jeder Hinsicht ein heißes ist. Minu Tizabi erzählt mit viel Humor und Klugheit von der Magie des Zufälligen, vom Erwachsenwerden, wenn man die Dinge etwas anders wahrnimmt, und davon, wie eben wirklich alles mit allem zusammenhängt.
Es ist der Sommer 2018, kurz vorm Sieg der französischen Nationalmannschaft bei der Fußball-WM, und Sean Christophe, der unter Panikattacken leidet, ist in der Psychiatrie, wo er mysteriöse Anrufe erhält, deren Inhalt er nicht verstehen kann. Zusammen mit seinen neuen Bekannten geht er dem Rätsel auf den Grund. Dies ist die Grundidee hinter Minu Tizabis Debütroman "Revolution morgen 12 Uhr".
Minu Tizabi verleiht ihrem Protagonisten eine recht individuelle Stimme. Tatsächlich hat sie mich gleich an zwei Bekannte erinnert, die interessanterweise - wie der Protagonist - auch Englisch als eine ihrer Muttersprachen haben. Dabei ist neben dem teils ungewöhnlichen Satzbau und der Wortwahl auch die spezifische Art von Humor ein Kriterium. Ich finde das auf jeden Fall bemerkenswert (obwohl ich aus meiner persönlichen Erfahrung berichten kann, dass ich und andere Muttersprachler*innen, die ich kenne, eher dann einen englischen Ausdruck verwenden, wenn es kein deutsches Äquivalent gibt oder uns spontan keins einfällt, anstatt ganz einfache englische Wörter wie "anyway" zu benutzen, die man ebenso gut auf Deutsch sagen könnte). Auch andere Eigenschaften des Protagonisten schlagen sich in der Sprache nieder. So denkt Sean, der Mathe und klassische Philologie studiert, zum Beispiel häufig in mathematischen Metaphern. Generell nutzt Minu Tizabi viele sprachliche Bilder, die teilweise sehr poetisch sind.
Mir hat es gefallen, einen Roman zu lesen, der im Sommer 2018 - unter anderem - in Frankreich spielt, denn auch ich habe diese Zeit in Frankreich verbracht und sie als besonders intensiv erlebt.
Die Spannung im Roman hat sich nur sehr langsam aufgebaut, aber als ich einmal drin war, war ich drin.
Ich fand die Idee hinter der Geschichte, also den Plot, ziemlich interessant. Vorallem hat mich der Teil mit den psychischen Erkrankungen auf das Buch neugierig gemacht, ich hab mich gefragt wie das wohl in dem Buch umgesetzt wird, denn es ist ja selten einen Protagonisten generell mit irgendwelchen Erkrankungen zu sehen(oder zumindest für mich). Ich fand es gut, dass dieses Buch etwas anders war.
Leider muss ich jedoch sagen, dass die Art wie die Geschichte erzählt wird und der Aspekt mit den psychischen Krankheiten, meiner Meinung nach nicht gut umgesetzt war. Ich fand was Buch schwer zu lesen und es konnte mich leider nich fesseln, ich fand es ziemlich langweilig ehrlich gesagt. Ich konnte mich nie wirklich in die Figuren hineinversetzen und deren Persönlichkeiten sind mir immernoch sehr unklar.
****SPOILER****
Am Ende wurde das Rätsel nich gelöst und es war natürlich Absicht, aber das war mit der einzige Punk der an der Geschichte spannend war und mich gezwungen hat weiter zu lesen. Also sitzt man am Ende da und denkt sich: Was habe ich da jetzt gelesen?. Olga war in höchstens ein oder zwei Kapitel dabei. Aber am Ende lieben sie sich???? Wie ist das passiert ?? Huh?? Sie kannten sich doch kaum. Das hat für mich keinen Sinn gemacht.
****Ende Spoiler****
Der schreibstil war ok, er war nicht unglaublich schlecht, aber auch nicht sehr gut. Das Buch war sehr philosophisch, vielleicht einbisschen zu philosophisch für meinen Geschmack. Es gab aber auch viele interessante Gedankengänge, die mir wirklich gefallen haben (+1).
●Fazit● Das Buch war leider nichts für mich, ich lese auch meistens nicht oft solche Bücher; ich wollte eben etwas neues ausprobieren. Man kann dem Buch eine Chance geben, es war nicht schlecht, nur wie gesagt nichts für mich.
peace out people^^
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Mir fehlt bei ,Revolution Morgen 12 Uhr‘ eine konsequente Darstellung des Hauptcharakters. Sean Christophe soll alles sein: Von Mathe-Genie bis fußball Fanatiker und Poetiker. Mir scheint es als würde die Autorin viele Dinge unter einen Hut bringen wollen: Darstellung von komplexen phsychischen Krankheiten, Identitätsfragen, politischen Theman und Trauerverarbeitung. Meiner Meinung nach ist leider einfach zu viel gewollt, die Ufer sind zum Teil zu weit voneinander entfernt. Das ganze wird begleitet von zum Teil schwachen Metaphern. Gelungen ist die Beschreibung der Orte, der Eskalation und die kleinen Beobachtungen. Die haben mich das Buch weiterlesen lassen.
Am Anfang war ich hin und weg vom Buch. Der Schreibstil, die Thematik, die Wortwahl - es war so gut! Und plötzlich hat es komplett alles verloren, was anfangs so super war. Ich weiß nicht, ob es daran lag, dass sich das Setting verändert hat oder zu viele Themen bearbeitet wurden. Total schade, denn geschrieben war es wirklich fantastisch.
Ganz ok. Irgendwie nichts, was mich vom Hocker gehauen hat, schlecht war es allerdings auch nicht. Die Buchidee finde ich an sich nicht schlecht. Ich hätte gerne mehr über die psychischen Krankheiten einzelner Figuren erfahren.
Wenn man die Welt mit anderen Augen sieht, hat plötzlich alles eine Bedeutung? Oder doch nicht? Oder eine ganz andere? Der Roman nimmt einen mit in die Gedankenwelt von Menschen, die anders denken. Oder denken wir nur anders? Sehr interessant!
Debütromane sind etwas wunderbares. Was für ein gutes Buch, aber hat mich auch hart konfrontiert. Jedoch das Ende, dass Ende ist gar nicht meins [persönliche Resonanzen].