Vom Aufbruch der Frauen 1789 an stellt dieses Buch die Geschichte der Frauenbewegung bis heute vor und richtet den Blick dabei vorwiegend auf die Entwicklungen in den Anfang einer organisierten sozialen Bewegung um die 1848er-Revolution; die Höhepunkte ihrer Organisation und öffentlichen Wirkung um 1900; den Aufstieg von Frauen zu gleichberechtigten Staatsbürgerinnen nach dem Ersten Weltkrieg; den Aufbruch zu einem „neuen“ Feminismus nach 1970; und schließlich die Situation der Frauen und des Feminismus sowie die Veränderung der Geschlechterverhältnisse am Beginn des 21. Jahrhunderts.
Eine sehr verständliche, komprimierte und durchdachte Zusammenfassung über die Geschichte des Feminismus und seine Anfänge als Frauenbewegung. Die eingebaute intersektionelle Perspektive und die Erwähnungen männlicher Aktivisten, ergänzen die Lektüre sehr gut: Der Feminismus als nicht nur rein weibliche Bewegung sollte unterstrichen werden, sowie ebenso wichtige Faktoren wie class, race und gender.
Super Überblick, der relevante Differenzen (wie proletarische vs. Bürgerliche und westdeutsche vs. Ostdeutsche Frauenbewegungen) präzise berücksichtigt und erklärt. Dabei bleibt die Sprache allgemeinverständlich und verliert sich nicht in akademischen Verklausulierungen. Absolut empfehlenswerter Text als Einstieg!
Habe das Buch mit einer längeren Unterbrechung gelesen. Ich finde es zu detailliert und pointiert beschrieben. Zu viele Organisationen und Namen, die nur kurz eine Rolle spielen. Trotzdem sehr informativ, hätte mir aber eher eine andere Darstellungsweise gewünscht.
erstmal: I’m shocked @C.H.BECK: in welcher Welt ist es 2018 fine, ein Buch rauszubringen, in dem degradierende, diskriminierende Begriffe für Schwarze Menschen und Sintizze und Romnja verwendet werden? DO BETTER
Weitere Kritikpunkte:
(btw: mir ist bewusst, dass bei einem bloß 125 Seiten umfassenden Buch Prioritäten gesetzt werden müssen; die werden hier jedoch imo komplett falsch gesetzt)
1. 0,0 intersektional: während die Konflikte zw. bürgerlicher und Arbeiterinnen-Bewegung noch erläutert werden, findet keine kritische Reflexion hinsichtlich Rassismus und Queerfeindlichkeit in feministischen Bewegungen statt: es reicht nicht aus bell hooks mal kurz zu erwähnen! Alice Schwarzer wird ohne jegliche kritische Einordnung hinsichtlich ihrer Transfeindlichkeit gefeatured, Aletta Jacobs ohne ihre rassistische / white-supremacy Weltanschauung zu benennen and so on (aber auch unabhängig von Einzelpersonen: ich dachte es sei nun wirklich allen die sich näher mit Feminismus etc. auseinandersetzen klar, dass 2nd wave feminism racist ist: WO THEMATISIERUNG IM BUCH? halbe Seite bell hooks?: euer Ernst?). TERF (transfeindliche, „feministische“ Haltungen) werden nichtmal benannt. Sprich: in die Bezeichnung „Frauen“ werden in diesem Buch definitiv keine Trans-Frauen eingeschlossen -> es wird eine white und straight-cis feminism Geschichte erzählt, die nicht problematisiert wird (Kritik in diese Richtung wird versucht durch die kurze Nennung von bell hooks etc. vorwegzunehmen -> das gibt mir dieselben Vibes wie am Anfang eines Textes zu schreiben: „aufgrund der besseren Verständlichkeit wird in dieser Arbeit das generische Maskulinum genutzt, es sind aber natürlich alle mitgemeint“ -> so nach dem Motto: „guck, ich hab Alibi-mäßig dran gedacht“, aber kritisch hinterfragen möchte ich mein Vorgehen eigentlich nicht und eine inklusive Lösung finden schon drei Mal nicht)
2. Fokus auf Westdeutschland / die BRD: Feminismus in Ostdeutschland zur Zeit der Teilung Deutschlands wird auf 2 Seiten verhandelt ?!? („fairerweise“: 1 1/2 Seiten zur Wiedervereinigung 1989/1990 kommen noch dazu) ansonsten wird westdeutsche Geschichte erzählt, Ostdeutschland kommt dann maximal in den Nebensätzen vor: wenn jedoch der Anspruch besteht, die deutsche Geschichte der Frauenbewegungen in diesem Buch zu erzählen, muss auch die ostdeutsche Geschichte angemessen gefeatured werden: da hab ich es ja geschafft, mehr über ostdeutsche Frauenbewegungen in meiner 15-seitigen Hausarbeit zu schreiben, als Ute Gerhard auf 125 Seiten Buch lol
die große Frage: warum bekommt das Buch trotzdem nicht die mögliche Mindestanzahl an Sternen (1 ⭐️), sondern noch einen extra-⭐️? Antwort: hab mich gefreut, von Aletta Jacobs zu lesen, da ich mich während meiner Zeit in Amsterdam sehr viel mit ihr auseinandergesetzt habe, dennoch finde ich es erforderlich, ihre bekannten (!) rassistischen Sichtweisen (s. o.) zu problematisieren
Frage mich echt, was sich C.H.Beck dabei dachte… Vielleicht solltet ihr mal Intersektionalitäts- & Antidiskriminierungs-Expert*innen einstellen (obwohl ich glaub eig, es sollte reichen, Menschen mit der Fähigkeit zur kritischen Reflexion zu beschäftigen) bussi💋
Gerhard gibt den Lesern einen kurzen Einblick in die Frauenbewegung ab der Französischen Revolution.
Ich fand es unvorteilhaft gewählt, dass sie mehrere Nationen und deren Frauenbewegungen ins Boot gebracht hat, und nur sehr kurz darauf eingegangen ist. Ich hätte mir an dieser Stelle mehr erwartet. Die Einteilungen haben mir gut gefallen: chronologisch eifnach zu lesen und zu verstehen und informativ.
Besondes die Kapitel bis circa 1930 bieten einen guten Überblick über die Frauenbewegung in Westeuropa und den USA. Danch sind viele Aspekte ausgelassen worden. Besonder fehlt mir die Erwähnung der Afrodeutschen Frauen Bewegung. Außerdem wurden rassistische Begriffe im Buch wiedergegeben.
Ute Gerhard gibt hier kurz und informativ die Geschichte des Feminismus wieder. Somit bietet sie einen Übersicht, die dazu auffordert, sich anhand des sehr ausführlichen Literaturanhangs tiefergehend mit dem Inhalt und der Geschichte des Feminismus auseinanderzusetzen.
Diese Buch hat mir zu einem tieferen Verständnis - was Feminsmus und die Frauenbewegung darstellen, verholfen, auch wie die bestimmte soziale Mechanismen funktionieren,deren Entwicklung bis heute Ziele beinflusst und geformt haben, und natürlich der gewaltigen Anzahl von ungelösten Problemen und Hürden die wir immer noch zu überschreiten haben. Ich habe mich mit dem Thema Feminismus schon seit einigen Jahren mehr beschäftigt, denn besonders als Frau oder Mädchen in dieser Gesellschaft, sollte man seine Rechte kennen und für sie einstehen können, was bedeutet seine Position fair argumentieren zu können. Ich war schockiert darüber, dass Deutschlands 1-es Gleichberechtigungsgesetz erst 1958 in Kraft tratt, wobei für Rechte der Frau, in zahlreiche Punkte ,immer noch auf ihre traditionelle Rolle im patriarchalen System beschränkt wurden.
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