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Mama

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Amira wünscht sich ein Kind. Als sie schwanger wird, gesellen sich Ängste und Sorgen zu ihrer Vorfreude. Wie wird sie die Mutterschaft verändern? Ein Ausflug zur abgelegenen Waldhütte ihres Partners Josef bringt nicht die ersehnte Entspannung: Rätselhafte Begegnungen häufen sich, Raum und Zeit scheinen außer Kraft und Amira weiß nicht, ob sie ihrer Wahrnehmung noch trauen kann. Was ist Traum, was Realität? Zwischen tiefer Verunsicherung und inniger Mutterliebe beginnt ein Ringen um Selbstbehauptung und Unabhängigkeit – denn der Wald scheint seine Gäste ungern wieder freizugeben …

Jessica Lind wandelt in ihrem Debütroman stilsicher zwischen den Genrewelten. Was als klassische Beziehungsgeschichte beginnt, entfaltet Seite für Seite einen subtilen Horror. Lind taucht tief in die Psychologie der Protagonistin ein, spielt souverän mit dem Unheimlichen und entwickelt eine erzählerische Sogwirkung, die niemanden unberührt lässt.

192 pages, Kindle Edition

Published August 16, 2021

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Jessica Lind

2 books8 followers

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Community Reviews

5 stars
48 (22%)
4 stars
89 (41%)
3 stars
58 (26%)
2 stars
19 (8%)
1 star
1 (<1%)
Displaying 1 - 30 of 30 reviews
Profile Image for Marion.
165 reviews58 followers
November 16, 2025
Amira wünscht sich ein Kind. Zur Wunschschwangerschaft gesellen sich Ängste und Vorfreude. Mit ihrem Partner Josef fährt sie in dessen Waldhütte. Dieser Ausflug bringt jedoch nicht die ersehnte Entspannung: Rätselhafte Begegnungen häufen sich. Ihre Wahrnehmung vernebelt sich.
Was ist Wirklichkeit und was ist wahr?

Die Geschichte wird mehr und mehr irrational und zunehmend unheimlich. Die Ahnung einer nahenden Gefahr droht.

Was mit einer alltäglichen Beziehungsgeschichte und Muttersein beginnt, entrückt der Wirklichkeit, endet im Albtraum, im Horror.
Oder handelt es sich um die Bewältigung eines Traumata?
Die Imagination des Lesers wird hier unbedingt herausgefordert!

In kurzen und präzisen Sätzen, packend, mit klaustrophobischer Atmosphäre und dennoch in sanfter Sprache, erzählt Jessica Lind diese Geschichte. Literarisch anspruchsvoll, mit ein paar Ungereimtheiten im Text und nichts für zarte Gemüter.
Erstmal angefangen, hatte ich es in zwei Stunden durch - von mir eine Leseempfehlung!
Profile Image for Alexander Carmele.
476 reviews442 followers
October 25, 2025
Nichts für Zartbesaitete. Schockierend gelungene Darstellung eines Traumas.

Ausführlicher, vielleicht begründeter auf kommunikativeslesen.com

Eine Hütte, verlassen im Wald, ohne Kontakt zur Außenwelt, ein Pärchen auf den Spuren der Vergangenheit – aus diesem Stoff werden für gewöhnlich Horror-Romane gezimmert, wie bspw. Stephen Kings „Das Spiel“, das nichts für zartbesaitete Gemüter ist. Jessica Linds Roman „Mama“ ist es auch nicht. Nur aus andersgearteten Gründen. Verbreitet Stephen King in seinen erbarmungslosen Schockern mit etwas billigen, nichtsdestotrotz wirksamen Mitteln Horror, gelingt Lind dies ohne jedwede Effekthascherei. Lind schreitet vielmehr den schmalen Grat der eigenen Zivilisiertheit ab, gerät aber hier und da aus dem Gleichgewicht und lässt einen teilweise übers Unheimliche und Bodenlose taumeln, mit rudernden, ausgebreiteten Armen einer sinnlos gewordenen Sinnsuche. Lesend bleibt man in ständiger Angst um Josef und Amira und ihre Tochter Luise befangen, um jene Familie, die sich in der besagten Hütte von ihrem Stadtleben zu erholen sucht.

Josef lässt sich darauf ein, abzuwarten, solange Amira im Bett bleibt und sich ausruht, während er den Koffer und die Taschen ausräumt. Die Fahrt hat sie mehr angestrengt, als sie zugeben wollte. Ihr war schwindlig, sie hat kurz das Bewusstsein verloren, der Rest war eine Halluzination, ein Traum. Sie hat niemanden gesehen, nicht einmal die Tür hat sie geöffnet. Seit sie schwanger [mit Luise] ist, sind ihre Träume lebendiger. Sie träumt von der Geburt. Sie träumt vom Wald.

Jessica Lind erforscht in „Mama“ der Sinn selbst, jene Diaspora des modernen Individuums, das sich in die eigenen Illusionen zu verlieren sucht, nur um immer tiefer mit sich selbst in Misskredit zu geraten. Diese Entfremdung, meist Anathema und eine eigene Dialektik der Aufklärung, dringt plötzlich selbst zu Wort, bricht sich Bahn, und das Resultat gerät zum Zeugnis einer Welt, die völlig aus den Fugen geraten ist. Durchgängig spielt Zerbrechlichkeit in die Sprache. Alles ist nah am Zerfall, unklar, undeutlich. Die Sprache überdeckt, beschwichtigt lediglich über den zugrundeliegenden Abgrund hinweg. Alles steht stets kurz vor dem Verschwinden ins Nichts. Der Mond glimmt durchs zerbrechliche Geäst. Es knackt und knirscht. Alles ist fremd, unnahbar, nackt und bedrohlich.

Wipfel wachsen aus der Zimmerdecke und wogen im Wind. Sie liegt im Bett in der Hütte, aber über ihr ist der Nachthimmel. Wenn sie ihre Hand ins Laken gräbt, spürt sie das Gras, die Erde unter ihren Fingernägeln. Sie versucht etwas zu sagen. Kein Ton kommt ihr über die Lippen. Ihre Atmung wird schneller. Sie weiß, dass Josef neben ihr liegt, aber außer den Fingern kann sie nichts bewegen, nur daliegen und die Sterne anstarren.

Der Stil ist erbarmungslos. Die Sätze sind kurz, rasant. Das Lesen gerät in einen taumelartigen Sog. Schnell vorüberhuschende Impressionen, Eingebungen, und das semantische Entgleiten einer sicher geglaubten Realität. Leider mischt sich hier und da Jugendsprache in den kargen Stil und unterbricht empfindlich den Lesefluss. Auch die fehlende Integration der Geschichte von Josefs Vater irritiert. An manchen Stellen wirkt das Buch zu straff, an anderen nicht straff genug. Wieso nach zwei Drittel beispielsweise die Stadt Wien erwähnt wird, obwohl der allegorische Hintergrund völlig losgelöst bleibt, lässt sich auch nicht verstehen.

Jessica Lind ist mit „Mama“ ein Horror-Roman der besonderen und sehr literarischen Sorte gelungen. Selten gelingt eine Gruselgeschichte auf so diffizile Weise. Es ist fast einzigartig, eine Negativwendung von Sylvia Plath „Die Glasglocke“ und Marlen Haushofers „Die Wand“, ohne jedweden kommunikativen Utopismus. Jessica Lind konfrontiert mit einer erbarmungslosen Stillosigkeit, die ihr Beispiel sucht. Sehr zu empfehlen. Eine harte, aber lohnende Lektüre.

Wer „Mama“ gut findet, kann auch in „Die Aufdrängung“ von Ariane Koch hineinschauen. Beide sind für den Bloggerpreis „Das Debüt“ nominiert.
Profile Image for Jin.
843 reviews146 followers
September 26, 2021
Eine interessant gestaffelte Geschichte einer Frau, die unbedingt ein Kind will, und dabei ihren Bezug zur Realität und ihrer Umgebung verliert. An sich war es interessant zu sehen wie ein Kinderwunsch eine Frau beeinflussen kann. Dabei konnte man als Leser nie sicher sein, was nun Realität oder nur Fantasie war.
Leider passten die erste und die zweite Hälfte irgendwie nicht ganz zueinander. Der Anfang war sehr schwer und langsam, was vielleicht auch an der Erzählsprache lag, die aus einfachen kurzen Sätze bestand. An sich passend zur Atmosphäre, aber haben es erschwerte eine Bindung zu den Charakteren. Und dann kommt der plötzliche Schwung zu einem anderen Genre fast, was mich komplett aus der Story geworfen hat. Für meinen Geschmack hätte sie bereits im ersten Kapitel mutiger mit der realitätsverzerrende Sichtweise spielen können, dann wären die Kapitel für mich nicht so fremd zueinander. Für ein Debütroman war es ok und ich bin schon gespannt auf weitere Romane von der Autorin. Das Buch liegt leider zwischen 3-4 Sternen mit der Tendenz zu 3 Sternen.

** Dieses Buch wurde mir über NetGalley als E-Book zur Verfügung gestellt **
Profile Image for mari_liest.
317 reviews
September 4, 2021
Amira und Josef sind in einer Beziehung. Amira wünscht sich nichts mehr als ein Baby, Josef ist sich unsicher. Dennoch taktet sich ihr Sexualleben nach ihrem Einsprung. Als Amira endlich schwanger wird ist sie überglücklich. Zeitgleich aber auch besorgt, geplagt von Verlustängsten, Hirnwixereien.
Um eine Auszeit vom Alltag zu nehmen fahren die beiden in das Waldhaus, das früher Josef’s Eltern gehörte. Mitten im Wald, in der Idylle, tiefe Ruhe, Vogelgezwitscher und viele Erinnerungen. Dem täglichen Overload soll entgegengewirkt werden. Doch Amira fühlt sich nicht wohl und nicht sicher dort, sondern beobachtet. Es kommt zu rätselhaften Begegnungen, Gefühlen. Hängt dies mit ihrer Schwangerschaft zusammen? Dreht sie aufgrund ihrer Hormone langsam durch? Am Dachboden finden sie und Josef ein altes Märchenbuch, das sein Vater einst schrieb. Dieses Buch ist unheimlich, denn es scheint von ihr zu erzählen? Oder ist sie mit ihrer Mutterrolle total überfordert, denn die kleine Tochter ist ja schon da, oder doch nicht? Haut es der jungen Amira buchstäblich den „Vogel raus“? Ist sie dem Wahnsinn verfallen? Oder dies alles normal? Und warum verhält Josef sich so, als ob nichts wäre?
Wohoo – dieses Buch hat mir Gänsehaut beschert. Jessica Lind kann es, gefühlten Wahnsinn auf Papier bringen und Realität und Traum so vermischen, dass einem ganz schumrig wird. Lind spielt mit unterschiedlichen Zeitebenen, in denen sich die Familie befindet, und man weiß nie ganz genau, ist man jetzt in der Fiktion oder in der Realität von Amira. Ich konnte das Buch kaum weglegen, auch wenn es mich an einigen Stellen echt gegruselt hat. Doch dieses Gemisch funktioniert einwandfrei – ich würde sagen, das Gleichnis von Psychothriller und Mutterwerden/-schaft?
Trotz gefühlter Verwirrung ist es ein unheimlich gutes Buch, eines das ein großes Sogwirkung hat, mysteriös und spannend, das verwirrt, Beklemmung schafft und trotzdem tiefgründig daher kommt und wo man nach Beendigung einfach denkt: „puh“ (Gott sei Dank bin ich raus aus dem Wald, oder doch nicht?!)
Uneingeschränkte Lesempfehlung!
Profile Image for Nicole Korzonnek.
30 reviews11 followers
February 4, 2022
Wo endet die Wirklichkeit - wo beginnt der Wahn? Oder ist alles doch nur eine Art böser Traum? Vielleicht sogar ein Märchen? In Jessica Linds Debüt verschwimmen die Grenzen zur Realität ebenso wie sich die Genres vermischen.

Amira und Josef wünschen sich ein Kind. Sie mehr als er. Gemeinsam wandeln sie im ersten Teil auf den Spuren seiner Vergangenheit in einer abgelegenen Waldhütte, um ihrer beider Zukunft dort zu finden. Was wie eine gängige Beziehungsgeschichte beginnt, driftet nach ein wenig Vorlauf in eine Story voller Fantasien, gefühlten Bedrohnungen, Wahnvorstellungen, Hoffnungen und Ängsten ab.

Dank ihres puristischen Schreibstils schafft Lind einen fast schon schwebenden Zustand um ihre Protagonistin Amira, die derart viel Raum einnimmt, dass Josef leider etwas eindimensional gerät. Es fehlt Amira ein Gegenpart, der ab einem gewissen Zeitpunkt in der Geschichte vielleicht ein wenig Halt geben könnte. Vor allem zum Ende hin bleiben viele Fragen offen. Aber das Buch will auch nichts mit Logik zu tun haben, geht es doch um Gefühle und Atmosphären, die durch Märchen und Horrorelemente, Schein und Wahn ausgelöst werden. Ein emotionaler und intuitiver Roman, der nur wenig Raum für Antworten lässt, dafür aber viele Fragen stellt.
Profile Image for melodram.
143 reviews67 followers
August 16, 2021
„Sie ist nicht verschwunden. Sie muss nur gefunden werden.“ (S. 96)
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Amira wünscht sich sehnlichst ein Kind. Als sie endlich schwanger wird, werden ihre Glücksgefühle aber auch durch Versagensängste, Sorgen und Verunsicherung getrübt. Zusammen mit ihrem Partner Josef fährt sie für eine kleine Auszeit zu dessen Waldhaus, das früher seinen Eltern gehörte. Urig, ruhig und entschleunigend sollen die Tage abseits des Alltags sein, doch Amira fühlt sich unwohl, beobachtet - als wären sie nicht allein dort oben. Mysteriöse Erscheinungen, wahnhafte Träume und Begegnungen häufen sich, der Wald scheint sich stetig zu verändern - nur Josef bekommt davon nichts mit. Haben Ängste und Sorgen um die Mutterschaft ihre Wahrnehmung so verändert, dass sie langsam durchdreht? Die Grenzen zwischen Wahrheit, Trugbild und Schein verschwimmen immer mehr. Sie findet das Märchenbuch von Josefs Vater auf dem Dachboden. Es scheint ihre Geschichte zu erzählen und: Märchen können so grausam sein.
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Mit ihrem Roman „Mama“ hat Jessica Lind ein düsteres, modernes Märchen geschrieben, das mich umschlungen und bis in meine Träume gefesselt hat. Die (Bürde der) Mutterschaft, behandelt die Autorin hier als zentrales Thema einer heterosexuellen Beziehung, beschreibt dabei äußerst kraftvoll und wirklich deren Auswirkungen und Folgen auf Geist und Seele. Eingebettet in dieses spannungsgeladene, düstere Setting, das zwar surreal, aber doch noch so wahrhaftig und möglich erscheint, erschafft Jessica Lind eine so dichte, kitzelnde Atmosphäre, die mit der eigenen Psyche spielt, ständig zum Weiterlesen zwingt. Die klugen Plot-Twists setzen dem Ganzen dann noch ein Sahnehäubchen auf, so dass ich mich beim Lesen oft einigermaßen fassungs- und atemlos vorgefunden habe.😨 Ein intensives, vielschichtiges Werk mit absoluter Sogwirkung!🙌🏻
Profile Image for Frani.
107 reviews73 followers
January 6, 2025
Uff was für ein Buch! So Meisterhaft geschrieben und fesselnd ab Seite 1.

Amira und Josef wollen in den Wald. Für eine Auszeit, weg von daheim und sie wollen ein Kind, oder?
Als Amira dann schwanger wird kehren sie in den Wald zurück, dort hin wo alles angefangen hat. Aber neben den Zweifeln an sich selbst und der schwierigen Beziehung zu sich und dem Kind, beginnt Amira auch seltsame Dinge im Wald zu sehen. Die Zeiten verschieben sich und sie ist sich sicher, der Wald lässt sie nicht mehr gehen.

Wirklich ein Lesegenuss, voller (An)Spannung und zwischenmenschlichem Horror. Liebs und kann es nur empfehlen!
Profile Image for Melanie.
70 reviews33 followers
August 23, 2021
Nach einem sprachlich schwachen Start, wurde es ab der Mitte wirklich interessant, löste sich aber am Ende für mein Verständnis nicht auf. Ist natürlich subjektiv. Aber es scheint mir, dass es magischer Realismus um des magischen Realismus Willen war. Greifbar wurde es für mich nicht. Für die Leistung der Irritation gab ich 3 Sterne. Ansonsten konnte es mich nicht begeistern.
Profile Image for Mina.
190 reviews22 followers
March 23, 2022
Amira und Josef haben einen Kinderwunsch, der sich bislang nicht erfüllt hat. Um die Stimmung etwas zu entspannen, fahren sie ein paar Tage zu einer Holzhütte mitten im Wald, in der Josef mit seinen Eltern in der Kindheit oft die Ferien verbrachte. Die Hütte und der umliegende Wald bleiben die zentralen Handlungsorte des Romans "Mama" von Jessica Lind. Denn nach einem Zeitsprung fährt das Paar ein zweites Mal zur Hütte, Amira ist diesmal bereits schwanger.

Die Autorin gibt der Erzählung einen ganz besonderen, märchenhaft düsteren Ton und zeigt dabei die Verwerfungen des Paares, aber auch die Schwierigkeiten der werdenden Mutter auf. Es erscheinen immer wieder Elemente, die Amira in einem Märchenbuch aus Josefs Kindheit wiederentdeckt: eine magische Lichtung, ein Jägersmann, eine Wölfin. Wir werden dabei als Leser*in zusammen mit Amira immer weiter in einen unheimlichen Strudel gezogen und immer tiefer in den Wald geführt.

Mit diesen surrealen Elementen baut Jessica Lind eine Atmosphäre auf, die zunächst nicht zum Thema zu passen scheint. Mit diesem Kniff gelingt es ihr aber, die Themen Schwanger- und Mutterschaft auf ganz besondere Art und Weise zu beleuchten und die allseits gegenwärtige Romantisierung vom "Kinder kriegen" aufzubrechen. Mir scheint, dass Eltern und insbesondere Mütter immer noch viel zu schnell verurteilt werden, wenn Zweifel an der Elternschaft oder auch nur eigene Unsicherheiten geäußert werden. Viele Frauen werden vor der Geburt nicht über postnatale Depression aufgeklärt und die psychologischen Folgen von traumatischen Geburtserfahrungen werden kaum ernst genommen. "Jetzt hast du doch dein Kind, also sei glücklich!"

Ich kann nicht aus eigener Erfahrung sprechen, aber bin sicher, einige Eltern da draußen würden mir beipflichten. Jessica Lind weist in "Mama" auf die mentalen Struggles von Eltern und werdenden Eltern hin und setzt dies auf ganz originelle Weise um. Eine große Empfehlung!
Profile Image for pergamentfalter.
116 reviews21 followers
February 3, 2022
***Mama***

Jessica Lind

Atemlos sitze ich in meinem Lesesessel und muss blinzeln um langsam wieder in mein Leben zu finden. Raus aus dem Wald, raus aus dem Buch. "Als wäre da nie eine Grenze gewesen." (S.187)
Mein Kopf versucht zu sortieren, was er da eben gelesen hat, Bekanntes in Schubladen zu stecken, Kategorien zu finden, einzuordnen. Zwecklos... immer wieder fliegen mir meine losen Gedanken um die Ohren oder sind es die Gedanken Amiras? Ein kleiner Schauer läuft mir über den Rücken und ich lasse das Buch in meinen Händen hin und her wippen. "Mama" - kafkaesk, surreal, schaurig, befremdlich, deutungsoffen, verwirrend, beängstigend und irgendwie auch ich. Als hätte ich selbst schlecht geträumt und sei eben erwacht.

Mama, das ist ein Buch, über das ich reden will, wenn ich Worte gefunden habe. Ein Buch, das uns alles verrät und gleichzeitig nichts. Es zieht mich in einen wahren Strudel - in eine eigene, mitunter wirre, Traumwelt, der ich mich nicht zu entziehen vermag.

Ich bin mir sicher dieses Buch vergesse ich nie.

5 von 5 🌟
Profile Image for thrays.
48 reviews20 followers
September 6, 2021
verstehe das buch nicht ganz, hat mich ab 1/4 des buches trotzdem gefesselt irgendwie. kein plan wie, das buch hat mir bissi angst gemacht tbh
Profile Image for Franziska.
183 reviews20 followers
January 6, 2023
Amira will unbedingt ein Kind, während Josef eher unentschlossen ist. Zusammen reisen sie in eine abgelegene Hütte im Wald, die in Josefs Kindheit eine wichtige Rolle gespielt hat. Amira wird diesen Wald nie wieder verlassen. Oder passiert das nur in ihren Träumen? Landet sie in einer alternativen Realität?
Jessica Lind verwischt in ihrem Roman „Mama“ die Grenzen zwischen Wirklichkeit und Wahn, dem Hier und Jetzt und Ängsten in Amiras Kopf. Der Leser weiß dabei nicht immer, was wahr ist und was nicht. Am Ende übernimmt die Traumwelt fast vollständig die Handlung.
Für mich symbolisiert diese alternative Welt die Zerrissenheit von Amira zwischen dem, wie sie gern wäre (die gute Mutter, die auch noch ein 2. Mal schwanger wird) und ihren Gefühlen und der Überforderung mit der neuen Rolle als Mutter. Sie entwickelt Ängste, Gewaltphantasien und kapselt sich von Josef ab, im Innen und im Außen. Amira wirkt einsam und auch mit ihrer Tochter Luise scheint sie Schwierigkeiten zu haben.
Ich bin sicher, dass es für diesen Roman viele verschiedene Lesarten gibt. Das ist vielleicht auch der große Reiz der Geschichte. Und dennoch fragt man sich am Ende, was denn nun wirklich passiert ist, da gegen Ende alles vage, übersinnlich und ungeklärt daherkommt.
Profile Image for Lesereien.
257 reviews22 followers
December 31, 2021
Während sie ihr erstes Kind erwarten, kommen Amira und Josef in eine Hütte im Wald. Josef hat dort seine Kindheit verbracht, abgeschieden von der Welt. Doch bald schon beginnt Amira, Merkwürdiges um sich herum wahrzunehmen. Sie sieht in einer Gewitternacht einen Wanderer, verscheucht aus ihrem Garten eine Hündin, die ihre eigenen Welpen tötet. Auch entdeckt sie Blutspuren im Haus und sogar Josef scheint ihr plötzlich gefährlich. Und dann ist da noch der Wald, der sie umgibt, umhüllt, sie gleichzeitig beschützt und nicht freizugeben scheint.

Jessica Lind hat einen atmosphärischen Debütroman geschrieben, der mit den Grenzen der Wahrnehmung spielt. Realität und Traum gehen ineinander über, Zeit und Raum scheinen außer Kraft gesetzt zu sein. In Amiras Bewusstsein und in ihren Erinnerungen klaffen Lücken auf, ihr Blick in die Welt ist kein zuverlässiger.

Indem sie das Unheimlichen, das Albtraumhafte und die Psyche ihrer Protagonistin in den Vordergrund stellt, untersucht Lind, was Mutterschaft bedeutet. Sie bricht mit idealisierten Bildern und Vorstellungen und schafft stattdessen das Porträt einer Mutter, die mit ihrer eigenen Unsicherheit zu kämpfen hat.

Ein starker Debütroman, der Lust darauf macht, mehr von der Autorin zu lesen!
Profile Image for Tobias.
273 reviews7 followers
October 5, 2022
Dieser relativ kurze Roman behandelt die Themen Kinderwunsch und Elternschaft, allerdings auf eine Art, die vielleicht erstmal etwas befremdlich scheint. Trotz der Kürze des Romans, kann man aber die Verschiebung von Realität die in diesem Roman, angestoßen von der Schwangerschaft stattfindet, gut nachvollziehen; auch durch die Erzählperspektive.
Es wird schnell ein bisschen spooky – von Schwangerschaft zu Body Horror ist es aber ja auch nicht so weit. Die Hündin als konkurrierende Mutter und den Wanderer fand ich sehr gute Figuren, so wenig eindeutig. Die realen Probleme von unterschiedlich starken Kinderwünschen in einer Partnerschaft und den verschiedenen Dynamiken zwischen Vater/Mutter und Kind spielen natürlich auch eine große Rolle, werden aber schnell durch eine Ebene abgelöst, die ein bisschen timey wimey ist – ohne Erklärung aber dafür ziemlich cool zu lesen.
Also insgesamt super, gut erzählt und man hat als Leser viel Spielraum aber wird auch nicht ganz allein gelassen.
Profile Image for Tina (Sips & Scares).
277 reviews20 followers
October 25, 2021
Dieses Buch war wie ein Trip! Realität und Fantasie verschwimmen hier zu einer wabernden Masse. Dieses Vexierspiel hat eine unheimliche Sogwirkung und macht neugierig auf weitere, noch kommende Romane der Autorin.

In "Mama" geht es um eine junge Frau, die ganz unbedingt Mutter werden möchte - ob der Partner nun einverstanden ist oder nicht. Das Paar macht zur Erholung von den Streitigkeiten einen kleinen Urlaub in der Waldhütte, die seit Generationen in seiner Familie weitergegeben wird. Und dort beginnen die Dinge, einen merkwürdigen Lauf zu nehmen - Ereignisse aus verschiedenen Zeiten scheinen wie eine Schablone übereinandergelegt zu sein, Sowohl unsere Protagonistin als auch Lesende verlieren den Überblick, was wann passiert, was real ist und was nicht, Und dann ist da noch dieser Mann im Wald, der sie zu beobachten scheint...

Ein wunderbares Debüt, das mit seiner berauschenden Erzählsprache überzeugt. Zudem gibt es Grusel-Vibes - ein perfektes Herbstbuch also!
Profile Image for Marco.
278 reviews8 followers
February 25, 2022
Atmosphärisch starkes Debüt über den bedingungslosen Wunsch einer jungen Frau nach einem Kind.

Amira verbringt mit ihrem Mann Josef den Urlaub In einer abgelegenen Waldhütte. Josef hat hier als Kind seine Zeit verbracht.
Beide wollen schon seit längerem Nachwuchs. Für Amira steht dieser Wunsch über allem und droht die Beziehung zu spalten.
In der Einsamkeit der Hütte manifestiert sich ihr Wunsch und plötzlich erscheint ein Kind. Und sind der mysteriöse Mann und die Frau im Wald, welche Amira und Josef so ähnlich sehen?

Es ist nicht so ganz klar, worauf die Autorin hinaus will. Geht es um die psychische Manifestation des Kinderwunsches, also hat Amira Wahnvorstellungen? Oder sind die phantastischen Elemente real. Geht es um Parallelwelten, etc.
Vieles bleibt unklar. Ohne Zweifel gut, ist die Atmosphäre. Der dunkle Wald, mit seinen seltsamen Gegebenheiten, erzeugt eine beklemmende Stimmung.
Vieles in dem Roman erinnert an Lars von Triers “Antichrist“, wirkt teilweise sogar dreist geklaut. Gleiches Setting, ähnlicher Konflikt. In beiden Werken hat das weibliche eine unheimliche Seite.
Die Sprache ist recht simpel und funktioniert anfangs gut. Später, wenn die Handlung voranschreitet, wird es immer weniger atmosphärisch.
Das Ende ist dann irgendwie abrupt und lässt einen ratlos zurück.
Die Intentionen der Autorin sind früh klar. Es wirkt aber dann am Ende doch zu einfach.
Profile Image for missdaisyreads.
74 reviews23 followers
January 7, 2022
Ok what the F? Ich kann noch keine Bewertung vergeben, so sprachlos bin ich. Weiß nicht genau, was ich da gelesen habe aber dass es krass war, das weiß ich.
Profile Image for Katja.
257 reviews78 followers
January 30, 2022
Was macht eine gute Mutter aus? Diese Frage zieht sich durch den gesamten Roman. Die "Mama" Amira will dem gutbürgerlichen Ideal von der kleinen Familie gerecht werden. Weil es alle wollen? Weil die Gesellschaft genau diese Erwartung hat?

Die Schwangerschaft ist der Auslöser, der alles aus den Fugen bringt. Amira fühlt sich bedroht. Durch den Wald, der die Hütte von Josefs Eltern umschließt. Von einer herumstreunenden Hündin. Von einem Wanderer, der Ähnlichkeit mit Josefs verstorbenen Vater aufweist. Sie fühlt sich beobachtet vom Kind in ihrem Bauch.

Ein nächtliches Unwetter bringt alles aus den Fugen. Amira kehrt mit einen zweijährigen Kind - Luise - aus dem Wald zurück. Ihrem Kind. Was wie ein Zeitsprung wirkt, ist mehr als das. Existieren zwei Realitäten und bluten langsam ineinander? Träumt Amira? Wenn ja, was ist der Traum und was die Wirklichkeit?

Lind verbindet Mythen, Erwartungen und Klischees rund um Schwanger- und Mutterschaft mit Anleihen aus klassischen Schauergeschichten. Der sehr schlichte Erzählstil verleiht allem etwas beklemmendes und trügerisches. Grenzen verschwimmen, zwischen Realität und Fiktion, Gut und Böse. Ein düster-fantastisches Debüt.
Profile Image for Tasha.
Author 8 books18 followers
Read
December 7, 2021
Schon immer war Mutterschaft in unserer Gesellschaft mit hohen Erwartungen verknüpft. Von Müttern wird nicht nur erwartet, dass sie es als Erfüllung empfinden, ein Kind zu bekommen, es wird im Grunde vorausgesetzt, dass Frauen ohne jedes Zögern bereit sind, dafür für eine Zeit ihr eigenes Leben in den Hintergrund zu stellen. Beruf, Hobbies, Zeit für Freunde. Und nicht nur das, sondern auch Befriedigung von Grundbedürfnissen, wie Schlaf, Ruhe, Intimität, Sex. All das bitte vor Glück strahlend, denn man hat ja ein Kind. Oft geht diese Rechnung sogar auf, aber eben nicht immer. Mütter, die Schwierigkeiten haben, diese Erwartungen zu erfüllen, fühlen sich ins Abseits gedrängt, sprechen nicht über ihre Schwierigkeiten und Befürchtungen, aus Angst man könne glauben sie seien einfach egoistisch, als Mütter eher ungeeignet.
Ich habe selbst vier Kinder und kann gar nicht mehr zählen, wie oft ich das Gefühl hatte, zu versagen und im Grunde alles falsch zu machen. Viele Bereiche von Mutterschaft sind ein Tabuthema und darum bin ich dankbar für Bücher wie "Mama", in denen auch das abgründige und beängstigende dieser Veränderung im Leben behandelt werden.
Amira wünscht sich ein Kind, ist sich sicher, dass sie es anders machen wird als andere Eltern. Doch dann beginnen schon vor der Schwangerschaft seltsame Bilder sie zu verfolgen. In der Waldhütte, in der ihr Mann aufgewachsen ist, und in der sie Urlaub machen, wird sie von einem Wanderer beobachtet. Eine Hündin taucht immer wieder auf und ängstigt Amira. Und dann ist da auf einmal ihr Kind, Luise, drei Jahre alt. Als habe Amira einen Zeitverlust erlitten. Sie kämpft um Luise, droht immer wieder sie zu verlieren, wenn Luise im Wald verstecken spielt, giftige Blätter isst, der Hündin begegnet.
Und Amira scheint den Wald mit Luise nicht mehr verlassen zu können. Realität und Wahnvorstellungen vermischen sich, Zeit und Raum verlieren an Bedeutung.
Josef, der Vater, der erst seine Zweifel hatte, sich dann aber sehr auf das Kind gefreut hat, wird ihr fast fremd, erscheint sogar als Feind. Von Anfang an ist der Wald gleichzeitig Bedrohung und Schutz.
Zwar bleibt "Mama" auf einer metaphorischen Ebene, die Gefühle von Verzweiflung, Einsamkeit und Bedrohung, die Mutterschaft mit sich bringen kann, wenn auch nicht muss, werden deutlich. Ein Kapitel trägt den Titel " Du bist Schuld, wenn ihr etwas passiert". Ein Satz, der mich bei meinem ersten Kind verfolgt hat und starke Ängste ausgelöst hat. Für mich hat sich alles zum Guten gewandt, aber ich wünschte über diese Themen: Ängste, Überforderung, postnatale Depression, würde offener gesprochen und es gäbe mehr Hilfsangebote. Rosarote Schwangerschaftsratgeber, die Hyperemesis, und den "Baby Blues" belächeln, helfen jedenfalls ebensowenig weiter, wie die zahlreichen vermeintlichen Hochglanzfamilien, die man auf Social Media verfolgen kann.
Darum finde ich es äußerst gelungen, wie sich dieser Roman dem Thema nähert. Sprachlich und inhaltlich packend, zieht er Lesende in einen bedrückenden Alptraum von Mutterschaft. Hat mich bisher eine schlaflose Nacht gekostet. Große Empfehlung.
Ein wenig hat er mich an Charlotte Perkins Gilmans "The Yellow Wallpaper" und Ian Reids " The Ending" erinnert, die mich auf ähnliche Art verstört haben.
Profile Image for Circlestones Books Blog.
1,146 reviews33 followers
December 25, 2021
„Und da ist dieses vertraute Gefühl, gemeinsam einen Augenblick zu erleben, den sie gleich empfinden, anstatt Menschen auf zwei verschiedenen gedanklichen Kontinenten zu sein.“ (Zitat Pos. 100)

Inhalt
Josef und Amira verbringen einige Tage in einer einsamen Hütte im Wald. Josef hat dort die Sommer seiner Kindheit verbracht. Drei Tage Urlaub in der Natur, völlig abgeschieden, Zeit füreinander. Der Zeitpunkt ist von Amira bewusst gewählt, sie hofft, dass es endlich mit dem lang ersehnten Kinderwunsch klappt. Tatsächlich wird Amira schwanger und sechs Wochen vor der Geburt fahren die beiden wieder zur Hütte, Babymoon, der letzte Urlaub ohne Kind. Die nächsten Ferien folgen mehr als drei Jahre später, diesmal mit Tochter Luise, ihr Vater will ihr die Natur zeigen. Doch immer öfter gleitet Amira in unterschiedliche Zeit- und Wahrnehmungsebenen ab, die Grenzen zwischen Einbildung und Realität verschwinden.

Thema und Genre
In diesem Roman mit starken psychologischen Themen wie Ängsten, Realitätsverlust und Zwängen, geht es im die Veränderungen im Leben einer Frau, wenn sie Mutter wird, um den Schritt von Beziehung und Partnerschaft zur Familie. Im Laufe der Geschichte gleiten die Ereignisse durch übernatürliche, unerklärbare Wahrnehmungen ins Horrorgenre ab.

Charaktere
Amira ist keine sympathische Figur. Sie ist besessen von ihrem Kinderwunsch, was auch die Beziehung zu ihrem Ehemann Josef belastet. Dann wird sie zur Übermutter, will eine perfekte Mutter sein, gleichzeitig belasten sie Zweifel und Ängste, Andeutungen weisen auf das Gegenteil hin. Ständig hinterfragt sie sich selbst zwanghaft in ihrer Mutterrolle, ihre Tochter wird zum Mittelpunkt ihres Lebens, um den sich alles dreht.

Handlung und Schreibstil
Die Geschichte wird in vier übergeordneten Teilen erzählt. Im personalen Mittelpunkt steht immer Amira; ihr Ehemann Josef und ihre Tochter Luise bleiben Nebenfiguren. Weitere Hauptprotagonisten sind eine einsame Hütte am Waldesrand, der Wald selbst, ein altes Märchenbuch, das Josefs Vater vor vielen Jahren geschrieben hat, und eine Hündin, vor der Amira panische Angst hat. Was zunächst leise und alltäglich beginnt, wird rasch durch kurze Episoden und viele unterschiedliche Andeutungen surreal und beklemmend. Wir folgen der Hauptfigur Amira durch einige Jahre, wobei sie selbst immer öfter hinterfragt, in welcher Zeit- und Wahrnehmungsebene sie sich befindet, und wir Lesende fragen uns das ebenso. Das Leben ein Traum, der Traum ein Leben, die Autorin lässt uns mit dieser etwas wirren, unglaubwürdigen Geschichte und vielen losen Enden zurück, gibt uns damit jedoch viel Stoff zum Nachdenken. Ich habe diesen Roman mit dem Gefühl beendet, dass sich nicht nur die Hauptfigur Amira im dichten Gedankenwald dieser Geschichte verirrt hat, sondern irgendwann auch die Autorin.

Fazit
Eine beklemmende, packende, etwas wirre Geschichte, ein Beziehungsroman mit starken psychologischen Themen und Elementen aus dem Horrorgenre.

Profile Image for yellowdog.
850 reviews
September 18, 2021
Die Lichtung im Wald

Der Wald als Schauplatz der Handlung ist entscheidend für die bedrohliche Atmosphäre, die sich im Jessica Linds Roman Mama immer mehr und mehr entwickelt.

Das Paar Amira und Josef fahren in die Waldhütte, die zu Josefs Kindheit gehörte. Sein Vater ist im Wald ums Leben gekommen, dennoch hängt Josef an dieser Gegend.
Die Erzählperspektive wird aber von Amira bestimmt.
Sie und Josef haben einen Kinderwunsch und bekommen auch ein Baby, Louisa. Und als sie ca. 3 Jahre später zurück in die Hütte kommen, spürt Amira immer mehr eine Bedrohung. Durch einen mysteriösen fremden Wanderer, durch eine wilde Hündin, die im Wald herumstreift und in der Angst um ihr Kind. Als Leser hat man aber auch Angst, dass Amira selbst, von ihren irrationalen Gefühlen bestimmt, sich zu einer Tat hinreißen lässt. Doch der Verlauf der Handlung lässt viel Interpretationsspielraum und mehrere Erklärungsansätze, ohne das alles aufgeklärt wird.

Wie die Autorin die Romanhandlung mit sparsamen Mitteln immer mehr verdichtet und durch psychologische Momente beklemmende Stimmungen entstehen lässt, ist geschickt und wirkungsvoll gemacht. Ein großartiges Debüt.
Profile Image for Marie Riedl.
55 reviews2 followers
December 20, 2021
Dieses Buch hat mich von Anfang bis zum Ende gefesselt und ich konnte es kaum aus der Hand legen.

Was zu Beginn wie ein Roman erscheint entpuppt sich Seite für Seite zu einer spannenden Geschichte bei der Zeit und Realität verschwimmen. Man könnte Mama meiner Meinung nach auch gut als Thriller bezeichnen.

Das Mutterwerden mit all seinen Schwierigkeiten und Zweifeln wird für mich hier fast zum Gleichnis mit der Horrorgeschichte, die ebenfalls durchwachsen von Zweifel an der Realität und Wahrnehmung ist. Denn bis zum Schluss lässt Jessica Lind offen, was wahr und was Teil eines Märchens ist.

Der Titel passt zwar zur Geschichte, hätte mich persönlich aber abgeschreckt wenn ich Jessica nicht persönlich kennen würde und nicht so neugierig auf ihren Debutroman gewesen wäre. Lasst euch also nicht davon abschrecken - ganz große Leseempfehlung!
Profile Image for Electric.
627 reviews1 follower
January 20, 2022
Eine durchlässige, spannend konstruierte Metapher für die unheimlichen, obsessiven, schmerzhaften Seiten der Mutterschaft. Wie das bei Märchen (und interessanter Literatur ganz allgemein) üblich ist, muss man das, was da hinter den Buchstaben lauert eher durch Osmose aufnehmen - es kann nicht darum gehen hier eine in sich abgeschlossene Handlung zu suchen. Man merkt dem Text an, dass Lind vom Film kommt und das ist absolut nicht als Kritik zu verstehen. Für Freund*innen von Eugen Drewermann und David Lynch.
Profile Image for Elisa.
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August 12, 2022
Dieses Buch ist ein Rausch. Äußerst intensiv, (positiv) verworren und interessant konstruiert. Am besten, man liest es ohne bestimmte Erwartung – denn ohne zu wissen, worum es eigentlich geht, kann es sich meiner Ansicht nach am besten entfalten. Der Klappentext löst diesen Ansatz ebenfalls sehr gut ein. Eine Empfehlung für alle, die das Mysteriöse mögen und einen leichten Hang zum Düsteren pflegen.
Profile Image for Amara.
32 reviews2 followers
January 1, 2025
Mir wurde dieses Buch in der Buchhandlung empfohlen, nachdem ich meine Präferenzen deutlich geäussert hatte. Ich mag solche Bücher überhaupt nicht und es ist mir ein Rätsel, was sich die Verkäuferin dabei dachte. Für mich persönlich wären es 0 Sterne, was allerdings daraus resultiert, dass ich solche Romane einfach nicht mag. Den Schreibstil fand ich gut, ansonsten hätte ich es nicht zu Ende gelesen.
Profile Image for Laura.
70 reviews1 follower
February 1, 2022
What a strange and hypnotic read — I couldn’t put it down. Jessica's background as a screenwriter really shines through in this novel, with many of the chapters feeling like scenes from a movie or a play, very visual without being incredibly descriptive.

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