Jump to ratings and reviews
Rate this book

I Get a Bird

Rate this book
Zwei Autoren. Zwei Figuren, Jana und Johan. Keine Absprache. Aber ein fiktiver Briefwechsel, wie es ihn noch nie gegeben hat.

Eines Tages erhält Jana, Zukunftsforscherin aus Freiburg, ein Paket von einem ihr unbekannten Mann. Der Busfahrer Johan schickt ihr einen Kalender zurück, den sie in einer Telefonzelle in Neumünster vergessen hat. Es entspinnt sich die intensive Korrespondenz zweier Fremder. Während Johan der verlorene Kontakt zu seiner Tochter aus der Bahn geworfen hat, reißt sein Paket bei Jana ebenfalls alte Wunden auf. Bald finden die Schreibenden heraus, dass ihre Biografien nicht nur ungeahnte Parallelen haben, sondern auch eine ganz konkrete Überschneidung in der Vergangenheit. Könnte ihnen das die Chance eröffnen, sich mit dem Schicksal zu versöhnen?
Zwei Jahre lang schrieben sich Anne von Canal und Heikko Deutschmann als Jana und Johan – ohne je etwas anderes abzusprechen als den Anfang: Der eine findet etwas, was die andere verloren hat. Alles Weitere überließen sie den Figuren und der Zeit. Entstanden ist ein wendungsreicher, zuweilen komischer, vor allem aber zutiefst berührender Briefwechsel.

272 pages, Hardcover

Published August 24, 2021

Loading...
Loading...

About the author

Anne von Canal

11 books2 followers
Anne von Canal, geboren 1973, war nach dem Studium der Skandinavistik und Germanistik zehn Jahre lang im Verlagswesen tätig, bevor sie sich selbst dem Schreiben widmete. Heute lebt sie auf einem Weingut an der Mosel und zeitweise in Hamburg. Der Grund ist ihr literarisches Debüt.

Ratings & Reviews

What do you think?
Rate this book

Friends & Following

Create a free account to discover what your friends think of this book!

Community Reviews

5 stars
7 (19%)
4 stars
11 (30%)
3 stars
13 (36%)
2 stars
5 (13%)
1 star
0 (0%)
Displaying 1 - 6 of 6 reviews
Profile Image for Sarah Steffens.
3 reviews1 follower
July 4, 2023
Eine fesselnde und sehr menschliche Geschichte, über zwei sich fremde Menschen, die im Verlauf ihres Briefwechsels herausfinden an welcher Stelle sich ihre Geschichten und ihre Leben überlappen. Nicht zu letzt als Fan von Brief-Romanen habe dieses Buch sehr gerne gelesen!
Profile Image for Gitti.
1,235 reviews
September 2, 2021
Johann schickt Jana ihren Organizer zu, den sie vor geraumer Zeit verloren hat. Damit beginnt ein Briefwechsel zwischen zwei Menschen, die mit Teilen ihres Lebens hadern, die sich nicht kennen, sich aber in den Briefen an den anderen offenbaren können. Und nach und nach stellt sich heraus, dass es nicht nur Parallelen zwischen ihren Leben gibt, sondern sogar einen Schnittpunkt.

Anne von Canal und Heikko Deutschmann haben dieses Projekt als Briefwechsel geplant, ohne sich dabei einen Rahmen zu geben. Zwei Jahre lang haben sie wechselseitig Briefe geschrieben, einig waren sie sich nur bei Ausgangspunkt, der eine hat etwas gefunden, was der andere verloren hat.

Ich habe mir am Beginn des Buches recht schwergetan. Richtig in den Lesefluß bin ich immer dann gekommen, wenn einer der beiden etwas aus seinem Leben erzählt hat. Die Passagen, in denen über das Leben und die eigene Darstellung darin philosophiert wird, fand ich eher ermüdend. Ich wollte eigentlich eher die Geschichte der beiden erfahren. Im Großen und Ganzen hat es dann auch gepasst und ich fand es schön zu sehen wie gerade Johann wieder zurück ins Leben findet. Über das Ende lässt sich streiten, bzw. mehr über den Zeitpunkt des Endes.

Alles in allem kann ich das Buch durchaus empfehlen, aber Briefromane werden wohl trotzdem nicht mein neues Lieblingsgenre.
1 review
October 28, 2021
Sag mir nicht, dass Du mich liebst...
Tu es.

Wenn Anne von Canal über ihren Briefwechsel „I get a bird“ spricht, kann man sich der Frage nicht entziehen, wie oft wohl enttäuschte Erwartungen sich in versteckte Glücksboten verwandeln. Die Schriftstellerin erwähnt ihre Bewunderung für die Liebesbriefe zwischen Erich Maria Remarque und Marlene Dietrich („Sag mir, daß Du mich liebst…“ Erich Maria Remarque – Marlene Dietrich: Zeugnisse einer Leidenschaft). Und ihren Wunsch, einen fiktiven Briefwechsel zweier Fremder zu erfinden. Zu zweit.

So präsentiert sie ihre Idee einem Freund, seines Zeichens nicht nur Schauspieler. Spontan einigt man sich auf Kamikaze in Form von Improvisation ohne Absprache, was beide unterschiedslos vor ungekannte Herausforderungen stellt. Nur ein blinder Zufall wird vereinbart: Der eine findet etwas, was der andere verloren hat. Das Glückslos des Beginns geht an… Heikko Deutschmann.

Und was erwartet man denn dann da… vom ersten Brief? Anne von Canal bekennt, sie habe mit einem „netten“ Austausch gerechnet und… eine „Bombe“ ins Haus bekommen! Mit dieser Bombe konnte das zweijährige Spielvergnügen zwischen Schriftstellerin und Schauspieler letztlich einen öffentlichen Krater beim renommierten mareverlag schlagen.

Provokant, anmaßend, nahezu dreist ist die Tonlage eines Johans aus Neumünster, in der er so ungefragt wie unerwartet poetisch von seinem Beruf berichtet und ein mysteriöses Horrorszenario beschwört, weswegen der Empfänger – Frau/Herr Richter (!) aus Freiburg – drei Jahre (!) auf eine verlorene Agenda warten musste. Dem irdischen Richter hinterlässt er in einem Meer von Fragezeichen die Nachricht, jene Entschuldigung sei das letzte Gefühl mit dem Johan aus dem Leben scheide.

In einem turbulenten Hin und Her ringen Jana (von Canal) und Johan (Deutschmann) bald krampfhaft, bald zärtlich mit ihrem bindenden Faden: Eher Tod als Leben und Leid nicht Liebe, welches sein Unwesen hier mit Traumata, Ängsten und sozialer Randexistenz („Du weißt, dass ich keinen Cent besitze. Nichts. Nicht mal eigene Unterhosen.“) treibt. In der dunklen Nacht der Seele ruft man das Chaos, zum „einzigen System, das wir haben“ aus und entkleidet die Sinnsuche als todbringende Sucht ihres Sinns. Wenn wir aber „mit allem“ zurecht kommen, „außer mit der Ohnmacht“ – was bleibt uns dann?

Alleinstehend sind beide beschenkt mit… Zeit. Zeit, mit der sie dem Brief als literarischer Form eine überfällige Auferstehung im gemeinsamen Reflektieren, Erinnern und Fantasieren bereiten. Dabei hören sie einander zu, ohne sich zu hören in ihrer „frei“ machenden „Fremdheit“, die ohne blendende Erwartung im anderen unfehlbar auf die eigene Hoffnung trifft: der Glaube, nicht aufgeben zu wollen.

Eine seltene Schönheit unter dem Schutzstern vogelhaften Wahnsinns entfalten endlich die Briefe, wo sie gegen ihren Willen eine Hymne auf die Macht des Erzählens anstimmen. Mag die Fantasie „eine Wartezone des Todes“ sein, so ist sie gleichzeitig das Gegenteil: eine Notwendigkeit des Lebens. Und einfach echt oder doppelt erfunden, sind es Geschichten, mit denen Jana und Johan innerhalb eines halben Jahres ihren verbindenden „Ausdruck“ finden, in dem sie die Tat für sich entdecken: einander aus dem Abgrund zum Leben an-treiben. Geschichten kann man nicht ausweichen. Sie sind einfach da. In sich hilfreich. An sich ohne Hintergedanken. Gesucht ist daher auch der „Ton, der erzählt, ohne zu klingen. Der erleichtert, weil er nichts zurückhält.“

Schließlich erblüht noch der Wille zum „nützlich sein“ wieder in Johan. Seine heroischen Züge befördern auf abenteuerlichen Serpentinen nicht allein Janas Existenz vom Dunkel in verklärendes Licht. Johan wird für Jana zum Ritter von der traurigen Gestalt, der zu nüchterner Träumerei von Menschlichkeit verführt: „Ich wollte nicht gemein werden. Nur wusste ich nicht, wie das geht.“

Spätestens hier erinnert man sich an eine Quelle für dieses ungewöhnliche und ungewöhnlich gut gelungene literarische Experiment: Liebesbriefe. Erich Maria Remarque schrieb an Marlene Dietrich:
„Ich glaube, wir sind einander geschenkt und gerade zur rechten Zeit. Wir hatten uns bitter nötig beide. Wir hatten zuviel Vergangenheit und überhaupt keine Zukunft. Wollten sie auch nicht.“

Diese Sätze könnten auch die Briefpartner in „I get a bird“ miteinander teilen, auch wenn sich hier keine Liebe anbahnt. Aber... kann man sich einen gnädigeren Dienst für Jana vorstellen, als jene Leben vereinende wie gebende Tat, in der Wort (Briefe) und Bild (Fotografie) so innig wie selten zueinander finden?
Profile Image for YvonneN.
182 reviews3 followers
August 24, 2021
Briefromane mag ich gern, von Anne von Canal wollte ich immer mal etwas lesen und dass dieser Roman im mare Verlag erschienen ist, einem von mir hochgeschätzten Verlag, von dem mich bislang noch kein Buch enttäuschte, gab wohl den entscheidenden Ausschlag dafür, dass ich mich für dieses Buch interessierte. Kein Fehlgriff, denn ich habe bis zum Schluss immer wieder gern zu „I get a bird“ gegriffen, um die Protagonisten besser kennenzulernen und zu erfahren, was es mit ihrer Geschichte auf sich hat.

Eines Tages erhält Jana (Jahrgang 1971), eine als Fahrradkurier jobbende Zukunftsforscherin aus Freiburg, ein Paket von einem ihr unbekannten Mann. Der in einer Tagesklinik behandelte Busfahrer Johan (Jahrgang 1972) schickt ihr einen Kalender zurück, den sie vor drei Jahren in einer Telefonzelle in Neumünster vergessen hat. Es entspinnt sich eine immer intensiver werdende Korrespondenz zweier Fremder.

„Ich erzähle Ihnen von meinem Alltag, weil ich hoffe, dass es Sie aus dem Konzept bringt, von etwas zu lesen, das weder mit Ihnen noch mit diesem Päckchen zu tun hat. Ich will einen Raum schaffen für die fällige Entschuldigung. Einen tatsächlichen Raum. Ich möchte, dass Sie sie hören, sie wahrnehmen.“ (S. 13)

Während Johan der verlorene Kontakt zu seiner Tochter aus der Bahn geworfen hat, reißt sein Paket bei Jana ebenfalls alte Wunden auf. Bald finden die Schreibenden heraus, dass ihre Biografien nicht nur ungeahnte Parallelen haben, sondern auch eine ganz konkrete Überschneidung in der Vergangenheit. Allmählich werden ihre Gedanken klarer, sie reagieren immer mehr auf einander und lernen sich immer besser durch den Briefkontakt kennen.

„Alles, was ich erzähle, beinhaltet gleichzeitig auch alles, was ich nicht erzähle. Alles, was ich beschreibe, ist bereits eine Interpretation, selbst wenn ich eisern auf Kommentare verzichte. Egal, was und wie ich es am Ende formuliere – es ist doch meine Geschichte, meine Auswahl, meine Sicht. Subjektiv verzerrt.“ (S. 177)

Doch sie philosophieren nicht nur über die Begebenheiten in ihrem kleinen Mikrokosmos am Rande der Gesellschaft, sondern erreichen durch das Schreiben einander und finden wieder den Kontakt zu ihren eigenen Lebensgeschichten, die auch für den Leser dieses Briefromans nach und nach begreifbar werden.

Abgebildet werden 5 Monate Briefwechsel der Protagonisten, tatsächlich schrieben sich die beiden Autoren jedoch zwei Jahre lang für diesen Briefroman, ohne je etwas anderes abzusprechen als den Anfang. Alles Weitere überließen sie den Figuren und der Zeit. Entstanden ist ein wendungsreicher, gelegentlich humorvoller, vor allem aber berührender Briefwechsel.

Anne von Canal, geboren 1973, ist Autorin und Übersetzerin. Ihre schriftstellerische Arbeit wurde mit einem Werkstipendium des Deutschen Literaturfonds und zahlreichen internationalen Aufenthaltsstipendien ausgezeichnet. Bei mare erschienen ihre Romane „Der Grund“ (2014) und „Whiteout“ (2017) sowie der Inselband „Mein Gotland“ (2020).

Heikko Deutschmann lebt als Schauspieler, Autor und Filmemacher in Berlin. Seiner Leidenschaft fürs Lesen und Vorlesen verdanken sich zahlreiche preisgekrönte Hörbücher. „I get a bird“ ist das erste Buch, das er unter eigenem Namen veröffentlicht.
Profile Image for Birthe  Peters .
48 reviews
February 29, 2024
"I Get a Bird" ist ein Roman, der von Anne von Canal und Heikko Deutschmann verfasst wurde und sich durch eine einzigartige Erzählweise auszeichnet. Das Buch entführt die Leser in eine faszinierende Welt, in der die Grenzen zwischen Realität und Fantasie verschwimmen.

Die Autoren präsentieren eine vielschichtige Handlung, die sich um die Hauptfigur dreht, deren Suche nach Identität und Sinn im Leben im Mittelpunkt steht. Durch geschickt gewählte Sprache und eine einfühlsame Erzählweise gelingt es den Autoren, die Emotionen und Gedanken der Charaktere lebendig werden zu lassen.

Die Charakterentwicklung ist ein weiteres Highlight des Romans. Die Protagonisten sind gut ausgearbeitet und durchlaufen glaubhafte Veränderungen im Laufe der Geschichte. Ihre Beziehungen zueinander werden authentisch dargestellt und tragen zur Tiefe der Handlung bei.

Die Struktur des Romans ist jedoch gelegentlich etwas verwirrend, da die Handlung nicht linear verläuft und verschiedene Zeitebenen miteinander verwoben sind. Dies könnte für einige Leser eine Herausforderung darstellen, könnte jedoch auch dazu beitragen, das Interesse an der Geschichte aufrechtzuerhalten.

Insgesamt ist "I Get a Bird" ein fesselnder Roman, der mit seiner einfallsreichen Handlung und den gut entwickelten Charakteren überzeugt. Fans von literarischer Fiktion, die bereit sind, sich auf eine unkonventionelle Erzählweise einzulassen, werden mit diesem Buch sicherlich zufrieden sein.
Profile Image for SalMar.
334 reviews1 follower
September 8, 2021
Geniale Idee, spannende Entwicklung, aber (für mich) unnahbare Protagonisten
Jana und Johan haben sich nie getroffen und doch kommt durch einige Zufälle ein Briefwechsel zustande, der zunächst kühl und zögerlich beginnt, aber mit der Zeit tiefe Einblicke in die Gedanken der Protagonisten liefert.
Die Idee, dass zwei Autoren lediglich einen Ausgangspunkt abstimmen und dann unabhängig voneinander eine Geschichte abwechselnd weiterspinnen, noch dazu als Briefroman, hat mich schlichtweg begeistert. Die Entwicklung im Buch finde ich auch richtig toll – wie sich der Briefwechsel intensiviert und die Geschichten der beiden ineinander verflechten, das ist spannend und ein kleines Meisterwerk.
Allerdings bin ich mit beiden Protagonisten, die hier ja auf jeden Fall Dreh- und Angelpunkt der Geschichte sind, einfach nicht warm geworden. Insbesondere Johan war mir einfach zu viel, zu extrem. Vielleicht hatte ich hier aber auch einfach falsche Erwartungen an das Buch bzw. die Figuren.
Es ist auf jeden Fall keine leichte Lektüre und fordert dem Leser, trotz der wenigen Seiten, einiges ab. Jemandem, der genau das sucht, würde ich das Buch (mit der vorstehenden Einschränkung) dann doch empfehlen.
Displaying 1 - 6 of 6 reviews