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Der längste Tag im Leben des Pedro Fernández García

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Von Vätern und Söhnen, Lava und Lichterketten.

Ein Postbote auf Lanzarote, der um seinen Sohn kämpft, ein seltsamer Tisch, der ein dunkles Familiengeheimnis aus dem Spanischen Bürgerkrieg birgt, und ein blauer Ball, der über die Insel der hundert Vulkane bis nach Afrika rollt: Moritz Rinke entfacht in seinem zweiten Roman mit unvergleichlicher Tragikomik und schier atemberaubender Erzählkunst ein Feuerwerk an Geschichten.

In seinem kleinen Postbüro in Yaiza sortiert Pedro Fernández García seit Erfindung des Internets keine Briefe mehr, sondern nur noch Werbesendungen. So hat er unendlich viel Zeit, um am Hafen Café con leche zu trinken, seinem Sohn Miguel alles über historische Vulkanausbrüche zu erzählen und den Geheimnissen seiner Familie auf den Grund zu gehen. Was hat sein Großvater in den dreißiger Jahren in Spanisch-Marokko gemacht? Wer war der mysteriöse Deutsche, bei dem er angestellt war? Als sich Pedros große Liebe Carlota von ihm trennt und mit Miguel nach Barcelona zieht, wird es plötzlich still in seinem Leben. Auch sein Freund Tenaro, ein arbeitsloser Fischer ohne Boot, der angeblich mit Hemingway verwandt ist, kann ihn nicht aufheitern. Und dann sitzt da auf einmal ein Mann in seiner Küche, Amado, ein Flüchtling, der auf Lanzarote die Freiheit gesucht und ein Gefängnis vorgefunden hat. Pedro, Tenaro und Amado beschließen, Miguel zurückzuholen. Sie schmieden einen wahnwitzigen Plan – und merken, wie viel es zu gewinnen gibt, wenn alles verloren scheint.

448 pages, Hardcover

Published August 19, 2021

28 people want to read

About the author

Moritz Rinke

33 books4 followers

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Displaying 1 - 14 of 14 reviews
Profile Image for Alexandra .
936 reviews372 followers
February 5, 2022
Leider bin ich sehr enttäuscht vom neuen Roman des Moritz Rinke, dessen Geschichten ich bisher eigentlich sehr genossen habe. Der längste Tag im Leben des Pedro Fernández Garcia ist leider nicht nur sehr lang wie im Titel bereits angekündigt, sondern weist auch noch die langatmigste Handlung auf, die ich seit Jahren gelesen habe.

Als ich dieses Problem das letzte Mal beim Hof von Simon Beckett konstatieren musste und den Plot bildhaft beschrieb, hatte ich als Analogie eine französische Weinbergschnecke mit gebrochenen Beinen im Sinn. Durch die unterschiedliche Location auf der Insel Lanzarote musste ich natürlich auch das Gleichnis bezüglich der maritimen Fauna anpassen, habe gegoogelt und bin auf einen gefesselten Seestern mit Bondage-Hobby oder auf Seepocken gestoßen, die sich niederlassen. Das trifft ungefähr das Tempo, mit der die Geschichte auf nicht enden wollenden 440 Seiten dahinkriecht beziehungsweise -siecht.

Dabei ist der Inhalt prinzipiell überhaupt nicht schlecht. Der Postbote Pedro wird jäh mit dem Umstand konfrontiert, dass seine Freundin Carlota eine Affäre mit ihrem Chef hat, sich ganz plötzlich von ihm trennt und auf Nimmerwiedersehen irgendwo in Barcelona verschwindet. Das wäre jetzt nicht ganz so ein Drama, aber Pedro darf Miguel, den Sohn von Carlota, nicht mehr sehen und das ist wirklich übel, denn der Bub ist seit seiner Geburt mit Pedro zusammen und akzeptiert ihn auch als Vater. Die Mutter entfremdet die beiden total, verhindert jegliche Kontaktaufnahme und beide, Stiefvater und Sohn leiden schrecklich darunter. Aus diesem Grund denkt sich Pedro zwei irgendwie süß-rührende, aber ein bisschen schräg-bekloppte Aktionen aus, um wieder Kontakt mit seinem Sohn aufzunehmen, die aber beide episch scheitern. Im Zusammenhang mit den Kontaktversuchen spielen der Autor José Saramago und der Fußballspieler Lionel Messie eine tragende Rolle. Während des Happy Ends kommt es zu einer Annäherung, sowohl mit Miguel als auch mit Carlota.

Das klingt jetzt gar nicht schlecht, so ein Plot, aber das war es eben schon fast, was hier ewig breit ausgewalzt wird, abgesehen von ein paar kleinen Abenteuern mit Pedros Freunden Tenaro und Amado und einem läppischen Familiengeheimnis. Versteht mich nicht falsch, ich mag gemächliche Geschichten, ausführlich und tief entwickelte Figuren sind mir sogar wichtig, aber irgendwie ist irgendwann der Punkt erreicht, wo der Plot einfach gar nicht mehr vom Fleck kommt. Ich hatte ständig das Gefühl, ich muss die Zeitlupe abdrehen und auf die Fast-Forward-Taste drücken. Nicht dass gar nix passiert, aber es dauert so ewig. Beim Schnelldurchlauf wäre der Roman dann auch um knappe 200 Seiten kürzer. Wie der Postbote Pedro, der Geschäftigkeit vortäuschen muss, um seinen Arbeitsplatz zu rechtfertigen, indem er sinnlos auf der Insel herumfährt und Tankquittungen und Benzin hortet, macht auch diese Geschichte unzählige leere Kilometer. Rinke hätte nicht jeden cafe con leche und jede popelige Postzustellung so sinnlos breit auswalzen sollen. Das nervt einfach. Sogar als endlich mal etwas passiert und sich Pedro ob der verzweifelten Situation umbringen will, braucht er sage und schreibe drei gescheiterte, sehr tollpatschige Versuche inklusive einer Google-Recherche, wie man das bewerkstelligt, bis er aufgibt.

Fazit: Keine Empfehlung! Eine Kurzgeschichte oder eine Novelle als Essenz dieses Werks hätte es auch getan.
Lest einen Moritz Rinke, aber einen anderen, zum Beispiel diesen: Der Mann, der durch das Jahrhundert fiel. Dort ist das Tempo zwar auch gemächlich, aber es passt.
Profile Image for erik.
61 reviews7 followers
December 27, 2023
schönes setting, aber langweilige und frustrierende figuren ohne entwicklung. kein besonderer schreibsstil.
nette ablenkung.
Profile Image for Runenmädchen.
239 reviews8 followers
August 26, 2021
Gestaltung:
Das Cover gefällt mir gut, weil es dezent wirkt und so einen Gegensatz zu dem markanten, langen Titel schafft. Das Buch an sich ist in fünf Teile unterteilt und die einzelnen Kapitel sind überwiegend kurz gehalten, so dass man zwischendurch die Möglichkeit hat, noch schnell mal ein Kapitel einzuschieben.

Auf den letzten Seiten ist das Inhaltsverzeichnis zu finden, sowie ein Quellenverzeichnis zu Zitaten und Bildern.

Inhalt & Orte:
Man begleitet Pedro Fernández García, einen Postboten auf Lanzarote und nebst den oben angesprochenen Bildern, die in den Text eingebaut sind, kann man viele Orte entdecken, die man vielleicht selbst schon mal besucht hat. Das hat mir sehr gut gefallen. Durch den Beruf Garcías hat sich der Autor die Möglichkeit geschaffen, eine Bandbreite an Kurzgeschichten und Erzählungen über die Anwohner zusammenzustellen, die Abwechslung garantierten. Besonders gelungen ist dem Autor z. B. die Einbindungen von geologischen, historischen und kulturellen Fakten.

Charaktere:
Die Qualität der ausgearbeiteten Charaktere war durchwachsen. Es gab ein bis zwei Figuren, die zweifelsfrei beliebig ausgetauscht hätten werden können. Ansonsten hat mir die Authentizität der übrigen Charaktere gefallen. Pedros große Liebe Carlota kommt in diesem Roman nicht gut weg: Ihre anfänglichen Übertreibungen respektive ihre Entscheidungen konnte ich weder emotional noch rational nachvollziehen. Man konnte sich von Anfang an denken, worum es geht, dennoch fand ich sie anstrengend und Pedro sogar etwas naiv.

Schreibstil:
Die Erzählweise war entspannt, teilweise mit tragikomischen Momenten gespickt.

Fazit:
Ich wurde für eine 5-Sterne-Bewertung nicht vollends überzeugt. Manchmal war es mir etwas zu überspitzt dargestellt. Und da die Geschichte auf das nicht nachvollziehbaren Verhalten Carlotas aufgebaut wurde, war es anfänglich nicht ganz rund für mich. Auch die Sexszenen und erotischen Momente / Gedanken hätten weggelassen werden können, da sie für die Geschichte unwichtig sind.

Dennoch ist es ein kurzweiliger Roman, den ich als lesenswert erachte.

Vielen Dank an den KiWi Verlag, für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars.
1 review
September 3, 2021
... ist der schönste Tag im Leben des Miguel Medina Lopéz, den eingefleischte Leser und Leserinnen nicht verpassen sollten. Was ‚einen Vater haben‘ und ‚Vater sein‘ bedeuten, hier wird es traurigschön bebildert.
1,292 reviews2 followers
August 17, 2021
Pedro Fernandez Garcia ist Inselpostbote auf Lanzarote. Die Zustellungen werden immer weniger, da viele Leute immer mehr Internet und Co nutzen, so hat er viel Zeit den Sohn seiner Freundin von der Schule abzuholen, Cafe con leche zu trinken und immer wieder Neuigkeiten über seine verbliebene Kundschaft zu erfahren, wie beispielsweise über die Nudistin Johanna. Eines Tages passiert ein Unfall mit Pedros Honda, dass das Fass bei seiner Freundin Carlota zum überlaufen bringt. Sie verlässt Pedro und geht mit ihrem Sohn nach Barcelona. Für Pedro stürzt damit eine Welt ein. Trotzdem vergeht einige Zeit, bis er gemeinsam mit seinem alten Freund Tornado und einem afrikanischen Flüchtling, einen Plan schmiedet um seinen "Sohn" zurück zu holen.

Wenn man über die Insel Lanzarote nachdenkt, steht diese für viele Menschen für eine Insel zum baden und um seine freie Zeit im Urlaub zu genießen. In diesem Buch lernen wir eine andere Seite kennen, vorallem die der Einheimischen auf der Insel. Was bedeutet es für Pedro, wenn die Menschen immer weniger Postkarten und Briefe schreiben? Aber auch Themen wie Nudismus, die Vulkane der Insel und die Flüchtlingssituation spielen im Buch eine Rolle.

Tatsächlich hatte ich mir von der Geschichte etwas anderes erwartet, ich dachte es geht viel um die Vater-Sohn-Beziehung und wie und ob Pedro seinen Miguel wieder zurück bekommt. Tatsächlich handeln nur die letzten 100 Seiten von diesem Plan, ansonsten geht es um viele kleine Geschichten die einem Land und Leute besser kennen lernen lassen. Leider muss ich sagen waren mir die Themen insgesamt zu oberflächlich angeschnitten. Oft habe ich mich gefühlt, als würde ich mit einem Einheimischen am Tisch sitzen und er würde aus seinem Leben erzählen. Viele ganz verschiedene Infos, aber man geht nicht wirklich in die Tiefe dabei. So hatte es immer wieder Themen, die mich interessiert haben, wie der damalige Vulkanausbruch oder eine amüsante Verschwörungstheorie über Atlantis von Freund Tornado, aber es gab für mich auch immer wieder einzelne Längen im Buch, wenn mich Themen nicht so angesprochen oder interessiert haben.

Die Personen waren ganz gut gezeichnet, wie Pedros Freund Tornado, der immer wieder Witz in die Geschichte bringt, oder der afrikanische Flüchtling Amado, der schon bald nach seiner Ankunft am liebsten wieder zurück nach Afrika möchte. Aber auch das Thema Flüchtlinge wird leider nur oberflächlich behandelt.

Insgesamt muss ich sagen, dass ich recht gut von der Geschichte unterhalten worden bin, aber ich hatte mir etwas anderes vorgestellt. Ausserdem hätte ich mir etwas weniger Themen gewünscht, die mehr in die Tiefe gegangen wären als viele und dafür nur oberflächlich.

Fazit: Recht unterhaltsame Geschichte, man lernt viel über die Einheimischen und das Inselleben kennen. Viele verschiedene Themen, die aber leider nur oberflächlich behandelt wurden. Der Plan um seinen Sohn entspannt sich erst in den letzten 100 Seiten.

Profile Image for Circlestones Books Blog.
1,146 reviews34 followers
August 28, 2021
„So wie ich das sehe, sitzen hier drei Männer. Der eine ohne Sohn, völlig am Ende. Der andere ohne Job, ohne Fische, ohne das Meer, nur mit einem Joint. Und der dritte ohne Papiere, nur mit irgendwelchen Gedichten.“ (Zitat Seite 312)

Inhalt
Sein Großvater hat die kleine Poststelle in Yaiza eröffnet, inzwischen führt Pedro Fernández García, vierzig Jahre alt, diese weiter. Er muss kreativ sein, denn im Zeitalter des modernen Internets schreibt niemand mehr Briefe und er muss seine Auslastung belegen, um seinen Arbeitsplatz zu erhalten. Kreativ ist auch sein bester Freund, der Fischer Tenaro, zur Zeit ein arbeitsloser Fischer mit viel Fantasie und immer neuen Ideen. Als Pedros große Liebe Carlota ihn überraschend verlässt und mit dem Sohn Miguel nach Barcelona zieht, verliert er die Lebensfreude, plötzlich entdeckte Familiengeheimnisse belasten ihn zusätzlich. Sein Leben wird grau, bis Amado, Dozent für spanische Literaturen in Afrika, zur Zeit Flüchtling ohne Papiere, mit seinen bunten T-Shirts und seiner Geschichte in sein Leben tritt. Auch er braucht Hilfe auf seinem umgekehrten Fluchtweg, zurück in die Heimat. Tenaro hat eine Idee - sind sie gemeinsam kreativ und stark genug, um diese umzusetzen?

Thema
Diese Geschichte ist eine weit gefächerte Mischung aus Poesie, Magie, Schicksal, vielfältig wie das Leben. Es geht um Freundschaft, Beziehungen, Vater und Söhne, Familiengeheimnisse, aber auch um sozialkritische, brisante Themen.

Charaktere
Jede der Figuren ist etwas Besonderes mit ihren Gefühlen und persönlichen Eigenheiten, und man folgt gespannt ihren Wegen und Erlebnissen. „Zwei Freunde sind wie zwei Geschichten, die sich zu einer verbinden.“ (Zitat Seite 400)

Handlung und Schreibstil
Die Geschichte spielt auf der Insel Lanzarote, während der Jahre 2009 und 2010. Die aktuelle Handlung wird ergänzt durch Erinnerungen an vergangene Ereignisse und Kindheitserinnerungen. Einzelne Tage mit ihren jeweils besonderen Erlebnissen, von denen sich manche nicht erklären lassen, aber trotzdem stattfinden, fügen sich zu einem vielschichtigen, eindrucksvollen Ganzen, in dem sich die einzelnen Fäden zusammenfinden. Es sind bewegte Wochen, die Pedro, Tenaro und Amado zusammenführen und für eine Zeitspanne die Schicksale des Postmannes, des arbeitslosen Fischers mit den phantasievollen Geschäftsideen und des Literaturdozenten, derzeit illegaler Flüchtling, verbinden, vereint durch Literatur und Fußballbegeisterung. Die Sprache erzählt einfühlsam, intensiv und begeistert durch die wunderbaren Schilderungen der dem Tourismus verborgenen Schönheit der Insel Lanzarote.

Fazit
Eine großartige Mischung aus Geschichten, Menschen, Alltag und Gefühlen. Liebenswerte Charaktere und humorvoll-skurrile Szenen vereinen sich mit der Nachdenklichkeit der brisanten Themen unserer Zeit und werden erzählerisch eingebettet in eindrücklichen Schilderungen der Schönheit und des Lebens auf der besonderen Insel Lanzarote.

Profile Image for Amelia Sun Sign.
75 reviews
September 7, 2021
Kurzmeinung: Unterhaltung!
eine schöne Reise/Landschaftslektüre, aber Krimi und Kömodie zugleich! Alles in einem!
''Der längste Tag im Leben des Pedro Fernández Garcia'' , geschrieben/gelesen von Moritz Rinke ist ein etwas anderes (Hör-) Buch über das Leben eines ''Deutschen'' auf einer spanischen Insel. Wirklich deutsch ist der Protagonist Pedro nicht wirklich, aber geschrieben und gelesen vom Schrifsteller Moritz Rinke, der mit seiner etwas anderen Stimme, dem Hörbuch einen besonderen Charakter gibt. Hier bekommen wir wunderschöne 1:1 Einblicke in das Leben auf der Vulkaninsel Lanzarote. Herrlich! Das unglaublich aussagekräftige Cover unterstreicht die Beschreibungen dieser einzigartigen Landschaft (auch mit Anekdoten über den wohl bekanntesten Insulaner César Manrique). Inhaltlich geht es um den Postboten Pedro, der in seinem Postbüro in Yaiza seit Erfindung des Internets keine Briefe mehr sortiert, sondern nur noch Werbesendungen verteilt, natürlich gelegenltich kommen Postkarten oder Briefe aus Übersee und das ist dann ein großes Ereigniss, aber diese sind eher die Ausnahme. Hier kennt jeder jeden: und somit kann der Zuhörer mit Genuss lauschen, die kleinen Anekdoten über die Einheimischen, sowie über die ausländischen/dazugezogenen Inselbwohner, aber auch über die Touristen, die das Land bereisen - diese sind besonders köstlich. Manchmal nicht ganz jugendfrei, aber auch mit momentan wichtigten Themen, was überraschend und auflockernd wirkt. Natürlich ticken die Uhren hier anders, so hat Pedro eigentlich mehr Zeit, seinen geliebten Café con leche zu trinken, als Briefe auszutragen; auch seinem Sohn Miguel alles über historische Vulkanausbrüche zu lehren. Das gefällt mir, denn ich bin auch sehr interessiert über Vulkane und hier kommt man in den vollen Genuss!

Das Buch ist erfrischend und man möchte am liebsten selbst dort alle erwähnten Sehenswürdigkeiten anschauen, eine schöne Reise/Landschaftslektüre, aber Krimi und Kömodie zugleich! Alles in einem!

Empfehlung.
1,049 reviews9 followers
August 8, 2021
Der liebenswerte Postbote Pedro auf Lanzarote hat kaum noch Aufgaben, niemand schreibt mehr Briefe. Er muss nur noch Rechnungen und Postwurfsendungen verteilen. Also hat er viel Zeit für seinen Sohn Miguel den er innig liebt. Er bringt ihm alles bei was er weiß, über die Heimatinsel Lanzarote, über Vulkane und die Ausbrüche, spielt mit ihm Fußball und holt ihn von der Schule ab. Dann zieht die Mutter mit dem Sohn nach Barcelona und Pedro verliert den Boden unter den Füßen. Seine Freunde versuchen einfach alles um ihm wieder aufzurichten. Bis zwei, Tenaro und Amado eine Idee haben.
Das Buch beschreibt sehr ausführlich und schön die Insel und ihre Landschaft. Wenn man schon dagewesen ist erkennt man sie sofort wieder. Die Figuren sind auf der einen oder anderen Art alle liebenswert. Andererseits haben sie keine Ecken und Kannten, wäre der traurige Vater nicht, könnte man das Buch als Urlaubsroman bezeichnen.
In seiner Trauer sucht er alle möglichen Ablenkungen dadurch taucht auch das Thema des spanischen Bürgerkriegs auf. Wer hat wann welche Schuld auf sich geladen. Es wird auch immer wieder zu aktuellem Geschehen Stellung genommen, dass wertet den Roman auf.
Für mich hätte die Geschichte etwas straffer geschrieben werden können. Es gab öfter Variationen des gleichen Themas und dadurch wurde der Roman langatmig.
Ein Gedanke ist herausragend; eine Flucht aus welchen Gründen auch immer ist eine Flucht. Das Vergangene wird der Flüchtende nie los. Sie begleitet ihn immer ob es nun gute oder böse Erinnerungen sind.
Profile Image for Marlene.
9 reviews50 followers
September 14, 2021
…eine fesselnde geschichte über einen spanischen postboten auf afrikanischem boden, zwischen vulkankratern und lavagestein, dem plötzlich die beziehung zu seinem sohn, verwehrt wird und der über die wahnwitzige vergangenheit seines großvaters erfährt.
und über tenaro, einen alten freund mit thunfisch-vergangenheit und alkoholproblem und amado, einem geflüchteten literaturwissenschaftler aus äquatorialguinea, der zu einem neuen wegbegleiter wird.

dieser findet auch die ehrlichsten worte in diesem roman:
„sieh dich in der welt um, die gleichgültigkeit ist die gefährlichste form der rohheit, ohne sie würden die menschen viel weiter kommen.“

kleiner tipp, auf seite 279-280 habe ich es pedro gleichgetan und auf youtube „wagner walküre unternehmen feuerzauber“ eingeben. selten habe ich ein so klares bild von einem augenblick in einer geschichte gehabt, die ein autor durch wörter in mein kopf projizieren wollte 🔥

rinke schafft es, mit witz und auge für gesellschaftlich relevante themen, erzählstränge so mit einander zu verstricken, dass es eine große freude ist, seinen zweiten roman zu lesen.

bisher war mir der autor nur aus theaterkontexten bekannt, seit wir 2017 mit dem @betreff.theater sein stück „die optimisten“ inszenierten.

ich danke dem @kiwi_verlag, dass ich das buch bereits vor erscheinen lesen und für euch rezensieren durfte! ich empfehle es allen, die wenigstens im kopf eine kleine sommerreise auf die kanarischen inseln machen wollen. der längste tag im leben des pedro fernández garcía von @moritzrinke ist seit zwei tagen im handel erhältlich 🐚
2,277 reviews13 followers
August 19, 2021
Zum Inhalt:
Ein Postbote auf Lanzarote, der seit der Erfindung des Internets kaum mehr Briefe verteilt und dadurch einiges an Zeit hat. Er denkt über vieles nach, seinen Sohn, seine Großvater und welche Rolle er gespielt haben könnte bei dem Deutschen, bei dem er angestellt war. Als seine Frau sich trennt und mit seinem Sohn wegzieht, entwickelt er mit seinen Freunden einen Plan, seinen Sohn zurück zu holen.
Meine Meinung:
Das war eins dieser besonderen Bücher, die sich zunächst sehr langsam, dann aber immer eindringlicher ins Herz schleichen. Pedro ist ein liebenswerter Kerl, der einem schnell ans Herz wächst. Was mir aber besonders gut gefallen hat ist, dass man so viel über z. B. die Vulkanausbrüche oder auch Hitler auf den Kanaren erfährt, was mir so noch nicht bekannt war. Der Schreibstil hat mir auch sehr gut gefallen. Irgendwie sehr eindringlich und doch leicht. Mir hat das Buch gut gefallen.
Fazit:
Etwas besonderes
154 reviews
September 19, 2021
Unterhaltsam

Pedro Fernandez Garcia lebt auf Lanzerote mit Carlota und Miguel zusammen. Er ist Postbote. Aber er ist Opfer der Digitalisierung. Leider hat er nicht mehr viele Briefe, die er ausliefern kann, weil sich die Leute statt Briefe jetzt Emails schicken. Eies Tages verlässt Carlota Pedro mit Miguel und zieht in eine andere Stadt. Pedro ist tief betrübt. Mit seinen Freunden möchte er Miguel zurückholen.

Der Autor Moritz Rinke hat einen interessanten Roman geschrieben. Er besteht aus fünf Teilen. Der Schreibstil ist flüssig und locker. Besonders lustig fand ich Tenaro, den Freund von Pedro. Die Themen Freundschaft, Vater-Sohn Beziehung und Flüchtlinge werden thematisiert. Außerdem wird dem Leser die Insel näher gebracht. Leider war das mir zum Teil zu oberflächlich. Ich hätte mir da mehr Tiefe erwünscht. Das Thema Vater-Sohn Beziehung fand ich sehr berührend erzählt.

Ein unterhaltsamer Roman über Freundschaft und Vater-Sohn Beziehung.
Profile Image for Bruno Laschet.
698 reviews20 followers
April 2, 2022
Wenn man, wie ich, bereits 20x Ferien auf Lanzarote gemacht hat, darf man es ruhig als 2. Heimat bezeichnen. Diese Geschichte spielt auf dieser Insel und ich habe mich sofort in die Geschichte verliebt. Alles was im Buch genau beschrieben wird, kenne ich...

Es geht um die Liebe eines Vaters zu seinem Sohn. Es geht um die Geschichte des Grossvaters, um die Ehefrau, um einem Nobelpreisträger, um den Job des Postboten, um einen Flüchtling aus Afrika und um Messi und Fussball. Und natürlich um die Liebe zu Lanzarote.

Eine schöne Geschichte, die mich immer wieder gedanklich verreisen liess.



65 reviews1 follower
September 19, 2021
Abenteuer auf Lanzarote

Der Roman "Der längste Tag im Leben des Pedro Fernández García" von Moritz Rinke handelt von dem Postboten Pedro, der in Yaiza auf Lanzarote lebt. Seit der Erfindung des Internets stellt Pedro fast nur noch Werbesendungen zu und hat somit viel Zeit den Tag mit anderen Dingen zu verbringen. So erlebt der Leser zusammen mit Pedro viele kleine und größere Abenteuer und lernt viele verschiedene Charaktere kennen. Da wären z.B. sein Sohn Miguel, seine Frau Carlotta, die sich von Ihm trennt und Miguel mit nach Barcelona zu Ihrem neuen Freund nimmt oder auch sein Freund Tenaro, ein arbeitsloser Fischer ohne Boot.

Am Roman haben mir besonders gut die Beschreibungen der Charaktere gefallen, diese wirken einfach sehr menschlich und sind bis ins kleinste ausgearbeitet. Der Schreibstil von Moritz Rinke ist sehr flüssig zu lesen und die Geschichte ist so immer mitreisend, spannend und oft lustig. Die Beschreibung der Insel Lanzarote und von verschiedenen Orten auf der Insel ist ebenfalls sehr gelungen.
Profile Image for Alexandra.
20 reviews
January 18, 2022
Ein ganz wunderbarer Roman, der einen auf die spanische Insel Lanzarote entführt. Da es mein erster Kontakt mit der spanischen Kultur in der Literatur war, daher umso spannender für mich. Gerade, da bei einer der Lesungen Rinkes betont wurde, dass er eher aus Sicht eines Spaniers über die Spanier schreibe, denn aus Sicht eines Deutschen, bin ich umso faszinierter von seinen Darstellungen der Insel und der Bevölkerung dort.

Das Verhältnis von Pedro und seinem Sohn hat mich sehr ergriffen. Als Scheidungskind konnte ich das Ganze arg mitfühlen und muss meinen Hut davor ziehen, wie hervorragend Rinke die Gefühle in einer solchen Situation auf den Punkt gebracht hat.

Sein ganzer Stil strahlt Leichtigkeit und Humor aus, gleichzeitig aber auch tiefe menschliche Philosophie.

Insofern ein gelungener Roman, der mich hervorragend unterhalten konnte, von einem sympathischen Autoren, der durch seine charmante Art überzeugen konnte! 🙂
Displaying 1 - 14 of 14 reviews

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