Vom Titel her hat mich die Story eigentlich nicht angesprochen. Bei der Beschreibung wurde ich jedoch skeptisch und habe mich lange nicht gewagt, mir diesen Manga näher anzusehen. Doch ich wurde überrascht.
In erster Linie ist mir der sehr schöne Zeichenstil aufgefallen. Der entspricht meinem Geschmack und ist sehr schön. Das Einzige, was diesen etwas stört, ist wieder einmal die Zensur bei intimeren Szenen. Sie passt nicht zu dem sonst so schönen Zeichenstil.
Die Handlung des Mangas erstreckt sich über einen längeren Zeitraum und lässt sich gut in drei Abschnitte einteilen. Der erste Abschnitt beginnt als sich die beiden Protagonisten während ihrer Ausbildung zu Programmierern kennenlernen.
Misaki ist eher der lebendige Typ, der für seine Leidenschaft, Spiele zu spielen zu entwickeln brennt. Er möchte unbedingt zu einer bestimmten Spieleentwicklungsfirma. Dafür arbeitet er sehr hart, um sein Können zu verbessern. Doch er kommt anscheinend nicht an das Talent von Kaname, seinem Mitschüler ran. Dieser scheint ein absolutes Naturtalent zu sein. Kaname ist eher ruhig und zieht sich schnell von anderen zurück. Im Gegensatz zu Misaki ist er nicht im Klassensystem integriert und stößt seine Mitschüler meistens eher vor den Kopf. Doch mit Misaki freundet er sich an. Die beiden verbringen viel Zeit miteinander. Doch der Neid von Misaki zerfrisst ihn und die Freundschaft, die die beiden teilen. Doch Kaname empfindet mehr für Misaki als Freundschaft und zeigt ihm das.
Danach verlieren sich die beiden schnell aus den Augen und treffen erst Jahre später wieder aufeinander. Sie arbeiten gemeinsam an einem Projekt zusammen und kommen sich näher. Doch auch hier wird die Beziehung der beiden durch den Neid von Misaki auf eine harte Probe gestellt.
Jahre später hat Misaki seinen Traum aufgegeben und begegnet Kaname wieder. Dabei wird ihm klar, wie sehr er seinen Traum liebt und möchte wieder zurück in die Welt der Videospiele. Doch klappt es dann auch mit Kaname, wenn er begreift, dass sein Neid ein Störfaktor ist?
Die emotionale Seite von Misaki wird hier sehr gut dargestellt. Das mochte ich sehr. Man kann schon verstehen, wie er empfindet und warum er teilweise so überzogen handelt. Dennoch fand ich es Kaname gegenüber unfair. Dieser hat ihm eigentlich nichts getan und sogar mit ihm privat an Projekten gearbeitet, um seine Fähigkeiten zu schulen. Doch so sah Misaki das gar nicht. Und er ist an seinem Neid zerbrochen. Das hat man gespürt. Er musste selbst er klar werden, dass er nie dieses Level erreichen kann. Aber dafür seine eigenen Fähigkeiten hat, auf die er vertrauen muss.
Schade fand ich hingegen, dass man nie Kanames Gedanken- und Gefühlswelt präsentiert bekam. Ich hätte Kaname gerne näher kennengelernt und mehr über ihn erfahren. Gern hätte ich auch gesehen, dass die beiden Männer besser miteinander kommunizieren. Das fehlte mir auch.
Aber trotz allem ist „Daisy Jealousy“ ein unglaublich schöner Manga, der mir überraschend viel Freude beim Lesen bereitet hat.