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About Shame

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Scham ist tabu, Scham ist schmerzhaft – und trotzdem muss sich jede:r von uns früher oder später mit ihr auseinandersetzen. Doch woher kommt diese Scham, was macht sie mit uns und wie können wir konstruktiv mit ihr umgehen? Ausgehend von ihrer eigenen Biografie, von schamvollen Momenten in unterschiedlichen Lebensphasen, zeichnet Laura Späth verschiedene Aspekte der Scham nach – Scham für bestimmte sexuelle Erfahrungen, für den Körper oder für das Frausein – und deckt gleichzeitig mit sozialpsychologischen Ansätzen auf, welche Rolle gesellschaftliche Strukturen und Machtverhältnisse für die eigene Scham spielen. Die Autorin plädiert dafür, die individuellen Schamgefühle an den richtigen Stellen zu hinterfragen, der Scham aber trotzdem einen Platz in unseren Leben zu geben. Sie stellt fest: Wir müssen uns nicht für unsere Scham schämen.

288 pages, Paperback

Published July 26, 2021

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Laura Späth

2 books

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Community Reviews

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1 star
2 (2%)
Displaying 1 - 5 of 5 reviews
31 reviews
May 18, 2025
Vom Stil her wie ein langes Essay geschrieben, in dem die Autorin viele persönliche Erfahrungen verarbeitet, mit denen ich nur teilweise etwas anfangen konnte. Das Buch verfolgt keinen Anspruch auf Vollständigkeit zu dem Thema Scham, aber es schneidet viele wichtige Gedanken an, die ich so noch nie ausgesprochen habe. Besonders angestoßen haben in mir Verbindungen von Scham zu:
- Leistung(sdruck): Nach dem Motto: "Wenn man in der westlichen Gesellschaft nicht produktiv ist, sei das beschämend, weil man dann quasi nicht wertvoll für die Gesellschaft sei."
- psychischen Erkrankungen: Verantwortung für mentale Gesundheit wird an das Individuum abgegeben: Wenn man es nicht schafft, ein besseres Mindset aufzubauen, sei man selbst Schuld.
- Grenzen setzen: Grenzen zu spät oder gar nicht gesetzt zu haben, führt zu Scham, die einen erst recht lähmt, Grenzen zu setzen.
- Scham bezieht sich auf die komplette Identität: Nicht nur ein Verhalten ist beschämend, sondern es löst ein Gefühl aus von "du bist nicht ok, so wie du bist"

Ich glaub, Scham sichtbar zu machen, würde auch dazu führen, sich verletzlicher zu zeigen und sensibler für einander zu werden. Das Buch trägt dazu jedenfalls bei!
4 reviews
February 1, 2023
Allgemein gut und ich konnte mich auch mit ihrer Geschichte identifizieren. Jedoch würde ich dieses Buch jetzt nicht unbedingt als Selbsthilfe-Buch bezeichnen, sondern eher als eine Biographie. Es geht zu 99% um die Schamgefühle der Autorin und die Geschichten & Erkenntnisse wiederholen sich sehr oft, was es etwas schwierig macht, das Buch zu lesen. Ich finde es trotzdem ein gutes Buch, da ich auch neue Erkenntnisse gemacht habe und mir einiges erst jetzt klar wurde.
Also wenn man ein eher wissenschaftliches Buch sucht zur Scham und wie man sie überwinden kann, ist das nicht das Buch dafür. Wenn man etwas mit viel Anekdoten und Geschichten aus jemandem seinem/ihrem Leben will, würde ich das Buch empfehlen.
Profile Image for Felicitas.
79 reviews10 followers
October 21, 2024
In "About Shame" (2021) schreibt Laura Späth über die Emotion Scham und ihre psychologische und gesellschaftliche Bedeutung. Wir schämen uns, wenn wir gegen äußere oder internalisierte Regeln verstoßen. Scham ist also eine soziale Emotion, denn sie entsteht durch die realen oder imaginierten Blicke von außen. Insofern ist Scham eng verknüpft mit gesellschaftlichen Vorstellung von Normalität. Internalisierte Scham und Beschämung halten Menschen in den Grenzen, die ihnen die Gesellschaft steckt. Anhand ihrer eigenen Biografie zeigt Späth auf, wie geschlechtsspezifisch der Umgang mit Scham ist: Da etwa Wut für weiblich gelesene Personen nicht sozial akzeptiert ist, ist sie häufig schambehaftet und wird nach innen gerichtet. Ausdruck hiervon können Essstörungen und Selbstverletzungen sein. Späth beschreibt, wie lähmend Scham sein kann, wenn sie dazu führt, dass der wertende Blick von außen immer mitgedacht wird und alles überschattet.

Aber Scham ist nicht per se schlecht - im Gegenteil: Sie ermöglicht erst das Zusammenleben in einer empathischen Gesellschaft mit geteilten Werten. Schamlosigkeit ist nicht die Abwesenheit von Scham (das wäre Schamfreiheit), sondern bedeutet, die Scham zu ignorieren und mit Deckaffekten abzuwehren - etwa indem man andere beschämt oder aggressiv wird. Späths Analysen sind auch für den aktuellen politischen Diskurs interessant: Wenn Menschen eine vermeintliche "Cancel Culture" kritisieren und für sich in Anspruch nehmen, schamlos alles sagen zu dürfen, negieren sie den gesellschaftlichen Grundkonsens, dass wir einander moralisch verpflichtet sind, respektvoll miteinander umgehen und andere nicht unnötig verletzen. Schamabwehr dient hier also dazu, sich der eigenen Verantwortung zu entziehen.

Wer sich schämt, will sich isolieren, sich verstecken, verschwinden. Umso mutiger ist es, dass Späth hier ihre eigenen Erfahrungen mit Scham teilt. Vor allem aber ist das Buch lesenswert, weil es aufzeigt, wie Scham gesellschaftlich als Macht- und Kontrollinstrument wirkt - im Guten wie im Schlechten. Wir sollten uns also individuell und kollektiv fragen, welche Normen wir richtig finden und durch wen wir uns wofür beschämen lassen wollen.
Profile Image for Fari.
33 reviews
Read
September 22, 2024
Ich bin so froh, dass dieses Buch immer wieder bei der Erkenntnis landet, wie wichtig es ist, Scham als ein gesellschaftliches Thema anzuzehen, das auch als Instrument der Kontrolle und Unterdrückung gegen bestimmte Menschen(gruppen) benutzt wird.

Die persöhnlichen Erfahrungsberichte waren gut nachvollziehbar und ich konnte viele Momente sehr nachempfinden, gerade eben weil Scham oft so ähnlich funktioniert, wenn sie gesellschaftlich bedingt ist (z.B beim Thema sexuelle Übergriffe oder psychische Erkrankung etc.)

Es ist eines dieser Bücher, das ich mir wahrscheinlich physisch kaufe, um es mit Eselsohren und Bleistift-Unterstreichungen zu versehen, um auf den ein oder anderen Gedankenanstoß nochmal zurückzukommen.

Ein sehr ehrliches und neugieriges Buch. Es hat etwas Erleichterndes, daran erinnert zu werden, dass man mit keinem Leiden, keiner Scham jemals wirklich allein ist und dass so viel davon strukturell bedingt ist und sich nicht mit endloser, ermüdender Selbst-optimierung wegarbeiten lässt.
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