»Finden Sie durch Melken, Mähen und Holzfällen zu Ihrer inneren Mitte!« Die patente Landwirtin Auguste, 63, weiß zwar nicht, was genau dieses „Yoga“ ist, aber sie hat da so eine Gummistiefelyoga für gestresste Städter! Menschen, die ihr bei der Arbeit helfen und dafür auch noch bezahlen? Das ist die perfekte Lösung für ihre Probleme, denn ihr Hof kann eine Renovierung, ihr Konto eine Auffrischung und sie selbst ein bisschen Unterstützung gut brauchen. Doch kaum treffen die ersten zahlungskräftigen Gäste ein, bricht sich Auguste ein Bein. Plötzlich müssen die Städter den Hof alleine schmeißen. Dabei weiß keiner, wie man Kälbern auf die Welt hilft, Wildschweine fernhält oder Kampfhähne bändigt. Gummistiefelyoga eben.
3,5 Sterne Gummistiefelyoga ist mir wegen seines Covers und auch wegen seines tollen Klappentextes ins Auge gestochen. Letzerer versprach eine Geschichte mit viel Witz und in diesem Punkt wurde ich nicht enttäuscht.
Die Bäuerin Auguste ist verwitwet und führt den Höllinger-Hof ganz alleine. Eine Katze, ein paar Hühner und die Kühe hat sie alle ganz gut im Griff, nur die Finanzen nicht. Und dann versucht ihr auch noch jemand das Leben zusätzlich schwer zu machen. Auguste ist gewieft und holt sich überforderte Städter zur Hilfe - alles unter dem Deckmantel von Wellness-Urlaub. Gummistiefelyoga ist geboren. Doch sie hat es mit ihren Urlaubern, die den Hof finanziell retten und ihr die Arbeit abnehmen sollen, nicht ganz so einfach, wie sie gedacht hat. Die fünf Gäste können unterschiedlicher nicht sein, aber unter Augustes Führung werden sie hoffentlich ein eingeschworenes Team und tun damit nicht nur was Gutes für den Hof sondern auch für sich selbst.
Die Geschichte hat mir an sich gut gefallen, ich hab mich oft dabei ertappt, als ich laut auflachen musste, manche Dialoge und Denkweisen haben schon ganz guten Witz. Allerdings haben mich die Hinweise zu Beginn jedes Kapitels ein wenig gestört (hier macht der Autor nicht nur Werbung in eigener Sache, auch fallen diese Informationen für mich teilweise in die Kategorie "unnötiges Wissen", auch wenn sie immer etwas mit dem folgenden Kapitel zu tun haben). Die Figuren sind sehr einfach gestrickt und die Geschichte bedient sich vieler Vorurteile (der südländische, muskelbepackte, Frauenversteher Odysseas Cordalis, der kleine indische Pfarrer mit der lustigen Aussprache, die Lehrerin, die nur rosa und lila mag und ständig Konflikten aus dem Weg geht......um nur einige zu nennen). Andererseits sind es genau diese Dinge, die die Geschichte dann oftmals auch so lustig machen. Wenn der Autor den Griechen Odysseas tatsächlich durchs ganze Buch hindurch in seinem griechischen Dialekt "sprechen" lässt oder aber auch den indische Pfarre und man sich selbst dabei erwischt, wie man das Gespräch in Gedanken versucht genau so wieder zu geben. Zuerst hat es mich gestört, dann fand ich es aber total spannend, wie sehr mich das in die Geschichte mit einbezogen hat.
Wenn der Erzählstil jetzt noch ein wenig enthusiastischer gewesen wäre und die Geschichte weniger Klischees bedient hätte (auch wenn ich einige davon ganz lustig fand), hätte ich einen Stern mehr in meiner Bewertung gegeben.