Mit Helgoland verbindet Isabel Bogdan eine innige Schreibbeziehung. Oft schon ist sie in Hamburg auf den Katamaran gestiegen, der sie zu »Deutschlands einziger Hochseeinsel« bringt. Denn dort, mit Rundumblick aufs Meer, schreibt es sich viel besser als am heimischen Schreibtisch (wo sie dafür problemlos übersetzen kann). Doch warum ist das so? Nähert man sich einer Geschichte auf dieselbe Weise, wie man eine Insel für sich entdeckt? Auf welcher Seite der Insel beginnt man – und wie findet man in einen Roman? Isabel Bogdan erzählt nicht nur von den Besonderheiten kleiner Inselgemeinden, von Helgolands wechselvoller Historie, von seltenen Vögeln oder Geheimrezepten gegen Seekrankheit.Vielmehr spannt sie den Bogen vom Schaffen des berühmtesten Helgoländer Geschichtenerzählers James Krüss zu der Frage, was gutes Erzählen eigentlich ausmacht und ob man es erlernen kann.
Isabel Bogdan studierte Anglistik und Japanologie in Heidelberg und Tokio. Heute lebt sie in Hamburg-Borgfelde. 2006 erhielt sie den Hamburger Förderpreis für literarische Übersetzung, 2011 den Hamburger Förderpreis für Literatur. 2013 war sie für einen Monat Artist in Residence an der Universität Nanjing. Sie hat verschiedene Lesereihen mitorganisiert, unter anderem Kaffee.Satz.Lesen mit Stevan Paul und Tirili/Tristesse mit Maximilian Buddenbohm. Außerdem ist sie Mitglied im PEN-Zentrum Deutschland, Gründungsmitglied des PEN Berlin und im Verband deutschsprachiger Übersetzer (VdÜ). Sie ist Vorsitzende des Vereins zur Rettung des „anderthalb“.
Bogdan übersetzt unter anderem Texte von Jonathan Safran Foer, Nick Hornby, Megan Abbott, Tamar Yellin und Jane Gardam. 2016 erschien ihr erster Roman Der Pfau, der auf der Shortlist zum Lieblingsbuch des unabhängigen Buchhandels stand und mit dem Deutschen Hörbuchpreis Hörkules ausgezeichnet wurde.
Isabel Bogdan, deren “Der Pfau” ich gemocht und deren “Laufen” ich geliebt habe, hat ein neues Buch veröffentlicht. Keinen Roman diesmal, sondern ein Buch über “ihre” Insel Helgoland. Helgoland ist für die Hamburger das regelmäßige Ziel, wenn sie Ruhe zum Schreiben braucht. Und so ist “Mein Helgoland” ein Mix aus journalistischer Reiseerzählung und literarischer Meditation zum eigenen Schreiben geworden.
Wen es interessiert, der bekommt hier natürlich Fakten zu Helgoland geliefert. Die Geographie, die Geschichte, die ganzen seltenen Vögel, die Robbenbänke. Was man eben so wissen möchte, wenn man eine Insel besucht. Isabel Bogdan unterhält sich mit Ornithologen und einem Robbenschützer. Dabei erzählt sie spannend und gleichzeitig anekdotisch: Die Idee des Sturmwichtelns zum Beispiel wird zumindest dieser Rezensentin nicht so schnell wieder aus dem Kopf gehen. (Bei einem heraufziehenden Sturm stellt man etwas vor die Tür und lässt sich nach dem Sturm überraschen, was stattdessen da steht. Herrlich skurril!)
Gleichzeitig geht es jedoch auch um den Prozess des Schreibens. Wie findet Isabel Bogdan ihre Stoffe? Wie bringt sie sie zu Papier? Schnelles oder langsames Schreiben? Vorher plotten oder während des Schreibens überraschen lassen? Über all diese Fragen macht sie sich in diesem Büchlein Gedanken und es ist spannend, ihr bei diesen sehr persönlichen Betrachtungen über die Schulter zu schauen.
Das Hörbuch hat Isabel Bogdan selbst eingelesen, mit Gaststar Christoph Maria Herbst für ein paar ausgewählte Zitate des auf der Insel geborenen Autors James Krüss. Klar, da darf man keine professionell ausgebildete Stimme erwarten, doch ich finde, der Stoff verlangt geradezu danach, auch beim Hörbuch mit der persönlichen Note der Autorin punkten zu können.
“Mein Helgoland” ist ein schönes Geschenkbuch für Liebhaber von Helgoland und Fans von Isabel Bogdan. Über beide kann man hier viel lernen!
„Ich werde wiederkommen müssen. Immer wieder. Und schreiben werde ich auch wieder.“ (Zitat Pos. 1239)
Thema Dieses Buch von Isabel Bogdan ist eine interessante, sehr persönliche Mischung aus unterhaltsamen Schilderungen ihrer Tage auf Helgoland, der besonderen Eigenheiten dieser Insel und des Schreibprozesses, der Arbeit an ihrem Roman. Zitate aus dem Gesprächen zwischen Boy und seinem Urgroßvater, dem besten Geschichtenerzähler der Welt, aus dem zeitlosen Buch „Mein Urgroßvater und ich“ von James Krüss, ergänzen den Text.
Inhalt Wenn die Schriftstellerin und Übersetzerin Isabel Bogdan an ihrem eigenen Buch schreibt, zieht sie sich auf die Nordseeinsel Helgoland zurück, denn nirgendwo sonst kann sie so kreativ über das Schreiben und die Unterschiede zwischen dem Übersetzen eines bereits bestehenden Romans und dem Schreiben eines eigenen Buches nachdenken. In ihren Gedanken diskutiert sie ihre Überlegungen, wie man eine Geschichte am besten erzählt, mit dem berühmten Helgoländer Schriftsteller James Krüss. Gleichzeitig wandert sie auf ihr seit Jahren vertrauten Wegen über die Insel und entdeckt trotzdem immer wieder Neues, lernt neue Menschen kennen. Wir erfahren viel über die Probleme des Insellebens, die vielfältige Vogelwelt und Natur dieser Insel, was es mit der einzigen Ampel Helgolands auf sich hatte und wissen nun auch, was „Sturmwichteln“ ist. Bei dieser Schilderung hatte ich sofort Bilder vor Augen und musste laut lachen, denn die Autorin erzählt lebendig und humorvoll. Natürlich besucht sie bei jedem Aufenthalt auch die der Hauptinsel vorgelagerte kleine Insel Düne mit den Seehunden und Kegelrobben. Doch es gibt noch viel mehr zu erkunden, für den nächsten, den übernächsten Besuch, für irgendwann. „Man ist nämlich doch nicht so schnell fertig mit dieser Insel, wie man meint, wenn man zum ersten Mal sieht, wie klein sie ist.“ (Zitat Pos. 1226)
Fazit Eine wunderbare, unterhaltsame Mischung aus Inselfeeling auf der manchmal rauen Nordseeinsel Helgoland und persönlichen Einblicken in den kreativen Schreibprozess der Schriftstellerin. Ein Buch für Lesebegeisterte, Reiselustige, Naturbegeisterte, Inselfans, Neugierige und Träumer.
Sympathisch, kurzweilig und voll trockenem Humor beschreibt Isabel Bogdan ihr Verhältnis zu Helgoland, der einzigartigen Nordseeinsel, zu der es sie immer wieder hinzieht. Gleichzeitig eine faszinierende Medition über das Schreiben selbst, Bogdans eigenen Schreibprozess, die Wichtigkeit von Deadlines und die mehr oder weniger hilfreichen Tipps von Kollegen.
Äußerst empfehlenswert für angehende Schriftsteller ebenso wie für angehende Helgonauten.
A few interesting insights into the writing process and how authors differ in their approaches. I found the chapter on translating the most enlightening though.
My general rule about not ever allowing authors to read their own books was yet again confirmed here. Only because someone can write doesn't mean that they can or should narrate (their own book) well.
Isabel Bogdan, die vielfache Übersetzerin und Romanautorin schreibt über Helgoland, die Insel, die sie mag uind auf der sie schon oft war, um zu schreiben. So geht es in diesem Buch mindestens so viel um das Schreiben in seinen verschiedenen Facetten wie über die Insel und deren Geschichte. Isabel Bogdan setzt ihren Humor mit leicht ironischer Brise ein und schafft so ein entspanntes Buch.
„Mein Helgoland“ ist ein autobiografisches Werk, das sich nicht – wie man es erwarten könnte – nur um die Insel Helgoland dreht, sondern auch vom Schreiben handelt, insbesondere aus der ganz persönlichen Sicht der Autorin. Im Vordergrund stehen ihre eigenen Besuche auf der Insel, die sie mit diversen historischen und aktuellen Informationen ergänzt, aber gleichzeitig knüpft sie interessante Verbindungen dazu, wie es ist, einen Roman zu schreiben. Mit ihrem neuesten Werk hat Frau Bogdan mich aufs Neue begeistert. Sie schafft es, dass ich innerhalb kürzester Zeit sämtliche Emotionen durchlebe und nach dem Lesen der letzten Seite auf der Stelle nach Helgoland fahren und an meinem (gar nicht vorhandenen) Buch schreiben möchte. Selten habe ich einen so vielseitigen und interessanten und gleichzeitig unterhaltsamen Reisebericht gelesen. Das Geniale ist jedoch, dass sie es dabei immer wieder schafft, eine Verbindung zum Schreiben herzustellen: Die verschiedenen Phasen, die Hochs und Tiefs, aber auch die Herangehensweise beim Schreiben eines Buches. Dabei wirkt das niemals gewollt, sondern liest sich wie ein flüssiger innerer Monolog. Neben dem tollen Schreibstil war aber auch der trockene Humor wieder einsame Spitze: Ich habe auf diesen gut hundert Seiten so viel gelacht wie schon lange nicht mehr. Unbedingt empfehlenswert für alle, die Lust auf eine gedankliche Reise auf die Nordseeinsel haben oder schon immer einmal wissen wollten, was sich beim Schreiben eines Buches sozusagen hinter den Kulissen abspielt.
Isabel Bogdan hat eine Lieblingsinsel: für sie ist das Helgoland. Zumindest war sie seit ihrem ersten Besuch Jahr für Jahr immer wieder auf der einzigen Hochseeinsel Deutschlands.
Von ihren Eindrücken dort oben und von ihrem Schreiben erzählt sie in "Mein Helgoland", das als Teil der "Meine Insel" - Reihe erschienen ist. Außerdem geht es um Kegelrobben und Seehunde, die Fahrt mit der Fähre und Reiseübelkeit, um James Krüss und das Erzählen von Geschichten.
So entsteht ein lebhaftes Bild von einem Ort, der aufgrund seine Beschaffenheit fast den Charakter einer Parallelwelt hat. Man fühlt sich live dabei, wenn sie sich mit Ornithologen unterhält, oder einfach nur auf die stürmische See blickt.
Gleichzeitig erfährt man viel über das Schreiben (und wie es sich vom Übersetzen unterscheidet), über Entscheidungen die getroffen, Handlungen, die erschaffen, und Charaktere, die geboren werden müssen. Wer "Laufen" genauso geliebt hat wie ich, und den "Pfau" genauso lustig fand, erhält hier echte Einblicke über das, was dahinter steckt.
Das Buch hat mir so gut gefallen und so viel "Lust auf Meer" gemacht, dass wir ernsthaft überlegen, nächstes Jahr nach Helgoland zu reisen 💙
Köstliches Buch. Viele nützliche Gedanken zum Schreiben, vielleicht ein bisschen zu viele Gedanken zur Vogelkunde. Richtig Lust auf Helgoland habe ich nicht bekommen, aber die Insel ist so klein... bestimmt dankbar für jede:n Touri, der oder die nicht kommt. Jedoch sehr viel Lust bekommen, mal wieder James Krüss zu lesen, Helgolands berühmtesten Sohn.
Ich liebe die Bücher und den Schreibstil von Isabel Bogdan. Und ich mag die Insel Helgoland. Und nun liebe ich auch dieses, ihr drittes Buch. Isabel liebt die Insel sehr und reist regelmäßig dorthin, wenn sie sich ausschließlich auf das Schreiben konzentrieren möchte. Dort findet sie viel Inspiration und Konzentration. Ihr Buch ist eine Mischung aus Informationen über die Insel Helgoland, ein wenig Geschichte und über das, was es dort zu sehen gibt, und über Isabel Bogdans Lieblingsplätze. Es ist aber auch ein Buch über ihren Schreibprozess. Sie verknüpft Wissenswertes über die Insel und und des Prozess des Schreibens auf ganz wunderbare Art! Es hat sicher geholfen, dass ich selbst schon auf Helgoland war und alle Orte kannte, von denen sie erzählt hat. Ebenso fand ich die Informationen über ihren Schreibprozess sehr interessant. Dies ist sicherlich kein Buch für jedermann. Für mich aber, war es - wieder mal - ein perfektes Bogdan-Buch. Das Hörbuch wird von der Autorin selbst gelesen. Sicher nicht so perfekt, wie es eine professionelle Sprecherin machen würde. Dafür aber um so persönlicher und sehr authentisch. So, als würde man mit ihr bei einem Kaffee zusammensitzen, und ihrer Geschichte lauschen.
Man ist direkt da, im Wind, vor den Heidschnucken. Die Inselsehnsucht, der Meerhunger. Ich mag das Lakonische, Spröde. Und über die Architektur in Helgoland habe ich auch gegoogelt, ist mir als Jugendliche dort natürlich nicht aufgefallen. Schön, ein ruhendes, stilles, tollsprödes Buch.
Bei 20% abgebrochen. Vielleicht muss man Helgoland kennen, vielleicht ist das Buch einfach langweilig. Dass die Autorin selbst liest trägt leider nicht dazu bei, das Buch für mich besser zu machen.