Bin jetzt noch mehr Kübra Gümüşay Fan <3
"Dieses Buch versteht sich als ein Beitrag auf der Suche nach einer Sprache, in der wir alle als Menschen in unserer Komplexität gleichberechtigt existieren können, als ein Nachdenken auf dem Weg dahin, unserer Ideale einer besseren Gesellschaft zu verwirklichen."
"Viele Menschen in unserer Gesellschaft können durch die Straßen gehen und dabei einfach sie selbst sein. (...) Wenn ich, eine sichtbare Muslimin, bei Rot über die Straße gehe, gehen mit mir 1,9 Milliarden Muslim*innen bei Rot über die Straße: Eine ganze Weltreligion missachtet gemeinsam mit mir die Verkehrsregeln. Wann wird es einer jungen Frau mit Migrationshintergrund, einem homosexuellen Mann, einer geflüchteten Frau, einem Menschen mit Behinderung möglich sein, einfach nur sie selbst zu sein?"
"Es wär ein Beharren auf der Perspektive der Ignoranz, der Gewalt, des Mordens, der kolonialen Herrschaft - und nichts anderes tun wir, wenn wir die indigenen Völker Amerikas als »Indianer« bezeichnen oder wenn wir die Verwendung des N-Worts verteidigen. Wir beharren auf der Perspektive der Kolonisierenden, der Sklavenbetreiber, der Entmenschlichung. Menschen so zu bezeichnen, wie sie bezeichnet werden wollen, ist keine Frage von Höflichkeit, auch kein Symbol politischer Korrektheit oder einer progressiven Haltung - es ist einfach einen Frage des menschlichen Anstands:"
"Schließlich erzählte sie, wie ein Mitschüler aus ihrer Integrationsklasse sich mit der Lehrerin über den Islam gestritten habe. Als am nächsten Tag ein Sechszehnjähriger bei einem Anschlag in München neun Menschen tötete, war die Lehrerin sich sicher, dass es sich um diesen Schüler handeln musste. (...) Als sich herausstelle, dass der Täter kein Muslim war, sondern ein Christ, sagt die Lehrerin, er sei sicherlich psychisch gestört. (...) Dürfen nur Menschen in Europa psychisch gestört sein? Was ist mit uns? Denen, die Blut gesehen haben? Deren Eltern, Geschwister, oder Kinder vor ihren Augen ermordet wurden? Und warum sind nur wir Terroristen - und nicht auch die Amerikaner, deren Truppen in meinem Land, in Afghanistan töten? Sind es keine Menschen, die sie töten? Sind wir Tiere?"
"Der Hass ist für alle sichtbar, sie müssen nur hinsehen. Wir müssen Menschen nicht erst leiden sehen, um sie als Menschen zu erkennen."
"Man kann nicht alles verstehen. Ich verstehe auch nicht, warum Leute bergsteigen. Ich muss es aber auch nicht unbedingt verstehen. (...) Wenn jemand verstehen möchte, warum ich ein Kopftuch trage, dann denke ich mir: Da ist so viel im Hintergrund. Du kannst das nicht einfach verstehen, denn da steht ein Prozess, ein Leben dahinter: Wie willst du das verstehen?"