Edle Palazzi, funkelnde Juwelen und ein Mord ohne Leiche: Glamour-Detektivin Jackie Dupont ermittelt im Venedig der Zwanzigerjahre
Venedig im Sommer 1921. Der attraktive Adlige Christopher restauriert in einer berühmten Kirche ein Gemälde von unschätzbarem Wert. Doch seine Arbeit wird jäh unterbrochen, als Jackie Dupont auftaucht: Die Privatdetektivin mit Vorliebe für edlen Diamantschmuck und ungewöhnliche Ermittlungsmethoden behauptet, in der Kapelle sei in der vergangenen Nacht eine Frau ermordet worden. Mehrere Indizien sprechen eindeutig dafür – doch von der Toten fehlt jede Spur. Gemeinsam machen sich die beiden in der sommerlichen Hitze der Lagunenstadt auf die Jagd nach Leiche und Mörder – nicht ahnend, dass sie selbst längst in allergrößter Gefahr schweben ... »Lamberts Story liest sich wie eine Netflix-Episode von der Riviera.« Der Freitag über »Die Tote mit dem Diamantcollier«
Eve Lambert is the pseudonym of a successful German author. Like her heroine, Jackie Dupont, travelling is in her blood: Born in 1979 in Tessin (Switzerland), raised in Hamburg, Italy and Great Britain. Nowadays she's living in Hamburg once again. When she's not writing, she's a tour guide for tourists from all over the world in the Hanseatic city Hamburg.
Eve Lambert ist das Pseudonym einer erfolgreichen deutschen Autorin. Genau wie ihrer Titelheldin Jackie Dupont wurde ihr das Reisen in die Wiege gelegt: 1979 im Tessin geboren wuchs sie in Hamburg, Italien und Großbritannien auf. Heute lebt sie wieder in Hamburg. Wenn sie nicht gerade schreibt, arbeitet sie als Gästeführerin und begleitet Touristen aus aller Welt durch die Hansestadt.
Jackie Dupont, die Protagonistin des hier zu besprechenden Krimis oder Cosy Crime oder Mischung aus Krimi und Spionageroman, sehr wahrscheinlich aber eher einer nicht ernst gemeinten Persiflage auf letztere, ist sicherlich eine ungewöhnliche Frau. Überhaupt und speziell für die Zeit, in der die Autorin ihre turbulente Geschichte spielen lässt. Wir schreiben nämlich das Jahr 1921 – und derart eigenwillige und unabhängige Frauen, die sich weder vor Tod und Teufel, noch gar vor der mit allen Rechten ausgestatteten Männerwelt fürchteten, waren damals dünn gesät, wurden, wenn sie sich schon erdreisteten, ihr eigenes, selbstbestimmtes Leben zu führen, nicht ernst genommen und trafen allenthalben auf Mauern der Indignation. Nicht so Jackie, draufgängerische Privatdetektivin mit unwiderstehlichem Hang zu Juwelen und darüber hinaus mit unklarer Vergangenheit! Die macht gerade, was sie will und zeigt den Männern, wo es lang geht, oder, um sich eines hübschen Bildes zu bedienen, wo Barthel den Most holt. Durchweg! Es gibt nichts, worin sie es nicht zur Meisterschaft gebracht hätte, nichts, was sie nicht besser wüsste oder beherrschte, auf jeden Fall aber zumindest genau so gut wie die zwar präpotenten, aber eigentlich – bis auf eine Ausnahme freilich, wie der Leser früh genug herausfinden wird - schwächlichen Männer, mit denen sie es zu tun hat! Unheimlich, eine solche Frau, nicht wahr? James Bond und Sherlock Holmes, ein bisschen auch Hercule Poirot, in Personalunion – und keine Spur von der zwar möglicherweise blitzgescheiten, aber nach außen hin devoten, sich an die gesellschaftlichen Normeln und Verhaltensregeln ihrer Zeit haltenden üblichen Vertreterin ihres Geschlechts! Liest man ihre, immer wieder in die Handlung eingestreuten, Tagebucheinträge, so wird mehr als ersichtlich, falls es dazu noch einer Bestätigung bedürfte, dass die – natürlich unwiderstehlich attraktive und schicke! - Heroine vor Selbstbewusstsein nur so strotzt! Also sollte, um endlich zu dem Roman, wie ich ihn der Einfachheit halber nenne, zu kommen, die Aufklärung eines, vorerst nur vermuteten Mordes an einer zu fettem Wohlstand gekommenen Engländerin mit zweifelhafter, auf alle Fälle aber recht elender Vergangenheit, und schließlich der tatsächlichen Tötung einer der wichtigeren Charaktere der Handlung, eigentlich ein Klacks sein. Ist es natürlich auch, wie man sich bald überzeugen kann, nachdem eine irritierende Nebenhandlung, die vom Wesentlichen ablenkt und für gehörige Unruhe unter den Beteiligten sorgt – eben jener Spionagepart -, endlich als das entlarvt wird, was sie ist, nämlich von Anfang bis Ende ein einziger Fake, wie man so gerne auf Neudeutsch sagt, ins Spiel geworfen von jemandem – wer das ist, muss man dann schon selbst herausfinden – aus purer Langeweile, wie mir scheint, oder als cleverer Schachzug, woran ich denn doch zweifle, oder einfach, um Unruhe zu stiften. Ein gewisser Menschenschlag, genauso, wie ein einschlägiger Berufsstand, tut das ja gerne.... Noch ein paar Bemerkungen zu den Herren der Schöpfung, die wir hier antreffen: da ist zum einen der unverschämt gutaussehende und ebenso unverschämt reiche englische Adlige Christopher, genannt Kit, seines Zeichens der Verlobte oder gar Ehemann der Schönen, wie er selber vermutet, denn er hält die verwegene Jackie für seine angeblich mit der Titanic versunkene Angetraute Diana, deren immensen Reichtum er nach ihrem tatsächlichen oder nur gefakten (schon wieder dieses Unwort!) Tod erbte und dem seinen, ohnehin schon beträchtlichen, beifügte. Ein bisschen wirr, das Ganze, aber sei's drum! Christopher also hält sich derzeit in Venedig auf, soll dort, im Auftrag des Patriarchen der Lagunenstadt, dem schönen und gar nicht so reinen und unbefleckten Kardinal Truffino, einem weiteren Protagonisten, ein wertvolles Gemälde restaurieren. Man sieht, auch Christopher hat neben seinem Reichtum und überdies einer unrühmlichen Vergangenheit, derer er sich aber, um ihm Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, aufs Ehrlichste schämt, noch gewisse andere Talente! Aber zurück zu den restlichen Männern, von denen vor allem der brandgefährliche, skrupellose und brilliante Laszlo Baron von Drachenstein eine Rolle spielt, dereinst auf mysteriöse Weise mit Jackie verbandelt, und bei dessen Erscheinen Kit in Gedanken nach einem Bildhauer ruft, so schön und perfekt proportioniert ist er! Ja, der Deutsche wird dem guten Duke noch schwer zusetzen.... Genauso übrigens wie Jackies Onkel Daniel, der andere Teil der Detektei Dupont & Dupont, vordergründig jovialer Amerikaner, der aber selbstredend einiges zu verbergen hat und still und heimlich sein eigenes Süppchen kocht. Und wenn Christopher gehofft hatte, aus ihm die wahre Identität Jackies/Dianas herauskitzeln zu können, wird er noch seine blauen Wunder erleben.... Nicht vergessen werden sollte der englische Konsul in Venedig, Sir Alfred Purcell, bei dem Duke Christopher Quartier bezogen hat. 'Very british' ist er, doch, man ahnt es schon, in keiner Weise derjenige, den man hinter seiner aufrechten, zwar charmanten, aber doch stocksteifen Fassade vermuten würde. Sir Alfreds Gefährtin, eine exilierte russische Baronin oder Prinzessin, und seine beiden, seelisch wohl nicht recht ausbalancierten, Kinder müssen ebenfalls erwähnt werden, denn auch sie spielen ihre Rolle in dem Durcheinander, das sich vor den Augen des Lesers entfaltet und nach vielen gefährlichen Zwischenfällen schließlich doch noch entwirrt wird. Dies auf eine Art und Weise, die, man kann es nicht leugnen, in Atem hält, der es an Tempo und unvorhersehbarem Hakenschlagen nicht mangelt. Die Lösung des Rätsels ist so überraschend wie weithergeholt und mich überhaupt nicht überzeugend – doch, eingedenk der starken Vermutung, dass die Autorin (auch?) in ihrem dritten Band um Jackie Dupont gewisse Genres auf die Schippe nimmt und gelegentlich ins Absurde treibt, wohl in Ordnung. Unterhaltend und mit viel Situationskomik gespickt ist „Tod am Canal Grande“ allemal, und gewinnt nicht nur durch einnehmende Schilderungen der venezianischen Lokalitäten, sondern nicht zuletzt durch einen sympathischen kleinen Protagonisten namens Sargent, dem cleveren Hündchen und Detektivpartner der so bezaubernden wie undurchsichtigen, Juwelen liebenden Detektivin und Superfrau, der vermeintlichen Jackie. Wie gesagt, was Genaues weiß man nicht. Es wird auch nicht aufgeklärt. Ist wohl so etwas wie ein running gag.... Jedenfalls, Sargent einzubauen war eine nette Idee, sorgt für heitere Momente und gibt der Geschichte unter zu vielen Reichen und Schönen mit ihren Luxusproblemen, fern von jeglicher, ziemlich sicher nicht rosaroten Realität der Zeit, in der sie spielt, ihre besondere Note!
Zum Inhalt verweise ich auf den Klappentext oder ggf Leseprobe
Das ist der 3. Teil der Reihe um Jackie und Kit und kann zwar ohne Vorwissen durchaus gelesen werden, aber nur mit Band 1 und 2 ist er rund, da sich hier viel erklärt, was in den Vorbänden noch unklar war.
Der Schreibstil ist flüssig, der Zeit angepasst und wieder sehr bildlich. Man merkt die Liebe zu den Details, die die Geschichte ausmachen, einen aber nicht ablenken vom Lesen oder die Geschichte langatmig machen. Im Gegenteil, dadurch wird die Geschichte erst lebendig, bunt und authentisch. Dazu dieser ganz eigene Humor, ich hab teilweise echt Tränen gelacht, hatte aber am Ende auch ein kleines Tränchen. Die Emotionen kommen sehr gut rüber.
Ich liebe diese Reihe einfach nur und auch den Band hab ich wieder inhaliert. Ja, Jackie polarisiert und ist oftmals überspitzt dargestellt, aber das macht die Geschichte aus. Ohne ihre ganz eigene Art, wäre es ein 0815 Cosy Crime. Ich liebe die Dialoge mit ihr und Kit, wenn Kit am Verzweifeln ist...aber auch ihre Art an das Verbrechen ranzugehen. In keinem der Bände wusste ich vorm Ende, wer nun der Mörder ist und warum. Die Autorin legt gekonnt falsche Spuren, baut überraschende Wendungen ein, so dass von Anfang an eine immense Spannung da ist und sich durchgehend hält bzw noch steigert. Dazu kommt der Nebenstrang mit Kits Nachforschung bez Jackie/Diana, was eine zusätzliche Spannung einbaut.
Hier bekommt zusätzlich Onkel Daniel eine wichtige Rolle und ganz langsam setzt sich nach und nach ein Gesamtbild zusammen.
Die Charaktere haben Tiefe, sind wahnsinnig vielseitig und haben sich auch im 3. Teil nochmals weiterentwickelt. Aber auch die Nebencharaktere sind keinesfalls blass, sondern fügen sich nahtlos in die Geschichte und machen sie lebendig. Mir gefiel aber grade im Zusammenhang mit dem Mordfall, dass die Charaktere so ausgearbeitet waren, dass sie nicht durchschaubar waren. Eben diese Wandelbarkeit finde ich hier faszinierend. Wem kann man trauen, wer ist Freund, wer ist Feind....
Ganz klare Leseempfehlung und ich hoffe sehr auf weitere Bände ❤
Erster Eindruck: Wie auch bei den ersten beiden Bänden hat mir das Cover echt gut gefallen - es hat einfach einen gewissen Flair. Auch auf die neue Location Venedig habe ich mich gefreut.
Der Fall: Zum ersten Mal habe ich vor Ende des Buches erraten können, wer der Mörder ist, was dem Ganzen aber nicht die Spannung nahm, da ich einfach nicht darauf kam wie und warum das passiert ist. Was ich allerdings ein bisschen schade fand ist, dass es dieses Mal kaum um Diamanten o.ä. ging.
Die Figuren: Jackie ist eine sehr polarisierende Figur - entweder man mag sie sehr oder man mag sie gar nicht. Ich mag sie sehr und auch der Duke hat es mir angetan. Dass dieses Mal auch Jackies Onkel Daniel Dupont auftaucht, von dem wir schon so viel gelesen haben, hat mich auch sehr gefreut, obwohl er Jackie meiner Meinung nach nicht das Wasser reichen konnte.
Die Nebenhandlung: Das Rätsel um Jackies Identität, das sich durch alle drei Bände zieht, ist als Nebenhandlung sehr spannend und bringt einen zum Grübeln. In diesem Buch erfährt man Einiges über Jackies Vergangenheit, aber es bleiben immer noch einige Fragen offen, was dazu führt, dass die Spannung nicht völlig verschwindet.
Fazit: Wer mal wieder eine gute Krimireihe mit tollen Settings in einer anderen Zeit lesen möchte und faszinierende Frauenfiguren mag, dem kann ich die Reihe rund um Jackie Dupont nur empfehlen!
Venedig dient gerne und gut als Kulisse für erdachte Stoffe und scheinbar ist es ein Närboden für Kriminalfälle! Nun ist auch Jackie Dupont in Venedig angekommen, nach ihren ersten beiden Stationen Monaco und London. Denn „Tod am Canal Grande“ ist bereits der dritte Fall von Jackie Dupont, die ein Faible für teure Klunker hat. So hießen Band 1: ‚Die Tote mit dem Diamantcollier‘ und Band 2: ‚Mord beim Diamantendinner‘. Mittlerweile ist es Sommer im Jahr 1921 und Jackie Dupont, die Privatdetektivin, findet eine Leiche, nein stop, sie weiß, dass es einen Mord gab, aber hat zunächst noch keine Leiche! Hier kommt dann ihr adeliger Verlobter Christopher ins Spiel. Seinetwegen ist Jackie ja nun mal in der Stadt und NUR seinetwegen, denn sie mag Venedig in der Hitze so gar nicht. Nämlich genau in der Kirche, in der er restauriert, soll jemand ermordet worden sein. Die Suche der Leiche, des Mörders nimmt wie ein Katz-und-Maus-Spiel Fahrt auf. Herrlicherweise gibt es Zusammenhänge mit Spionen, was mich immer freut! Wunderbar kommt in diesem Krimi Venedig zur Geltung, die Hitze in Kombination mit den beschriebenen Bauten bereiten eine super Kulisse für den spannenden Fall. Denn es ist eine rasant erzählte Geschichte, keine Längen und pure Unterhaltung. Fazit: Kopf aus, Buch auf und mit Jackie Dupont durch Venedig jagen!