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186 pages, Hardcover
First published January 1, 2021
'Dann, nach vier oder fünf Wochen, wurde ich in einer Februarnacht von der Kälte wach. Das Zimmer war eiskalt, draußen war Wind, der am gekippten Fenster rüttelte. Der Wind hatte einen unangenehm hohen Ton, er schien auf beinah körperliche Weise im Garten zu sein, er sang.' p.28-29
'Sie starren mich an. Ich weiß, dass der eine oder andere mich erkennt, ich kann hören, wie jemand sagt, das ist doch die Kellnerin aus der Kneipe vom Chef. Die da. Auf dem Rad. Nein, nicht die Große, die andere. Keiner weiß, dass ich die Schwester vom Chef bin, mein Bruder will nicht, dass jemand das weiß, weil er vermutet, es mache ihn älter, ich will nicht, dass jemand weiß, dass ich bei meinem Bruder arbeite, weil ich schlicht mit niemandem in Verbindung gebracht werden möchte.' p.91
'Mimi legt Wert auf einen ordentlichen Rasen. Sie sagt, die Gärten in dieser Ecke der Welt seien so ordentlich, weil der Rest in Unordnung sei, ständiger Wind, wüster Himmel. Weil es nicht mehr regnet, wächst das Gras nicht mehr, und Mimi rollt den Mäher stur über die trockene Erde. Sie sagt, wenn sie aufhören würde, den Rasen zu mähen, würde es nie mehr regnen, ihr Rasenmähen sei eine Beschwörung.' p 122-123
'Draußen, auf dem Parkplatz, sitzen Mimi und mein Bruder in Mimis Auto. Ich habe den Regen dieses ganze Jahr über vermisst, aber in keinem Moment vermisse ich ihn so deutlich wie in diesem - ein strömender Regen, der alles wegwaschen, fortschwemmen, verschwinden lassen würde, Regen aus einem Gedicht, Regen wie ein Erbarmen, und die Gesichter von Mimi und meinem Bruder wären hinter der Scheibe des Autos verschwommen und unscharf, sie wären vom Regen beschützt.' p.172-173