MEINE MEINUNG
Da ich gute New York-Geschichten immer sehr liebe, war ich auch hier sehr gespannt auf den Roman. Der Klappentext klingt einerseits nach einer typischen CEO-Geschichte, andererseits scheint sich aber auch noch mehr dahinter zu verstecken, worauf ich super neugierig wurde.
Als Emma für ein Praktikum in einer Kanzlei nach New York zieht, ahnt sie noch nicht, was ihr Auslandsjahr für sie bereit hält. Kurz nachdem sie ihre Stelle in der Kanzlei angetreten hat, beginnt es, zwischen ihr und ihrem Chef zu knistern und schon lässt sie sich auf ihn ein. Doch er hat keine so reine Weste, wie es nach außen scheint und schnell versinkt Emma in ihrem Liebeskummer. Ohne ihre beste Freundin Isy und ihren Mitbewohner Nick würde sie die Zeit wohl kaum überstehen, wobei besonders Nick einen Platz in ihrem Herzen erhält ...
Emma kommt aus Deutschland und ist bei ihrem Vater, ein erfolgreicher frankfurter Anwalt, aufgewachsen. Er hat seine eigene Kanzlei und sieht in Emma nicht viel mehr als einen Nachfolger für diese. Und obwohl Emma gerne im juristischen Bereich arbeitet, sieht sie sich keinesfalls in der Kanzlei ihres Vater und möchte lieber Menschen helfen anstatt sie finanziell auszunehmen. Ansonsten ist sie sich bisher eher unsicher, wohin ihr Leben sie führt. Sie genießt ihre Freiheiten in New York und möchte einfach im Moment leben und sich nicht zu viele Gedanken um ihre Zukunft machen. Ich habe Emma schnell gemocht, auch wenn sie manchmal einfach rütteln wollte. Sie ist sehr süß, oft aber auch sehr naiv und "blind", was gewisse Dinge angeht. Trotzdem mochte ich sie wie gesagt sehr gerne.
Als weitere Figuren taucht einmal Emmas neue beste Freundin Isy auf, die ebenfalls in der New Yorker Kanzlei arbeitet und stets einen gut gelaunten Eindruck machte. Dann gibt es da noch den Chef der beiden, Anthony. Zunächst machte er einen recht sympathischen Eindruck auf mich, er war sehr nett und lieb, anders als es andere CEOs in solchen Geschichten öfter sind. Doch dieser Eindruck ändert sich bald, darauf möchte ich aber nicht zu sehr eingehen. Und zuletzt spielt Emmas neuer Mitbewohner, Nick, eine große Rolle. Er ist ein typischer Frauenaufreißer, der sich nicht festlegen möchte und einfach sein Leben genießt. Insgesamt eine sehr angenehme Mischung an Charakteren, die mir sehr gefallen hat.
Der Roman ist in der Ich-Form aus Emmas Perspektive geschrieben worden, wobei das Buch außerhalb der Kapitel in Monate eingeteilt wurde. So durchleben wir Emmas gesamtes Auslandsjahr und haben immer eine schöne Richtlinie, wie viel Zeit seit welchem Ereignis vergangen ist, was ich sehr mochte. Dazu kommt Emmas To-Do-Liste, die sie anfangs für ihren New York-Aufenthalt geschrieben hat und nun taucht sie immer wieder auf, nur dass immer mehr Punkte abgehakt worden sind. Der Schreibstil an sich war sehr locker und flüssig zu lesen, wodurch ich das Buch sehr schnell beenden konnte.
Die Handlung wirkt wie gesagt zunächst wie eine typische CEO-Geschichte, die ich immer mal wieder ganz gerne mag. Doch schnell entwickelt die Handlung sich in eine andere Richtung, was mir sehr gut gefallen hat. Ich möchte hier nicht zu viel verraten, aber es ist definitiv mal etwas anderes und wie gesagt konnte mich die Idee wirklich sehr begeistern.
Meine einzige Kritik wäre das immer wieder auftauchende Hin und Her zwischen Emma und ihren Love Interests. Dabei wiederholt sich einiges leider immer wieder und besonders im zweiten Teil der Handlung ruft das zu viel unnötiges Drama hervor. Hier wird von Emma aus zu viel spekuliert und vermutet, was mit der richtigen Kommunikation hätte umgangen werden können. Aber Emma springt zu schnell zu irgendwelchen Entschlüssen, von denen sie sich nicht mehr abhalten lässt, was ein wenig anstrengend wurde.
Außerdem fehlte mir noch ein wenig mehr vom erwarteten New York-Feeling. Obwohl Emma dort lebt, wurde mir die Atmosphäre vom Leben in der Stadt, die nie schläft, einfach nicht gut genug vermittelt. Ein paar mehr Erlebnisse in der Stadt selbst hätten mir da schon gereicht.
FAZIT
Insgesamt ein Buch, welches ich jedem empfehlen kann, der beim Lesen gerne abschaltet. Es ist eine schöne Geschichte, die sich anders entwickelt, als erwartet. Sie hätte noch ein wenig mehr Potential gehabt, aber trotzdem hat sie mir schon sehr gut gefallen.