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All that's left

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Das Klima: unerbittlich
Die Außenwelt: feindlich
Die Zukunft: ungewiss
… es sei denn, man nimmt sie in die eigene Hand!


Unerträgliche Hitze, gewaltige Orkane und tödliche Seuchen haben die Erde im Jahr 2059 beinahe unbewohnbar gemacht. Vor all dem ist die 15-jährige Mariana im Haus ihrer Eltern in München sicher – doch sie ist ganz allein und kurz davor aufzugeben. Das ändert sich, als der gleichaltrige Ali bei ihr einbricht. Er reißt sie aus ihrer Verzweiflung und die beiden werden Freunde. Ali will jedoch nicht bleiben. Er erträgt die abgeschlossene Welt im Haus nicht und will weitere Überlebende suchen. Eines Morgens ist er verschwunden, und Mariana fasst einen tollkühnen Plan: Sie wird Ali in die feindliche Außenwelt folgen, zu Fuß über die Alpen …

»Ein Buch, das die Klimakrise greifbar macht.«
Clara Mayer, Klimaaktivistin und Pressesprecherin von Fridays for Future

»›Mad Max: Fury Road‹ trifft Marlen Haushofers ›Die Wand‹: Dieser schonungslose und doch hoffnungsvolle Jugendroman verbindet Feminismus, Klimakrise und knallharte Action zu einem unglaublich spannenden dystopischen Plot, der nicht nur räumlich gar nicht so weit von unserer Realität entfernt scheint.«
Magda Birkmann, Buchhändlerin bei Ocelot

336 pages, Kindle Edition

Published June 29, 2021

4 people are currently reading
121 people want to read

About the author

Sarah Raich

5 books27 followers

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Community Reviews

5 stars
25 (16%)
4 stars
51 (34%)
3 stars
54 (36%)
2 stars
16 (10%)
1 star
4 (2%)
Displaying 1 - 21 of 21 reviews
Profile Image for Schlimme Helena.
111 reviews117 followers
August 6, 2021
Diese Dystopie, gekleidet als Jugendbuch, habe ich in einem Rutsch durchgesuchtet. Das Setting ist dabei schrecklich genug, um düster und angsteinflößend zu sein und doch zu nah am Möglichen für eine Zombie-Apokalypse.

Sarah Raich hat die Menschen und Stimmungen so realistisch beschrieben in dieser Ausnahmewelt, dass es mich an Ovčina "Zwei Jahre Nacht" (Bosnien Krieg) und Grinkevičiūtė "Aber der Himmel - grandios" (Sowjetischer Gulag in der Arktis) erinnerte.

Ein grandioses Jugendbuch, das auch alten Teenies wie mir gefällt.
Profile Image for Steffi.
3,280 reviews183 followers
August 2, 2021
3.5

Ich habe schon lange keine Dystopie mehr gelesen und der Klappentext klang super spannend, so dass ich sehr neugierig auf "All that's left" war.

Die Geschichte beginnt eher ruhig und wir lernen Mariana kennen, die in ihrem gut ausgestatteten Elternhaus lebt. Ihre Eltern sind verschwunden und die Welt draußen ist zum Feind geworden. Im Vergleich zu vielen Menschen ist Mariana gut versorgt und wir lernen sehr eindringlich von ihr wie sich die Welt verändert hat.

Als Ali in ihr Haus eindringt und sich die beiden anfreunden, merkt Mariana das erste Mal wie es ist, Freunde zu haben und die beiden haben jede Menge Spaß zusammen. Bis Ali auf der Suche nach einem Ort zu leben wieder das Haus verlässt und Mariana ihr sicheres Zuhause verlässt, um ihm zu folgen.

Das Buch hat einige sehr spannende Momente mit jede Menge Action, aber auch Phasen in denen die Geschehnisse sehr lang gezogen wirken und manchmal sogar ein bisschen Langeweile aufkommt. In Teilen wird die Welt sehr detailliert beschrieben, aber im Ganzen hätte ich mir noch ein bisschen mehr world-building gewünscht, um noch ein besseres Bild von der Welt zu bekommen.

Die Beschreibungen sind oftmals aber sehr eindringlich, erschreckend und regen definitiv zum Nachdenken an. Das Ende der Geschichte kam für mich ein bisschen zu schnell. Hier hätte es gerne noch ein bisschen mehr sein können.
Profile Image for Lyra.
370 reviews46 followers
December 9, 2021
- Beklemmende, emotional mitreißende Jugenddystopie am Puls der Zeit! Jahreshighlight! ♥ -

* Spoilerfreie Rezension! *

Inhalt

Hitze, Orkane, Seuchen. Im Jahr 2059 ist die Erde kaum noch bewohnbar. Alleine und einsam lebt die 15-jährige Mariana seit dem Verschwinden ihrer Eltern vor 3 Wochen in einem sicheren Haus. Als ein Gleichaltriger einbricht, freundet sie sich mit ihm an – bis er plötzlich verschwindet, um nach weiteren Überlebenden zu suchen. Für Mariana steht fest: Sie muss ihn finden – auch wenn sie dafür ihr sicheres Zuhause verlassen und sich der gefährlichen Außenwelt stellen muss…

Übersicht

Einzelband oder Reihe: Einzelband (aktueller Stand)
Erzählweise: Ich-Erzählerin, Präsens
Perspektive: weibliche Perspektive
Kapitellänge: lang bis sehr lang
Tiere im Buch: - Im Buch sterben einige Tiere oder werden verletzt: Heuschrecken fressen sich gegenseitig auf, Schnecken werden getötet, um sie zu essen, ein Vogel fliegt gegen eine Scheibe und stirbt, Zootiere werden für Nahrung geschlachtet. Ein Gorilla wird aus einem Fenster geworfen (16. Stock) und stirbt. Ein Hund wird gequält und verletzt, aber überlebt.
Triggerwarnung: Tod von Tieren, Tod von Menschen, Gewalt, Gewalt gegen Frauen, sexualisierte Gewalt, Alkohol, Drogen, Blut, Verletzungen, Trauer, psychische Krankheiten, Suizid, Trauma;
Bechdel-Test (zwei Frauen mit Namen sprechen miteinander über etwas anderes als einen Mann): bestanden!
Frauenfeindliche / gegenderte Beleidigungen: Miststück, Schla+++, Hu++

Warum dieses Buch?

Dieses Mal waren es das wunderbare Cover und der spannende Klappentext (ich liebe ja Dystopien), die in mir den Wunsch geweckt haben, dieses Buch zu lesen. Außerdem gab es zur Zeit der Lektüre noch so gut wie keine Rezensionen dazu – das machte mich natürlich zusätzlich neugierig.

Meine Meinung

Das hat mir gefallen…

… der Schreibstil. Zugegeben: Am Anfang hatte ich meine Probleme mit dem ungewöhnlichen Schreibstil. Sarah Raich verwendet hauptsächlich kurze Hauptsätze, die mich eine oberflächliche Geschichte erwarten ließen, und Jugendsprache, die ich zu Beginn nervig fand. Mit der Zeit habe ich aber gemerkt, dass „All That’s Left“ eine Dystopie mit Tiefgang ist und dass diese Rastlosigkeit, die der Schreibstil beim Lesen in einem auslöst, perfekt zur innerlich ruhelosen Protagonistin passt, die wie ein einsamer, flatternder Vogel in einem sicheren „goldenen Käfig“ eingesperrt ist. Auch an die Jugendsprache habe ich mich gewöhnt, sodass sie mich später nicht mehr gestört hat. Mit ihrer anschaulichen Sprache, mit den lebendigen Dialogen, den authentischen inneren Monologen der Heldin, dem Humor und den toll geschriebenen, kreativen Metaphern und Vergleichen hat mich die Autorin mit jeder Seite mehr in ihren Bann gezogen, bis ich am Ende begeistert war! (5 Lilien ♥)

„Justus zwei Klassen über mir hat mal ‚killer‘ benutzt. Zwei Tage später kam er heulend vom Klo. Auf seiner Stirn und den Wangen stand mit Edding: ‚Ich bin killer scheiße.‘“ E-Book, Position 38

… die Unvorhersehbarkeit und Spannung. Marianas Wanderung durch diese leere, vertrocknete dystopische Welt wird spannend, temporeich und (emotional) mitreißend beschrieben. GERADE weil man nicht weiß, was hinter der nächsten Ecke auf die unerfahrene Heldin, die seit Jahren das Haus nicht mehr verlassen hat, wartet, kann man das Buch kaum zur Seite legen! (5 Lilien ♥)

„Meine Beine kann ich bewegen. Aber sie sind so schwach. […] Als hätte jemand alle Muskeln herausgesaugt und die leere Hülle zurückgelassen.“ E-Book, Position 908

… die Atmosphäre. Sarah Raich gelingt es, in ihrer Geschichte eine beunruhigende Grundstimmung zu erzeugen. Die verdorrte Flora, die unerträgliche Hitze und die permanente Lebensgefahr, der Mariane ausgesetzt ist, lässt uns die Autorin mit allen Sinnen erleben, wodurch eine dichte Atmosphäre entsteht, man ganz in die Geschichte eintaucht und bald alles um sich herum vergisst. (5 Lilien ♥)

„Ich weiß nichts über den Rest der Welt. Ich weiß eigentlich nur, dass ich hier in diesem Haus sitze und keinen dran kriege an dieses blöde Funkgerät. Und meine Eltern sind seit drei Wochen verschwunden. […] Seitdem habe ich keinen lebenden Menschen mehr gesehen. Es könnte also auch sein, dass genau niemand mehr da ist.“ E-Book, Position 56

… die brandaktuellen Themen. Noch vor ein paar Jahren war der Klimawandel für viele Menschen eine vage, nicht richtig greifbare Gefahr in der Zukunft. Heute spüren wir bereits die ersten Auswirkungen der Klimakrise am eigenen Leib: Unkontrollierbare Waldbrände, Jahrhunderthochwasser und Ernteausfälle geben uns einen ersten Vorgeschmack darauf, was uns blühen könnte, wenn wir nicht sofort Gegenmaßnahmen ergreifen. Genau in dieser möglichen dystopischen Zukunft ist „All That’s Left“ angesiedelt; das Buch füttert unsere Ängste, rüttelt auf und will uns warnen. Damit hat Sarah Raich ein Jugendbuch am Puls der Zeit erschaffen, das ich sowohl Jugendlichen als auch Erwachsenen empfehlen kann. Neben den Auswirkungen des Klimawandels stehen auch Themen wie Erwachsenwerden, Emanzipation von den Eltern, Trauma, Überleben (und wie weit man dafür geht), Freundschaft, Depression und Einsamkeit im Fokus und werden mit Feingefühl und angemessener Tiefe behandelt. Das eine oder andere kleinere Logikloch verzeihe ich da gern. Ein interessantes Nachwort mit dem Appell, endlich aktiv zu werden, steuert die Klimaaktivistin Clara Mayer am Ende des Buches bei. Erinnert hat mich das Buch übrigens vage an die deutsche Dystopie „Wir Verlorenen“ von Jana Taysen – den ersten Band kann ich euch ebenfalls nur wärmstens ans Herz legen! (5 Lilien ♥)

„Mir läuft die Zeit weg. Oder sie bleibt stehen. […] Das Licht verändert sich von einem Moment zum anderen. Auf einmal ist es dämmrig. Ich kann nicht mehr. Ich kann einfach nicht mehr.“ E-Book, Position 390

… die Protagonistin. Im Zentrum der Geschichte steht eine jugendliche Heldin, die in ihrem goldenen Käfig zwar satt, sicher und versorgt ist, die aber seit dem Verschwinden ihrer Eltern einsam und auf sich gestellt ist. Nach und nach gibt sie ihre wichtigen Routinen (verschiedene Sicherheitssysteme überprüfen, Essen kochen) auf, verfällt in eine Depression und verliert ihren Lebenswillen. Mit ihren eindringlichen, anfangs noch fröhlichen, später dann deprimierten inneren Monologen (die manchmal sogar in einen Bewusstseinsstrom übergehen) hat Mariana schon auf den ersten Seiten mein Herz und mein Mitgefühl gewonnen. Man feuert sie innerlich an und fiebert mit der anfänglich naiven, aber liebenswerten Mariana mit, die zum ersten Mal seit Jahren das sichere Haus verlässt und sich den Anweisungen ihrer Eltern widersetzt – in der Hoffnung, wieder einen Sinn im Leben zu finden. Langsam erkennt sie auf ihrer Reise, wie stark sie eigentlich ist. Ich habe Mariana sehr gerne durch das Buch begleitet und sie ist mir sehr ans Herz gewachsen! (5 Lilien ♥)

… die anderen Figuren. Auch die anderen Figuren sind liebevoll ausgearbeitet und sehr gut gelungen, auch wenn nicht alle sympathisch sind. Auf ihrer Reise begegnet Mariana einigen seltsamen, schrulligen, interessanten und unvergesslichen Überlebenden und muss immer wieder entscheiden, ob sie ihnen vertrauen kann oder nicht. Schließlich hat es einen Grund, warum gerade DIESE Menschen überlebt haben – manche waren oder sind noch immer bereit, für ihr Überleben weit zu gehen und einen hohen Preis zu zahlen. Beim Lesen war ich ständig neugierig, auf wen Mariana wohl als Nächstes treffen würde. (4 Lilien)

… der Feminismus. Einerseits gibt es einige starke, intelligente weibliche Figuren in diesem Jugendbuch, andererseits gibt es auch sexualisierte Gewalt und gegenderte Beleidigungen (z. B. Schla+++). Das ist vielleicht realistisch, aber ich frage mich, muss das in einem Jugendbuch wirklich sein? (4 Lilien)

Das lässt mich zwiegespalten zurück:

---

Das hat mir nicht gefallen:

… die Fake-Rezensionen. Da die Geschichte so gut ist, verstehe ich nun noch weniger, warum hier irgendjemand Fake-Rezensionen auf Lovelybooks geschrieben oder bestellt hat – das wäre nicht nötig gewesen, sondern war eher kontraproduktiv und hat in mir (und sicher auch einigen anderen Leser·innen) Skepsis und Misstrauen ausgelöst. Ich mag es gar nicht, wenn Bewertungen mit offensichtlichen Fake-Rezensionen manipuliert werden, weil es doch so wichtig ist, dass man als Leser·in Bewertungen vertrauen kann! Dieser leider immer noch weitverbreitete Glaube, dass gefälschte Rezensionen besser sind als gar keine, muss endlich aus den Köpfen raus! Bei einer Umfrage, die ich auf Instagram durchgeführt habe (@seitenseglerin), haben übrigens 100% der Lesenden angegeben, dass Rezensionen, mit denen etwas nicht zu stimmen scheint (= Fake-Rezensionen) sie eher vom Buchkauf abhalten, als wenn es zu einem Werk noch gar keine Bewertungen gibt. (0 Lilien)

Mein Fazit

„All That’s Left“ ist eine aufrüttelnde, (emotional) mitreißende, spannende, unvorhersehbare deutsche Jugenddystopie am Puls der Zeit, die ich euch nur wärmstens ans Herz legen kann. Das beklemmende Buch überzeugt auf ganzer Linie mit seinem ungewöhnlichen, aber eindringlichen Schreibstil, seiner liebenswürdigen Heldin, seinen schrulligen, interessanten Nebenfiguren, der dichten Atmosphäre und den brandaktuellen Themen. Jede Zeile ist ein wirkungsvolles (innerlichen Stress auslösendes) „Ticktack“ und ein Appell, dass wir dringend Gegenmaßnahmen gegen den Klimawandel ergreifen müssen – und zwar nicht in einem Jahr, in einem Monat oder nächste Woche, sondern jetzt sofort, bevor es zu spät ist. Unbedingt lesen!

Bewertung

Idee: 5 Lilien ♥
Inhalt, Themen, Botschaft: 5 Lilien ♥
Umsetzung: 5 Lilien ♥
Worldbuilding: 5 Lilien ♥
Einstieg: 4 Lilien
Ende: 4 Lilien
Schreibstil: 5 Lilien ♥
Protagonistin: 5 Lilien ♥
Figuren: 4 Lilien
Spannung: 4 Lilien
Wendungen: 5 Lilien ♥
Atmosphäre: 5 Lilien ♥
Emotionale Involviertheit: 5 Lilien ♥
Feministischer Blickwinkel: 4 Lilien
Einzigartigkeit / Chance, dass ich das Buch nie vergessen werde: hoch

Insgesamt:

❀❀❀❀❀♥ Lilien

Dieses Buch bekommt von mir fünf Lilien und ein Herz – und somit den Lieblingsbuchstatus!
Profile Image for Booklunatic.
1,117 reviews
April 6, 2023
4 Sterne

Der Schluss war jetzt etwas abrupt, aber sonst habe ich eigentlich nicht viel zu meckern. Gut - wer ein fröhliches Buch sucht, ist hier natürlich falsch. Aber es las sich flüssig und spannend und die Autorin nutzt schöne sprachliche Bilder.
Profile Image for Alex Matzkeit.
375 reviews34 followers
September 24, 2021
Ich trage einen großen innerlichen Konflikt mit mir herum, was dieses Buch angeht. Ich war sofort begeistert von der Idee, als ich nur davon gelesen habe, und dann hatte ich auch gleich einen sehr netten Austausch mit Sarah Raich auf Twitter dazu. Eventuell war das Buch einfach nicht das, was ich erwartet hatte - ich wünsche ihm und seiner Autorin allen denkbaren Erfolg.

An sich gibt es an "All that's left" auch wenig auszusetzen. Es zieht einen mit, bleibt durchgängig spannend, ist abwechslungsreich und endet angemessen ambivalent. Es macht keinen Halt vor schwierigen Gefühlen und bietet keine einfachen Antworten.

Aber:
- Das Szenario war mir etwas zu beliebig postapokalyptisch. Vereinzelt wird darauf Bezug genommen, dass es spezifisch um klimatische Ver��nderungen geht, aber mit wenigen Ausnahmen hätte die Handlung auch nach einem Atomkrieg, Meteoriteneinschlag oder anderen Kataklysmen spielen können. Das spezifisch Besondere am Klimawandel finde ich, dass er schleichend vor sich geht und dass sich die Menschheit wahrscheinlich noch eine ganze Weile im Kampf damit befinden wird. Die ganze Handlung in einem Danach anzusiedeln war sicher eine bewusste Entscheidung, aber ich fand es schade.
- Alle Erwachsenen - selbst die, die gar nicht wirklich auftauchen wie ZiZis Eltern - sind auf die eine oder andere Art Antagonisten. Eventuell ist das eine Konvention des Jugendbuchs, die mir nicht mehr so bewusst war, aber ich fand es schade, dass das Buch den Eindruck vermittelt, man sollte Erwachsenen einfach nicht trauen, weil sie immer irgendwelche düsteren Hintergrundmotive haben. Dabei darf man nicht vergessen, dass die Erwachsenen in der Welt des Buchs (2050) die Kinder und Jugendlichen von heute sind - schade, dass es mit ihnen so mies zu Ende geht.
- Ich kam den Figuren, selbst der Hauptfigur, nicht richtig nah. Da weder Ali noch Isabella wirklich viel darüber erzählen, was ihnen vor der Situation des Buchs zugestoßen ist und was sie denken und selbst ZiZi/Mariana oft mehr von momentanen Problemen/Überleben als vom Nachdenken über sich und ihre Vergangenheit getrieben ist, fiel es mir schwer, in den Charakteren mehr zu sehen. Vielleicht ist auch das ein Jugendbuch-Ding, damit man sich als Leser*in besser identifizieren kann oder es ist einfach eine Eigenschaft von realen Jugendlichen, die gar nicht so viel über ihr Selbst als Geschichte nachdenken. Ich fand es einfach nur schade, dass ich nicht mehr über das Innenleben dieser Zukunftsmenschen erfahren konnte.
- Das Buch hat mehrere Abschnitte, in denen die Ich-Erzählerin unter dem Einfluss von Drogen steht oder Fieber hat und ihr Empfinden der Welt entsprechend woozy ist. Ich mag solche Abschnitte nicht, das ist aber persönlicher Geschmack.
Profile Image for Callibso.
972 reviews19 followers
October 16, 2021
Wenn ich ungefähr viermal so alt bin wie die Hauptprotagonistin eines Buches, so schließe ich daraus, dass ich nicht wirklich zur Zielgruppe des Textes gehöre. Aber dies ist ja kein Grund, ein Buch nicht zu lesen, und ich wurde hier angenehm überrascht, denn dieses Buch hat mir gut gefallen.
Die Erde im Jahre 2059 ist beinahe unbewohnbar geworden, die Klimakatastrophe hat zu unerträglicher Hitze und gewaltigen Orkanen geführt, tödliche Seuchen haben viele Menschen getötet und die Gesellschaft zusammenbrechen lassen. Die 15-jährige Mariana hat überlebt, weil ihr Vater das Elternhaus zu einer autarken Einheit ausgebaut hat. Als aber die Eltern das Haus verlassen und nicht wieder zurückkehren, muss sie alleine zurechtkommen und schließlich sogar das schützende Haus verlassen und sich auf die Suche nach einem verschwundenen Freund begeben. Dazu will sie zu Fuß die Alpen überqueren.
Nun folgt bis zu einem gewissen Grad das Erwartete: die Schilderung der zerstörten in weiten Teilen toten Welt und das Auftreten verschiedener Psychopathen, die irgendwie die Katastrophe überlebt haben. Mariana, die sich jetzt Zizi nennt, muss vieles lernen und über sich selbst hinauswachsen, um zu überleben.
Der Roman wird komplett aus der Ich-Perspektive der 15-jährigen erzählt. Einen solchen Aufbau empfinde ich eher als langweilig und unterkomplex, zusammen mit der durchgehenden Verwendung des Präsens gibt dies dem Roman aber ein gewisses Tempo. Die Schilderung der ZiZi gefiel mir sehr gut und immer wieder gelingen spannende und berührende Momente. Wir erhalten Einblicke ins Innenleben von ZiZi, wobei mir z.B. auch die Verwendung von Gedichten positiv aufgefallen ist. Bei einigen Protagonisten (Ali, Isabella) vermeidet die Autorin die vielleicht erwartete Handlung und überrascht, so dass wir noch stärker mit Zizi mitfiebern.
Das autarke Elternhaus ist gut durchdacht und mit vielen Details versehen. Allerdings muss Zizi erkennen, dass ein solches Haus das typische Produkt von jemanden ist, der darauf hofft, dass die Welt sich irgendwie in den vorhergehenden Zustand zurückversetzen lässt und man dann dieses selbstgewählte Gefängnis wieder verlassen kann.
Erwachsene spielen eine untergeordnete Rolle, sie sind die Verursacher der ganzen Misere und diejenigen, die sich noch an die alte Welt klammern, die aber grundlegend zerstört ist und nicht wiederkommt. Es ist nur folgerichtig, dass die Jugendlichen und jungen Erwachsenen am Ende aufbrechen und ihre eigene neue Welt aufbauen wollen.
Ein gut geschriebener, spannender Roman, der zwar eine kaputte aber keine hoffnungslose Welt schildert.
Auch das Nachwort der Fridays for Future Aktivistin Clara Mayer richtet sich nur bedingt an mich (sie spricht von der »Generation unserer Eltern«), es gelingt ihr, einige wichtige Zusammenhänge zur Klimakrise zu erläutern und eine gewisse Polemik der älteren Generation gegenüber sei den Jungen zugestanden.
181 reviews1 follower
August 22, 2021
"All that's left" hat mich schon ganz zu Beginn abholen können! Sarah Raich hat für ihren Roman eine tagebuchähnliche Erzählweise gewählt, die uns ganz dicht teilhaben lässt an der dystopischen Katastrophe, in der Mariana lebt. Die Zustände in dieser Geschichte sind natürlich erschreckend, den unsere Welt, wie wir sie kennen, ist eigentlich nicht mehr bewohnbar. Was passiert denn, wenn es nicht mehr regnet? Wenn die Insekten aussterben, Strom und Wasser gespart werden müssen? Atmosphärisch dicht lädt uns die Autorin ein, uns damit auseinander zu setzen, was die Klimakrise in einigen Jahren bedeuten könnte. Auch, dass für den Handlungsplatz eine deutsche Stadt, nämlich München, gewählt wurde, macht das Ganze noch greifbarer. Die Handlung an sich konnte mich mit ihrer Spannung und den Charakteren ebenfalls überzeugen. Lediglich einige Fragen blieben zum Schluss noch offen - wahrscheinlich, im Platz für eigene Interpretationen zu lassen. Mir persönlich gefällt es immer besser, wenn das Ende etwas runder ist, das ist aber Geschmackssache. Alles in allem haben wir hier eine spannende und aufrüttelnde Dystopie, die ich unbedingt empfehlen kann! 4🌟
Profile Image for Kaddymeh.
17 reviews
August 13, 2021
Habe ich sehr gern gelesen und bin ein bisschen unsicher, weil ich praktisch nicht sehr vorgesorgt hab, hoffentlich reicht es bei meinem Kind noch.
Profile Image for Katrin.
210 reviews
March 30, 2024
Dieses Buch war ein regelrechter Kampf, der sich dann doch zumindest teilweise gelohnt hat.
Das erste Kapitel, in dem Protagonistin Mariana noch komplett allein ist, las sich für mich vor allem aufgrund des Lebens im abgeschotteten Haus interessant. Erst als Ali ins Haus einbrach und endlich auch Dialoge geführt wurden, fand ich einen Zugang zum Buch. Leider war Ali kurz danach dann auch schon wieder weg und es war dasselbe Dilemma wie zuvor. Es wurde erst wieder interessant, als Mariana auf Isabella traf und ab da konnte ich das Buch gut durchlesen.
Das ganze Buch hinweg aber tat ich mich unglaublich schwer mit dem Schreibstil, der EXTREM auf Jugendliche gepolt ist. Ja, es ist ein Buch für Jugendliche, dessen bin ich mir bewusst. Dennoch gibt es tausende Jugendbücher, deren Sprachstil auch für Erwachsene zugänglich ist. Das sehe ich hier ehrlich gesagt nur in Ansätzen und definitiv nicht dann, wenn Mariana allein mit sich und ihren Gedanken ist.
Allerdings zeichnet das Buch ein wirklich krasses Bild von den Folgen, die uns aufgrund des Klimawandels erwarten (könnten?). Es ist alles wirklich detailgetreu und nachvollziehbar beschrieben und körperliche Bedürfnisse stehen im Vordergrund. Auch der Generationskonflikt ist gelungen dargestellt.
Den Feminismus-Anteil im Buch hätte ich aber zugegeben nicht gebraucht. Der hat der Handlung meiner Meinung nach keinen Mehrwert gebracht und eher vom Kern des Themas abgelenkt.
123 reviews5 followers
July 3, 2023
Es klang gut aber der Schreibstil ist sehr gewöhnungsbedürftig, die Charaktere sind oberflächlich und das Klimawandel Setting hätte man durch jedes x beliebige andere dystopische Setting austauschen können. Ich hatte mir mehr davon versprochen, aber ich habe schon deutlich bessere Dystopien gelesen und würde diese hier leider nicht weiterempfehlen.
Profile Image for Tessa {bleeds glitter}.
917 reviews28 followers
November 23, 2022
2.5 Sterne

Weiß ehrlich gesagt nicht ob ich das Buch tatsächlich als Klima-Thriller bezeichnen würde. Eigentlich ist es eher ein normaler Jugendthriller der in einer dystopischen Welt spielt. Hauptantagonisten sind definitiv andere Menschen, was wirklich super anstrengend war. Die Hauptcharacterin hat wirklich nicht eine einzige erwachsene Person getroffen die nicht absolut das Letzte war, was ich auf der einen Seite verstehe, auf der anderen aber auch eben einfach dafür gesorgt hat, das ich sehr wenig Spaß beim Lesen hatte.
Das sichere Haus zu verlassen war auch irgendwie so eine typische Jugendlichen Schnapsidee, besonders da nie wieder darüber geredet wurde oder auch nur darüber nachgedacht wurde Mal zurückzugehen, was für mich einfach alleine im Bezug auf den Mangel an Nahrung und Schutz einfach keinen Sinn gemacht hat. Die ganze Truppe hätte ja auch zurückgehen können und im Haus leben und es einfach... zwischendurch verlassen? Mit Proviant und genügend Wasser hätte man draußen Spaß haben können und dann einfach abends wieder in das sichere Haus und sich dort ein schönes Leben machen. Zu logisch und undramatisch? Stimmt natürlich, sorry.

Ich fand es super das es keine unangenehme Romanze im Buch gibt und das die Hauptbeziehung zwischen der Hauptcharakterin und dem Jungen den sie trifft eine Geschwisterliche ist, auch wenn das irgendwie etwas früher hätte etabliert werden können. Ich war auch sehr oft komplett verwirrt darüber wie viel Zeit vergangen ist und besonders was die Zeitlinie der Apokalypse betrifft. Wie alt ist die Hauptcharakterin? Da mehrmals impliziert wurde das sie älter als Ali und damit älter als 15 war, kann ich nur von ganzem Herzen fragen: Warum war sie so naiv und öfters einfach dumm? Um dann auf einmal zur Heldin zu werden und den Tag zu retten... weiß ich nicht, ich fand das irgendwie alles ein bisschen anstrengend und unnötig. Besonders wenn ihr Vater so ein Genie war. Oh und an alle die es hassen wenn Eltern in Jugendromanen praktischer Weise abwesend oder Tod sind- ich würde euch empfehlen die Finger von diesem Buch zu lassen. Die ganze Storyline mit den Eltern ist so hirnrissig das sie schon wieder witzig ist.
Grundsätzlich würde ich einfach empfehlen sehr wenig Glaubhaftigkeit zu verlangen und seine Ansprüche zu senken. Es geht nur sehr wenig darum wie die Welt der Zukunft aussehen könnte wenn wir es weiterhin übertreiben, es zieht halt immer ein Supersturm auf wenn es gerade so gar nicht passt und es gibt eigentlich nichts zu Essen wenn man nicht gerade irgendwelche Festungen von irren, machtgeilen Typen ausräumt. Das wars das aber auch schon mit dem Klima-Teil des Thrillers.
Was ich nicht ganz verzeihen kann ist die absolute Ignoranz die die Hauptcharakterin sexueller Gewalt entgegenbringt, ich glaube nicht das irgendein Mädchen so versteckt aufwächst das sie es wirklich nicht rafft warum genau Mädchen sein in und nach der Apokalypse echt scheiße ist, besonders wenn du Zwangsverheiratet werden sollst.

Das Cover ist aber wirklich super schön, das muss mal gelobt werden! Das ganze Design ist toll, aber besonders die 3D matte Schrift, ein Traum!
Profile Image for Tessa.
915 reviews23 followers
July 19, 2022
Und deshalb wird es die Pflanzen ewig geben und den Menschen nicht mehr. Weil er sich zu wichtig nimmt. Jeder glaubt, es ginge um ihn. Dabei geht es um niemanden. Nur um das Leben selbst. Der Tod des Einzelnen ist unwichtig.

Ein seltsames Buch. Ich fand die Prämisse wirklich vielversprechend. Ein Jugendbuch, das die Folgen des Klimawandels behandelt? Daraus hätte man wirklich mehr machen können als die Autorin es schlussendlich tut.
Angefangen beim gesamten Setting an sich: sobald der Hauptcharakter endlich mal ihr Haus verlässt ist sie der Außenwelt ausgesetzt. Doch vom Klimawandel spürt man hierbei überhaupts nichts. Aliens hätten die Erde besetzen können, Zombies wandeln durch die Gegend, die Apokalypse wurde durch einen Meteoriten ausgelöst - nichts deutet darauf hin, dass die Erderwärmung zu dieser Situation führte. Am Ende gab es mal kurz einen Regenschauer, doch das wars auch schon. Das war nicht das, was ich mir erhofft habe.

Weiter geht es mit den Charakteren - mit denen wurde ich überhaupt nicht warm. Der Anfang war seltsam und zog sich auch bis zum Ende hin so durch. Was ist mit ihren Eltern passiert? Wie kam Ali ins Haus?
Keiner der Figuren war ausgefleischt, niemand hatte den Hauch einer Persönlichkeit. Es wird nie erklärt, wie gewisse Charaktere in gewissen Orten landeten.
Es gab eine kleine Erwähnung, dass Ali schwul ist. Doch natürlich findet er den Charakter nicht mehr, den er mal geküsst hat. Dies war in meinen Augen eine unnötige Erwähnung, denn so wird queeren Charakteren schon wieder nichts gegönnt.

Gute Idee, nicht allzu gute Umsetzung. Hier fehlt einfach das gewisse Extra und der Wiederkennungswert. Denn so war es nur eine leicht unterdurchschnittliche Weltuntergangsgeschichte.
Profile Image for Nathalie Nowak.
149 reviews
May 4, 2024
"All that's left" von Sarah Raich ist eine Dystopie, die ich neulich beendet habe.

Vor 1,5 Jahren hab ich mir dieses Buch auf der Frankfurter Buchmesse gekauft und bin nun endlich dazu gekommen, es zu lesen.

Ich liebe Dystopien. Habe aber selten ein Buch aus diesem Genre als Einzelband gelesen. Die meisten dystopischen Romane sind Trilogien. Deshalb war ich sehr gespannt, ob ein einzelnes Buch reicht, um eine fiktive Zukunft ausreichend zu beschreiben.

Die Geschichte spielt nach mehreren hunderten Jahren, nachdem die Klimakrise ihren Höhepunkt hatte und die Welt durch die steigenden Temperaturen und die dazugehören Stürme nicht mehr so ist, wie wir sie heutzutage kennen. Mariana lebt in einem bunkerähnlichem Haus, wo sie alles notwendige hat. Doch sie ist alleine. Ihre Eltern sind nicht nach Hause gekehrt. So entschied sie sich, sich auf die Suche nach einem Ort zu machen, in dem sie ihre Zukunft verbringen kann, einen Ort, der nicht so menschenleer ist, wie ihr jetztes zu Hause.
Unterwegs erlebt sie dann einiges...

Die Geschichte hat sich von Anfang an gut lesen lassen. Doch jede einzelne Handlung und Situation kamen mir zu schlagartig. So schnell, wie sie gekommen sind, waren sie auch schon wieder vorbei. Das hat es mir schwer gemacht, mich richtig in die Geschichte hineinzuversetzen. Die Autorin hat versucht vieles detailreich zu beschreiben. Doch durch die vielen Absätze und kleinen Zeitensprünge, ging mir alles etwas zu schnell. Dennoch war die Handlung stets spannend und unterhaltsam, aber auch oft etwas merkwürdig. Ich habe mich eigentlich unterhalten gefühlt. Doch das war das höchste der Gefühle. Mariana und auch die anderen Nebencharatere konnte ich nicht so sehr greifen. Es ging in der Geschichte viel mehr ums Überleben und der kaputten Welt, als um die Eigenschaften der Charaktere.

Aus diesen Gründen kann ich dem Buch leider nicht mehr als ⭐⭐,5 Sterne geben.
Profile Image for ℓιηυѕ .
14 reviews
July 29, 2024
Ich hab keine Ahnung wie das Buch in mein Regal gekommen ist und mag Science-Fiction / Dystopische Bücher nicht so gerne, aber war ok und ich habs überlebt. ( Das kann man von denen im Buch nicht behaupten :3)
Displaying 1 - 21 of 21 reviews

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