Babette Bomberling, jung und reizend, hat einen Makel: Die Familie verdankt ihren Wohlstand der väterlichen Fabrik für Särge. Mutter Bomberling, das Wohl der Tochter im Blick, sucht einen Bräutigam von Adel oder akademischem Stand. Sie schreckt nicht vor einer Schlankheitskur und einer Italienreise zurück, gerät an eine zwielichtige Heiratsvermittlerin und muss doch feststellen, dass zu guter Letzt alles anders kommt.
Witzig und ironisch schildert die Erfolgsautorin Alice Berend (1875–1938) eine illustre Gesellschaft von reich gewordenen Kleinbürgern und verarmten Adligen, Langzeitstudenten und aufstiegsbegierigen Parvenüs. Berend hält ein vergangenes Berlin lebendig, das erstaunlich aktuelle Züge trägt.
»Nicht nur ein Lesevergnügen, sondern zugleich ein Stück Zeitgeschichte.« Ursula El-Akramy, Der Tagesspiegel
»... ein erheiterndes Lesevergnügen, gespickt mit bittersüßer Ironie über die dekadenten Wertvorstellungen der besseren Kreise.« Soraya Levin, lipola.de
»Eine Autorin, die wiederzuentdecken sich unbedingt lohnt.« Elke Heinicke, Lesbenring-Info
»Alice Berend, Erfolgsschriftstellerin im ausgehenden Kaiserreich, hat nichts Bräsiges, sondern schon viel vom Tempo und der Eigenwilligkeit der ›Neuen Frau‹.« Erhard Schütz, Das Magazin
»Mit scharfer Zunge zeichnet Berend das Milieu dieser Zeit und niemand bleibt verschont.« Linda Schmiedel, Linscoffee
Alice Behrend lässt mich tatsächlich mehrmals lachen in diesem Buch.
Die Figuren reden so flüssig aneinander vorbei, die Gedanken sind so klar und doch so verwirrt, alle denken, sie wären Protagonist:in in diesem Buch und dabei ist nichts so, wie es scheint.
Alice Berend verdient, finde ich, grossen Respekt für ihr Leben, das im Nachwort auch gewürdigt wird (wobei, wie in den meisten biografischen Anmerkungen zu ihrem Leben, die unschöne Rolle ihres zweiten Mannes – der Maler Hans Breinlinger profitiert von ihrem Erfolg und ihrem Netzwerk und verlässt sie 1933, als ihr Jüdischsein zum Problem wird – nur am Rand zur Sprache kommt), doch das Buch hat arg Staub angesetzt. Was in den 1920er Jahren Kulturkritik gewesen sein mag, konnte ich nur mit Mühe als solche lesen. Für historisch Interessierte interessant, mehr leider nicht.