»Dem deutschen Volke« lautet die Inschrift über dem Portal des Reichstagsgebäudes in Berlin. Doch die Bevölkerung ist in unserer heutigen Form der Demokratie ein Akteur ohne besonders großen Einfluss. Abgeordnete, die die Interessen der Menschen vertreten? Pustekuchen! Lobbykontakte und elitäre Netzwerke sind entscheidend. Monopoly ist ein extrem gerechtes Spiel dagegen. – Wir müssen die Spielregeln unserer Demokratie ändern! Wir brauchen mehr Basis, mehr außerparlamentarische Bewegungen, brauchen Volksvertreter, die nicht ihrem korrumpierten Gewissen verpflichtet sind. Dann haben wir auch die Möglichkeit, die Corona-Krise als Chance zu nutzen und die Millionen Menschen von Fridays for Future, die für eine bessere Politik demonstrieren, nicht der Klimaschutzlobby zum Fraß vorzuwerfen.
"Lobbyland" von Marco Bülow sollte eigentlich jeder vor der Bundestagswahl gelesen haben! Ich beschäftige mich schon einige Zeit mit unserer Politik und weiß, dass es wirklich schlecht läuft... Wie schlimm es aber wirklich ist, wie groß der Fraktionszwang und wie weit die eigenen Parteien von ihrer politischen Basis entfernt sind, das wusste ich nicht - auch wenn ich es natürlich geahnt habe. Bülow erklärt übersichtlich und gut strukturiert, was alles schief läuft und nimmt vor allem seine ehemalige Partei nicht in Schutz. Am Ende liefert er aber auch noch... ich nenne es mal "eine Anleitung zur Utopie", die wir erreichen sollten. Und auch, wenn ich eigentlich alles davon so unterschreiben könnte... selbst ein kleiner Schritt in diese Richtig wäre schon mal ne nette Sache!
Zuletzt muss ich sagen, so gut das Buch auch wahr... bzw. grade deswegen wünsche ich mir, dass ich es nicht gelesen habe. Unwissenheit ist halt auch was schönes, auch wenn es einen natürlich nicht weiterbringt.
Jeder sollte dieses Buch lesen! Ein Blick hinter die maroden Strukturen unserer Post-Demokratischen Verhältnisse. Marco Bülow liefert eine Kampfschrift und sagt dem Profitlobbyismus der den Bürgern Ihre Demokratie entrissen hat den Kampf an.
Mir ist Confirmation Bias ein Begriff: mein Bauchgefühl wurde bestätigt. Beantwortet die Frage, warum so viel so falsch läuft in diesem Land. Bitte lest das Buch und macht mit: Wir haben alle das Privileg teilzuhaben! Danke Marco Bülow!
Ein so wichtiges Buch! Ja, es geht um die Verflechtung von Politik und Wirtschaft, aber es geht auch im allgemeinen um die Krise der deutschen Politik. Bülow beschreibt die lähmende Stagnation unseres Politikbetriebs und setzt sie in Beziehung zur zunehmenden Politikerverdrossenheit der Bevölkerung. Wie lässt sich das ändern? Wie stellt er sich eine funktionierende und lebendige Demokratie vor? Vieles davon wirkt heute wie eine Utopie - leider.
Leider krankt das Buch an einem schlampigen (oder nicht vorhandenen) Lektorat. Vieles hätte glattgebügelt und konkreter formuliert gehört, viele Formatierungen hätte man vereinheitlichen müssen. (Warum werden hier normale Absätze gleichberechtigt mit Internet-Leerzeilen-Absätzen verwendet?) Dazu kommen falsche Artikel, falsche Konjugationen und Satzenden, die nicht so recht zu ihrem Satzanfang passen mögen. Da kann ich nicht so einfach drüber weglesen, da bin ich einfach zu pingelig. Darum letztendlich nur drei Sterne für ein Buch, das man trotzdem dringend lesen sollte.
Einfach zu lesen, verständlich erklärt, ohne schnörkelige Worte auf den Punkt gebracht. Manchmals so flapsig, dass es fast schwerfällt den Inhalt zu glauben. Wichtig, diesen Einblick hinter die Kulissen zu kennen.
In Lobbyland beschreibt Marco Bülow, wie die Verflechtung von Politik und Wirtschaft die Demokratie in Deutschland untergräbt. Er stellt eindringlich dar, wie einflussreiche Lobbys und Großkonzerne politische Entscheidungen lenken und die Interessen der Bevölkerung dabei vernachlässigt werden. Bülow war selbst lange SPD-Bundestagsabgeordneter und bringt persönliche Erfahrungen ein, die seine Kritik glaubwürdig und lebendig machen. Mit seinem Übertritt zur Satirepartei Die Partei verließ er das etablierte Parteiensystem und verstärkte seinen Appell, politische Strukturen zu reformieren und die Demokratie zu stärken.
Das Buch zeigt eindrucksvoll die Dringlichkeit einer demokratischen Erneuerung auf. Im letzten Teil geht Bülow ausführlich auf Reformvorschläge ein. Er fordert beispielsweise die Abschaffung des verfassungswidrigen Fraktionszwangs, Transparenz in der Parteifinanzierung und Lobbyarbeit und die Einrichtung eines Demokratieministeriums. Seine Vision einer „politischen Moderne“ zielt darauf ab, das Gemeinwohl und die Bürgerbeteiligung zu stärken. Ein besonderer Fokus liegt darauf, Profitinteressen zu regulieren, etwa durch strengere Regeln für Parteispenden und Nebenverdienste von Politikern. Bülows Ansätze für eine offenere Kommunikation und Resonanz in der Politik sollen Vertrauen zurückgewinnen und die „Fassadendemokratie“ überwinden. Kritiker und Leser loben seine klaren Worte und die Inspiration, die sein Buch für ein aktiveres demokratisches Engagement bietet
Die Schreibweise ist echt gewöhnungsbedürftig, das erste Kapitel ziemlich zäh, aber man erfährt wie undemokratisch und nicht-repräsentativ die Politik im Bundestag funktioniert. Das zweite Kapitel ist mega interessant, da geht es um die Lobbyarbeit und es werden viele Beispiele geliefert von Personen aus der Politik die nach ihrem Amt Lobbyarbeit betreiben oder gleich in den Vorstand der Unternehmen wechseln für welche Sie die Entscheidungen im Bundestag getroffen haben. Im dritten Kapitel werden angeblich Lösungsansätze geliefert, aber eigentlich ist es nur ein Sketch wie alles sein sollte damit es besser funktioniert, nicht wie wir dahin kommen könnten. Am Ende erhält sich die politische Kaste selbst...
Gutes Buch, wenn man nur an den Kernaussagen interessiert ist, reicht es auch ein paar Beiträge von Marco Bülow auf Youtube zu schauen. Ich werde nach dem Lesen jedenfalls keine etablierte Partei mehr wählen, macht ja so keinen Sinn.
Lobbyland ist - wie es Marco Bülow auch selbst schreibt - die rote Kapsel, die einen noch tiefer in den Kaninchenbau vordringen lässt. Wer es noch nicht wusste oder einfach nicht genug wusste, der ist mit diesem Buch sehr gut aufgehoben. Ein sehr unterhaltsam und spannendes Buch, dass einen am Ende aber gerade nicht vor einem Scherbenhaufen zurücklässt, sondern mit einem 21-Punkte-Plan und der Nennung vieler Initiativen, Vereine und Gruppierungen ausstattet.
"Eat the rich." - Rezo (,der seinen Chat zitiert) "Und im Übrigen bin ich der Meinung, dass der Profitlobbyismus zerstört werden soll." - Marco Bülow