Gunnar Bäumer hat vor sieben Jahren mit Ende Zwanzig die Provinz verlassen, um nach Berlin zu ziehen. Jetzt kehrt er für eine Woche in sein Elternhaus zurück, um »das Haus zu hüten«. In diesen Tagen findet auch das alljährliche Schützenfest statt, dem er sich eigentlich verweigern wollte, um zur Ruhe zu kommen. Doch dem Fest entkommt er nicht und muss sich innerhalb der nächsten Tage dem Dorfleben, seinen Lebenskonzepten und seiner Vergangenheit stellen, vor allem auch seiner Jugendliebe Franziska mit deren Ehemann.
Gunnar, frisch getrennter und mit der Gesamtsituation seines Lebens hadernder Berliner, kehrt für eine Woche zurück in seinen westfälischen Geburtsort, um das Haus seiner Eltern zu hüten. Daraus entspinnen sich so manche amüsante und unterhaltsame Situationen mit Nachbarn, ehemaligen Mitschülern und auch der damaligen Jugendliebe, der er insgeheim immer noch etwas nachtrauert.
Das ganze ist stark überzeichnet, die Einwohner von Dörrfeld (der Name ist Programm) erfüllen so ziemlich jedes Klischee, das man sich vorstellen kann. Ob man sich darauf immer verlassen kann, wer weiß, da man die Geschichte aus den Augen von Gunnar erzählt bekommt. Oftmals schwankt er auch hin und her zwischen Ablehnung, sogar Hass und dann plötzlich wieder sieht er Liebenswertes und spürt Zuneigung.
Das alles ist mit mal mehr, mal weniger robusten Humor geschrieben und nimmt sich - zum Glück - auch nicht übermäßig ernst. Insgesamt eine ansprechende und größtenteils lustige Geschichte mit einigen nachdenklichen Untertönen - ich habe mich gut unterhalten gefühlt.
Dirk Bernemann beschreibt sehr präzise das Leben in einer Kleinstadt. Kritisch, satirisch, aber auch immer liebevoll. Ich habe das Buch an einem Tag durchgelesen.