Ein Mönch aus dem Kloster im Montblanc-Tal wird vermisst. Bischof Lombardi reist zum Kloster um ihn zu finden. Kurz nach seiner Ankunft ist das Kloster durch einen starken Sturm, von der Außenwelt abgeschnitten. Eine spannende Suche mit vielen Erkenntnissen rund um die Vorgänge in dem Kloster, wird nicht nur für Lombardi zur Lebensgefahr. DIe allumfassende Frage nach der Existenz eines Gottes wird zum Dreh & Angelpunkt aller Ereignisse.
Die Idee hinter „Die Gottesmaschine“ von Reinhard Kleindl hat mich als Agnostiker sehr angesprochen: ein mathematischer Beweis der Existenz Gottes, das Thema interessiert mich enorm. Herausgekommen ist für mich aber ein eher halbgarer Thriller vor der malerisch-gruseligen Kulisse eines abgelegenen Klosters und eine Geschichte, die mich abwechselnd an Umberto Ecos „Der Name der Rose“ und Dan Browns Robert-Langdon-Reihe erinnerte. Knackige Episoden mit packender Spannung wechselte sich für mich mit langatmigen Passagen ab, sodass mich das Buch letzten Endes nicht wirklich begeistern konnte. Aber von vorn. Der römische Weihbischof Stefano Lombardi ist auf Einladung seines alten Freundes Alessandro Badalamenti im abgelegenen Kloster L’Archange Michel nahe dem Montblanc. Im Kloster geht es allerdings weniger um ora et labora oder das benediktinische Credo „Ora et labora et lege“ (bete, arbeite und lies), sondern mehr um wissenschaftliche Forschung. Genauer gesagt: die Schaffung eines Quantencomputers, mit dem sich die Geheimnisse der Schöpfung ergründen, und damit auch die Existenz Gottes beweisen lassen. An der Forschung beteiligt ist Bruder Sébastian, der Ziehsohn von Lombardis Freund Badalamenti. Als dieser ermordet im Computerraum aufgefunden wird, beginnt einerseits die Jagd nach dem Mörder, andererseits aber auch die Suche nach der Entdeckung, die der Mönch gemacht hat. Oder haben soll. Auf jeden Fall versucht irgendjemand, die Entdeckung genauso verzweifelt geheim halten zu wollen, wie andere versuchen, den Mörder zu finden. Eine wilde Jagd durch alte Gemäuer beginnt. Die Geschichte begann für mich spannend und packend, sodass ich leicht ins Geschehen eintauchen konnte. Die wissenschaftlichen Aspekte fand ich spannend, die (mathematik-)historischen Elemente gut verständlich und sehr interessant dargebracht. Trotzdem lässt mich das Buch eher unbefriedigt zurück. Der Autor selbst hat theoretische Elementarteilchenphysik studiert und sein Diplom mit Auszeichnung gemacht – die wissenschaftliche Seite des Buchs hat also Hand und Fuß. Aber weder sprachlich noch formal konnte es mich wirklich begeistern, da hatte ich etwas anderes erwartet. Zwar besticht die Geschichte durch eine Menge (sicherlich korrekter) Informationen und eine sehr gute Idee, schwächelt aber bei der Umsetzung sowohl in puncto Handlung als auch bei der Ausarbeitung der Charaktere. Diese bleiben eindimensional und ohne jegliche Tiefe, selbst der Protagonist blieb blass und unnahbar, von den anderen Charakteren möchte ich gar nicht erst reden. Dabei hätte vor allem die Figur Lombardis ein immenses Potenzial geboten, das der Autor meiner Meinung nach verschenkt. Sprachlich konnte mich das Buch ebenfalls nicht begeistern. Zwar ist es einerseits flüssig zu lesen, aber es besteht ein für mich zu krasser Kontrast zwischen den wissenschaftlichen Passagen und dem Rest, der auf mich sehr umgangssprachlich wirkt. Da zeigt der Autor zwar großes Wissen, aber wenig Fingerspitzengefühl für Sprache und hat mich nicht wirklich angesprochen. Die vielen zum Teil sehr kurzen Kapitel enden zum Teil mit einem Cliffhanger. Das sorgte zwar einerseits für ein sehr hohes Erzähltempo, was aber oft durch „verkopfte“ Passagen ausgebremst wurde. Dadurch entstand für mich statt des einheitlichen Spannungsbogens eher eine Sinuskurve und auch die Geschichte an sich wird, statt linear zu verlaufen, eher zum reichlich unrunden Flickenteppich, gewebt aus eine Menge Geheimniskrämerei, einem Mord und einer wilden Mischung aus Religion, Philosophie und Wissenschaft mit einer Prise Misstrauen gegen alle und jeden. Alles in allem hat das Buch mich zwar gut unterhalten und ich habe eine Menge Neues gelernt, kommt aber über ein „okay“ nicht hinaus. Der Autor hat meiner Meinung nach zu viel gewollt und sich stellenweise verrannt und alles wird zu einem eher mauen Abklatsch von Dan Brown oder David Baldacci. Von mir 2,5 Sterne, aufgerundet auf 3.
Meine Erwartungen an das Buch waren gemischter Natur, da ich computer-wissenschaftlich angehauchte Krimis normalerweise nicht so gerne lese. Aber die Mischung, die ja schon im Titel veranschaulicht wird, hat mich überzeugt - und das zu recht. Das Buch punktet vor allem mit seiner überbordenden Spannung, die mich fest im Griff hatte. Auch die Beschreibungen des ganzen Konzeptes - sowohl Quantencomputing als auch Gottesbeweis und alles drumherum - waren absolut faszinierend und ausreichend erläutert, dass man sich etwas darunter vorstellen kann.. Wenn ich auch nicht sagen könnte, wo Wahrheit und Dichtung anfangen bzw. aufhören, war die Story in sich doch stimmig erzählt. Dabei wurden viele bekannte Namen genannt, die großes Interesse wecken sich eingehender mit der Materie zu befassen. Hier hätte ich mir allerdings noch einen Glossar gewünscht, der alle wichtigen Namen und Begriffe zum Nachschlagen zusammenfasst. Die Charaktere wirkten ausgesprochen menschlich und dadurch umso überzeugender, und so freue ich mich natürlich besonders dass eine Fortsetzung gerade bevorsteht.
Hauptort dieses Krimis ist ein Kloster in den Bergen des Montblanc. Hier treffen sich Wissenschaftler und Klosterbrüder, um sich auszutauschen. Bischof Lombardi kommt in dieses Kloster um für einen Freund, dessen Ziehsohn zu suchen, der in dem Kloster einer der Brüder ist. Er ist seit einiger Zeit verschwunden. Mit ihm ist noch die letzte verbliebene Wissenschaftlerin Amirpour anwesend, die aber auch abreisen will. Auf einer nächtlichen Runde macht Bischof Lombardi einen grauenhaften Fund. Er meint den Toten Sebastien gefunden zu haben. Doch es ist ihm jemand auf der Spur und er bringt sich in Sicherheit. Nach und nach erfährt er das Sebastien einer Entdeckung auf der Spur war, die vermutlich die Kirche in Gefahr bringen konnte. Doch der Abt konnte ihm auch nicht weiterhelfen woran Sebastien gearbeitet hatte. Auf der Suche nach weiteren Spuren und dem Toten bricht ein furchtbares Gewitter und ein Sturm los, dass das Kloster von der Umgebung abschneidet. Jetzt sind Lombardi und Amirpour auf sich gestellt und sie wissen nicht wem sie noch vertrauen können. Da wird der tote Sebastien mit mysteriösen Zeichen auf seinem Körper gefunden. Das heißt der Täter ist noch im Kloster und er ist nun auch hinter Lombardi her. Aber nicht nur er ist in Gefahr, denn überraschenderweise wird auch der Abt des Klosters tot aufgefunden, mit ähnlichen Marken wie Sebastien. Auf der Suche nach den Spuren der Arbeit des jungen Bruders finden sie auch das Geheimnis der Arbeit in dem Kloster und nachdem sie den Computer von Sebastien gefunden haben auch langsam die Inhalte seiner Arbeit. Eine große Bedrohung liegt über dem Kloster und auch im Vatikan wird man langsam ungeduldig. Die Gottesmaschine, vielleicht ein Traum für alle die das Phänomen Gott erklären wollen? Ein sehr interessantes Thema, das hier kriminalistisch ausgebaut wird. Dem Autor ist es gelungen in dieser außergewöhnlichen Kulisse, einen sehr spannenden Krimi zu schreiben. Das abseits gelegene Kloster ist ein guter Ort für diese mysteriöse Story. Ein Mönch, der sich wissenschaftlich mit der Anwesenheit Gottes auseinanderzusetzen scheint, ist die Basis für dieses Buch. Religion und Wissenschaft, diese Kombination ist etwas, das uns Menschen offensichtlich immer wieder umtreibt und sich mysteriöse Geschichten ranken. Die Angst, dass es einen wissenschaftlichen Beweis geben könnte, der die Existenz Gottes in Frage stellen könnte, treibt natürlich auch den Vatikan um, wie hier sehr anschaulich beschrieben wird. Das Thema fasziniert mich sehr, obwohl ich meine Meinung dazu gebildet habe. Nichts destotrotz liegt immer wieder ein gewisses Mysterium über diesen Geschichten. Reinhard Kleindl hat sich diesem Thema von einer sehr interessanten Seite genähert, ein Kongress von Wissenschaftlern und Mönchen. Das Szenarium ist sehr gut aufgebaut, ein Spezialcomputer, der für Auswertungen bereitsteht und eine Bibliothek, die für dieses Thema sehr gut ausgestattet ist. Weiterhin junge Mönche, die der Technik und dem Thema offen entgegenzutreten scheinen. Und in dieses Szenarium hat er Morde eingebaut, die die Widersprüche verdeutlichen. Es gibt immer wieder Fanatiker, die sich dem Thema entgegenstellen und es als Gotteslästerung ansehen. Die Figuren, die Kleindl hier aufbaut sind schon teilweise sehr widersprüchlich. Bischof Lombardi, der ein Geheimnis mit sich herumschleppt. Die Wissenschaftlerin Amirpour, die im Zwielicht steht für einen Geheimdienst zu arbeiten und auch eine spezielle Beziehung zu Lombardi entwickelt. Die dargestellten Mönche sind für mich in ihren Rollen nicht greifbar, auch hier wird die innere Zerrissenheit deutlich. Sehr gelungen ist die Szenerie des aufkommenden Sturms, der das Kloster noch mehr von der Umwelt abschließt und daher die Morde noch mysteriöser erscheinen lassen. Außerdem hat der Autor noch den Vatikan mit eingebaut und das sehr aktuelle Thema der Fake News mit betrachtet. Wobei ich es sehr gut inszeniert fand und die Rollen der Beteiligten aus dem Vatikan, sicherlich der Lehre von der Gewaltlosigkeit der Kirche unterstreichen sollen. Ich habe mich auf diesen Krimi gefreut und bin nicht enttäuscht worden. Mir hat der das Ende sehr gut gefallen und der Spannungsaufbau mit den wechselnden Orten hat mich stark gefesselt. Ich kann dieses Buch weiterempfehlen.
Ungewöhnlich. Spannend. Der Östereicher, Reinhard Kreindl - hat am 30.07.21 seinen neuen Thriller "Die Gottesmaschine" über den Bastei Lübbe Veralg veröffentlicht. Der ausgebildete Diplom Phsiker hat in seinem Leben durch die Ausübung aussergewöhnlicher Sportarten & unterschiedlichster beruflicher Tätigkeiten einen vielseitigen Hintergrund. Diese Erfahrungen spiegeln sich in seinem Buch wieder.
Das Cover: es wird eine skizzierte Ansicht auf das Innere einer Dom-Kuppel gezeigt. Die Kombination: Titel und Bild ergeben einen guten Hinweis auf die Handlungsthematik.
Der Inhalt: Der junge Mönch Sebastien wird vermisst. Der Weihbischof Lombardi beauftragt, ihn zu finden, reist zu Sebastiens letzten bekannten Aufenthaltsort - ein Kloster im Montblanc - Gebiet. Kurz nach seiner Ankunft, wird das Kloster, durch einen Sturm, von der Außenwelt abgeschnitten. Eine aufregende & gefährliche Suche nach dem verschwundenem Mönch beginnt. Ungeahnte Zwietracht schürende klösterliche Machenschaften im Zusammenspiel mit menschlicher Missgunst, werden nicht nur für Lombardi lebensgefährlich...
Mein Leseeindruck: Der Titel hat in mir eine große Erwartung an den Roman geweckt. Der gesamte Erzählstil ist darauf bedacht, möglichst große Spannung aufkommen zulassen. Dieses ist dem Autor wirklich gelungen. Er spricht sehr viel Themen rund um Religion, wissenschaftliches Arbeiten und Forschung, digitale Möglichkeiten aber auch die "dunkle Seite", eben dieser Themen, an. Die erste Hälfte des Buches ist im Aufbau, der Einführung und Erklärung verschiedener Glaubensannahmen und deren wissenschaftlichen Beweisführung mittels neuester Quantencomputer gewidmet. Hier gelang es dem R. Kreindl, trotz umfangreicher Erklärungen, keine Langeweile oder Überforderung bei mir, aufkommen zu lassen. Die 2. Buchhälfte strotzt geradezu vor spannenden, abenteuerlichen Geschehen, rationalen Denkanstößen und dem Kampf um das eigene Leben sowie die Frage rund um die Akzeptanz individueller Glaubensansichten. Rasant wird die Story zum Ende gebracht. Die aufgeworfenen Fragen, Thesen, Geschehen und Vorgänge werden schlussendlich, zusammengefasst erklärt. Ein Finale, dass leider nicht vollkommen überzeugen kann. Für meinen Dafürhalten wurden nicht alle Erzählstränge befriedigend zusammengeführt & aufgelöst. Welches für mich aber absolut verständlich ist. Es wurden zu viele Fakten, wissenschaftliche Annahmen & Ereignisse in die Story eingebracht. Zu viel für ein Buch, genug Stoff für mindestens zwei. Das ist sehr schade. Die Auflösung aller angesprochenen Themen, Fragen und Reaktionen wäre sehr interessant gewesen.
Fazit: Sehr interessanter, etwas zu weitläufig orientierter, Thriller. Gute spannende Unterhaltung mit vielen Anregungen für Diskussionen.
Die Grundthematik dieses Thriller ist - wie man schon am Klappentext erkennt - Glaube vs. Wissenschaft. Und das fand ich sehr spannend. Denn auch wenn man nicht in die Kirche geht oder an einen Gott glaubt, steht ja doch die Frage im Raum, wie unsere Welt und das Universum entstanden ist. Insofern hat mich die Plotidee sofort angesprochen.
Befeuert wird die Spannung dadurch, dass der Autor bereits im Vorwort erwähnt, dass es alle genannten Erkenntnisse wirklich gibt. Ein Pluspunkt, da es für die ausführliche Recherche und fundiertes Hintergrundwissen spricht. Allerdings hatte ich ein bisschen Angst, dass es etwas zu theoretisch werden könnte - und das tat es für mich an der ein oder anderen Stelle. Dabei muss ich gestehen, dass ich mich nicht sonderlich für Naturwissenschaften interessiere und deshalb waren manche Erklärungen einfach zu langatmig. Leider bin ich auch für das Codeknacken zu ungeduldig.
Und hier ist auch der größte Kritikpunkt für mich an diesem Buch: Es ist wirklich spannend, man weiß lange nicht, wer oder was dahinter steckt, die unbeantwortete Frage steht im Raum, man wechselt öfter die Perspektiven zwischen dem Kloster und dem Vatikan - aber an manchen Stellen ist es einfach zu langatmig. Zwischendurch zieht sich die Handlung etwas, hier ist der Autor sehr detailverliebt, was für mich nicht hätte sein müssen.
Super hingegen fand ich, wie das Buch endet. Es passt richtig gut, auch wenn ich im ersten Augenblick etwas enttäuscht war. Allerdings hat es mich dazu gebracht, noch eine ganze Weile über das Buch nachzudenken - und das ist dann für mich immer ein Pluspunkt.
Der Schreibstil ist sehr bildhaft, was dafür sorgt, dass man sich alles genau vorstellen kann. Außerdem werden die einzelnen Figuren sehr genau beschrieben, so merkt man sich schnell, wer wer ist. An der ein oder anderen Stelle ging es mir etwas zu langsam voran, aber das habe ich ja bereits erwähnt.
Unschlüssig bin ich hingegen, wie ich den Protagonisten beurteilen soll. Lombardi ist ein sehr sympathischer Mann, der das Herz am rechten Fleck hat und offen für Neues ist. Außerdem ist er mutig und selbstlos. Allerdings ist er auch unglaublich naiv, was mich dann gerade gegen Ende etwas gestört hat. Hier verhält er sich nämlich nicht so, wie man es erwarten würde, weil er viel zu vertrauensselig ist. Aber vielleicht braucht unsere Welt auch einfach mehr Menschen, die so sind wie er und an das Gute im Anderen glauben.
Alles in allem wurde ich gut unterhalten und wer sich für diese Thematik interessiert, macht auf jeden Fall nichts falsch. Von mir gibt es 4 Sterne.
Eine, wie ich fand, von Anfang an spannende Geschichte!
Ein abgelegenes Kloster, ein Weihbischoff´, der für einen Freund nach jemandem gucken möchte... und aus diesen wenigen Faktoren entwickelt sich sehr schnell eine unglaubliche Dynamik. In der Mitte des Buches nahm diese noch weiter zu, so dass ich das Buch erstmal auf Armlänge von mir halten musste, um zu sehen, WIR SIND NOCH NICHT AM ENDE!
Ich wurde beim Lesen hin- und hergerissen zwischen der Frage, wäre es nun gut, einen empirischen Beweis zu haben, dass Gott existiert/ nicht existiert? Habe mir viele Gedanken dazu gemacht, was wäre, wenn "Religion" nachweisbar widerleg- oder begründbar wäre? Welche positiven/ negativen Folgen könnte diese Antwort auf die Allgemeinheit bzw. das (verquere) Individuum haben?
Zur Auflösung möchte ich nichts sagen, hat mir jedoch sehr gefallen. Gibt es nur Schwarz und Weiß? Gut und Böse? Oder doch noch etwas dazwischen? Und was hat der Freie Wille damit zu tun?
Vielen Dank, dass ich an dieser Leserunde teilnehmen durfte, mir hat DIE GOTTESMASCHINE sehr gefallen!
Als Hörbuch gehört. Eine spannende Krimigeschichte - eingebettet in das Spannungsfeld zwischen Glauben und Wissenschaft. Dramatisch geschrieben. Sehr spannend. Und mit einer angenehmen Stimme vorgelesen.